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Hamburger Hafen im Eis
Wenn der Winter seine volle Macht erlangt und die Elbe mit einer unzersprengbaren Eisdecke überzogen hat, dann wird es still am Strand, und die Wasserleute schleichen müßig und verdrossen umher, weil ihr Verdienst mit dem Strom eingefroren ist. Die Bootsmänner aus dem Hafen haben ihre Fahrzeuge, die man die Droschken des Wassers nennen kann, in Sicherheit gebracht und auf das Land gezogen. Sie liegen dann verkehrt in tiefem Winterschlaf und wenden ihren Bauch, der den ganzen Sommer unter Wasser war, nun dem Himmel zu. Ihre Herren kommen von Zeit zu Zeit nach den Lagerplätzen, um sich vom ungetrübten Dasein der Boote zu überzeugen, kalfatern wohl auch ein wenig daran herum und blicken dann betrübt auf die steinharte Eisdecke und das Gewühl darauf, das keines Bootes mehr bedarf.
Von der Hafenpolizei wird so lange als möglich gegen das Einfrieren der Hafengassen angekämpft, um eine Straße für die Schuten freizuhalten. Zu diesem Zwecke existieren eigens gebaute Eisbrecherkähne, die von starkem Holz und so lang sind, daß wenigstens zehn Männer bequem hintereinander darin stehen können. Diese Fahrzeuge stehen vorn aus dem Wasser, damit sich der flache Boden auf das Eis schieben läßt. Die vordersten Männer schlagen nun ihre langen Haken in dieses und ziehen den Kahn nach, wobei er fortwährend hin und her geschaukelt wird, indes die Hintermänner die auf diese Art zerbrochenen Schollen beiseite oder auf das Eis stoßen. Ist der Frost nicht zu hart, so läßt sich wohl durch fortwährende Anstrengung eine Fahrstraße erzwingen, in die sich die Schuten drängen und sie notdürftig offen halten, wobei die Leute wahrlich nicht frieren. Eine Nacht ist jedoch imstande, dem ganzen Verkehr ein Ende zu machen und das Eis so stark zusammenzukitten, daß es der Kahn nicht mehr durchbrechen kann.
Da sich die Eisdecke mit der Ebbe und Flut fortwährend hebt und senkt, so ist sie an den Ufern stets zerbrochen, welchen Umstand einige Bootsführer benutzen, um dem Wasser auch hier noch etwas abzugewinnen. Sie halten dann ein Brett bereit, über das die Leute trockenen Fußes auf das Eis gelangen können, während sie dafür sorgen, daß jene, die selbständig und ohne Brett hinüber wollen, die Stiefel voll Wasser bekommen, in das sie zwischen den kleingeschlagenen Schollen an der Flutgrenze geraten. Werden sie dann von den Bootsführern gerettet, so fallen ein paar Schillinge ab, mag es nun mit oder ohne Brett sein.
Andere gehen auf den Fang von Aalen oder altem Tauwerk aus, indem sie eine lange Stange auf der Achsel tragen, an der eine Art Gabel mit engen, biegsamen Zinken befindlich ist. Mit diesem Instrument und mit einem Korb versehen, gehen sie auf das Eis und suchen die Löcher an den Pfählen und Dückdalben auf, oder hauen welche hinein. In diese Öffnungen stecken sie die Stange und stoßen damit auf dem Grunde umher, wobei sich alles, was sie treffen, zwischen die Zinken klemmt. Oft ziehen sie auf diese Art einen Aal und Tauwerk zugleich heraus, worauf der Aal in einen Sack und die Tauenden in einen Korb wandern.
Die Matrosen der großen Schiffe im Hafen sind unablässig beschäftigt, die Fahrzeuge vom Eise freizuhalten, das sie jeden Tag rundum aufhauen, damit der Frost den Planken keinen Schaden tut. Auch die Akzisebeamten haben ihre Not, wenn die Stadtgraben gangbar werden. Sie sind dann den ganzen Tag in menschenfreundlicher Absicht beschäftigt, die Ränder des Stadtgrabens unsicher zu machen, um etwaigen Schmugglern in der Dunkelheit Gelegenheit zum Ertrinken zu verschaffen, was diese wiederum durch zwei Stangen zu verhindern wissen, die sie mit sich führen, um sie als Steg über solche verdächtige Stellen zu legen.
Auch die Hanseaten mußten an gefrorenen Übergangsstellen scharf aufpassen. Einer von ihnen stand eines Abends bei scharfem Frost auf einem Posten am Dammtorwall, dessen einsame Lage in der Nähe des Holstentores ihn recht zum Schmuggel geeignet machte. Der Unteroffizier ermahnte ihn, ja recht aufzupassen und sich nichts entgehen zu lassen, worauf der Posten salutierend erwiderte »Ei nee, mei Kuter« und dann das Terrain überblickte.
Er stand auf einer Art Landzunge, die in den Stadtgraben vorsprang und es möglich machte, ihn nach zwei Seiten zu beobachten. Der Wall war hier mit Baumgruppen und Gebüsch besetzt, wovon dieses selbst im Winter noch dicht genug war, um die Aussicht von oben zu verdecken. Der gute Sachse spähte aufmerksam umher und spitzte die Ohren in die Dämmerung hinaus, die sich bereits über die Gegend legte. Endlich bemerkte er, wie vom jenseitigen Wall einige dunkle Figuren herunterstiegen und das Eis sorgfältig mit ihren Haken untersuchten. Er ging nach dem Rand des Wassers hinunter und tat einen leisen Pfiff.
Die Ankommenden stutzten und blieben stehen.
»Ihr braucht keene Angst zu ham – 's Eis trägt«, rief er leise hinüber.
»Et is de Sachse, man to«, sprach eine Stimme. Dann rief sie leise: »Kiek mal baben ut, ob allens klor is.«
Der würdige Wächter von Hamburgs Freiheiten lief sogleich hinauf und schaute nach allen Seiten umher. Da er niemand sah, als einen Kameraden, der den schönen Abend in den Anlagen schlendernd genoß, weil nach seiner Meinung jetzt die Mücken nicht so arg waren wie im Sommer, so bat er diesen, ein wenig acht zu geben und stieg wieder nach dem Wasser hinab, um zu melden, »daß noch kee eenziger Senator herumspazieren ginge«.
