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Tag um Tag wanderte Albertus durch Wald, bergauf, bergab, der Wald nahm kein Ende, nur sein Name wechselte: Harz, Solling, Kaufingerwald, Rhön, Spessart, Odenwald. Er sollte auch nicht so bald ein Ende nehmen – wo Albert ins Tal, zu Städten und breiten Straßen hätte absteigen können, machte er lieber einen Umweg, um unter den Bäumen zu bleiben, die Bäume wurden ihm Brüder.
Anfangs hatte er nicht Augen genug, um alles zu sehen, was unter dem grünen Gewölbe zu sehen war. Es war eher ein Waldmeer, durch das er einsam schritt, kletterte, oft den Weg verlor und irrend wiederfand. Nein, nicht einsam! Nicht einmal in einem Boot allein auf dem Meer wäre ihm einsam gewesen, es hätte genug Wechsel an Farbe und Höhe der Wellen, an Winden, Sonnenstand, Bewölkung gegeben. Und nun erst im Wald – mit jedem Schritt änderte er sich, wurde eng, weit, Urstämme waren zu bewundern, es kamen Stücke Waldes, durch die noch nie eine Axt geklungen war, wo ein Baumriese zu Boden lag, da wo ihn die Axt des Blitzes oder die ebenso schnelle des natürlichen Todes gefällt hatte.
Dem Dunkel unter Tannen folgte die Helle unter Buchen. Eiben und Eichen standen, zu Gemeinden versammelt, ehrfurchtgebietend, das Licht unter ihnen war ein fremdes, von Rätseln durchschauertes, noch aus der Zeit verschollener Völker zurückgeblieben. Mit dem Baumwuchs und dem Licht änderte sich der Geruch des Waldes, immer rein, herb und, Albert spürte es, heilkräftig, das Blut erneuernd.
Felsen erschienen, als Blöcke einzeln oder zu vielen hingeschüttet, als senkrechte Wände unvermutet aufragend oder abstürzend, Schluchten taten sich auf, von sprudelnden Wassern durchlärmt oder mit düsteren Teichen auf dem Grund, manchmal trösteten freundliche Geister und führten den Wanderer an einen blauen See mit Buchten und Inseln, bisweilen lag ein Kahn am Strand, ohne Fischer, aber eine Spur von grasüberwachsenen Schritten ging zu ihm hin.
Auch das Tierleben im Walde blieb eher verborgen, fast nur dem Ohr vernehmbar. Es blieb verborgen, weil es noch ursprünglich und darum vielgestaltig war, alles kleinere Wild mußte sich vor dem größeren möglichst unsichtbar halten, das größere ebenso wieder vor dem großen, viele Tiere waren von der Natur wehrlos gelassen und ganz auf Versteck angewiesen. Der Frieden des Waldes, das wußte Albert gut, und wie oft hatte er es begrübelt, war in Wirklichkeit ein unbarmherziger Kampf – auch unter den Bäumen, wo ewig Art gegen Art, Generation gegen Generation um Erde und Sonne ringen, nur so werden sie stark, so hat es der Schöpfer gewollt und anders wäre es gar nicht zu denken, heute weiß Albert das. Und weiß, daß er, um Tiere zu sehen, selber versteckt und bewegungslos irgendwo lauern muß wie sie selbst, statt mit seinen breiten Schuhen das viele Fallholz, das jeden Weg bedeckt, weithin hörbar zu brechen.
