Im Lande der Mitternachts-Sonne
Verlag: Ferdinand Hirt & Sohn | Jahr: 1885 | Übersetzer: A. Helms
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Drittes Kapitel. Bei den Parisern des Nordens.
Stockholm. – Das Leben in Stockholm. – Meine Audienz bei König Karl XV. – Parks, Schlösser, schöne Vorstädte und Schulen.
Auf den Fremden, welcher an einem heiteren Junimorgen das reizende, malerische Stockholm zuerst betritt, kann dasselbe seine bezaubernde Wirkung unmöglich verfehlen. Zum Teil auf acht, durch Brücken mit einander verbundenen Inseln erbaut, erhebt es sich mitten in dem Fluß, welcher den Ausgang des Mälarsees bildet, eine Lage, wie sie romantischer keine Hauptstadt aufzuweisen hat.
Der großartige Palast, die freien Plätze, die Museen, Gärten, Bibliotheken, höheren Lehranstalten, Schulen, Kirchen, Statuen und Brücken, die prächtigen Quais, an welchen große Mengen von Schiffen beständig Fracht einnehmen und ausladen, die zahlreichen, die Stelle von Omnibussen vertretenden, niedlichen Dampfer, welche Passagiere von einer Insel zur anderen oder nach dem Festlande befördern, die allerorten hervortretenden Spuren von Wohlhabenheit und kluger Verwaltung, alles vereinigt sich, die Stadt zu einer der angenehmsten Europas zu machen.
Der 1163 km2 haltende See ist mit vielen Inseln, mehr denn vierzehnhundert an der Zahl, bedeckt, und seine tief eingeschnittenen Ufer umsäumen Städte, Dörfer, Flecken, Kirchen, Ruinen, Schlösser, alte Burgen, moderne Villen, Bauernhöfe und Wiesen in bunter Reihenfolge, dazwischen türmen sich ungeheuere Felsmassen, dehnen sich düstere, einsame Wälder und eilen spiegelklare Flüsse dahin. Seine Oberfläche selbst wimmelt von Dampfern und Segelschiffen, auf ihrem Wege von und nach der Ostsee, deren Wogen, eine dichtgedrängte Inselgruppe umspielend, einen mit allen Reizen schwedischer Landschaften ausgestatteten Fjord bilden. Stockholm mit seinen freien Plätzen, Parks und breiten Quais besitzt eine gewaltige Ausdehnung; in raschem Lauf strömt das Wasser zwischen den Inseln dahin. Viele der Straßen sind eng, ohne Bürgersteig, mit Kieselsteinen gepflastert und an Stelle guter Abzugskanäle nur mit offenen Rinnsteinen an den Seiten oder in der Mitte versehen, trotzdem ist die ganze Stadt überaus sauber. In anderen Straßen sind die Fußwege so schmal, daß man an einer Seite aufwärts, an der anderen abwärts zu gehen pflegt. Die meisten Häuser sind hoch und mit Stuckarbeit verziert, nicht unähnlich denjenigen des alten Paris, einzelne Stadtteile aber besitzen wirklich schöne Gebäude. Der älteste Stadtteil liegt auf der Insel Stadsholmen, Die acht Inseln, auf welchen Stockholm erbaut ist, heißen Kungsholmen, Riddarholmen, Helgeandsholmen, Stadsholmen, Skeppsholmen, Kastellholmen, Strömsborg und Djurgården. mächtig ragt über seine Häusermenge der königliche Palast empor. Das umfangreiche, in edlem Stil gehaltene Gebäude birgt viele Kunstwerke und eine schöne Gemäldegalerie; in unmittelbarer Nähe desselben aber befinden sich einige der häßlichsten, engsten Gassen Stockholms. Die Zahl wirklich schöner Privatwohnungen ist in der Stadt nur gering, die meisten Leute geben nicht mehr denn ein Zehntel bis zu einem Sechstel ihres Einkommens für Miete aus und nur wenige bewohnen ein Haus für sich allein. Wie überall auf dem Kontinent so bilden auch hier Mietwohnungen die Überzahl, dabei findet man aber nur in den besseren Häusern einen Portier; da obendrein die Namen der Hausbewohner nicht am Eingang verzeichnet stehen, so ist es für Fremde oft sehr schwer sich zurechtzufinden. Badezimmer trifft man selten in Privathäusern, bis vor kurzem war auch noch die altmodische Art des Wasserholens allgemein üblich. Das Opernhaus besitzt ein Orchester, dessen sich London oder Paris, Berlin oder Wien nicht zu schämen brauchten. Die verschiedenen Theater und sonstigen Vergnügungsorte werden manchmal zur Sommerszeit geschlossen, dafür üben die Sommergärten und Parks, in welchen Konzerte abgehalten werden, während dieser Monate doppelte Anziehungskraft aus. Kungsträdgården mit großen Bäumen, einer Fülle von Blumen und den Standbildern Karls XII. und Karls XIII., sowie der Berzelius-Park, so genannt zu Ehren des berühmten Chemikers, dessen lebensgroße Statue sich hier erhebt, sind reizende Orte. Entzückend ist auch das am Fuß der Norrbrobrücke gelegenen Strömparterren mit seinen Blumen und Bäumen und dem zu beiden Seiten rasch dahineilenden Fluß. Der Hügel Mosebacke aber, dessen Besuch kein Fremder versäumen sollte, gewährt von seinem Gipfel aus einen herrlichen Blick über die Stadt und Umgebung.
