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Pelle kam an einem Sonnabend Abend mit dem Auge nach Hause, er war in einer Provinzstadt gewesen und hatte bei der Einrichtung eines kooperativen Unternehmens geholfen.
Es war spät, aber viele Läden waren noch offen, sie warfen ein strahlendes Licht in den Staubregen hinaus, worin der schwarze Strom der Straße ununterbrochen fortlief. Jetzt erst kamen die arbeitenden Frauen aus der inneren Stadt, bleiche Maschinenschreiberinnen, Kassiererinnen, denen noch die Spannung des Kolportageromans aus den Augen sah, Nähterinnen aus den großen Geschäften. Einige hasteten dahin, den Blick geradeaus gerichtet, ohne sich von den einsamen Schwärmern der Straße stören zu lassen – sie hatten etwas, das ihrer harrte – vielleicht ein kleines Kind. Andere hatten nichts, was sie zur Eile antrieb, sie gingen dahin und sahen sich müde um – und konnten plötzlich aufleben bei dem Anblick eines jungen Mannes im Gewimmel.
Die Scheuerfrauen waren auf dem Wege nach Hause, den Korb am Arm; sie hatten einen langen Tag gehabt und schleppten die Beine schwer hinter sich drein. Die Straße war voll von weiblichen Arbeitern, es war die umgekehrte Welt! Die schlechten Zeiten lockten die Frauen hervor und ließen die Männer sitzen. Auf dem Heimwege besorgten sie die Einkäufe für den Sonntag; bei den Schlachtern und Fettwarenhändlern standen sie und ließen die Köpfe hängen wie müde Gäule und warteten, bis die Reihe an sie kam. Blaugefrorene Kinder standen da und reckten sich, die Hand krampfhaft um die Schillinge geballt; sie legten das Kinn auf den Ladentisch und glotzten gierig die Eßwaren an, während sich das Licht wunderbar weich in ihren begehrlichen Augen brach.
Pelle schritt schnell dahin, um auf das offene Land zu kommen. Er liebte diese öden Gassen am Rande der Stadt nicht, wo sich die Armut wie ein Vogelberg zu beiden Seiten der schmalen Kluft erhob, und die Dunkelheit unter so vielem seufzte. Wenn er in eine endlose Steinschlucht hineingeriet, wo sich Ein- und Zweizimmerwohnungen in sieben Reihen übereinander erhoben, soweit er sehen konnte, drohte der Mut ihn zu verlassen. Es war wie eine Wanderung über einen ungeheuren Friedhof voll zerstörter Hoffnungen, alle diese Tausende von Familien waren wie ebenso viele unglückliche Geschicke; hell und hoffnungsvoll waren sie alle hinausgesegelt, und nun saßen sie hier und kämpften mit der Leere.
Er ging schnell hinaus, am Feldwege entlang, es war stockdunkel und es regnete, aber er kannte die Gräben und Steige auswendig. Weit auf den Hügel hinauf schimmerte ein Licht, das an einen Stern erinnerte, der niedrig am Himmel stand – es mußte die Lampe aus Bruns Schlafzimmer sein. Er wunderte sich, daß der Alte noch im Gange war; er ermüdete so schnell, jetzt, wo er aus der Beschäftigung eines langen Lebens ausgetreten war, und pflegte früh zu Bett zu gehen. Vielleicht hatte er vergessen, die Lampe auszulöschen.
