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4. Heitere Logik

Vom logischen Witz – Die vieldeutige Negation – Der Hörnerbeweis – Die Katze mit den drei Schwänzen – Zweideutigkeiten in alter und neuer Zeit – Der Witz der Zweideutigkeit – Vom Wortwitz


Bei den Ausgrabungen in Babylon hat man große Mengen Draht gefunden und daraus geschlossen, daß die alten Babylonier bereits die Telegraphie gekannt haben; bei den Ausgrabungen in Ninive hat man keinen Draht gefunden und daraus den Schluß gezogen, daß die alten Ninivenser bereits die Telegraphie ohne Draht gekannt haben!

Das ist, wie man zugeben wird, ein ganz hübscher Witz, der sich in manchen Lehrbüchern der Logik als scherzhaftes Beispiel falschen Schlußverfahrens angeführt findet. Woraus wiederum geschlossen werden darf, daß auch im Bereich der Logik, dieser abstraktesten aller Wissenschaften, für die der Laie zumeist keine, aber auch gar keine Sympathie übrig hat, Oasen des Humors vorhanden sind, in denen die Blüte des Witzes ihr Gedeihen findet. Und diese Folgerung ist richtig und kann durch zahllose Beispiele aus allen Zeitaltern des logischen oder auch unlogischen Denkens erhärtet werden.

Der logische Witz ist besonderer Art. Er kleidet sich, freiwillig oder unfreiwillig erzeugt, immer in die Form eines Widerspruches, eines Fehl- oder Trugschlusses oder sonstwie kuriosen gedanklichen Resultates und stellt zugleich die Aufgabe, den Grund des falschen Schlusses zu finden, was auch für Zeitgenossen, die nicht Logiker von Fach sind, oftmals eine amüsante Denkübung ist. Welches ist nun in dem oben angeführten Falle der Grund des merkwürdigen Schlusses? Für den Fall, daß ihn der immer sehr geschätzte Leser nicht schon längst allein herausgefunden haben sollte, sei er ihm neidlos mitgeteilt. Er besteht darin, daß die negative Bestimmung »kein Draht« – wie alle Bestimmungen dieser Art überhaupt – keine bestimmte Schlußfolgerung zuläßt, also auch nicht auf das Vorhandensein von Telegraphie mit oder ohne Draht. Die Negation ist immer vieldeutig, läßt sogar unendlich viele Deutungen und daher mit logischer Sicherheit keine einzige einwandfreie Deutung zu. Ein Butterbrot ist ein eindeutig bestimmter Begriff, an dem nicht zu drehen und zu deuteln ist; ein Brot ohne Butter aber kann ein sehr verschiedenartiges Ding sein: es kann mit Honig, mit Marmelade, mit Schmalz oder sonst einem Aufstrich versehen, es kann auch ein »trockenes«, das heißt ungestrichenes, Brot sein. Es wird in allen diesen Fällen immer dem Begriff »ohne Butter« entsprechen, und von allen möglichen Eigenschaften darf es nur die eine, mit Butter bestrichen zu sein, nicht haben. Gourmets und Gourmands seien auf diese gastronomisch bedeutsame Vieldeutigkeit der Negation verwiesen. Ein Gastwirt aber dachte einstmals anders. Auf der Speisekarte seiner Wirtschaft war verzeichnet: Butterbrot mit Schinken 1 Mark, ohne Schinken 60 Pfennige; Butterbrot mit Käse 75 Pfennige, ohne Käse 50 Pfennige. Also zwei verschiedene Preise für Butterbrot »ohne«. Und als der Wackere von einem Gast um Aufklärung ob solcher Zweideutigkeit der Preisberechnung ersucht wurde, da meinte er achselzuckend, daß Schinken doch überall teurer sei als Käse! Aus dieser Tatsache also hatte er privatim den Schluß gezogen, daß auch ein Butterbrot ohne Schinken teurer sein dürfe als ein solches ohne Käse!

