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Jetzt folgte eine herrliche, recht notwendige Ruhezeit in der kleinen Stadt Tscharchlik unter Vorbereitungen zu dem letzten Aufbruche nach Tibet, der schwersten Aufgabe meines ganzen Reiseprogramms, die noch zu lösen war.
Wir bewohnten ein nettes, geräumiges Gehöft mit großem Garten, in dessen kühlem Schatten meine mongolische Jurte unter Maulbeer- und Pflaumenbäumen aufgeschlagen war. Jolldasch leistete mir in meiner friedlichen Wohnung Gesellschaft, und draußen hielten Jollbars und einige zweibeinige Nachtwächter Wache. Ein schöner Hirsch, der in den Wäldern des Tschertschen-darja gefangen worden war, äste frei innerhalb der Lehmmauer des Gartens. Er war mein bester Freund und kam oft herbei, um Brot zu erhalten; zahm wie ein Hund und mit seinem Dasein zufrieden, schien er sich gar nicht nach der Waldesruhe zurückzusehnen.
Unter tausenderlei Arbeiten gingen die Tage nur zu schnell dahin. Noch hatten wir keine Eile; das Gras würde in den Berggegenden noch wochenlang nicht sprießen. Unsere Tiere konnten also ausruhen, fressen und für die ihrer wartenden schweren Strapazen Kräfte sammeln. Sie bekamen Mais und Schilf und später Gras in Menge und wurden von ihren Hütern ordentlich gepflegt. Islam Bai kaufte beinahe täglich ein oder zwei Kamele für mich, und als wir aufbrachen hatten wir 39, darunter allerdings drei Junge. Das jüngste von diesen wurde am 6. Mai geboren und sofort von uns in Augenschein genommen. Das kleine Kerlchen konnte kaum auf seinen langen, zitternden Beinen stehen und betrachtete die unruhige Welt, die es umgab, mit neugierigen, aufmerksamen Blicken. Nach zwei Tagen lief es jedoch ganz eingewöhnt und vergnügt auf dem Stallhofe umher und wurde aller Liebling. Es wurde besonders sorgfältig gepflegt und machte den größeren Teil des Zuges durch Tibet mit, und als es starb, hatte es seine beiden Kameraden und seine Mutter schon längst verloren.
Mein Hirsch im Garten.
(Links ein Chinese, Tschernoff und Turdu Bai, rechts Islam Bai.)
Proviant wurde für eine zehnmonatige Reise gekauft und in Säcke gepackt, die auf Saumleitern festgebunden wurden. Ende April standen diese schweren Ballen in langen Reihen auf dem Hofe. Ich erschrak beinahe bei dem Gedanken, daß alles dieses durch das hochliegende Tibet geschleppt werden sollte, aber Turdu Bai versicherte, daß die Lasten nicht zu schwer seien und überdies mit jedem Tage an Gewicht verlieren würden. Da sah man Reissäcke, so straff wie Trommelfelle auf ihre Leitern gespannt, in einer anderen Reihe stand der Mais, in einer dritten das gebrannte Mehl und das frisch gebackene Brot. Große Ballen enthielten Pelze für die Leute und weiße Filzdecken zu Mänteln für die Kamele. Verschiedene Kisten bargen meine Instrumente, Kleidungsstücke, Bücher, Konserven u. dgl., Munition, Geschenke für die Tibeter und tausend Dinge, die man auf einer langen Reise gebraucht. Für die Pferde und Kamele wurde außerdem noch ein großer Maisvorrat mitgenommen, den 70 gemietete Esel unter der Führung Dowlets, eines alten braven Mannes aus Buchara, mit einem halben Dutzend Treibern tragen sollten. In einem oder zwei Monaten mußten die Kamellasten so weit zusammengeschrumpft sein, daß die Kamele den Mais, den einstweilen die Esel trugen, übernehmen konnten, worauf letztere mit ihren Treibern wieder nach Hause zurückkehren sollten.