Pelle hatte den Kragen über die Ohren aufgeschlagen, ihm war so recht wohlig zumute – er liebte es, allein in der Dunkelheit zu gehen. In alten Zeiten hatte ihre gähnende Leere ihn mit panischem Schrecken erfüllt, aber das Gefängnis hatte seinen Sinn damit vertraut gemacht; er konnte sich auf die einsamen nächtlichen Wanderungen heimwärts über die Felder freuen. Dann erstarb der Lärm der Stadt hinter ihm, und er atmete die reine Luft ein, die ihm direkt aus dem Weltenraum entgegenzuströmen schien. Alles das, was der Mann mit niemand teilen kann, stieg auf diesen Wanderungen in ihm auf. In dem täglichen Kampfe konnte er gar oft ein niederdrückendes Gefühl haben, daß der Ausfall auf reinen Zufälligkeiten beruhe. Es war nicht leicht, sich in dem tausendstimmigen Lärm Gehör zu verschaffen, es gehörte etwas Sensationelles dazu, um die Aufmerksamkeit zu fesseln, und er kam nur mit einer ganz gewöhnlichen Idee und behauptete, daß sie, ohne ein Rad anzuhalten, die Welt umwandeln könne. Das Bestehende machte sich nicht einmal die Mühe, ihn zu bekämpfen, selbst die Fabrikanten innerhalb des Faches begegneten seinem Unternehmen mit Ruhe und schienen den Krieg gegen ihn aufgegeben zu haben. Er war auf großen Widerstand gefaßt gewesen und hatte sich dazu gefreut, ihn zu überwinden – und diese Gleichgültigkeit machte ihn oft an sich selbst verzagen. Seine unbezwingbare Idee ging ja nur unter in dem bunten Wirrwarr des Lebens!
Aber hier draußen auf dem Lande, wo die Nacht als große Ruhe über der Erde lag, erhielt er seine Kräfte wieder. All das Gleichgültige fiel weg, und er sah, daß er so wie die großen Brückenpfeiler sein Eigentliches unter der Oberfläche hatte. So unansehnlich er auch aufragte, ruhte er auf einer großen Unterlage; die Einsamkeit um ihn her entschleierte ihm das und bewirkte, daß er sich mächtig fühlte. Während man sein Unternehmen übersah, wollte er es so stark machen, daß sie mit der Stirn dagegen rannten, wenn sie erwachten.
Pelle war glücklich, auf dem Lande zu wohnen, es war sein Traum, daß einstmals auch die Arbeiter wieder hier hinausziehen sollten. Die Stadt ward ihm immer widerwärtiger, er lernte es nie, ganz vertraut mit ihr zu werden. Es war ihm immer gleich sonderbar, sich in diesem summenden Bienenkorb zu bewegen, wo ein jeder auf seine eigene Rechnung zu schnurren schien und sich doch alle unter einen großen Willen beugten – den des Hungers. Die Stadt übte eine dumpfe Macht auf die Gemüter aus, sie zog die Armen durch eine lügenhafte Vorspiegelung von Glück an. Und hatte sie sie erst einmal, so hielt sie sie dämonisch fest. Die giftige Luft war wie Opium, die elendesten Armen erträumten sich darin das Glück; und wenn sie erst Geschmack daran gefunden hatten, waren sie nicht mehr imstande, wieder hinauszureisen nach dem schlichten Alltag. Es lag immer etwas Entsetzliches hinter der Physiognomie der Stadt, als laure sie nur darauf, Menschen in das Netz zu ziehen und sie auszusaugen. Am Tage konnte dies von den vielen Lauten verschleiert werden, aber die Dunkelheit trug es an die Oberfläche.
Jeden Abend, ehe Pelle zu Bett ging, mußte er hinaus an den Giebel und in die Nacht hinausstarren; das war eine alte Bauernsitte, die er von Vater Lasse und wieder von dessen Vater geerbt hatte. Dann schweifte sein Blick fragend über die Stadt hinab, wo seine Gedanken schon im voraus waren. An sonnigen Tagen war da nur Nebel und Rauch, aber in einer so stockfinsteren Nacht lag ein festlicher Lichtschimmer darüber. Die Stadt hatte eine eigentümliche Gabe, die Dunkelheit auf sich herabzuziehen und ein weißes künstliches Licht darin anzuzünden. Sie lag niedrig – wie ein Sumpf mit Gefällen von allen Seiten – alle Abflüsse mündeten darin; ihr leuchtender Nebel schien bis an die äußersten Grenzen des Landes zu reichen – alles strebte ihr zu. Große goldene Fliegen hingen schaukelnd über dem Sumpf in metallischer Pracht. Mücken tanzten darüber hin gleich sorglosen Schatten. Ein unaufhörliches Summen stieg daraus empor; und darunter lag die Tiefe, die das alles groß gezogen hatte und bubbelte, so daß man es bis hier oben hören konnte.