Manche Stunde stand er geschützt hinter einem Baum, kniete hinter Gebüsch, geduldig, mit angehaltenem Atem, bis ihm Fuchs, Marder, Wiesel, schleichend oder alte mit jungen spielend und im Spiel lehrend, vors Auge kamen. Aber auch im Weiterschreiten hörte er mit allmählich geschärftem Ohr immer mehr Laute; fern im Wald knackte Fallholz, werbende und warnende Stimmen unterschied er und erkannte, von welchen Tieren sie kamen. Oft genug trappelten irgendwo Füße von Rehen oder Hirschen auf der Flucht, urplötzlich drang auch ein Todesschrei aus dem Dickicht. Der Vögel in der Tiefe des Waldes waren nicht so viel, doch mancher begleitete ihn kurze Zeit, im Geäst flatternd, die Spechte unentdeckbar hämmerten mit dem Schnabel auf die Baumrinden, die braunroten Eichkätzchen allein zeigten ihre lieblichen Künste ohne Scheu und sprangen eine Weile von Baum zu Baum neugierig neben diesem unbedrohlichen Wanderer her, fast hätte er eines von ihnen greifen können, das waghalsig über den Weg und ihm vor die Füße lief.
Bei der Seltenheit der Tiere wurden Begegnungen mit Menschen umsomehr ein Ereignis: Jäger, Holzfäller, Kohlenbrenner, absonderliche Gestalten, baumhaft, wie aus dem Wald hervorgewachsen, in Kleidern rauh und verwittert wie Rinde, mit verworrenen Bärten wie die bemoosten Tannen, halb verwildert, mit fremdem Blick. Es waren Leute darunter, wie Albert von ihnen erfuhr, die seit Jahren den Wald nicht mehr verlassen hatten und ihn für ihr ganzes Leben nicht mehr verlassen wollten, die Welt draußen war ihnen fern geworden wie irgend ein Stern am Himmel. Es waren gute und starke Menschen, offenbar machte der Wald die Menschen gut und stark. Albert hörte einigen die Beichte ab, sie hatten nur Sünden von Kindern, die Beichte war schnell getan. Einer dieser Waldmenschen, uralt, wirkte schon erdentrückt, vom Vorlicht der letzten Verklärung trotz wilden Haares und Bartes angerührt. Der Anblick dieses einen wollte Albert beinahe locken, auch im Walde zu bleiben.
So war jeder Tag von Morgen zur Nacht satt von Erlebnis, die Nacht wurde im Freien oder in der Hütte solcher Leute verbracht und schon in aller Frühe drängte das Verlangen nach Kommendem Albert zum Aufbruch – so wenig gehörte er noch zu diesen Frommen, so sehr noch auf den Kampfplatz der Welt. Sein Aussehen näherte sich zwar bereits dem der Waldleute, der Bart wuchs ihm, am Gürtel, der die Kutte aufschürzte, hing der breite, unter dem tiefen Gezweig hinderliche Hut, so war das offene Haar von Tannennadeln bedeckt.
Albert fühlte von all dem treibenden Saft im Holz eine unnennbare Kraft in sich eingehen, er hätte es, wenn nötig, mit einem Bär oder Wolf aufgenommen. Bäume und Menschen, dachte er, müssen eines Wesens sein, sonst hätte ein solches Einströmen nicht geschehen können.
Jeder Baum war eine Gestalt für sich. Auch wenn Albert einen Tag lang keinem Menschen begegnet war, kam ihm kein Gedanke an Verlassenheit, und es war die überschüssige Kraft, die er vom Walde empfing, wenn er nun laut zu sprechen begann wie damals, da er vom Rhein nach Hildesheim unterwegs war und an einem Baum im Ackerland das Marienbild befestigt sah.
Wieder fügte er Wort an Wort, Spruch an Spruch, formte um, suchte nach klarerem Ausdruck, wiederholte abends, bei den Waldmenschen in einer Hütte noch wach liegend, das was er am Tage gesprochen, ohne daß er noch wußte, wo hinaus seine Rede wollte. Von diesen einfachen Menschen kam das, was ihn überwältigte und zu seinen Worten drängte. Doch wessen Bild schuf er sich diesmal auf dem Wege, um es zur Anrede zu haben? Er hatte in der Ferne keinen Freund, keine Freundin, wie Jordan die Äbtissin in Bologna.