Ein großer Unterschied besteht in dem Geschäftsbetrieb von Gothenburg und demjenigen von Stockholm. Dort widmen sich die Kaufleute während der Geschäftsstunden ihren Obliegenheiten mit peinlichster Gewissenhaftigkeit, hier aber sind die Ladenbesitzer zu dieser Zeit häufiger in den Kaffeehäusern denn in ihren Geschäftsräumen zu treffen. Zahlreiche Ladengeschäfte stehen unter der Leitung von Frauen, welche, wahre Muster von Tüchtigkeit, sich nebst ihren Familien durch dieselben ernähren; in anderen Fällen sind die Frauen und Töchter die Gehilfinnen des Gatten und Vaters. Überhaupt beteiligen sich, wenn nicht gerade sehr wohlhabend, sämtliche Familienmitglieder an dem Erwerb.
Die Wohnungen der kleineren Ladenbesitzer sowie aller zu dieser Klasse gehörenden Geschäftsleute zeichnen sich, wie ich zu meiner Verwunderung bemerkte, durch große Nettigkeit aus. Alle diese Leute sind darauf bedacht, einen gewissen äußeren Schein zu wahren; irgend eine Erfrischung, sei es nun eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein, wird Freunden und Besuchern fast immer angeboten.
In Schweden sowohl als in Norwegen ist »Herr« sowie »Fru« die allgemeine Anrede. Junge Damen von guter Erziehung werden Fröken genannt, welche Bezeichnung früher nur den Töchtern der Adeligen zustand.
Schweden hat drei Adelsstufen, deren höchste Grefve – Grefvinna dem deutschen Graf – Gräfin entspricht. Für Friherre – Friherrinna wird auch Baron und Baronesse gebraucht. Die unterste Adelsstufe hat keinen Titel und wird als Välborne Herr oder Fru angeredet.
Wenn man an einen Grafen oder einen Freiherrn schreibt, so sagt man: Hogvälborne Herr oder Hogvälborna Fru mit darauffolgendem Titel Grefve oder Grefvinna, Friherre oder Friherrinna. Alle, die entweder im Staats- bez. Militärdienst irgend einen Rang bekleiden, werden auch stets mit dem entsprechenden Titel angeredet. Sämtliche Söhne erben den Adel des Vaters, wenn aber die Tochter eines Grafen oder Freiherrn einem der untersten Adelsstufe Angehörenden sich vermählt, so hat sie das Recht den Titel des Vaters dem Namen ihres Gatten hinzuzufügen; auch bei der Heirat mit einem Nichtadeligen geschieht dies bisweilen. Mädchen und Frauen niederer Stände nennt man Mamsell und Madam; Bauerntöchter sowie Dienstmädchen heißen Jungfru. Flicka ist die allgemeine Bezeichnung für Mädchen; Tjenst flicka für Dienstmädchen, Dräng für Diener.
Gebildete Leute reden einander in der dritten Person an: »Will Herr A. mit uns gehen?«. »Meint nicht Herr B., daß es sehr stürmisch sei?«. Indes kommt allmählich die Form » ni« (Sie) mehr in Aufnahme.
»Du« wird häufig zwischen Freunden gebraucht. Wenn zwei Herren in so vertrauter Weise mit einander zu verkehren wünschen, so sagen sie: » Skola vi lägga bort titlarna?« (Sollen wir unsere Titel beiseite legen?). Sie halten dabei jeder ein Glas Wein in der Hand, sprechen » Skål bror!«, leeren das Glas bis zum Grunde, worauf ein einfaches »Danke!« den Schluß der Ceremonie bildet.
Unter den jungen Damen Stockholms, wie überhaupt ganz Schwedens, herrscht ein wahrhaft bezaubernder Ton. Sie genießen durchgehends nicht nur eine treffliche Bildung, sondern werden auch von früh auf so zu Einfachheit in Benehmen und Kleidung angehalten, daß man sich durch die Bescheidenheit und Feinheit ihres Wesens überaus angenehm berührt fühlt. Gleichviel welchem Rang und Stand sie auch angehören mögen, so tragen sie nur selten Schmucksachen, oder wenn es geschieht, nur solche der einfachsten Art. Ebenso wenig kleiden sie sich in Seide, wenigstens nicht vor ihrer Einführung in die Gesellschaft.