Bei dieser Arbeit leisteten mir meine vier Kosaken unschätzbare Hilfe; jeder von ihnen hatte seine Abteilung zu verwalten. Doch schon am 12. April erhielten die beiden Burjaten, Schagdur und Tscherdon, einen besonderen Auftrag zur Ausführung. Ich trug mich mit dem Gedanken, das geheimnisvolle Tibet nicht zu verlassen, ohne es wenigstens versucht zu haben, in Verkleidung nach Lhasa, der Hauptstadt und Residenz des Dalai-Lama, zu bringen. Daher mußte eine vollständige Ausrüstung an mongolischen Kleidungsstücken, Geräten, Kisten, Gefäßen usw. besorgt werden, kurz alles, was man bei den mongolischen Pilgern, die nach der heiligen Stadt wallfahrten, zu finden pflegt. Nur Schagdur war in meine Pläne eingeweiht, Tscherdon ließ ich in dem Glauben, sie hätten diese Einkäufe für sich selbst in Kara-schahr zu machen. Schagdur sollte auch einen Mongolen, der in Lhasa gewesen war und die tibetische Sprache beherrschte, mit nach Tscharchlik bringen.
Als die Zeit ihrer Rückkehr sich näherte, wurden die letzten Anordnungen für die Abreise getroffen. Ich hatte zwar eine sehr große Karawane zur Verfügung, aber unnötige Lasten wollte ich doch nicht mit über die Berge schleppen. Was sollten wir z. B. unterwegs mit allen gesammelten Skeletten und Fellen, allen Gesteinproben und den schweren Holzschnitzereien aus Lôu-lan tun? Diese Sammlungen machten die übliche Last für 8 Kamele aus, die also neun Monate lang beinahe täglich beladen und wieder von ihren Lasten befreit werden müßten. Nein, lieber die ganze Geschichte auf dem großen Karawanenweg über Aksu nach Kaschgar schicken! Unter den Mohammedanern gab es nur einen, dem ich einen so wichtigen Auftrag anvertrauen zu können glaubte: Islam Bai. Es wurde mir freilich schwer, mich von ihm zu trennen, aber das Programm, das er zu befolgen hatte, söhnte uns beide damit aus. Er sollte die Sammlungen zu Generalkonsul Petrowskij in Kaschgar bringen und dann fünf Monate Urlaub haben, um seine Frau und seine Kinder in Osch besuchen zu können. Darauf sollte er nach Kaschgar zurückkehren, sich mit meiner Post und einer Geldsumme nach Ladak begeben und dort meine Ankunft erwarten. Der alte Faisullah, der nach all den ausgestandenen Mühen der Ruhe bedurfte, sollte ihn nach Kaschgar begleiten.
Sirkin und Tschernoff mit den beiden jüngsten Kamelen.
Ein zweiter wichtiger Auftrag, den Islam Bai erhielt, war die Mitnahme meiner gewaltigen Post nach Kaschgar. Der wichtigste der Briefe war einer an Lord Curzon, den Vizekönig von Indien, den ich bat, in Leh in Ladak eine Anleihe von einigen Tausend Rupien (1 Rupie = 1,40 Mark) machen zu dürfen; ich erwähnte auch die Möglichkeit eines kurzen Besuches in Indien und bat, in solchem Falle einen der Kosaken mitbringen zu dürfen. Die liebenswürdige Antwort, die ich bei meiner Ankunft in Leh erhielt, gehört in ein späteres Kapitel meines Buches.
Am 5. Mai verließ Islam Bai unser Hauptquartier, um mit acht Kamelen, einigen Pferden und ein paar Dienern nach Norden und Westen zu ziehen.