»Na, denn help mal en bitten«, sprachen lachend die auf dem Eise und reichten ihm, der eiligst seine Flinte weg warf, eine ganze Fleischladung hinauf, die er mit den anderen auf einen kleinen Schlitten packte, mit dem der promenierende Kamerad plötzlich ankam. Die Sache ging so schnell, daß die Schmuggler in weniger als einer Minute mit ihrer Ladung in der Stadt verschwunden waren, und dabei einen prächtigen Schweinebraten und einige Bratwürste im Schnee liegen ließen, die der promenierende Kamerad in seinen Schutz nahm und damit verschwand.
Indes die Außenposten so vortrefflich für das Beste der Stadt und sich selbst sorgten, wogte in den Straßen heiteres Leben. Die Lampen und Laternen waren überall angezündet und die Läden stellten ihre verlockendsten Schätze an die Fenster, denn die Domzeit begann. Der Hamburger ist im allgemeinen sparsamer und vorsorglicher Natur und bemüht sich das ganze Jahr hindurch, für diese Zeit Geld zurückzulegen. Er erlaubt sich dann etwas und zieht an der Spitze seiner Familie umher, um alle Herrlichkeiten zu betrachten und dazwischen keine Station zu übergehen, auf der ihm eine leibliche Stärkung geboten wird. Der Glanzpunkt eines solchen Wanderabends für den kleinen Mittelstand ist der Augenblick, in dem in einer Restauration ein Tisch erobert wird und das Haupt der Familie, sie nochmals überzählend, für jeden Kopf eine Portion Karpfen mit Meerrettich bestellt, wozu noch zwei Flaschen Rheinwein kommen. Dann folgt der Moment, wo Mama den jüngsten Familiengliedern die Portionen etwas zum Vorteil Papas und ihrer selbst kürzt, was die kleinen Republikaner fast zur Rebellion bringt. Das Familienhaupt bestellt den Punsch, woran wieder Kürzungen eintreten, und die besorgte Hausfrau muß endlich den allzu gut gelaunten Papa fast gewaltsam in das Schlepptau nehmen, weil er im Punschanschaffen rücksichtslos wird und auf dem besten Wege ist, sich samt der ganzen Nachkommenschaft in die Hände der Nachtwächter zu liefern. Herrgott! Sechsmal fünf Mark vierzehn. Die Hausfrau hat recht. Das wär' ein nettes Weihnachten für die Polizei, der zu bescheren sie nicht die geringste Neigung besitzt. Dafür kann man noch vielmal Karpfen mit Meerrettich essen. Dies sieht der Gerettete auch am nächsten Tag ein und begibt sich mit der Familie unter die Ganshändler, wo er, wie ein Pascha auf dem Sklavenmarkt in Konstantinopel, die Reihen der Opfer durchwandelt und von der kundigen Gattin die Farbe der Haut, Gewicht und Fett prüfen läßt. Auch wird die Gurgel gedrückt und die Schwimmhaut an den Füßen gezogen, damit man sich nicht eine »Alte« ersteht, welche dann in der Pfanne aller Hitze trotzt und zäh bleibt wie die drei Männer im feurigen Ofen. Eine solche »Alte« ist ein schreckliches Familienunglück. Sie bringt die Hausfrau um ihr Renommee, macht den Papa wütend, bis er die Säge statt des Messers verlangt, und verbittert den Kindern die Freude am längst gehofften Braten.
Ist die wichtige Wahl der Gans vollzogen, so geht man weiter und ersteht noch ein paar wilde Enten, worauf man einen Hasen erhandelt. Nun setzt sich der Zug nach dem Gänsemarkt in Bewegung, wo er sich in einen grünen Tannenwald verliert, aus dem der Christbaum gewählt wird, mit dem die Nachkommenschaft im Triumph nach Haus zieht. Die Alten schlendern nun ihrerseits wie neugierige Kinder umher, bleiben vor allen Läden stehen, wünschen sich dies und jenes Stück, lassen sich vom Zuckerbäcker verführen und dann vom Eisenhändler blenden, wo sie eine Feuerzange und eine Kohlenschaufel mit Messinggriff kaufen, mit denen es ein wahrer Genuß sein muß, im Ofen herumzustökern. Dann zeigt es sich, daß ein Kohlenhalter höchst nötig ist, daß ein großes Küchenmesser schon lange fehlte, und da der Eisenhändler echtes Sheffielder Fabrikat vorlegt, so wird die Hausfrau nebst dem Küchenmesser auch noch zu einem halben Dutzend Tischmesser und Gabeln verführt, da die alten schrecklich abgenutzt sind. Endlich kommt sie aber gar in die eisernen Pfannen und Töpfe und weiß ihrem Mann die Notwendigkeit einer Bratpfanne mit eisernem Deckel zum Torfaufschütten so eindringlich darzustellen, daß er nur die Entschuldigung hat, man könne nicht alles fortbringen, wofür der Kaufmann sogleich Rat weiß, indem er sich die Adresse ausbittet, um dann alles durch den Hausknecht hinzuschicken.
Dagegen ist nichts zu machen. Der Papa zahlt und zahlt gern und würde noch mehr kaufen, wenn die Mittel reichten, denn das müßte ein hartgesottener Geizhals sein, der zu Weihnachten nicht gern kauft und zahlt. Die Lust am Weihnachtsfest wurzelt zu tief im deutschen Gemüt und die Erinnerung an die frühe Jugendzeit mit dem märchenhaft erscheinenden Christbaum wird dann jedesmal zu lebhaft wieder aufgefrischt, um gleichgültig gegen dieses Fest zu lassen.
Knecht Ruprecht ging um.
Sekretär Förster verließ den glatten Parkettboden der Diplomatie und des Gesandtschaftshotels, legte Frack, Glacés und Lackstiefel beiseite und vergaß die Lehre des Altmeisters, seine Sprache zu gebrauchen, um die Gedanken zu verbergen. Er gebrauchte die Sprache vielmehr, um in tiefem Baßton vor Kühnmanns Tür die Gedanken laut werden zu lassen, daß den jungen Kühnmännern die Rute sehr dienlich sein dürfte, wenn sie nicht besser folgten und fleißiger wären. Da er diese Drohung durch eine fürchterliche Pappnase und grimmigstruppige Pelzmütze unterstützte, der eine besenartige Rute, ein Schafpelz, zwei Bärlatschen, Fuchshandschuhe und ein Sack zur Seite standen, in dem sich möglicherweise ungezogene Jungen befinden konnten, so war die Wirkung so bedeutend, daß er im stillen überlegte, ob dies Kostüm am Ende nicht auch bei diplomatischen Sendungen anwendbar sei, wenn es sich darum handele, die Leute in Angst zu jagen.
