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Ein Telefonanruf reißt sie aus ihrem schweren Schlaf … Sie weiß zunächst gar nicht, wo sie sich befindet. Ein Blick auf die Uhr zeigt, daß es schon Mittag ist.
»Hier – Marianne. Ach, Frau Constanze, ich bin ja so glücklich – das Fieber ist gewichen. Der Ausschlag ist fast verschwunden. Die Krisis ist glücklich vorüber. Sie werden uns doch nun nicht verlassen … Otto sagt …«
Constanze weiß nicht mehr, was Reinhardt gesagt haben soll …
Was nun geschieht, tut sie ruhig, gelassen, automatisch: Anruf bei dem mexikanischen Reisebüro – Anruf bei Malintzin – Packen – Anruf bei Dr. Reinhardt – Packen – Einige Zeilen für Hans Hartmann, die man ihm geben wird, wenn er am nächsten Sonnabend kommt und sie nicht mehr findet. Und ein Brief an Christian.
Dies ist das einzige, was nicht leicht ist. Es wird ein vier Seiten langer Brief – und sie zerreißt ihn. Es wird ein kleiner Brief – und sie vernichtet ihn. Es sind nur ein paar Worte, ohne Bitterkeit, ohne Vorwurf, ohne Klage. Sie macht es ihm leicht. Sie gibt ihm die Freiheit, die er sich wünscht …
Dieser Brief bleibt bestehen, und den wird sie in den Zug stecken, mit dem sie Dienstag Mexiko verläßt …