Ascheberger Sprüch
Verlag: Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg | Jahr: 1971
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De alt’ Kumbeer
De alt’ Kumbeer
Grad’ unnerm Schloß, da, wo am Mä
Die viele grouße Holzstöiß schtäih’n,
Schtäiht ach e Baam, der is so alt,
So grouß un schattig, daß mer bald
Kä schenner Plätzje find im Traam
Als unner dem Kastaniebaam.
Un von dem Baam ganz überdacht
Da schtäiht e Bank, grad’ wie gemacht,
Um sich e bisje Ruh’ zu schenke
Un sei’ Gedanke nachzuhenke.
Besunners, wenn die Sunn’ ganz rout
Im Mä ’nabgäiht, un’s werd so tout,
So dunkel, un mer is allä,
Da is des Plätzje wunnerschö’!
Grad’ so e Abend wor’s.
Da sitzt, Die Ellebouge uffgestitzt,
’n alter Kumbeer tiefgebickt,
’n Kopp ’nei in die Hend’ gedrickt,
Uff seller Bank. Er atmet schwer,
Sei Pfeife bambelt hi und her.
Er simeliert un denkt so nach,
Wie schöi’s wor in sei’ junge Tag,
Wie er so lustig wor, so forsch,
So schtaak als wie kän zwätter Borsch.
Des is lang her! jetz’ is er alt,
An achtzig, ja, do merkt mer’s halt!
Er denkt, wie noch sei’ Fraa da wor,
jetz’ is se tout scho’ verzeh Johr,
Sei’ Bube fohr’n Iängst uff’m Mä,
De alte Mann is ganz allä,
Bald werd ’n gor niemand mehr kenne!
Do werd’s ’m fast, als mißt’ er flenne,
Es zuckt ’m iwwer’s G’sicht so was, -
Da, wupp! Da fliegt die Pfeif’ nein’s Gras
Un fährt grad’ an ’n Eckschtä’ widder
Un gäiht kaput in lauter Schplitter!
De Alt’ schreckt uff, - er reckt sich grouß
Un schteckt die Fäust’ nei’ in sei’ Hous’,
Schtolz gäiht er fort mit lange Schritt’
Un brummelt: »Äsel, schämst dich nit?
Du Schoute’ du, zum Deif’l ’nein,
Wie kammer ner so dappig sein!
Des kummt, weil ich an gor nix denk’!
Der Pfeifekopp, der hot die Krenk’!«