War nun zum Christfest Freude und Lichterglanz überall und Knecht Ruprechte fast in jedem Hause, so gab es doch eine Menge Leute, denen kein grüner Baum angezündet wurde. Finstere Bösewichte kehrten dem Fest den Rücken und wollten weder einen Baum sehen noch jemand damit erfreuen. Stubborn saß im verschlossenen Zimmer und brütete über unheilvollen Zahlen und Papieren, während Trick im einsamen Kellerwinkel bei der Flasche saß.
Arme Teufel blickten sehnsüchtig und verlassen nach den hellen Fenstern. Sie hatten niemand, der ihnen oder für den sie den Baum schmücken konnten. Die Frauen von Schiffskapitänen, deren Männer weit draußen in der wogenden See trieben, sahen nach den Wolken und hörten auf den Wind, mit dessen stärkerem Wehen ihre Angst um die Gatten stieg, die, weit vom freundlichen Weihnachtsbaum, vielleicht mit den Wellen um ihr Leben kämpften.
Auch der Maler Bernhart stand traurig in der einsamen Villa. Von den Töchtern des Senators war aufs beste und möglichste für ihn gesorgt, denn sie ließen nicht nur einen ausreichenden Kohlenvorrat bringen, sondern versahen den Keller und die Speisekammer mit allem, was sich das Herz nur zum Frühstück wünschen konnte.
Am Nachmittag des Heiligabends sah Bernhart sinnend durch das Salonfenster auf die winterliche Elbe und dachte an seine Lieben in Leipzig – an die Tage, an denen er die Buden des Christmarktes durchstrich. Die Dämmerung sank auf die winterliche Gegend. Er sah auf den Weg hinab, ob kein Bote aus der Stadt käme, um ihn in den geselligen Kreis des Senators zu laden. Er blieb allein.
Bernhart saß am nächsten Tage vor seinem großen Bilde und malte eifrig an den sommerlichen Eichenpartien, um den Winter und seinen Unmut über die Zurücksetzung zu vergessen, die er von seiner Schülerin und Angebeteten erfahren mußte. Er zeichnete ingrimmig die Zacken und Knorren der alten Eichenäste und nahm sich dabei vor, die Villa zu verlassen, sobald die Familie zum Frühjahr herauszöge. Er hörte die Gärtnerin eintreten, denn er konnte den Teil des Salons, wo der Eingang war, vor seinem Bild nicht sehen und fragte, was sie wolle. Die Frau sagte, daß sie noch einheizen und etwas Holz nachlegen werde, damit die Wärme ordentlich bis zum Fenster vordringe, wo er sitze, und deshalb Kohlen und Holz hereinschaffen lasse. Hierauf schleppte sie mit ihrem Mann geschäftig Kohlen, und wie es schien, einiges Baumreis herbei. Nach einer Weile, während der sie am Ofen umherwirtschaftete, der heute gar nicht in Ordnung kommen wollte, fragte sie, ob Henri gestern nachmittag eine Einladung für den Abend gebracht habe.
Als Bernhart mit einem Seufzer verneinte, hörte er mit Verwunderung den Ausruf: »Schändlich!« Dies und ein auffallender Geruch, harzig, wie im grünen Tannenwald, bewog ihn vorzugehen und in den Salon zu blicken. Er blieb überrascht stehen, denn er sah einen großen, prachtvollen Goldrahmen, in dem als Bild die beiden Fräulein Eiskuhl unter einem Tannenbaum saßen und ihm lächelnd eine Partie Pinsel, Flaschen, Öl- und Wasserfarben sowie einen schönen Malkasten entgegenhielten. Er sah noch erstaunt hin, als Selma plötzlich sagte:
»Ich brauche nun nicht zu fragen, warum Sie unsere gestrige Einladung nicht beachteten. Henri war also nicht hier?«
»Ich habe ihn den ganzen Tag nicht gesehen«, sagte Bernhart.
»Der Schurke! Wir haben ihn doch expreß und zeitig herausgeschickt. Er hat uns um ein großes Vergnügen gebracht!« erklärte Fräulein Selma fast weinend, während ihre Schwester Rachepläne gegen den Pomadenbengel in Vorschlag brachte.
Bernhart beteuerte, am meisten dabei verloren zu haben, freute sich indes, daß nur Henri die Schuld trug und sagte seinen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit der jungen Damen, worauf er mit unendlichem Vergnügen in den Malgerätschaften wühlte und endlich fragte, was mit dem großen Goldrahmen werden sollte.
»Nun, vielleicht paßt irgendein Bild hinein – Ihr Blick auf die Elbe dort zum Beispiel. Probieren wir einmal«, sagte Selma lachend.
Bernhart war sehr überrascht und legte sogleich Hand an, die Mädchen halfen mit, und so setzte man den Rahmen auf die Staffelei und stellte das Bild hinein. Kaum war dieses davon umgrenzt, so entfuhr allen ein freudiges Ah! Denn nun erst trennte sich der Vorder- vom Hintergrund wie die einzelnen Gruppen voneinander und das Bild gewann einen Abschluß. Bernhart war ganz glücklich über dies Geschenk. Etwas Besseres hätte ihm nicht geboten werden können.
Die Mädchen waren beauftragt, ihn mit nach der Stadt zu bringen und baten, sie zu begleiten, was er jetzt freudig tat. Der Wagen wartete oben an der Straße, und die jungen Leute fuhren nach Hamburg, wo ihnen beim Eintritt in das Haus Herr Henri mit größter Seelenruhe entgegentrat und auf die zornige Frage Selmas, weshalb er die Einladung gestern nicht besorgt, mild entgegnete, sein Dienst sei der Senatorin geweiht und gehe allem vor. Er habe für sie zu tun gehabt.
Die frohe Weihnachtsstimmung erstreckte sich selbst bis auf die eingefrorene Ewerflotte. Es wurden dort zwar keine Christbäume angeschafft, denn der Raum in den Kajüten erlaubte dies nicht. Man ging aber und kaufte zur Verherrlichung des Festes allerhand gute Sachen, um dem Magen bemerklich zu machen, daß es Weihnachten sei.