Die Negation verwirrt und verwischt die Begriffe und wird dadurch der Feind des logischen Denkens, ist dadurch die Ursache zahlloser Trugschlüsse, Widersprüche und Paradoxien geworden, an denen sich Logiker und Philosophen oftmals Hunderte von Jahren hindurch die Köpfe zerbrochen haben, wird dadurch aber auch zumeist zum Ausgangspunkt des logischen Humors und Witzes, weswegen wir sie auch trotz alledem in der Logik nicht missen möchten. Mit der Negation kann man die merkwürdigsten Dinge beweisen. Das wußten schon die Logiker des Altertums, insbesondere die Sophisten, die gern mit logischen Spitzfindigkeiten zu brillieren und ihre Zeitgenossen zu bluffen suchten und zu diesem Zweck jene Eigenschaft der Negation weidlich auszunutzen verstanden. Von ihnen beispielsweise stammt der sogenannte Hörnerbeweis. Er lautet: Was man nicht verloren hat, hat man; Hörner hat der Mensch nicht verloren, also hat der Mensch Hörner! Wie man zugeben wird, ein sehr bündiges Verfahren, seinen Mitmenschen Hörner aufzusetzen. Über diesen Sophismus ist schon im Altertum gelacht, noch mehr aber gestritten worden, da besonders kluge Leute dahinter mehr als nur einen Witz wittern zu müssen glaubten. Der Hörnerbeweis ist jedenfalls ein schönes Beispiel für die Begriffsverwirrung durch die Negation. Denn im Vordersatz jenes Sophismus wird als ein Nichtverlorenes im üblichen Sinne etwas gemeint, das man besitzt und zwar verlieren kann, aber noch nicht verloren hat; im Mittelsatz aber wird damit etwas gemeint, was man niemals hatte und daher auch nicht verlieren kann, das also in diesem Sinne unverlierbar ist. Beide so wesentlich verschiedenen Begriffe, das noch nicht Verlorene und das Unverlierbare, werden unter dieselbe negative Begriffsbestimmung »nicht verloren« zusammengefaßt, und diese begriffliche Verschiebung ermöglicht dann den merkwürdigen Schlußsatz, demzufolge jeder Mensch Hörner hat.

Noch berühmter als der Hörnerbeweis ist der Drei-Schwänze-Beweis. Dieser Beweis ist von den mittelalterlichen Scholastikern ausgeheckt worden, die es ihren sophistischen Kollegen aus dem Altertum an Spitzfindigkeit in der Konstruierung merkwürdiger Paradoxa gern gleichzutun liebten, und lautet in der Form des exakten logischen Schlußverfahrens:

Eine Katze hat einen Schwanz mehr als keine Katze;
Keine Katze hat zwei Schwänze;
––––––––––––––––––––––

Eine Katze hat drei Schwänze!

Man irrt sich, wenn man annimmt, daß die Herren Scholastiker sich damit begnügten, diesen bemerkenswerten Schluß einfach als Witz hinzunehmen. Im Gegenteil, es ist lang und viel dieserhalb gestritten und geschrieben worden – erstens, um zu beweisen, daß der Schluß falsch sei; zweitens – welches der Fehler des Schlußverfahrens war; drittens, ob nicht vielleicht doch der Schluß irgendwie Wahrheit sei –, und wer will, kann auch heute noch seinen Scharfsinn an der Aufhellung jenes Paradoxons erproben.

Die Negation ist vieldeutig, ja sie läßt, wie wir sahen, oftmals sogar unendlich viele Deutungen eines Satzes oder einer Aussage zu. Aber schon die Zweideutigkeit genügt in zahllosen Fällen, um den Sinn eines Satzes in sein Gegenteil zu verwandeln oder doch einer Aussage eine Auslegung zu geben, die dem gemeinten Sinn stracks zuwiderläuft, wodurch eine unerschöpfliche Quelle des logischen Witzes und Humors erschlossen wird.