Der Königliche Palast in Stockholm.
Eine große Vorliebe für Orden und Uniformen findet man in Schweden allgemein verbreitet. Besonders auffallend erscheint letzterer Umstand Engländern und Amerikanern, welche dadurch zuerst wohl zu der Annahme verleitet werden mögen: das Land schmachte, wenn auch nicht dem Namen, so doch der That nach, unter der eisernen Faust eines militärischen Regiments. Glücklicherweise ist eine solche Voraussetzung vollkommen irrig. Rede- und Preßfreiheit sind unbeschränkt, die Abschaffung oder Änderung von Gesetzen wird ohne allen Rückhalt öffentlich besprochen, diese selbst aber sind derart abgefaßt, daß ein willkürlicher Eingriff in die Freiheit irgend eines Unterthanen von vornherein ausgeschlossen bleibt. Polizei ist nur so viel vorhanden, als unbedingt nötig, Pässe sind weder zum Verlassen noch zum Eintritt in das Land erforderlich: kurz, es giebt kein Volk in Europa, welches sich größerer Freiheiten erfreute denn die Skandinavier.
Außerordentliche Höflichkeit und Liebenswürdigkeit sind nationale Eigentümlichkeiten, welche alle Stände mit einander gemein haben – die Armen grüßen die Reichen und ebenso die Reichen die Armen. In den Straßen verbeugen sich unaufhörlich Bekannte gegen einander, die Herren nehmen die Hüte ab, während sie sich mit wirklich vollendeter Anmut verneigen. Selbst vor dem geringsten Weibe bleibt ein Herr unbedeckten Hauptes, so lange er mit ihr spricht. Überraschende Feinheit des Benehmens findet man auch bei den Dienstmädchen, dafür werden sie aber gleichfalls mit Rücksicht behandelt, das Verhältnis zwischen Dienstboten und Herrschaft ist ein wirklich freundschaftliches.
Als Nation sind die Schweden unbedingt das höflichste Volk in Europa, natürlich beobachtet auch der Einzelne alle Vorschriften der Etikette aufs strengste. Ebenso ist jedermann bereit, Fremden einen Dienst zu erweisen, selbst auf Kosten der eigenen Bequemlichkeit und ohne viel Aufhebens davon zu machen.
Eine andere Eigentümlichkeit, welche mir besonders in Stockholm angenehm auffiel, ist die stets gleichmäßige Heiterkeit und Zufriedenheit des Volkes. Auch die Geselligkeit ist ein hervorstechender Charakterzug aller Stände. Ganze Familien, sowie größere Kreise von Bekannten und Freunden, pflegen gemeinschaftlich in den Vorstadtrestaurants ihre Mahlzeiten einzunehmen; andere Gruppen Vergnügungslustiger finden sich in den Parks zusammen. Einladungen nach den romantisch am See- oder Fjordufer gelegenen einfachen Villen giebt es häufig, und oftmals sind diese dann der Schauplatz lebhaftester, harmlosester Heiterkeit.
Wenn eine große Gesellschaft gebeten ist, so nehmen die Gäste das Mahl entweder stehend ein oder einzelne lassen sich mit ihren besonderen Freunden in den traulichen Wohnzimmern oder auf der Veranda an kleinen Tischen nieder, während die Herrin des Hauses und ihre Töchter mit entzückender Anmut und Einfachheit die Honneurs machen. Bald bedienen sie einen der Gäste, dann wieder nötigen sie einen anderen, an den Tisch heranzutreten oder noch etwas mehr zu nehmen. Gewöhnlich werden auch mehrere kleine Reden gehalten, meist bringt der Gastgeber die Gesundheit eines oder des anderen Gastes aus. Es ist Gebrauch, daß beim Schluß des Mahles einer der so geehrten Gäste oder derjenige, welcher unter ihnen die höchste gesellschaftliche Stellung einnimmt, mit wenigen Worten auf das Wohl des Herrn und der Damen des Hauses trinkt. Im übrigen haben derartige Gesellschaften den Vorzug, verhältnismäßig zwanglos zu sein.
Es giebt fast nicht einen irgendwie auf Bildung Anspruch machenden Schweden, der nicht eine, meist sogar zwei fremde Sprachen gelernt hätte, und wenn er im Lauf der Zeit auch die Fähigkeit des Sprechens eingebüßt haben sollte, so kann er sie doch gewöhnlich lesen, häufig auch schreiben. Nach den Russen sind die Schweden die besten Linguisten in Europa. Obschon die offizielle Korrespondenz in französischer Sprache geführt wird und auch viele den höheren Kreisen Angehörende diese Sprache besser sprechen denn die übrigen, so machte ich doch die Wahrnehmung, daß die heranwachsende Generation sich mit Vorliebe dem Deutschen und Englischen zuwendet.