Schwarz wohnte noch immer in der Kajüte des Ewers, die er in seiner jetzigen Stimmung jedem anderen Quartier vorzog, weil er hier vollständig unbeachtet und frei war.
Da man in sämtlichen Kaufmannshäusern wußte, daß er wegen Verdachts im Gefängnis gesessen und von Stubborn entlassen war, so fiel es keinem Prinzipal ein, ihn zu engagieren, obgleich sich seine Unschuld herausgestellt hatte.
Schwarz faßte erst den Entschluß, über See zu gehen. Seitdem er aber den Brief seines Bruders erhalten und mehrere Umstände seiner und Nielsens Abreise in Betracht gezogen hatte, blieb er, um Forschungen anzustellen.
Vor der Hand war er als Geigenspieler bei dem Orchester eines größeren Tanzlokals eingetreten und mietete nun Hansen die Kajüte des Ewers förmlich ab. Er beabsichtigte zum Sommer irgendein Geschäft mit dem Fahrzeug anzufangen, was, wußte er selbst noch nicht. Es schwebte ihm eine dunkle Idee vor, als sei er imstande, von diesem Ewer aus seinen Feinden am leichtesten beizukommen und ihnen Schaden zuzufügen. Rache, vollständige, unbarmherzige Rache an denen, die ihn so unbarmherzig niedergetreten und seinen Bruder in den Tod gejagt, war der Traum, den er in den langen Wintertagen in der kleinen Kajüte träumte.
Am Heiligabend, an dem die Freude in alle Familien einzog und wenn es dunkel wurde, die Christbäume in den warmen Zimmern flammten, fühlte er sich besonders einsam und elend. Die Weihnachtsfeiertage waren bei Stubborn nie festlich gewesen, da der Prinzipal den Kommis ihr Geldgeschenk zahlte und sie für das Fest entließ. Von einer Bescherung sah man niemals etwas in diesem Hause. – Um nun nicht ganz allein mit seinen trüben Gedanken in der Kajüte zu sitzen, kam Schwarz auf die Idee, ein paar heimatlose Musiker einzuladen, die ebenso einsam wie er zwischen tausenden festfreudigen Familien standen. Er führte sie nach dem Ewer, den er ihnen als sein Sommerlogis vorstellte, wo sie eine Bowle Punsch finden sollten. Die Musiker krochen verwundert in die Kajüte hinab und wurden noch verwunderter, als sie sie höchst elegant und komfortabel eingerichtet fanden.
Hansen, der die Stelle eines Kochs und Kammerdieners vertrat, wurde sofort ausgeschickt, um alles zu holen, was man zu einem Punsch und einem soliden Heringssalat braucht, zu dem die Kartoffeln bereits kochten und die Zwiebeln von den Musikern klein geschnitten wurden, während Schwarz Äpfel schälte. Der gute Hansen mußte verschiedenes tragen. Da war erstens eine große Steinflasche für den Essig, dann eine Ölflasche, dann zwei Rumflaschen, ein Paket Heringe, Zucker, Tee, Zitronen, Tabak, und was ihn am meisten genierte, einige zerbrechliche Tonpfeifen, die er nicht ganz an Bord zu bringen fürchtete. Deshalb ging er hübsch langsam und bedächtig und hütete sich vor allen glatten Abhängen, die zum Wasser hinabführen. Er machte lieber einen kleinen Umweg und ging über das Eis zum Ewer zurück, statt über die wackeligen Stege.
Plötzlich hörte man draußen auf dem Eise einen Krach und Fluch zu gleicher Zeit. Alle drei fuhren empor und mit den Köpfen aus der Luke, wo sie auf einer spiegelglatten Fläche Hansen erblickten, der sich den Kopf und das Ende des Rückens rieb, während er in einer Art Zauberkreis stand, der aus allem gebildet ward, was er getragen. Die Tonpfeifen, seine größte Sorge, lagen richtig alle zerbrochen, daneben die Rum- und Essigflasche. Das Salatöl machte das Eis noch glatter und die Zitronen spiegelten sich in der frischgefrorenen Stelle, die durch aufgelaufenes Flutwasser gebildet war und in die Hansen einen großen Stern geschlagen, der seine Strahlen vom Mittelpunkt aus erstreckte. Nur der Zucker war ganz geblieben und die Heringe lagen in einer Reihe und betrachteten mit offenen Mäulern den kleinen braunen Rumteich, der vor ihnen stand.
Hansen sah dies kaum, als er sich sofort niederlegte und davon aufsog, was er gerade retten konnte, wobei er von dem Nachbar Torfschiffer unterstützt wurde, der das edle Getränk dem Eis ebenfalls nicht gönnte.
Die Szene war so komisch, daß die Zuschauer in ein Gelächter ausbrachen und ihre Geldbeutel wiederum in Anspruch nahmen, Hansen jedoch zur Sicherheit einen Mann mitgaben, als er nochmals nach den Flüssigkeiten ging. Der Schaden war zum Glück nicht groß, denn man kaufte zur Zeit eine Flasche ganz erträglichen Rum für fünf Schillinge, wobei er ebenso gut war wie der, den man oben im Binnenlande mit fünfzehn und zwanzig Groschen bezahlte. Dasselbe Verhältnis fand sich beim Wein, indem man in Hamburg an richtiger Quelle eine Flasche französischen Rotwein um vier Schillinge erhielt, die in Leipzig kaum für einen Taler aufzutreiben war.
Nachdem der zweite Transport sicher angelangt, wurde der Punsch gebraut, und der Abend fand die Gäste der Kajüte in einer heiteren Stimmung, die selbst Schwarz seinen tiefen Kummer etwas vergessen ließ.
Doch nicht überall war der Friede eingezogen. In manchem glänzenden Hause war es kalt trotz der Wärme, welche der gutgeheizte Ofen verbreitete. Bei manchem reichen Mann stand das Herz still, weil es tief in den Geldsäcken zwischen dem harten Silber vergraben lag. So bei Stubborn, der den Töchtern eine Summe Geld schickte, deren Kleinheit Julie mit Zorn erfüllte, während Berta über das lieblose Geschenk Tränen vergoß und des unglücklichen Schwarz gedachte, der seinen Haß auch auf sie geworfen zu haben schien, denn er war ihr finster ausgewichen, als sie ihn in der Stadt traf.