Zuweilen flackerte das Licht am Himmel auf wie der Widerschein aus einer kolossalen Esse. Es war, als poche ein ungeheures Herz panisch in der Dunkelheit da drinnen, sein eigenes wurde davon angesteckt und schnürte sich in unklarer Angst zusammen. Schreie konnten plötzlich von daher aufsteigen, und man wünschte es fast; ein starker Ausbruch war eine Erleichterung nach der ewigen latenten Spannung. Dort unten unter den Mauern der Stadt war die Dunkelheit immer lebendig; gleich einem schweren Lebensstrom glitt sie dahin, rann träge zwischen Kneipen und Lasterhöhlen und Kasernen mit ihrem verhängnisvollen Inhalt von Not und Verwünschung. Ihr geheimes Treiben flößte ihm Schrecken ein; er haßte die Stadt um ihrer Finsternis willen, die so viel verbarg. – –
Er war vor der Morgendämmerung stehengeblieben und stand nun da und starrte hinab. Plötzlich hörte er einen Laut von da drinnen, der ihn zusammenfahren machte; schnell schloß er auf und ging hinein. Ellen kam auf die Diele hinaus, sie sah verstört aus.
»Gottlob, daß du kommst,« sagte sie – »Anna ist so krank.« Sie vergaß ganz, ihm guten Tag zu sagen.
»Ist es etwas Ernsthaftes?« fragte Pelle und warf hastig Hut und Rock ab.
»Es ist wieder die alte Geschichte. Ich ließ einen Wagen vom Hofe in die Stadt zum Doktor fahren – das ist teuer geworden, aber Brun sagte, ich sollte es tun. Sie bekommt warme Milch mit Emser Salz und Sodawasser. – Du mußt dich wohl erst etwas wärmen, ehe du zu ihr hineingehst – aber beeile dich ein wenig. Sie fragt fortwährend nach dir.«
Im Krankenzimmer herrschte Halbdämmerung, Ellen hatte einen roten Schirm über die Lampe gehängt, damit das Licht die Kleine nicht genieren sollte. Brun saß auf einem Stuhl am Bett und starrte das Kind unverwandt an, das im Fieberschlummer dalag und vor sich hin plauderte. Er machte Pelle ein Zeichen, daß er ganz leise gehen solle. »Sie schläft«, flüsterte er. Der alte Mann sah unglücklich aus.
Pelle beugte sich geräuschlos über sie; sie lag mit geschlossenen Augen, schlief aber nicht, ihr heißer Atem ging in kurzen Stößen über sein Gesicht. Als er sich aufrichten wollte, öffnete sie die Augen und lächelte ihm zu.
»Was ist das nur einmal mit Schwester, will sie uns nun wieder krank werden?« fragte er leise. »Ich glaubte die Sonne hätte die alte Bronchitis weggejagt.«
Das Kind schüttelte ergeben den Kopf. »Hörst du nicht den Kellermann?« flüsterte sie. Er saß in ihrer Luftröhre und pfiff aus Leibeskräften, sie lauschte mit einem ernsten Ausdruck nach ihm, dann stahl sie die Hand unter der Bettdecke hervor und strich dem Vater übers Gesicht, als wolle sie ihn trösten.
Brun steckte sie aber schnell wieder unter und deckte sie bis über die Schultern zu. »Da wäre beinahe die Puppe auf und davon geflogen«, sagte er bedenklich. Er hatte ihr eine große Puppe versprochen, wenn sie sich gut unter der Decke halten wolle.
»Krieg' ich sie nun noch?« fragte sie keuchend und starrte ihn erschreckt an.