Der Sommer ist die für einen Besuch in Stockholm am besten geeignete Zeit. Der Junimonat, besonders die zweite Hälfte desselben, bietet die allermeisten Annehmlichkeiten; viele der Einwohner haben dann noch nicht ihren Landaufenthalt bezogen und alle suchen nach Möglichkeit das schöne Wetter zu genießen. Reiche und Arme verbringen ihre Mußestunden im Freien, nachmittags und abends sind die Parks von einer dichten Menschenmenge erfüllt, überall tönt fröhliche Musik, und von den kleinen Tischen, an welchen Bier, Kaffee, Sodawasser, schwedischer Punsch, sowie sonstige Erfrischungen gereicht werden, läßt sich das muntere Wogen und Treiben behaglich überschauen. Ganze Familien verbringen fast jeden Abend hier. Jedermann ist nett gekleidet; von Roheit oder Gemeinheit bemerkt man keine Spur.
Zur Zeit meines Eintreffens in Stockholm trugen die besseren Klassen noch Trauer um die verstorbene Königin. Dieselbe bestand für Damen in schwarzem Anzug mit weißen Kragen und Manschetten nebst weißer Rüschengarnitur an dem Vorderteil der Taille, häufig auch einer weißen Schürze, dazu schwarze Handschuhe. Die Herren trugen fast jeder einen Flor um den Hut, schwarze Handschuhe und ebensolche Halsbinde; viele waren auch vollständig in tiefe Trauer gekleidet.
Mit dem Aufhören des langen Winters erreicht auch die Eisblockade ihr Ende; geschäftig regt es sich dann an den Hafendämmen beim Ein- und Ausladen der nach den Häfen der Ostsee, des bottnischen Meerbusens, nach St. Petersburg, Norwegen, Deutschland, England und Frankreich bestimmten Schiffe. Auch auf den Kanälen und Seen wird mit Eintritt der warmen Witterung die Schiffahrt alsbald eröffnet.
Zu dieser Zeit sind für das südliche Schweden die längsten Tage gekommen. In Stockholm geht vom 17. bis zum 21. Juni die Sonne um 2 Uhr 45 Minuten morgens auf und am ersten Tag abends um 9 Uhr 16 Minuten, an den folgenden um 9 Uhr 17 Minuten unter. Während einer Reihe von Tagen tritt überhaupt keine Dunkelheit, sondern nur eine etwa drei Stunden währende Dämmerung ein. Dann nehmen die Tage um eine Minute morgens und abends ab bis zum letzten Juli, an welchem Tage die Sonne um 3 Uhr 44 Minuten auf und um 8 Uhr 27 Minuten untergeht. Im August nehmen die Tage rascher ab: am 31. dieses Monats geht die Sonne um 4 Uhr 55 Minuten auf und um 7 Uhr 4 Minuten unter; am 30. September aber ist der Augenblick des Sonnenaufgangs 6 Uhr 3 Minuten, derjenige des Untergangs 5 Uhr 35 Minuten.
Auf den Fremden macht das vollständige Fehlen der Nacht zuerst einen eigentümlichen Eindruck. Bis zu später Stunde herrscht reges Leben an den Quais; große Mengen von Packern sind mit dem Hinwegstauen der Ladungen beschäftigt. Um ein Uhr nachts vermindert sich die Zahl der Spaziergänger in den Straßen merklich, um zwei Uhr sind nur noch wenige Nachzügler geblieben. Jetzt ist die Zeit der Ruhe gekommen, an den Häusern sind die Läden geschlossen, Vorhänge und Rouleaux verwehren obendrein dem Licht den Eintritt, tiefe Stille herrscht in der Stadt. Dieselbe wird nur unterbrochen, wenn – ein alter, hier noch immer bestehender Gebrauch – die Wächter von den Kirchtürmen mit lauter Stimme die Stunden verkünden. Da und dort erblickt man auch einen Diener der öffentlichen Sicherheit, der seine Runde macht, und die Schritte der ablösenden Patrouille hallen einsam wieder in den öden Straßen. An den Quais führen die Zollbeamten strenge Aufsicht, um etwaige Zolldefraudationen zu verhüten; hier allein erleidet die Thätigkeit während der ganzen Nacht keine Unterbrechung.
Die Stadt zählt 174 000 Einwohner und liegt unter 59° 21' nördlicher Breite, gegenüber dem fjordartigen Ostseearm Finska-Viken (finnischer Meerbusen), welcher nach St. Petersburg führt. Obgleich etwa 56 km südlicher gelegen denn die russische Hauptstadt, ist das Klima doch im Sommer um etwa 4–5° kühler, im Winter dagegen um 6–8° wärmer als dort. Die kältere Temperatur im Sommer wird durch die Lage Stockholms zwischen Mälar- und Ostsee, diejenige Petersburgs im Winter durch die aus dem Innern des Landes wehenden kalten Winde bedingt. Die heißesten Monate sind Juli und August.