Drei Tage später war die Hauptkarawane reisefertig. Alle Lasten, einige achtzig, standen in dem Gäßchen vor dem großen Tore aufgereiht und wurden nun der Reihe nach auf die Rücken der Tiere gehoben. Es war eine gewaltige Karawane, die größte, die ich je unbekannten Schicksalen entgegengeführt habe, die größte, die je unter Führung eines Europäers – und mit friedlichen Absichten – nach dem Innern Tibets vorgedrungen ist. Sie zog in verschiedenen Abteilungen ab und füllte den ganzen Weg vor dem »Yamen« aus, wo der chinesische »Amban« oder Distriktsvorsteher residierte. Zuerst schwankten meine Kisten in dem glühenden Sonnenbrande fort, dann die Sachen der Leute, die Zelte, das Boot und die Pelz- und Filzballen, darauf die verschiedenen Proviantkarawanen, jede Abteilung mit ihren besonderen Führern.
Als die letzten Kamele beladen aufgestanden waren, setzte sich der Zug in Bewegung. Zwei der Kamelfüllen folgten freiwillig ihren Müttern, die die Blicke ängstlich auf sie gerichtet hielten. Das jüngste Füllen dagegen, das erst zwei Tage alt war, wurde sorgfältig in Filzdecken gepackt und auf mein altes Reitkamel gelegt. Die Mutter, die hinter diesem ging, brüllte unruhig und suchte ihr Junges, beruhigte sich aber, als sie sein Versteck ausfindig gemacht hatte. Alle Tiere waren in vorzüglicher Verfassung, kräftig und gesund. Die Pferde waren vor überschwellender Kraft und Lebenslust halbwild, sie machten draußen auf der Straße einen entsetzlichen Lärm, warfen ihre Lasten ab und liefen umher. Glücklicherweise trugen sie nur Proviantsäcke, die eine derartige Behandlungsweise vertragen konnten.
Diesen gewaltigen Zug beim Klange der Glocken, unter Geschrei und Rufen, Brüllen und Wiehern von unserem stillen Gehöfte im Schatten der Weiden fortziehen zu sehen, war ein wirklich großartiger Anblick. Seitwärts am Wege stehend musterte ich sie alle. Die Lasten knarrten auf ihren Leitern von frischem Holz, als die Kamele in langen Paßschritten vorwärtsschwankten. Ein seltsamer, vielseitiger, bunter Pilgerkarneval! Ich fühlte mich reich und glücklich, daß es mir gelungen war, alles dieses zustande zu bringen, und ich wußte, daß das ganze unbekannte Tibet offen vor mir lag. Wenn ich es nur verstand, dieses Werkzeug richtig zu benutzen, konnte ich dem menschlichen Wissen riesige Strecken des geheimnisvollen Landes erobern. Der Landstraßenstaub umwirbelte in dichten Wolken die buckligen Riesen, die meine Pläne über die höchsten Gebirge der Erde tragen sollten. Es war mir, als lege sich ein Trauerflor um den ganzen üppigen, lebensfrohen Zug, als schwebe ein Heer von Todesengeln über der Karawane. Die Halsglocken der Kamele läuteten den Aufbruch nach vielen stillen Gräbern in unbekannten Gebirgseinöden ein. Ich ahnte, daß diese Reise für die meisten Tiere ein Todesweg werden würde, ein Weg, der Leiden und Tränen kostete, und daß die Route nicht ohne Grund mit Rot auf der Karte verzeichnet wurde, – sie kostete Blut!
Tschernoff wurde zum Oberbefehlshaber der Karawane ernannt, während Turdu Bai der Aufseher der Kamele war. Sie hatten Befehl, über Abdall und Tattlik-bulak hinaufzuziehen und nach drei oder vier Wochen am Ufer des Kum-köll Halt zu machen, wo wir sie gesund und munter wiederfinden werden. Sie nahmen sieben Hunde und den Hirsch mit und sollten in Abdall fünfzig Schafe kaufen.
Als sie zwischen den Gärten verschwunden waren, lag unser Serai still und öde da, die Höfe standen leer, und wir fühlten uns recht einsam und verlassen. Sirkin war mein Kammerdiener, Li Loje mein Koch, und Mollah Schah sorgte für unsere Pferde. Nur diese drei Leute hatte ich noch bei mir und dazu Jolldasch, der mich nie verließ.
