Ascheberger Sprüch
Verlag: Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg | Jahr: 1971
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Die Palmekätzje
Die Palmekätzje
»Nä, is der des e schöiner Tag!
Horch, wie die Vechel singe!
Heit’, wenn ich kennt, ich deht’, wääß Gott,
In unserm Garte schpringe!
Die Georschine bliehe scho,
Die Nägelche’, die rieche,
Gäih’, Anselm, setz’ dein’ Schtrouhut uff
Un laß die Arbeit liege.
Gäih ’naus un sei mer nit sou lahm
Duh’ Friehlingsluft draus kneipe,
Such’ Veilcher, schlag In Borzelbaam,
Die Sunn’ scheint dorch die Scheibe!
Un setz’ dich uff die Gartebank,
Da gibt’s jetz’ Palmekätzje,
Gell, bring’ mer sou ’n Bischel mit,
Es is mei’ Lieblingsplätzje!«
Sou sagt die Theres zu ihr’m Mann
Un schwingt ihr Bicheleise,
Der ziecht sein’ Ausgehflittich an,
Kann’s Lache kaum verbeiße.
»Red’ ni’ so viel, ich gäih’ ja scho’,
Un kumm’ nit aus’m Häusje,
Ich bring’ der aus’m Garte mit
E Palmekatzesträußje!
Un mit ’m Abendesse gell,
Da brauchste nit zu warte!«
So sagt er, schteckt sei’ Pfeife ou
Un gäiht - in Hoppegarte.
*
Es wor e warme Friehlingsnacht,
Da hert mer laut än schnorche
Uff seiner Fraa ihr’ Lieblingsbank,
Es war scho’ gäige Morge.
Die Palmekätzje nicke’m zu
Ganz dicht vor seiner Nose,
Die Friehlingsluft wor gor zu schtark,
Die hot’n umgeblose!
Sei’ Fraa hot’n in’s Bett gebracht,
Un was hot er ihr mitgebracht?
Frieh von ihr’m Lieblingsplätzje;
In Kater schtatt die Kätzje!