Als der Lydierkönig Krösus, derselbe, dessen Reichtum noch heute sprichwörtlich ist, sich mit der Absicht trug, den Persern den Krieg zu erklären, sandte er, so berichtet die Geschichte, zuvor einen Boten nach dem berühmten Orakel in Delphi, ließ Geschenke, die eines so reichen Königs würdig waren, überreichen und um einen Spruch der Seherin bitten, ob er auf einen glücklichen Ausgang des geplanten kriegerischen Unternehmens rechnen könne. Der Spruch der Pythia lautete: »Wenn Krösus die Perser mit Krieg überzieht, wird er ein großes Reich zerstören!« Diese Antwort dünkte den Lydierkönig eine überaus günstige Prognose, und die Wirklichen und Geheimen Räte seines Hofes waren derselben Meinung. Also begann er den Krieg mit den Persern und – wurde vernichtend geschlagen, gefangengenommen und entging nur mit knapper Not dem Feuertode, den der siegreiche Perserkönig ihm nach der Sitte jener guten alten Zeit zugedacht hatte. Späterhin ließ Krösus dann die Pythia fragen, wie sie ihren Orakelspruch mit dem wirklichen Verlauf der historischen Ereignisse zusammenzureimen gedächte und ob nicht auch sie selbst der Meinung wäre, daß das königliche Honorar, das er ihr für die erbetene Auskunft ehemals gezahlt hatte, mehr für sie selbst als für ihn eine günstige Kapitalsanlage gewesen sei. Die weissagende Dame aber war keinesfalls um die Antwort verlegen; sie ließ ihm sagen, daß ihr Orakelspruch durchaus in Erfüllung gegangen sei, denn durch den Krieg mit den Persern habe er, wie prophezeit, tatsächlich ein großes Reich zerstört, nämlich – sein eigenes! Da mußte Krösus der Prophetin ja wohl recht geben, aber er mag auch zugleich gedacht haben, daß die Erteilung von Orakelsprüchen, wenn sie von solcher Zweideutigkeit begleitet sei, vielleicht eine Kunst, aber gerade kein Kunststück sei.

Es ist eine eigene Sache um die Zweideutigkeiten, und wer sich auf solche versteht, wird immer recht behalten. Wer möchte bestreiten, daß das Verfahren der delphischen Dame für alle die vielen klugen Frauen von heute, die, sei es aus Passion, sei es aus Gründen des Erwerbs, solchen Neugierigen, die nicht alle werden, aus den Handlinien, den Karten, aus Kaffeesatz, Eidotter oder ähnlichen mystischen Substanzen die Zukunft zu enthüllen pflegen, bis auf den heutigen Tag vorbildlich geworden und das geeignete Mittel geblieben ist, um immer recht zu behalten und diese Kunst gleichzeitig geschäftlich vorteilhaft und erfolgreich zu verwerten! Kommt es so, wie die Prophetin verkündete – und etwas wird bei der Vieldeutigkeit ihrer Auskünfte ja meistens »so kommen« –, so ist ihre prophetische Gabe glänzend bewiesen; kommt es anders, dann hat der Klient eben ihre Antwort falsch aufgefaßt, und da es nur so oder anders kommen kann, so behält die kluge Frau eben immer recht. Der noch unvergessene Komiker Bendix, Jahrzehnte hindurch der »Urkomische« der Berliner, ließ in einer Glanzrolle die von ihm virtuos dargestellte Kartenlegerin Krawutschke sagen: »Manchmal trifft's ein, manchmal ooch nich, ja lieber Jott, denn helf' er sich!« und hat mit dieser humorvollen Kennzeichnung des ebenso zweideutigen wie zweifelhaften Geschäftsgebarens der zahllosen Krawutschkes männlichen und weiblichen Geschlechts die Lacher und die – Logik immer auf seiner Seite gehabt.