Den größten Reiz erhält Stockholm durch seine herrlichen Vorstädte; tagelang möchte man zu Wasser und zu Land die idyllische, ein so eigenartiges Gepräge tragende Gegend durchstreifen. An den Ufern der Fjorde und Buchten, wie auf den Inseln, wechseln Felsen mit Gruppen von Eichen, Linden, Ulmen, Eschen, Pappeln, Birken, Föhren, Tannen und anderen Bäumen, und jedes noch so kleine Fleckchen offenes Land ist wohl angebaut. Kleine, aber schnell fahrende Dampfer eilen unablässig in allen Richtungen hin und her, um die Stadtbewohner nach ihren Landsitzen zu bringen, oder vergnügungslustige Naturfreunde nach irgend einem der vielen schönen Punkte zu befördern.
Der schönste Park und derjenige, welcher in Europa nicht seinesgleichen hat, ist der Djurgården (Tiergarten). Derselbe erstreckt sich über eine Insel von etwa 28 km im Umfang und enthält schöne Landhäuser, Gehölze, von romantischen Fahrstraßen und Spazierwegen durchschnitten, Seen, ungeheuere Felsmassen und prachtvolle Wälder, in denen besonders die wundervollen alten Eichen einen herrlichen Anblick gewähren. Überall sind Vergnügungsorte aller Art, Cafés und Restaurants; der beliebteste unter allen diesen Plätzen aber ist Hasselbacken, woselbst große Mengen von Gästen sich täglich zum Mittagsmahle einfinden. Der Park ist von der Stadt aus mit Hilfe der, in kurzen Zwischenräumen von Norrbro und anderen Punkten abgehenden, kleinen Dampfer leicht zu erreichen, außerdem führt eine Brücke nach demselben, über welche die Fahrt im Zeitraum weniger Minuten zurückgelegt ist. In dem Tiergarten befindet sich auch das kleine, aber reizende Schloß Rosendal, zur Zeit meines Aufenthaltes in Stockholm, die Residenz der Königin-Witwe. Eine wundervolle Porphyrvase, zu Elfdal in Dalekarlien gearbeitet, erhebt sich vor diesem entzückenden Heim, welches dichte Baumgruppen fast vollständig den Blicken der Vorüberwandelnden verbergen.
Unter den übrigen königlichen Schlössern ist das auf Löfön, einer der Mälarinseln, gelegene Drottningholm das großartigste. Karlberg, dessen prächtiger Park eine bedeutende Anziehungskraft ausübt, ist in eine Militärschule umgewandelt, und ebenso Marieberg auf der Insel Kungsholmen zu einer Artillerieschule eingerichtet; Rosersberg ist nicht zu vergessen; besondere Erwähnung aber verdient das in herrlicher Lage an der Eds-Viken (Viken: die Bucht) von Jacob de la Gardie erbaute Schloß Ulriksdal. König Bernadotte hatte den Bau zu einem Invalidenhaus bestimmt und als solches wurde er auch benutzt, bis König Karl XV. denselben zu seiner Sommerresidenz erkor, in welcher er während der heißen Jahreszeit fast ununterbrochen seinen Aufenthalt zu nehmen pflegte. Hier hatte er seine wertvollen Sammlungen untergebracht, und mit der größten Liebenswürdigkeit machte er, gelegentlich der mir huldvoll gewährten Audienz, den Führer durch die vielen Säle und erzählte mir dabei mit freudigem Stolz, wie und wo er in den Besitz seiner Schätze gelangt war, von welchen viele Stücke sich durch hohes Alter, andere durch großen historischen Wert oder durch seltene Schönheit auszeichneten, alle aber von dem feinen künstlerischen Geschmack des Besitzers Zeugnis ablegten.
Karl XV.
Große Verwunderung pflegt es bei den Fremden zu erregen, daß keines dieser königlichen Schlösser Umzäunungen oder Mauern besitzt, und ebenso wenig von Polizisten oder Soldaten bewacht wird. Trotzdem fällt es niemand ein, auch nur eine Blume zu pflücken. Selbst wenn die königliche Familie anwesend ist, kann man ungehindert in den Anlagen, ja sogar unmittelbar unter den Fenstern des Schlosses lustwandeln – Besorgnis vor irgend einem meuchlerischen Angriff scheint hier vollkommen unbekannt. Ist die Königsfamilie abwesend, so kann man in jedes der Schlösser Zutritt erhalten, es bedarf dazu nur einer Anfrage bei einem der Diener.