»Ja, natürlich kriegst du sie. Und wenn du dich hübsch sputest und schnell wieder gesund wirst, sollst du auch einen Wagen haben – mit Gummirädern.«
Ellen kam herein und unterbrach sie. »Jetzt hab' ich Herrn Bruns Schlafstube fertig gemacht«, sagte sie und legte beruhigend die Hand auf die gespannten Züge des Kindes.
Der Bibliothekar erhob sich zögernd. »Mit anderen Worten, nun soll Herr Brun zu Bett gehen!« sagte er halb ärgerlich. »Naja, denn gut Nacht! Ich verlasse mich darauf, daß ihr mich ruft, wenn es schlimmer werden sollte.«
»Wie gut er doch ist«, sagte Ellen leise. »Er hat die ganze Zeit hiergesessen und achtgegeben, daß Anna gut zugedeckt war. Wir wagten kaum, uns zu rühren, sie müsse Ruhe haben, sagte er; aber er selbst konnte es nicht lassen, mit ihr zu plaudern, sobald sie nur die Augen öffnete.«
Ellen hatte Lasse Frederik in das Schlafzimmer unten gebettet und ihr eigenes Bett hier hinaufgestellt, damit sie bei dem Kinde wachen konnte. »Jetzt solltest du zu Bett gehen,« sagte sie leise zu Pelle – »du mußt ja todmüde sein nach der Reise. Vorige Nacht in der Bahn hast du wohl auch nicht viel Schlaf gekriegt?«
Er sah müde aus, aber ihre Überredungen nützten nicht, er wollte hier oben bleiben. »Ich kann unter diesen Verhältnissen doch nicht schlafen,« flüsterte er; »und morgen ist ja Sonntag.«
»Dann leg dich auf mein Bett! Du ruhst dich doch wenigstens etwas aus.«
Er legte sich hin, um sich ihr zu fügen, und lag nun da und starrte zu der Decke empor, während er den kurzen, röchelnden Atemzügen des Kindes lauschte. Er konnte hören, daß sie nicht schlief; sie lag da und spielte mit dem röchelnden Laut und ließ den Kellermann bald mit grober Stimme reden, bald pfeifen. Sie schien ganz vertraut mit diesem bösartigen Gerede, das sie schon so viele kranke Stunden gekostet hatte und in Pelles Ohren so qualvoll tönte. Sie hatte eine wunderlich ergebene Art und Weise, die Krankheit zu tragen, die den Wesen aus den Hintergassen anhaftete; sie wurde nicht ungeduldig und anspruchsvoll, sondern lag in der Regel da und unterhielt sich selbst. Es war, als sei sie ihrem Lager dankbar, sie war immer am besten gelaunt, wenn sie lag. Die Sonne hier draußen hatte sie tüchtig gebräunt, aber es mußte etwas in ihr sitzen, das sie noch nicht überwunden hatte – man entrann der bösen Macht der Hintergasse nicht so leicht.
Jedesmal, wenn sie einen Hustenanfall bekam, richtete Pelle sie auf und half ihr ausspeien. Sie wurde blaurot vom Husten und sah ihn mit Augen an, die nahe daran waren, unter der gewaltsamen Anstrengung zu brechen. Dann kam Ellen mit der warmen Milch und dem Emser Salz, die Kleine trank mit einem resignierten Ausdruck – und sank wieder in die Kissen zurück.
»So schlimm ist es noch nie gewesen,« flüsterte Ellen, »was kann es da nützen? Vielleicht ist die Landluft gar nicht gut für sie.«
»Das sollte sie doch eigentlich sein,« erwiderte Pelle – »denn sonst wäre sie ja ein armes, kleines, vergiftetes Ding.«
In Ellens Stimme klang die Möglichkeit hindurch, daß sie um des Kindes willen wieder in die Stadt zurückziehen müßten. Für sie war die Stadtluft nicht heimtückisch, sondern ganz einfach milder als die Luft hier draußen. Durch mehrere Generationen war sie daran gewöhnt und hatte ihre schädlichen Einflüsse überwunden; für sie war sie gut, wie es nur die Luft der heimatlichen Gegend ist. Sie konnte wohnen wo es auch sein sollte, aber auf die Heimat ihrer Kindheit ließ sie nichts kommen. Dann geriet sie in Eifer.