Am 13. Mai war die Eselkarawane fertig und brach unter dem Befehle des alten Dowlet auf, der einen kürzeren Weg einzuschlagen und die Hauptkarawane bald einzuholen gedachte. Unsere Truppenmacht war jetzt zersplitterter als je zuvor. Ich selbst weilte in Tscharchlik, die Karawane war auf dem Wege nach Abdall, die Esel zogen nach dem Astin-tag, Schagdur und Tscherdon waren noch nicht aus Kara-schahr zurückgekehrt, und Islam war in der ärgsten Sommerhitze auf dem Wege nach Kaschgar. Ich kam mir wie ein Feldherr vor, der alle Fäden in seiner Hand halten muß. Es galt nun, so mit ihnen zu manövrieren, daß alles ineinander paßte und rechtzeitig klappte.
Ein Bote unterrichtete mich am 14. Mai von dem Herannahen der Burjaten. Ich schickte ihnen einen Kurier mit der Ordre entgegen, daß Tscherdon der Abteilung Tschernoffs auf dem kürzesten Wege nachreiten solle.
Schagdur hatte seinen Auftrag natürlich wieder mustergültig ausgeführt. Er brachte die ganze mongolische Ausrüstung mit und dazu den 27jährigen Schereb Lama, der aus Urga in der Mongolei gebürtig war, jetzt aber einem Tempel vor den Toren Kara-schahrs angehörte. Er war in sein rotes Priestergewand gekleidet, das die größte Ähnlichkeit mit einem alten Schlafrocke hatte und um die Hüfte durch einen gelben Gürtel zusammengehalten wurde; auf dem Kopfe trug er ein kleines chinesisches Käppchen. Ich bewillkommnete ihn sehr freundlich, damit er sich vom ersten Augenblick an heimisch fühlen solle, und begann sofort meine ein wenig verblaßten Kenntnisse des Mongolischen wieder aufzufrischen. Es dauerte auch nicht viele Wochen, so konnte ich mich ziemlich fließend mit dem Lama, wie wir ihn kurzweg nannten, unterhalten. Der Lama wurde die interessanteste Persönlichkeit unserer ganzen Schar; der Leser wird bald seine nähere Bekanntschaft machen. Zu mir faßte er in kurzer Zeit das größte Vertrauen und er wandte sich stets an mich, wenn er etwas auf dem Herzen hatte. Er war bereit, sein Leben für seinen Herrn zu opfern, und es war auch wirklich ein Wunder, daß er es meinetwegen nicht eingebüßt hat.
Schereb Lama war bei der Begegnung in Kara-schahr sogleich sehr bereitwillig gewesen, die burjatischen Kosaken nach Lhasa zu begleiten, denn in ihrer Eigenschaft als Lamaisten hatten sie die Berechtigung zum Besuche der heiligen Stadt. Er hatte aber auch die Bedingung gestellt, daß kein »Russe« mitkommen dürfe, sonst könne er die Sache nicht übernehmen, – das würde ihm das Leben kosten. Schagdur hatte versichert, daß kein Russe dabei sein werde. Unterwegs hatte der Lama so viel von den Herrlichkeiten in Lhasa erzählt, daß Schagdur vor Sehnsucht brannte, dorthin zu gelangen. Abgesehen von diesem Besuche, war der Lama bereit, uns überallhin zu begleiten, und er erhielt auch die Erlaubnis des Priors seines Klosters zum Verlassen seines Platzes.
In unserem Gehöfte wurde es wieder munter und gemütlich, als die Schagdursche Karawane dort eintraf. Denn Schagdur brachte noch zwei Passagiere mit, unseren alten Freund Ördek, der flehentlich bat, ich möge ihm doch erlauben, mich bis ans Ende der Welt zu begleiten, und Chalmet Aksakal, einen russischen Untertan aus Westturkestan, einen in Korla ansässigen alten Mann, den ich schon mehrere Jahre kannte.