In jedem Winkel, an jeder Krümmung der felsigen Ufer erblickt man geschmackvolle Villen, sowie einfache Sommerhäuser. Meistens von Holz erbaut, sind sie stets sauber angestrichen und häufig von schön angelegten Gärten umgeben. Jede dieser Besitzungen hat ein besonderes Bade-, häufig auch ein Bootshaus, bei keiner derselben aber fehlt der Landungsplatz, an welchem die Dampfer anlegen, um Passagiere auszusetzen oder einzunehmen. Viele dieser Landsitze sind nur auf dem Wasserwege zu erreichen, und die kleinen Dampfer, deren jeder seine bestimmte Route hat, müssen den Verkehr vermitteln. Mir waren, bei meinen verschiedenen Besuchen in Stockholm, die Fahrten auf diesen Booten stets eine unerschöpfliche Quelle des Vergnügens, boten dieselben doch unaufhörlich Gelegenheit zur Beobachtung der reizendsten Begrüßungsscenen. Hier war es der aus der Stadt zurückkehrende Vater, dort ein Freund, dem die versammelte Familie herzlichen Willkomm bot, überall erblickte man heitere, glückliche Gesichter.
Die Felder längs der Landstraßen sind trefflich bebaut, hier und da gewahrt man auch Strecken, auf welchen Tabak angepflanzt ist.
Sonntags sind die Läden und Werkstätten, während des Gottesdienstes auch Restaurants und derartige Lokale, geschlossen, dabei aber ist dieser Tag nicht strenger Zurückgezogenheit gewidmet, sondern vielmehr der Erholung von der Arbeit. Nach Beendigung des Morgengottesdienstes füllen sich Bibliotheken und Museen mit Angehörigen der arbeitenden Klassen, bleibt ihnen doch keine andere Zeit zur Erweiterung ihrer Kenntnisse. Große Mengen von Handwerkern und Gewerbtreibenden strömen auch an diesem Tage mit ihren Familien nach den Parks, Väter und Mütter nehmen teil an den harmlosen Spielen ihrer Kinder, voll Entzücken atmen sie die reine Luft, ehe sie wieder nach den dumpfen Werkstätten oder ungesunden Fabrikräumen zurückkehren, an welche ihr Beruf sie während der Wochentage fesselt. Im allgemeinen weiß man den wohlthätigen Einfluß solcher Anlagen in Städten noch gar nicht nach ihrem vollen Werte zu schätzen. Sie bewirken weit mehr Gutes, als man anzunehmen pflegt, gar mancher Mann würde, anstatt seine Zeit mit Trinken auszufüllen, gern mit seinen Angehörigen ein so unschuldiges Vergnügen genießen.
Stockholm ist der Sitz mehrerer großen Privat- und Genossenschaftsbanken. Die wichtigste unter diesen ist die, unter Aufsicht des Reichstags stehende Riksbank, sowie die im Jahre 1859 gegründete Enskilda-(Privat-)Bank. Herr W., welchem ich für alle mir erzeigte Freundlichkeit zu großem Dank verpflichtet bin, bekleidet die Stelle eines ersten Direktors bei derselben. Er war der erste, welcher die Notwendigkeit des Übergangs zur Goldwährung öffentlich hervorhob, auch bereits im Jahre 1853 die Einführung des Dezimalsystems durchzusetzen suchte. Ebenso machte er in der seiner Verwaltung unterstellten Bank den Anfang mit der Verwendung weiblicher Beamten, und jetzt sind mehrere sehr verantwortliche Stellungen mit Damen besetzt. Er befürwortet die Erweiterung des weiblichen Arbeitsfeldes und vertritt die Ansicht, daß Frauen leichter der Versuchung zur Unehrlichkeit widerstehen als Männer.
Schwedens Hauptstadt ist jedoch nicht bloß eine Stätte des Vergnügens und des Handels, sondern auch ein Sammelplatz der Bildung und des Wissens. Die Museen, Hospitäler, wissenschaftlichen Anstalten, die zahlreichen Schulen, sowie die durchgehends verbreitete Bildung locken immer wieder neue Kräfte nach der Residenz; dieser Zusammenfluß von Geist, Wissen und Liebenswürdigkeit aber bildet eine Gesellschaft, welche hauptsächlich dazu beiträgt, die Stadt zu einer der angenehmsten in Europa zu machen. Professoren, Ärzte, reiche Kaufleute, Künstler, Männer der Wissenschaft und Litteratur, Privatleute und hohe Beamte, alle sind ebenso viele Repräsentanten der besten Eigenschaften des schwedischen Volkes.