Da stellte sich von selbst jenes Bild der Himmelsmutter ein, es schwebte vor ihm in der Luft, der Rahmen verlor sich, das Gesicht bekam Leben, unirdisch, holdselig sah es ihn an, eine Hand bewegte sich, ein Fuß trat ein wenig aus dem Rock hervor.
Anfangs war er verwirrt, weil die Erscheinung so deutlich war, er wußte nicht, in ihm oder außer ihm. Schon war sie auch fort, aber bald darauf, er zitterte am ganzen Leib, schritt ja die Gestalt aus Luft neben ihm, etwas mühsam, weil es bergan ging. Soll er die Hand ausstrecken und sie versuchend anrühren? Doch können diese zarten Füße nicht unbeschuht den steinigen Pfad bergauf neben den seinen herschreiten. Schon saß, wie auf seinen Wunsch, die Erscheinung auf einem Tier, das rätselhaft aus der Luft hervorkam, einem niederen, zottigen, silbergrauen Eselchen, Marias Füße erreichten fast die Erde, im Arm hielt sie das Kind, den Zügel ließ sie hängen.
Albert setzte, vor Verwunderung kaum atmend, die Schuhe auf, so leise er konnte, das Bild neben ihm verging, kam wieder, flirrend, die Luft vermochte es noch nicht ungestört fest zu halten. Mit dem Bild bebte Alberts Seele, ein weher und süßer Schmerz entstand, ein Zeichen, daß das Bild sich aus ihm löste, bis ein Gefühl des Glücks ihn mächtig durchströmte.
Er gewann Kraft wieder zu sprechen, die Worte drangen bald feuriger aus ihm heraus als vorher. Manchmal noch kam ihn ein Unglaube an, aber dann gedachte er der vielen Gesichter anderer Brüder und Schwestern, von denen ihre Schriften und Verse sprachen, die ihnen aus ihrem gesteigerten Leben aufwuchsen und so doch von einer übersinnlichen Wahrheit sein mußten. Diese Luftgestalt Marias sah, während Albert laut sprach, zu den Bäumen auf, um ihn nicht zu stören. Sah sie dann und wann zu ihm hinunter, um ihn ihrer Aufmerksamkeit dennoch zu versichern, so blickte er wiederum im Sprechen von ihr fort und sah die Wipfel an: ein Blick von Aug in Aug wäre übermäßiges Glück gewesen, er fürchtete daran zu vergehen.
So stark war des Wandernden Entrückung, daß er die Eselin schnauben und die kleinen Hufe an den Steinen klingen hörte. Aber nie kam aus dem Mund Marias je ein Wort, nur die Augen sprachen von der Lust, die ihr der Ritt durch den nordischen Wald machte. Wenn sie mehrmals am Tag ihr Kind an die Brust legte und tränkte, schwieg Albert, um dieses schönste aller Liebeszeichen auf Erden voll in seine Augen aufzunehmen.
Kam er unter allzu düstere Tannen, dann verblaßte die Erscheinung, nur in heller Luft lebte sie. Als der Himmel sich bewölkte, verschwanden Maria, Kind, Eselin wie ein Hauch, kamen nicht wieder und Albertus wurde von einer Trauer befallen.
In der Nacht, ohne daß er sie sah, glaubte er aus dem Schlaf erwachend der Gottesmutter Stimme zu hören: Und wie soll dein Buch heißen? Erschreckt konnte er nicht antworten. Am Morgen, auf dem Wege, wartete er umsonst auf das Luftbild, es kam nicht wieder. Aber er glaubte die Gestalt dennoch bei sich zu spüren und antwortete laut: Von der Natur des Guten soll mein Buch heißen! Und wenn er fernerhin seine Gedanken arbeiten ließ, so sprach er zu ihr, die gut war.