Stubborn ging bleich und eingefallen umher, denn Trick heftete sich an seine Fersen und preßte unausgesetzt Geld von ihm heraus, das eben so schnell verschwand, wie er es erhielt. Er trieb geheimnisvolle Geschäfte, die große Summen zu verschlingen schienen, die er immer wieder von Stubborn herauspreßte. Dieser sollte ihm jetzt die Hälfte der Versicherungssumme geben, die er für die untergegangene Brigg »Die Gebrüder« erhielt. Das nagte am Leben des Geizhalses, und er hätte Trick gern vergiftet, erdrosselt oder sonstwie umgebracht, wenn dieser gute Herr nicht stets auf seiner Hut und jeden Augenblick zur Verteidigung bereit gewesen wäre.
Trotzdem war Stubborn stets hinter ihm her und schlich ihm nach wie sein Schatten. Der Wunsch, diesen Vampyr los zu werden, wurde zur fieberhaften Begierde, die ihm Schlaf und Appetit raubte. Er entwarf hundert Pläne zur Vernichtung dieses Kompagnons und folgte diesem, sobald es dunkel wurde, in mancherlei Verhüllungen, wobei ihn die Kälte begünstigte.
Auf diese Weise entdeckte er nach vielen mißlungenen Versuchen, daß sich Herr Trick, wenn er Geld erhalten, in ein Haus im Trampgang begab. Sobald er über diesen Umstand Gewißheit besaß, lauerte er hinter Brunnen und Wasserfässern, bis Trick in das Haus ging. Er lauerte dann, bis mehrere Personen erschienen, die er bei der schwachen Laterne an der Haustür hineinhuschen sah. Er erblickte jedoch lange keinen Bekannten unter ihnen, bis ihm endlich ein altes Fuchsgesicht auffiel, das er einige Male in seinem Kontor gesehen zu haben glaubte. Dann lauerte er, bis Trick spät in der Nacht das Haus mit dem alten Fuchsgesicht verließ, drückte sich in die tiefen Schatten und lief ihnen den Weg ab, um sie wieder in den einsamen Gängen herankommen zu lassen und ihr Gespräch zu belauschen, das oft in Zank und Vorwürfe ausartete und wobei er endlich erhorchte, daß das alte Fuchsgesicht dem alten Wolf gehörte, dem er schon längst bis zu den Kajen nachgeschlichen, ohne herauszubekommen, wer er war. Er schlich bei Tag um das Haus im Trampgang. Er verschaffte sich einen Plan des Stadtteiles und versuchte von hinten durch die anstoßenden Gärten anzukommen, indem er vorgab, er wolle die Nachbarhäuser kaufen. Dabei merkte er sich jede Scheidewand und jeden Baum, besonders einen, der im Garten des Hauses stand, in dem Trick verkehrte. Eine große Linde mit Zweigen bis zum Boden, von der man in alle Zimmer blicken konnte. An der Planke des Nachbargartens stand ein altes leeres Hundehaus, drüben ein großer Schleifstein – beides zum Übersteigen wie gemacht. Der Nachbargarten zog sich um die Ecke und streifte an den Breitengang, von dem ihn eine Planke trennte, an der die Fragmente einer Laube hingen, während auf der Straße ein Brunnen das Übersteigen erleichterte. Stubborn kannte jetzt den Weg genau und beschloß, die Geschäfte zu ergründen, die Trick in dem Hause trieb.
In einer dunkeln Nacht verließ Stubborn seine Wohnung. Er trug den weißen Kittel eines Spritzenmannes Der weiße Kittel des Spritzenmannes: Die Spritzenmänner trugen weiße Leinenmäntel. Die Weißkittelmannschaft diente bis zur Einrichtung der Berufsfeuerwehr. und helle Beinkleider, welches Kostüm darauf berechnet war, ihn gegen den Schnee so wenig wie möglich sichtbar erscheinen zu lassen.
Er schlich von der Fuhlentwiete in den Schulgang und von dort nach dem Brunnen, der in beschaulicher Ruhe an der Bretterwand lehnte, über die Stubborns Weg führte. Er sah sich vorsichtig um, stieg auf das Rohr des Brunnens und von dort über die Planke, an der er auf den Resten der Laube drüben hinabkletterte. Dann huschte er durch den Garten und stieg mit Hilfe des Schleifsteins in den Hof des Hauses, in dem Trick sein Geschäft trieb und wo ein Zimmer im oberen Stock von mattem Lampenschein erhellt war.
Schon von der Hundehütte aus sah er einige Personen um einen Tisch sitzen, der von einer Schirmlampe beleuchtet wurde. Stubborn stieg vorsichtig auf die Linde, bis er das ganze Zimmer überblicken konnte. Da saß Herr Trick an einem runden Tisch, vor sich einen Haufen Banknoten und Goldstücke und neben sich einige junge Herren, die gleichfalls Geldsummen vor sich hatten. Alle starrten auf den Tisch und nach der Hand des alten Wolf, der neben einem großen Schrank saß und Karten abhob. Er trug einen grünen Schirm über den Augen, so daß man sein Gesicht nicht erkennen konnte. Auf dem Tisch waren die Bilder einer französischen Spielkarte abgebildet, auf denen Geldhaufen standen, die Wolf einzog oder verdoppelte, je nach seinem Abheben. Man spielte Tempel Salomonis, und Stubborn wußte nun, wo Trick die Summen anlegte. Er konnte einen lauten Fluch kaum unterdrücken, denn er sah, daß die Leidenschaft des Spiels seinen Kompagnon anspornte, ihn ohne Aufhören auszuplündern und daß das Geld unrettbar verloren sei.
Er bemerkte, wie sein Geld nach und nach in die Tasche Wolfs wanderte und das der übrigen Herren dazu. Er verlor es erst jetzt, denn solange er es in Tricks Händen glaubte, hoffte er es noch auf irgendeine Art wiederzuerlangen. Jetzt war diese Hoffnung dahin und Stubborn stieg zähneknirschend vom Baum, zog sich über die zwei Planken zurück und ging nach Haus, wo er sinnend vor seinem Schreibtisch saß, von dem er endlich mit einem fertigen Entschluß aufsprang.