Die Akademie der Wissenschaften ist ein überaus großes, in seiner Bauart sehr einfaches Gebäude, besitzt aber eine schöne Bibliothek und reichhaltige Sammlungen, deren mineralogischer und geologischer Teil mit zu den hervorragendsten dieser Art in Europa gehört, ebenso sind auch die botanischen, sowie die zoologischen Abteilungen von bedeutendem Wert. Unter den Seltenheiten befindet sich eine Anzahl von Aërolithen verschiedener Größe, deren schwerster, – er hat ein Gewicht von über 24 500 Kilo, von Professor Nordenskjöld in Grönland aufgefunden wurde. Den Sitzungssaal schmücken die Bilder verstorbener Akademiker, von denen einzelne, wie Sinne und Berzelius, sich in den Annalen der Wissenschaft unsterbliche Namen gemacht. Der jetzige König pflegt bei den Sitzungen der Akademie häufig den Vorsitz zu führen. Das Karolinska Institut besitzt eine Bibliothek, ein chemisches Laboratorium, sowie wertvolle Sammlungen; auch den Besuch des technologischen Institutes sollte kein Fremder versäumen. Zu der Landtbruks Akademie (landwirtschaftlichen Schule) gehört ein Hofgut für landwirtschaftliche Versuche. Aus dem Seminar, einer Anstalt, in welcher Mädchen in den höheren Fächern ausgebildet werden, geht die Schar der in Schulen und Familien thätigen Lehrerinnen hervor. Die Professoren der Akademie halten in dieser, wie auch in anderen höheren Lehranstalten regelmäßige Vorträge. Gleichfalls sehenswert sind außerdem noch das Observatorium, die Schulen und das Hospital. Das National-Museum, ein sehr schönes Gebäude, enthält eine gute Gemäldegalerie, zahlreiche Bildhauerwerke, sowie eine Sammlung von meistenteils in Schweden gefundenen Münzen, von denen einige sehr selten sind, auch Gold- und andere Schmucksachen von hohem Alter, ebenso Gerätschaften aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit. Von hohem Interesse ist auch die hier befindliche Sammlung historisch merkwürdiger Kleidungsstücke. Unter ihnen bemerkt man das Hemd, welches Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen getragen, die dunkeln Flecken in demselben sind die Spuren von dem Blut des Königs. Weiter den Anzug Karls XII., das Loch in dem dazu gehörenden Filzhut zeigt, wo die Kugel eingedrungen, welche ihn so unversehens traf, als er allein auf den Wällen von Fredrikshald militärischen Beobachtungen oblag; dann den Domino, welchen Gustav III. auf jenem verhängnisvollen Maskenballe trug, da er unter den Händen seiner Mörder verblutete. Außerdem ist hier noch eine Menge von Schilden, Helmen und anderen kriegerischen Ausrüstungsgegenständen aufgestellt, deren jeder seine Geschichte hat.
Die Zahl der Kirchen ist groß, keine derselben zeichnet sich indes durch Schönheit der Architektur aus. Die interessanteste unter ihnen, die Riddarholms-Kirche, mit einem hohen eisernen Turm wird nur als Grabmal benutzt und ist den Herzen der Schweden besonders teuer, bergen doch ihre Mauern die Überreste einiger der größten Männer des Landes. Hier befindet sich das Grab des Heldenkönigs Gustav Adolf. Mit dem Gefühl tiefster Verehrung trat ich an seine Ruhestätte. Auf dem Sarkophag stehen die Worte: » Moriens triumphavit!« Dem König zur Seite ruhen die Gebeine seiner Gemahlin Marie Eleonore. Diese Kirche enthält auch die Gräber Karls X., Karls XI. und ihrer Gemahlinnen, ebenso die Karls XII. und mehrerer Helden des dreißigjährigen Krieges. Auf den den Boden bedeckenden Steinplatten sind überdies die Namen vieler anderen großen Männer zu lesen, welche als Ruhmessterne leuchten in der Geschichte Schwedens und die hier ihre letzte Ruhe gefunden.
Das Riddarhus ist nur seiner geschichtlichen Vergangenheit wegen bemerkenswert. Hier hielt früher der Adel, als einer der vier Stände, aus denen der Reichstag sich zusammensetzte, seine Sitzungen ab. Die an den Wänden aufgehängten Schilde tragen die Wappen der schwedischen Adelsfamilien, von welchen viele aber bereits ausgestorben sind.
Die Eröffnung, wie auch der Schluß des Reichstags verfehlt niemals eine große Zuschauermenge anzuziehen, alle Stände vom Dienstmädchen bis zu den Reichsten und Vornehmsten des Landes sind darunter vertreten. Der König, wenn er nicht gerade durch Krankheit verhindert ist, eröffnet und schließt den Reichstag stets in höchsteigener Person.
Der Schulbesuch ist obligatorisch, an öffentlichen Schulen durchaus kein Mangel. Die Zahl der in schulpflichtigem Alter (von 7–14 Jahren) stehenden Kinder betrug nach der Zählung von 1870: 16 843.
