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Vorwort.

Das Thema »Wie die Kunstfälscher arbeiten« läßt sich nicht ausschöpfen, es läßt sich bloß »anschneiden«. Denn es umschließt unzählige Stoffgebiete, und man müßte, mag man auch ein »eingefleischter« Kunstmensch sein, das Leben dreimal leben, um sie alle kennenzulernen. Immerhin bemühe ich mich in diesem Buche, eine Art von Extrakt meiner vierzigjährigen Kunststudien in leicht faßlicher Form zu bieten.

Selbst der anspruchsvolle Forscher dürfte fühlen, daß schon das kleine Quantum von 23 Kapiteln, von denen jedes einzelne zwanglos in das andere eingreift, belehrend wirken kann und daß es auch mancherlei Unbekanntes enthält. Und die genießerischen Kunstfreunde wieder, die es, zum Glück, noch überall in der Welt gibt und die sich über alles orientieren möchten, was der »eingefleischte« Kunstmensch an jenen Kunstdingen gesehen hat, die sie nicht sehen konnten, werden vielleicht die Befriedigung haben, in die Geheimnisse der Fälscherarbeit eindringen zu können.

Indem ich davon spreche, daß jedes Kapitel zwanglos in das andere eingreift, möchte ich betonen, daß ich, der Lebendigkeit des Vortrags wegen, kein Hindernis kenne, um von der alten Plastik und Malerei, gleichwie vom alten Kunstgewerbe, plötzlich, aber logischer Weise zur Moderne hinüberzugleiten, und umgekehrt: ich habe ja das Buch sozusagen in einem Zuge geschrieben.

Dort, wo ich meine Meinung kunstwissenschaftlich vertrete, was ich mir bei meinen vierzigjährigen Kunsterfahrungen wohl erlauben darf, trachte ich, andrere Urteile heranzuziehen. Die Literatur, die ich in meinen Büchern »Psychologie des Kunstsammelns« und »Technik des Kunstsammelns« separat vermerkt habe, nenne ich jetzt bloß innerhalb des Textes. Und dieses Verfahren dürfte den Lesern auch willkommen sein.

Prag, 19. 9. 1937.
Adolph Donath.


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