Als Herr Trick am nächsten Morgen in Stubborns Kabinett trat, fiel ihm dessen ruhige Entschlossenheit auf. Er betrachtete ihn genau und strich seine Haare lange gegen ihn. Auf sein Drängen wegen des Geldes von der Schiffsversicherung entgegnete Stubborn bestimmt, daß er es ihm nächsten Monat mit auszahlen werde. Eher nicht.
Trick fuhr in die Höhe und wurde vor Zorn rot. »Ich muß heute Geld haben. Also heraus damit!« sprach er grob.
»Nächsten Monat«, entgegnete Stubborn mit unverwüstlicher Ruhe und etwas höhnischem Lächeln. »Sie müssen sich bis dahin gedulden.«
»Meine Geschäfte –«, fuhr Trick auf.
»Oh! Ihre Geschäfte können warten. Sie werden beim jetzigen Stand der Schiffahrt nicht viel betreiben können«, fuhr er einlenkend fort, als Trick gespannt aufhorchte.
»Ich muß aber Geld haben«, zischte dieser.
»Nächsten Monat, also in acht Tagen.«
»Nur zweitausend Mark«, schrie Trick.
»Nicht zwei Schillinge vor der Zeit«, sprach Stubborn mit ruhigem Lächeln und verließ das Kontor.
Er ging nach einer Droschke und ließ sich vom Kutscher nach dem Rödingsmarkt fahren, wo er ausstieg und einen Mann zum alten Wolf schickte, den er wegen eines dringenden Geschäfts an den Wagen bestellte. Es dauerte auch nicht lange, so erschien das Fuchsgesicht Wolfs am Wagenfenster und spähte vorsichtig hindurch, um den Passagier zu erkennen. Er sah ziemlich verwundert drein, als er Stubborn erblickte und fragte, mit was er dienen könne.
»Bitte, steigen Sie ein,« bat der Kaufmann, »ich möchte ein Geschäft mit Ihnen besprechen.«
Wolf kletterte in den Wagen und spitzte die Ohren.
»Sie kennen, glaube ich, meinen Buchhalter«, begann Stubborn.
»Hatte die Ehre, verschiedene Geschäfte mit ihm abzuschließen«, knurrte Wolf etwas mißtrauisch.
»Ich glaube«, entgegnete Stubborn leichthin. »Ich möchte Sie deshalb um eine Gefälligkeit ersuchen. Herr Trick wollte heute einen Vorschuß von zweitausend Mark von mir haben.« Wolf verzog seinen dünnen, breiten Mund zum Lachen. Er wußte wozu, denn er hatte Trick abends zuvor bis auf den letzten Taler ausgebeutelt. »Da ich aber«, fuhr Stubborn fort, »niemals und niemand Vorschuß gebe, ihm aber doch aus einer Verlegenheit helfen will, in die er, obwohl mir bei seinen Provisionen dies unerklärlich ist, dennoch geraten könnte, so wünschte ich Ihre Vermittlung. Bieten Sie ihm Geld an. Erlauben Sie, daß ich Ihnen hiermit zweitausend Mark einhändige. Borgen Sie ihm diese, aber lassen Sie sich einen Wechsel darüber ausstellen, der in sechs Tagen fällig ist. Ich werde diesen Wechsel selbst bei Ihnen abholen und Sie für Ihre Mühe entschädigen. Wollen Sie mir diesen Gefallen erzeigen und mir dabei versprechen, meinen Namen geheim zu halten?«
Wolf schmunzelte. Er kannte seine Karten zu gut und war seiner Fertigkeit zu sicher, um die zweitausend Mark nicht als sein Eigentum zu betrachten. Trick hatte schon öfter versucht, ihn anzuborgen, was er jedesmal hartnäckig ablehnte und was Stubborn vom Horchen in den Gängen wußte, weshalb er seinen Mann richtig faßte. Der Spaß war zu gut. Trick sein eigenes Geld auf einen Wechsel zu borgen, den er dann als bar vom Prinzipal wieder erhielt. Er ging darauf ein und versprach das tiefste Schweigen.
Stubborn gab ihm das Geld und verabschiedete sich, indem er ausstieg und Wolf nach den Kajen fahren ließ, wo er Trick im Keller wartend fand.
»Kommst du endlich, alter Halunke?« knurrte er. »Du mußt mir heute Geld borgen, oder es geht nicht gut. Es ist mir, als müßte ich heute gewinnen. Also rücke 'raus! Nur fünfhundert Mark! Du hast schon ein ganzes Vermögen von mir gewonnen – aber warte nur, die Reihe kommt endlich an mich.«
»Ich verborge von meinem Gewinst nichts!« sprach Wolf. »Aber ich will aus besonderer Freundschaft eine Ausnahme mit dir machen und dir etwas aus meinem Geschäftsfonds vorschießen. Ich muß es jedoch in einigen Tagen wiederhaben. Gib mir deshalb einen Wechsel. Wenn du das willst, dann pumpe ich dir achtzehnhundert Mark, und du schreibst zweitausend!«
»Was?« schrie Trick ergrimmt, »du willst mit mir Halsabschneiden spielen?«
»For nix is nix!« erwiderte Wolf. »Ich bin ein Narr, daß ich es überhaupt tue, denn ich gebe dir dadurch die Mittel in die Hand, mich vielleicht kahl zu rupfen. Mit geborgtem Geld hat man Glück im Spiel. Nein, nein, wenn ich mir's recht überlege, dann –«
»Gib zum Teufel einen Wechsel her, ich akzeptiere«, schrie Trick.
Wolf kratzte sich hinter den Ohren, krümmte sich und tat, als hätte er keine Lust zum Geschäft, brachte aber endlich einen Wechsel hervor, den er ausfüllte und sechs Tage nach dato ausstellte, worauf ihn Trick akzeptierte, nachdem er nachgerechnet, daß zwei Tage darauf der nächste Wechsel bei Stubborn fällig war. Dann steckte er das Geld ein, ermahnte Wolf, nicht zu spät zu kommen und verschwand.
Der alte Wolf mußte laut lachen, als Trick aus dem Keller war. »Das war ein nettes Geschäftchen,« grinste er, »doch warte, alter Junge, wir müssen dir ein wenig Mut machen. In acht Tagen hast du wieder einmal zehntausend Mark, wie gewöhnlich. Möchte nur wissen, wo er es hernimmt – hm – jeden Monat. Wir müssen dir also bis dahin ein bißchen Mut machen. Du sollst, bis der Wechsel fällig ist, einmal gewinnen. Ja, ja, du sollst gewinnen«, nickte er nach oben, nahm einen alten Schlüssel und klopfte dem beschäftigungslosen Ofen vertraulich auf den rostigen Kopf, worauf der Judenjunge Jakob plötzlich von der Oberwelt herunterstürzte und den Befehl erhielt, auf den »Laden« zu passen, weil der alte Wolf wieder ausging.