Wie viel gab es noch zu denken, vor und nach dem Aussprechen, ehe er seine Gedanken in Klarheit niederschreiben konnte. Welche Güte strahlt aus Kinderaugen? Ist das nicht der Nachschein aus einer jenseitigen Welt, in der es nur gut gibt? Welche Abgewandtheit von allem irdisch Nützlichen in den Kindern, wie sind sie zugewandt nur den unschuldigen Freuden! Aber doch: wie bald will das Kind sein Spielzeug allein besitzen! Ist also der Mensch gut von Ursprung an? Bricht das Böse in das Gute? Und kämpfend das Gute wieder in das Böse? Ist das Gute wie das Böse ein Trieb, der im Menschen eingepflanzt unablässig drängt? Was ist gut? Was ist böse? Ist das Tier, wenn es zu seiner Nahrung mordet, böse? Niemand wird das sagen, auch wenn das Morden mit Anschleichen und List geschieht. Kann sich der Mensch durch das Gute gegen das Böse wehren? Kann gut böse sein und böse gut, je nach den Umständen? Gar in der Not? Ist das Böse Rest einer dunklen Erde, auf welcher der Mensch in Vorzeit lebte? War er damals im Zustand eines Tieres? Oder war er in noch früheren Zuständen völlig Tier auf dieser Erde? Ist das Gute schon ein Teil der künftigen höheren Welt, in die er durch den Tod eintritt? Hilft das Gute, nach dem Tod des Menschen zurückbleibend und aus sich selbst weiter wirkend, den Schatz an Gutheit in unserer Welt vermehren? Bis es nur noch Gut gibt? Da alles, was ist, von Gott kommt, wie kann von Gott Böses kommen?
Diese Frage ist die entscheidende. Ja, auch das Böse muß von Gott kommen, so seltsam das anmutet. Gut und Böse, sie müssen im Hause eines Herzens mit einander kämpfen wie Zwillingsgeschwister, wie Leben und Tod, Tag und Nacht, eins ohne das andere undenkbar, denn diese Erde ist zum Kampfplatz bestimmt und geschaffen, nur im Himmel ist der erkämpfte Friede. Vielleicht hat Gott gut und böse zugleich in den Menschen getan, um ihn zum Kampf zu zwingen, ihn zu üben, zu bilden und zu formen, ihn mehr und mehr zu sich zu heben. Je tiefer ein Mensch verstrickt in seine Triebe ist, je leidenschaftlicher sein Verlangen darüber hinaus, je größer die Spannung, je wilder der Kampf in ihm, je lieber ist er Gott. Das Böse muß sein, damit das Gute aufsteigen und im Siege leuchten kann, darum braucht das Gute Zeit, man muß ihm diese Zeit lassen. Und man muß das Böse nicht durch Böses strafen, sondern durch Gutes.
Wie mußte jemand erstaunen, der ihm begegnete und Albert mit sich selbst reden hörte! Immer war Albert rechtzeitig verstummt. Einmal aber stand unversehens, gerade als der Widerstreit seiner Gedanken laut tobte, ein noch junger Einsiedler in brauner Mönchskutte vor ihm, er war gar nicht erstaunt, lächelte und sagte: Erschrick nicht, Bruder, du machst es recht, ich mache es ebenso, der Mensch mit sich allein will seine Stimme hören, damit er weiß, daß er lebt! Auch ein Holzfäller, der ihn von rückwärts einholte, die Axt auf der Schulter, wunderte sich nicht. Ist recht, sagte er, ich mache es oft genug ebenso wie du, der Mensch will einen Menschen hören, dann sind es zwei und er hat Gesellschaft! Waren diese beiden Männer wirklich oder geträumt, dachte Albert in der Nacht und vermochte es nicht zu entscheiden. Ging er durch einen Zauberwald?
Aber das Buch wuchs, jeden Abend schrieb er daran. Die Kraft des Waldes, der strömende Geruch der Wurzelerde und der Stämme, das Licht des Laubes mußten in das Buch übergehen – wie konnte es anders sein?