Das Kind war durch ihr Flüstern erwacht und lag da und starrte sie an. »Ich sterbe doch nicht, wie?« fragte sie in die Stube hinaus.
Sie beugten sich über sie.
»Nun mußt du dich ruhig hinlegen und nicht an so was denken«, sagte Ellen angsterfüllt.
Aber das Kind beharrte hartnäckig bei dem Gedanken. »Wenn ich nun sterbe, seid ihr dann ebenso traurig über mich wie über Johanne?« fragte sie gespannt und verwandte keinen Blick von den Eltern.
Pelle nickte nur, es war ihm unmöglich etwas zu sagen.
»Willst du die Decke schwarz teeren, um zu zeigen, daß du über mich trauerst? – Willst du das tun, Vater?« fuhr sie unerbittlich fort, indem sie ihn ansah.
»Ja, ja!« sagte Ellen verzweifelt und küßte sie auf den Mund, um sie zum Schweigen zu bringen.
Da legte das Kind sich befriedigt auf die Seite; einen Augenblick später war sie eingeschlafen.
»Sie ist gar nicht mehr heiß«, flüsterte Pelle. »Ich glaube, das Fieber hat nachgelassen.« Sein Gesicht war entsetzlich ernsthaft: der Tod hatte mit seiner kalten Hand darüber hingestrichen. Er wußte, daß es nur im Scherz geschehen war, konnte den Eindruck aber nicht wieder abschütteln.
Sie saßen schweigend da und lauschten dem Atemzuge des Kindes, der jetzt ganz ruhig klang; Ellen hatte Pelles Hand gefaßt, von Zeit zu Zeit zuckte sie schaudernd zusammen. Sie rührten sich nicht, sondern saßen nur da und lauschten, während die Zeit singend an ihnen vorüberrann. Dann krähte der Hahn da unten und weckte Pelle, die Uhr war drei; das Kind hatte jetzt zwei Stunden ruhig geschlafen. Die Lampe war im Begriff auszugehen, er unterschied soeben noch Ellens Profil in der Dämmerung: die Schwangerschaft hatte ein wenig von der Fülle des Sommers verzehrt und das Gesicht zarter gemacht. Sie sah müde aus.
Lautlos erhob er sich und küßte sie auf die Stirn. »Geh' jetzt hinunter und leg' dich schlafen«, flüsterte er und führte sie an die Tür.
Draußen wurden schleichende Schritte hörbar, es war Brun, der gekommen war, um an der Tür zu lauschen, wie es der Kranken ging, er war gar nicht zu Bett gewesen. In seinem Arbeitszimmer brannte die Lampe, und der Tisch war voll von Papieren; er hatte gesessen und geschrieben.
Er wurde ganz aufgeräumt als er hörte, daß der Anfall überstanden war. »Ich finde, die gnädige Frau sollte uns jetzt lieber mit etwas Kaffee traktieren«, erwiderte er, als Ellen mit ihm schalt, weil er noch nicht schlief.
Ellen ging hinunter und machte Kaffee. Sie tranken ihn in Bruns Zimmer; die Türen waren nur angelehnt, so daß sie nach dem Kinde lauschen konnten.
»Das ist eine böse Nacht gewesen«, sagte Pelle und strich sich über die Stirn.
»Ja, wenn es so weiter geht, dann werden wir wohl in die Stadt zurückziehen müssen«, sagte Ellen hartnäckig.
»Wir wollen lieber damit anfangen, ihr des Morgens kalte Abwaschungen zu geben, sobald sie wieder gesund ist, und versuchen, sie abzuhärten«, sagte Pelle.
»Pelle glaubt nämlich, daß sich die schlechte und die gute Luft um das Kind streiten, und daß sie nur deshalb elender ist als in der Stadt«, wandte sich Ellen zu Brun.
»So ist es auch«, sagte Brun ernsthaft. »Und so ein krankes Kind gibt einem zu denken.«