Noch von einer anderen tüchtigen Persönlichkeit, die sich die Zweideutigkeit geschickt zunutze zu machen verstand, weiß die Sage der Alten zu berichten. Als die Königstochter Dido, die nachmalige Geliebte des homerischen Helden Äneas, vertrieben und heimatlos an die Küste Afrikas gelangte, bat sie den dort herrschenden König, ihr so viel Land zu überlassen, als sie mit einer Stierhaut zu umspannen vermöchte. Diese bescheidene Bitte wurde ihr gern gewährt. Die listige Dido aber nahm eine möglichst große Stierhaut, zerschnitt sie in zahllose dünne Riemen und verknüpfte diese zu einem riesenlangen Riemenbande, mit dem sie ein ganz gehöriges Stück Land umspannen konnte, groß genug, um darauf die berühmte Stadt Karthago zu gründen. Logisch und juristisch hätte sich gegen diese Auslegung des Begriffes »umspannen« ja allerdings manches einwenden lassen, aber der Gegenpart der listigen Dido war der Meinung, daß man auch an eines afrikanischen Königs Wort nicht drehen und deuteln dürfe, auch nicht mit spitzfindigen Begriffszergliederungen, und so kam es vermöge einer Zweideutigkeit zu dem besten Geschäft, das je mit einer Rindshaut gemacht worden ist.

Aber auch eine lustige und erfolgreiche Waffe zu Angriff und Verteidigung kann die Zweideutigkeit werden, und der Tageskampf der Geister liefert dafür unerschöpfliche Beispiele. Glaubte da in einer bayerischen Provinzstadt der Schriftleiter des Lokalblattes Grund zu herber Kritik an den Verhandlungen und Beschlüssen des städtischen Parlamentes zu haben. Also schrieb er einen bitterbösen Leitartikel gegen die Stadtväter und beendete seine mehr polemischen als diplomatischen Auseinandersetzungen mit den mannhaften Worten: »Die Hälfte unserer Stadtverordneten sind Rindviecher!« Darob gerechte Entrüstung bei den Ortsparlamentariern, und der Herr Stadtverordnetenvorsteher setzte sich hin und schrieb namens der hochansehnlichen Versammlung dem Pressemenschen einen kernigen Brief, in welchem er unter Androhung aller möglichen himmlischen und irdischen Strafen die Zurücknahme des zoologischen Vergleichs verlangte. Dieser kategorischen Aufforderung kam der journalistische Schwerverbrecher denn auch nach, indem er in der nächsten Nummer seines Blattes schrieb: »Die erhobene Behauptung nehme ich zurück und erkläre, daß die Hälfte der Stadtverordneten nicht aus Rindviechern besteht!« Da hatten denn die gekränkten Stadtväter ihren Willen, aber ob sie von dem Widerruf sehr erbaut waren, dürfte dennoch fraglich sein. Der Fall, über den viel gelacht wurde, ist ein ebenso drastisches wie humorvolles Beispiel begrifflicher Zweideutigkeit. Jedes Ding, und mithin auch jede Stadtverordnetenversammlung, hat eben zwei Hälften; dadurch wird der Begriff der »Hälfte« ohne weiteren unterscheidenden Zusatz zweideutig, und die für die eine Hälfte abgegebene Ehrenerklärung des Pressesünders ließ noch vollständig offen, was mit der anderen Hälfte los sei. Ähnlich war es auch in folgendem Falle: Von einem bekannten Karikaturisten, der sich zugleich auch als satirischer Schriftsteller betätigt, pflegen seine guten Freunde zu sagen: Die Maler behaupten, X. könne zwar nicht malen, sei aber ein guter Schriftsteller; die Schriftsteller hingegen erklären, er könne zwar nicht schreiben, sei aber ein guter Maler; jeder von beiden hat aber nur zur Hälfte recht! Also auch hier die spitzfindige Zweideutigkeit des Begriffes der Hälfte, der in gleicher Weise dem Logiker wie dem Freunde des Humors Freude macht, dem Gegenstand dieser Zweideutigkeit allerdings wohl erheblich weniger.