Von der aktuellen Zahl von 15 162 Schülern entrichteten 5 194 das volle Schulgeld; 2 313 bezahlten nur einen Teil desselben; 7 655 aber, welche die Volksschulen (Folkskolor) besuchten, hatten den Unterricht ganz frei. Die dadurch auf Rechnung der Stadt kommende Summe betrug 213 664 M oder 27 Pf für jedes Kind. Der Unterricht wurde von 208 Lehrern und Lehrerinnen besorgt, so daß auf jede Lehrkraft im Durchschnitt etwa 38,8 Kinder kamen; das Durchschnittsalter der Schulkinder war zehn Jahre. Von den 7 655 Freischülern erhielten 99,9 % Unterricht in Religion, schwedischer Sprache, Rechnen und Schreiben, 62,6 % noch außerdem in Geschichte und Geographie; 57,6 % Naturgeschichte; 52,7 % Zeichnen; 9 % Geometrie; 56 % Gesang und Turnen. Von den Mädchen erhielten 2 180 auch noch Handarbeitsunterricht. Die Zahl der den Schulunterricht Versäumenden stellte sich auf 9,6 %. Mit genügender Entschuldigung geschah dies bei 3,2 %; ohne Grund 0,5 %; wegen Krankheit 4 %; aus Armut 1 %. Im ganzen betrug also im Laufe des Jahres die Zahl der die Schule versäumenden Kinder nur 721, sicherlich ein gutes Zeugnis nicht nur für das Volk, sondern auch für die Durchführung der Schulgesetze.
Eine andere Art von Schulen sind die Högre Elementarläroverk (höhere Elementarschulen), in welchen alte, sowie neue Sprachen neben den höheren wissenschaftlichen Fächern gelehrt, auch auf Verlangen Schüler zur Universität vorbereitet werden. Der Betrag, den sie zahlen, ist überaus mäßig, Unbemittelten wird er ganz erlassen. Mehrere Turnhallen gehören zu diesen Schulen.
Dies Slöjdskola ist eine Gewerbe-Freischule. Die Unterrichtsfächer sind Ornament-, Linear- und Freihandzeichnen, Mechanik, Architektur, Gravieren, Modellieren, Malen, Lithographieren, Papiermaché-Arbeiten; schwedische, französische, englische und deutsche Sprache, sowie Buchführung. Die Schüler und Schülerinnen gehören vorzugsweise dem Arbeiterstande an. Diese Schule, welche Stockholm zu so hoher Ehre gereicht, wurde im Jahre 1871 von 1765 Schülern, und zwar von 992 Männern und 773 Frauen besucht. Außer den Abendklassen sind auch Tagesklassen eingerichtet, dieselben sind aber nur für Frauen bestimmt, welche jede einen Betrag von 56 Pf. für den Monat zu entrichten haben. Sie erhalten besonderen Unterricht im Zeichnen nach der Perspektive, Malen, Modellieren in Thon und Wachs, Lithographieren, in der Holzschneide- und Kupferstecherkunst, im Lackieren, Anfertigen von Papierarbeiten, in Schönschreiben, Buchführung, Rechnen, Geometrie, Französisch, Englisch und Deutsch. Diese Klassen zählten 791 Schülerinnen, so daß die Gesamtzahl der die Schule Besuchenden sich auf 2 556 belief. Die Schule ist vom 1. Oktober bis zum 1. Mai geöffnet, und es ist ein Vergnügen, die weiten Säle zu durchwandern, um jene einfachen Menschen zu beobachten, deren ganze Willenskraft sich auf die Erweiterung ihrer Kenntnisse richtet.
Eine der wichtigsten Anstalten ist die Kongliga Gymnastiska Central Institutet (königl. Central-Turnanstalt), deren Zweck darin besteht, das Turnen rationell zu lehren. Studenten der Medizin, sowie Turnlehrer erhalten hier Ausbildung, ebenso werden Kranke, welche zur Hebung oder Linderung ihrer Leiden körperlicher Übungen bedürfen, in Behandlung genommen, und sind die erzielten Erfolge oftmals wirklich überraschend. Um die Schüler möglichst gründlich für ihren Beruf auszubilden, wozu eine genaue Kenntnis des Körperbaues, sowie des Muskelsystems gehört, wird auch Anatomie gelehrt.
Eine freie Akademie der schönen Künste gewährt Ausbildung in Malerei, Skulptur, Architektur etc.; in der königl. Akademie für Musik wird Musik und Gesang unentgeltlich gelehrt. Die Zahl der Schüler beträgt 250, wovon die Hälfte Frauen.
Diese statistischen Aufstellungen sprechen sehr zu Gunsten Stockholms und seiner Bewohner. Viele seiner Anstalten könnten anderen Ländern zum Muster dienen, denn kein Land ist seinem Niedergange näher als dasjenige, welches zu stolz ist, die außerhalb seiner Grenzen gemachten Verbesserungen und Erfindungen bei sich einzuführen, oder dessen Volk man von Jugend auf die Lehre verkündet: es sei das erste der Welt, seiner Führerschaft müßten alle übrigen folgen.