Der urhafte Spessart beschenkte ihn mit der Pracht eines Gewitters, das er mit den Bäumen ungeschützt im Freien erlebte. Er sah es von der Ferne sich anwölben, mit dem drohenden Antlitz eines Feindes, der doch ein Freund war, den Boden tränkte, die Atmosphäre reinigte, der Wald lechzte ihm entgegen. Albert stand unter den Blitzen, unter dem Hagel, der auf die Blätter prasselte, unter dem rauschenden Donner – am Ende, als die Sonne durchbrach und er mit dem Walde neu und tief atmete, hatte er mehr als ein Gewitter gesehen, er hatte Gott selbst erlebt, der über die Erde hinzog, im Sturm aufrufend und segnend.
Vom Spessart stieg der Wandernde hernieder, fuhr im Boot über den Main, widerstand der Lockung in das weite Rheintal einzutreten, das ihm gute Straße und Fülle der Dörfer und Städte bot, kletterte lieber jenseits des Flusses wieder bergan, zum Odenwald. Doch blieb er dem Rande nahe, so daß er von Zeit zu Zeit, geblendet vom Licht, in die Talbreite hinabsehen konnte.
Schwer trennte er sich nach Tagen vom Wald, er schritt ja gerade hier durch einen erhabenen Dom von Buchen, Ringwälle und von Felsblöcken bedeckte Gräber unbekannter Vorgeschlechter fanden sich zu vielen, den Menschen damals war der Wald heilig wie ihm, er fühlte sich ihnen durch den gleichen Schlag des Herzens verbunden – nur daß zu jenen die große Botschaft der Nächstenliebe noch nicht gedrungen war. Sind sie dennoch der Erlösung teilhaftig, auch ohne daß sie um Jesus wußten? Die Liebe Gottes ist groß genug, euch alle mit zu umfassen, das ist gewiß.
Der Neckar blinkte durchs letzte Geäst heraus, endlich mußte Albert Abschied nehmen vom Wald. Er brauchte den Stab, um die Steilheit des Abhangs zu überwinden. Die nackten Füße von Dornen blutig gerissen, kam er nach langer Entfremdung wieder zu den Menschen zurück.
Die ersten Weinreben wurden sichtbar. Der Brand der Sonne nahm mit der Tiefe zu wie die Gesprächigkeit und Beweglichkeit der Bewohner, der Hausbau war offener und heller als im Norden, aus dem der Wanderer kam, das Leben in den Dörfern lauter und mannigfaltiger. Die Fruchtbarkeit des Talbodens war so groß, daß es nichts bedeutete, wenn der Wandernde sich von den vollen Bäumen ein paar Früchte pflückte, nicht einmal Zäune waren um die Gärten und Obstbäume aufgestellt, so wenig brauchte die Fülle Schutz.
Im Kloster eines fremden Ordens, in das er unterwegs zur Nacht eingeladen wurde, ward ihm eine Freude. Er fand einen jungen Mönch, der dabei war, in stiller Glut eine Abschrift des Marienlobs anzufertigen und mit farbigen kunstvollen Bildern zu schmücken. Albert setzte sich neben ihn und sah ihm zu. Der Mönch las ihm einige der Gedichte vor, pries sie und schenkte dem Gast ein eben vollendetes Blatt, ohne Ahnung, wer es war, der neben ihm saß.
Die Dörfer folgten sich in geringen Abständen, immer waren viele Kirchen rundum gleichzeitig zu sehen. Die Wohlhabenheit war allgemein, hier Bettelmönch zu sein, wäre verführerisch gewesen.
Die Erscheinung der Gottesmutter kam auch im schwelenden Dunst der Tiefe nicht zurück. Albert wird sein Buch vollends niederschreiben im Kloster in Freiburg, nach langen heißen Wandertagen klopft er an der Pforte an.
Der Pförtner, der ihm mit Freundlichkeit öffnete, hielt in der Hand einen dickbauchigen Weinkrug, den er wohl eben im Keller gefüllt hatte.