Was er mir zu sagen hatte, war freilich nicht geeignet, mich fröhlich zu stimmen. Bei den Pferde- und Provianteinkäufen in Korla war er von Islam Bai betrogen worden, und er riet mir jetzt, zu untersuchen, ob ich nicht ebenfalls bestohlen sei. Ich begriff nicht, was er meinte. Islam Bai ein Betrüger? Islam, der mir fünf Jahre treu gedient, der so viele Gefahren und Schicksale mit mir geteilt hatte, den ich mit Vertrauen überhäuft hatte und der 1897 für seine Treue und Redlichkeit die goldene Medaille erhalten hatte?
Schereb Lama auf »Gelbohr« mit »Tiger« an der Leine.
Nun gut, ich werde mich und den Leser nicht mit diesem traurigen Kapitel quälen. Es stellte sich später heraus, daß Islam Bai tüchtig gestohlen hatte, aber so, daß es in meinen Rechnungsbüchern nicht zu merken war. Die Geschädigten waren unsere Lieferanten, denn sie hatten nie die ihnen zukommende Summe ungeschmälert erhalten. Er hatte gedroht, jeden, der sich beklagen würde, zu erschießen, und daher war mir nie eine Andeutung von seinen Betrügereien zu Ohren gekommen. Es war sehr hart, mein unbegrenztes Vertrauen zu diesem Manne so belohnt zu sehen! Ich fand es nach diesem Schlage in Tscharchlik heißer und drückender als je, und ich sehnte mich von dort hinweg nach der frischen Hochlandsluft, die, wie ich hoffte, diese trübe Erinnerung bald verwehen würde. Doch bevor wir aufbrachen, schickte ich an Konsul Petrowskij einen besonderen Kurier, der einige Wochen vor Islam in Kaschgar ankam. Letzterer wurde infolgedessen gleich bei seiner Ankunft verhaftet und sein Gepäck untersucht; dann wurde er wieder freigelassen, aber nur unter der Bedingung, daß er sich nicht eher aus Kaschgar entfernte, als bis ich dorthin zurückgekehrt sei, – ein Jahr darauf! Er war da gealtert und gebrochen, ließ sich aber, trotz der vielen Zeugen, die sich zu den Vernehmungen einstellten, nicht bewegen, ein Geständnis abzulegen. Er wurde nach Osch gebracht und zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, doch gelang es mir, die Verwandlung dieser Strafe in vierzehn Tage Gefängnis zu erwirken; ganz straflos wollten ihn die russischen Behörden nicht ausgehen lassen. In Osch sah ich ihn nicht wieder und wollte ihn auch nicht mehr sehen. Seine Geschichte war zu Ende, für mich war er tot. Er tat mir recht leid; er hätte jetzt in seiner Vaterstadt ein geachteter, angesehener Mann sein können, statt dessen hatte er sich selbst ruiniert und seine Zukunft vernichtet.
Mit dieser traurigen Geschichte verglichen, war ein anderes Mißgeschick, das wir in Tscharchlik hatten, die reine Bagatelle. Am Abend des 16. Mai langte eine Karawane von zehn mongolischen Pilgern aus Tarbagatai an und ließ sich in einem Haine draußen vor dem Basare nieder. Schagdur und der Lama hatten sie schon in Kara-schahr getroffen und wußten, daß Lhasa ihr Ziel war. Wir konnten nicht aufbrechen, ohne daß sie von unserer Existenz erfuhren, und überdies wären sie auch bald dahinter gekommen, daß wir auf dem Wege nach Tibet waren. Ohne Zweifel würden sie die Gegend von Lhasa vor uns erreichen und die tibetischen Behörden von unserem Herannahen unterrichten. Als wir am Morgen des 17. Mai Tscharchlik verließen, machten wir daher erst einen großen Umweg in entgegengesetzter Richtung, bevor wir nach den nördlichsten Bergketten von Tibet zogen.
In unserem Gehöfte in Tscharchlik vor der Abreise.