Ascheberger Sprüch
Verlag: Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg | Jahr: 1971
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Schneller Entschluß
Schneller Entschluß
Am Schtiftsberg owwe zwische de Torn
In’m Schtibbche iwwer drei Schtiege,
Da liecht e Fraa, die is verlor’n,
Im Schterbe duht se lieche.
»O Andres«, säigt se zu ihr’m Mann,
»Äns werste duhe könne,
Ich glaab, mich hot’s; o duh’ doch schnell
Emol zum Dokter renne!«
De Andres lääft, was er ner kann
Un will schnell nach äm sehje,
Doch wie er g’rad am Rathaus is,
Da bleibt er ratlos schtehje.
»Zu wellem Dokter soll ich dann?
Da is viel dran geläige,
Des hab’ ich sie jetz’ ni’ gefragt,
Des muß ich iwwerläige.
Soll ich zum Beste gäih? Wääß Gott,
Wie weit ich da muß wannern,
Gäih’ ich zum Nächste, ganz gewiß
Will dann mei Fraa den Annern.
Un weller is de Best’? Wer wääß?
Ich nit! Oh, do verreckste,
Gäiht der zu Fuß? Hat der e Schees’?
Un weller is de Nächste?
Wenn’s ner nit so viel Dokter gäb’,
Des sin’ der dumme Sache!
Da wääß mer nit, zu wem mer soll;
Was soll ich dann ner mache?
Wenn ich nit mei’ Gedächtnis stärk’,
Is nix mit mer zu wolle!«
Nachdenklich gäiht er ’nein zum Derk
Un trinkt ’n Schollemolle.