Stubborn ging von St. Petri, bis wohin die Droschke während der Unterhandlung gefahren war, nach dem Jungfernstieg und sah aufmerksam unter den Begegnenden umher. Er schien nicht zu finden was er suchte und bog nach dem Neuenwall ein, wo er endlich in der Nähe des Stadthauses in einen Keller hinabstieg, an dessen Treppe ein Haufen Austernschalen anzeigte, was unten zu erwarten war.
Im Keller war eine Gesellschaft von Herren versammelt, die sich alle in ihren besten Jahren, und ihren roten, behäbigen Gesichtern nach, auch im besten Wohlsein befanden. Die meisten tranken Grog, einige Rotwein, einige speisten Kaviarsemmeln, wobei der größte Teil Domino spielte. Eigentümlich war es, daß sich die Augen aller sofort auf den Eintretenden richteten und ihn ein Weilchen scharf fixierten, worauf sie ruhig weiterspielten, Herrn Stubborn jedoch am runden Tisch sofort einen Platz auf dem Sofa frei machten, über dem ein Spiegel in Goldrahmen hing, etwas abwärts geneigt, so daß man von der andern Seite den Tisch mit allen dort befindlichen Gegenständen darin erblickte.
Stubborn nahm Platz und sah sich die Gesichter seiner Nachbarn an. Einer, ein Mann in den angehenden Fünfzigern mit mäßigem Bäuchlein und kräftigen Zügen, die vom Wetter und verschiedenen guten Weinen gehärtet waren, hielt seinen Blick lauernd aus, ergriff endlich sein Rotweinglas und meinte, indem es er zum Munde führte: »Ziemlich kalt heute zum Spazierengehen«, wobei er Stubborn vertraulich zunickte. Die anderen warfen wieder einen schnellen, forschenden Blick auf den neuen Gast.
»Vielleicht ein Glas Punsch gefällig?« meinte der Wirt, welcher Stubborn ebenfalls beobachtend fixierte.
»Bringen Sie mir eine Flasche von Ihrem besten Madeira und ein paar Gläser«, bestellte Stubborn.
Der Wirt blickte die anderen Gäste an und holte das Verlangte.
»Es ist besser als Punsch«, sagte Stubborn, »denn es wärmt nachhaltiger und hält zehnmal länger aus. Bitte, trinken Sie ein Glas Madeira, ich kann nicht mit ansehen, wie Sie den dünnen Rotwein hinunterschlucken, ohne zu fürchten, daß Sie in einen Eiszapfen verwandelt werden, sobald Sie hinaufkommen.«
Der Nachbar sah Stubborn nochmals aufmerksam an, verbeugte sich dann dankend und trank auf seine Gesundheit.
»Der Wirt führt einen vortrefflichen Wein«, bemerkte dieser.
»Möchte nicht versuchen, den Herren was Schlechtes vorzusetzen. Die kennen alles was schlecht ist, aber noch besser was gut ist«, meinte lachend der Wirt.
»Das letztere glaube ich wohl, aber das erstere bezweifle ich«, sprach Stubborn lächelnd.
Der Nachbar ward aufmerksam und sah auf einige Gäste in einer Ecke, die in ein Handelsgespräch verflochten waren. Er blickte nach den Resten in ihren Gläsern und fragte Stubborn:
»Hätten Sie vielleicht Lust, eine kleine Partie Domino mitzumachen?« worauf er mit den Augen nach den Gästen hinwies.
Stubborn war es zufrieden und entschuldigte sich, daß er ein schlechter Spieler sei.
»Ich weiß aber bessere Spieler«, sprach er, den Nachbar scharf anblickend, indem er die Steine nahm.
»Auf dem Steinweg vielleicht?« flüsterte der Nachbar, ihn mißtrauisch anblickend und dann nach den Gästen hinsehend, die gerade aufstanden und gingen.
»Nein«, sprach Stubborn lächelnd, weil er bemerkte, wie sein Gegenüber in den Spiegel sah, um seine Steine zu beobachten. Der Nachbar bemerkte dies und warf mit seinen breiten Händen plötzlich alle Steine um, bog sich über den Tisch zu Stubborn und fragte leise: »Was wollen Sie von uns?«
Die übrigen steckten sofort die Köpfe in die Nähe Stubborns, während einer die Tür mit seinem Rücken verbarrikadierte.
»Sie sind alle von der Polizei?« fragte Stubborn im Kreis umherblickend.
Die Gäste knöpften die Röcke und Westen auf und ließen ihre Messingschilder sehen.
»Gut,« bemerkte er. »Wieviel Mann brauchen Sie, um eine Hazardspielergesellschaft aufzuheben?«
»Das kommt auf die Gesellschaft an«, war die Antwort.
»Es sind Kaufleute – junge Leute – Verwandte von mir. Sie werden von ein paar alten Sündern verführt, wobei –. Ich kann doch auf Ihre Verschwiegenheit rechnen?« fragte er, sich unterbrechend.
»Wie auf Ebbe und Flut«, war die Antwort.
»Also, wobei sogar mein Buchhalter ist, wie ich mit Bestimmtheit glaube. Ich wünschte der ganzen Gesellschaft eine tüchtige Lektion – wenigstens, daß sie vierundzwanzig Stunden eingesperrt wird.«
»Das kann leicht geschehen, wenn wir die Sache in die Hand nehmen und sie spät des Nachts verhaften. Man vergißt dann, sie morgens zum Verhör zu führen«, sprach der Nachbar lachend. »Wo ist die Bank?« fragte er dann gespannt.
»In den Gängen«, antwortete Stubborn ausweichend.
Die Polizeibeamten sahen sich verwundert an. Sie wußten augenscheinlich nichts davon. Die Spieler hatten sie hintergangen und ihre Nachsicht nicht in Anspruch genommen. Sie hatten hinter ihrem Rücken gespielt. Das mußte geahndet werden. Die entrüsteten Polizeimänner waren bereit, die Spielhölle mit Stumpf und Stiel auszunehmen.