Häufiger noch als die begriffliche Zweideutigkeit ist die des Wortausdruckes, die in allen Sprachen auftritt und um so häufiger und witziger zu sein pflegt, je entwickelter und ausdrucksreicher die Sprache ist. Zahllose Anekdoten beruhen auf der Zweideutigkeit des Wortes. Hier eins der vielen Beispiele dieser Art, die mit Bismarck in Verbindung gebracht werden. Eine Dame, die Gattin eines ausländischen Diplomaten, der gerade nicht als überragende Erscheinung seines Berufes galt, ließ sich mit dem Altreichskanzler in ein Gespräch über die deutsche Sprache ein und äußerte, es sei ein Fehler dieser Sprache, daß sie in vielen Fällen mehrere gleichbedeutende Bezeichnungen für einen und denselben Begriff habe, wie etwa »senden« und »schicken«; einer dieser Ausdrücke sei überflüssig, und solche Überflüssigkeiten erschwerten Gebrauch und Verständnis der Sprache, so erklärte sie. Bismarck war anderer Meinung. »Wer Deutsch kennt«, erwiderte er, »weiß, daß solche Bezeichnungen nicht immer gleichbedeutend sind, sondern im Gegenteil dazu dienen, die Feinheiten im Unterschiede der Begriffe auszudrücken. Das gilt auch für ›senden‹ und ›schicken‹. Beispielsweise ist Ihr Herr Gemahl zwar ein Gesandter, aber kein ›Geschickter‹, meine Gnädigste!« Wenn vielleicht auch nicht wahr, so doch ein hübsches Beispiel sprachlicher Zweideutigkeit im Dienste der hohen Diplomatie, die ja überhaupt von dieser Eigenschaft der Begriffsbildung einen ausgiebigen Gebrauch machen soll. Verbürgt ist folgendes kleines Geschichtchen, ebenfalls aus diplomatischen Kreisen. Eine bei Hofe verkehrende ausländische Dame, die doch wohl noch nicht in alle Feinheiten der deutschen Sprache eingedrungen war, wurde von einem Verehrer als eine selten schöne Frau gepriesen. Hinterher äußerte die Dame, Herr X. habe wirklich eine eigene Art, Komplimente zu machen; eine wirklich schöne Frau sei nicht nur »selten« schön, sondern immer schön! Die Dame war erst zufriedengestellt, als man ihr erklärte, daß das Adverb »selten« nicht nur temporale, sondern auch numerische Bedeutung habe, eine Zweideutigkeit, die bei einem Nichtkenner allerdings zu einem solchen heiteren Mißverständnis führen konnte. Als einstmals ernstere diplomatische Verwicklungen drohten, äußerte ein regierender Herr von einer Verwandten im anderen Lande, der er einen Teil der entstandenen Dissonanzen aufs Konto schreiben zu müssen glaubte: »Gott erhalte meine Schwiegermutter – aber möglichst bald!« In vergröberter und vergröbernder Form sind diese und noch zahllose andere Zweideutigkeiten des Wortausdruckes in die Witzblätter übergegangen und werden auch jetzt immer wieder variiert. Überhaupt ist ja die Zwei- und Vieldeutigkeit so vieler Begriffe und Ausdrücke der unerschöpfliche Nährboden des Wortwitzes wohl in allen Sprachen. Die witzige Feinheit entfaltet die Zweideutigkeit allerdings immer nur dort, wo sie ursprünglicherweise aus Rede und Gegenrede fließt, gleichsam erlebt wird. Kommt sie dann als Wortwitz in Umlauf oder in die Witzblätter, so wird sie zumeist vergröbert und entstellt, entbehrt der Unmittelbarkeit und verliert dadurch an Feinheit und Wirkung.

Die Zweideutigkeit der Dinge, der Begriffe und Worte und schließlich der – Menschen selbst ist ein eigenes Kapitel. Sie hat schon manches Übel angerichtet, hat aber auch schon manches zur Erheiterung der Welt beigetragen, und das wird so lange gehen, als noch nicht die Forderung erfüllt ist: Dein Ja sei Ja und dein Nein sei Nein!


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