Stubborn ließ noch einige Flaschen Madeira bringen und verhandelte die Sache derart, daß er die Expedition über acht Tage festsetzte, weil dann der Tag sei, wo ein Hauptspiel stattfinden werde. Er versprach, die Mannschaft in demselben Keller abzuholen und zu führen und stellte eine besonders gute Gratifikation in Aussicht, wenn es ihnen gelänge, den alten Buchhalter zu packen und vierundzwanzig Stunden brummen zu lassen.
Die Nacht kam und stieg viel zu langsam für Stubborn herauf, der Trick fieberhaft beobachtete. Er wollte gar nicht gehen. Endlich! Der verhaßte Kompagnon schlich davon – Stubborn nach, in die wohlbekannten Gänge. Er sah ihn in das Haus gehen und schritt nun hastig nach dem Keller am Neuenwall.
Dort saßen die sechs behäbigen Polizeimänner, zugeknöpft bis oben hinauf, mit guten Stöcken und verborgenen Waffen versehen. Satt von einem guten Beefsteak, nicht zu durstig und bereit, St. Peter aus dem Himmel oder den Teufel aus der Hölle zu holen, wie man es gerade wünschte oder brauchte, denn sie sind ein eisernes Geschlecht, diese Hamburger Polizeibeamten, bürgerlich wohlbehäbig, von langsamem, bedächtigem Mut, aber von fürchterlich zäher Ausdauer und Entschlossenheit und vor keinem Wagnis zu Lande oder zu Wasser zurückschreckend.
Stubborn machte nochmals die Bedingung, besonders den alten Buchhalter festzuhalten und den Tag über sitzen zu lassen, damit er ihn dann recht packen könne, worauf sich der Trupp in Bewegung setzte und in den Gängen verlor, in die man einzeln eindrang, denn die ganze Gesellschaft würde Aufsehen erregt und ein Hallo hervorgerufen haben, das das Gängegeschlecht in solchen Fällen zur allgemeinen Sicherheit erhob.
Stubborn bezeichnete drei Männern das Haus im Trampgang und führte dann die anderen drei nach der Hinterseite, wo man die Planken überstieg und den Hof gewann.
»Der Wirt ist ein dummer Kerl«, flüsterte der wohlbehäbige Beamte Stubborn zu.
»Weshalb?« fragte dieser verwundert.
»Weil er bei solchem Geschäft nachts keinen Hund in den Hof sperrt. Dann würden Sie nicht hergekommen sein und uns nicht hergebracht haben.«
Hierauf stieg der Mann mit einer Behendigkeit auf den Baum, die ihm kein Mensch zugetraut hätte. Er ließ sich Trick zeigen, stieg dann herab, sah sich das Haus genau an, bemerkte, daß die Brandmauern der Nachbarhäuser so hoch darüber hinausstanden, daß es unmöglich war, vom Dach zu entkommen, zog ein Bündel Dietriche hervor und öffnete leise die Hoftür, worauf sich zwei Mann in dem Hausflur postierten und nach der Straßentür hintappten, die sie gleichfalls zu öffnen versuchten, was ihnen jedoch nicht gelingen wollte. In demselben Augenblick wurde von außen an einer Glocke gezogen, die im oberen Stock erklang. Es war ein eigentümlicher Zug: erst dreimal scharf hintereinander, dann nach einer Pause einmal, und dann wieder dreimal. Hierauf schnappte eine von oben gezogene Feder und die Tür öffnete sich, um einen fidelen Seehund einzulassen.
Dieser erschrak nicht wenig, als sich ihm ein weicher Gegenstand auf den Mund legte, der ihn verhinderte, irgendeinen Laut von sich zu geben, während er sich von vier Eisenfäusten gepackt fühlte, wobei zugleich drei dunkle Gestalten in die Tür und das Haus drangen. Es gelang indes dem Seehund, zu entschlüpfen und im nächsten Gang das Pechpflaster zu entfernen, das ihm Schweigen auferlegte, wobei er fürchterlich spuckte, aber doch dem Himmel dankte, daß er so davongekommen, denn er vermutete sehr richtig, daß er in den Händen der Polizei gewesen war.
Von dieser blieb ein Mann an der Vordertür und zündete ganz gemächlich eine Blendlaterne an, womit er den anderen die Treppe hinaufleuchtete, während der behäbige Beamte vorausging und die Tür des Spielzimmers öffnete, um sich mit noch einem blitzschnell auf Trick zu stürzen und ihn wie im Schraubstock festzuhalten, mochte dieser Gute auch noch so ungebärdig strampeln. Was Herr Stork, der Beamte, einmal gepackt hatte, das ließ er nicht wieder los.
In demselben Augenblick verlöschte jedoch die Lampe mit einer Explosion, denn der alte Wolf warf im Moment, wo er die ungeladenen Gäste erblickte, eine Portion Schießpulver in den Zylinder.
Die fidelen Seehunde wollten im Tumult, der nun losbrach, entwischen und flüchteten zum Fenster hinaus. Sobald sie jedoch nach dem Boden hinabrutschten, fühlten sie sich gepackt und wurden durch die Hoftür in das Haus gesteckt, in dem sie gefangen waren.
Die Polizei schaffte sofort Licht und besah ihren Fang: eine bedeutende Geldsumme, zehn Seehunde und Herr Trick war das Ergebnis. Der alte Wolf mit seiner großen Geldtasche war jedoch spurlos verschwunden – ebenso der Hauswirt.
Man durchsuchte das ganze Gebäude; aber vergebens. Herr Stork hatte im Augenblick, als die Lampe verlöschte, eine Tür einschnappen hören und geriet sofort auf den Gedanken, daß der Bankier im Kleiderschrank stecken müsse. Die Tür widerstand seiner Kunst nicht lange. Der Schrank war aber leer.
Der Beamte leuchtete und klopfte darin herum, lächelte dann und ließ die sämtlichen Gefangenen auf die Straße schaffen, wo einige Nachtwächter zur Unterstützung herbeigepfiffen wurden, die die Wache verstärkten.
Herr Stork drückte und schob indes an dem Schrankinnern herum und fand bald eine Öffnung in der Hinterwand, in der sich eine schmale Stiege zeigte, die abwärts führte. Er gab einem Kameraden die Blendlaterne und ließ sie von hinten über seinen Kopf halten, worauf er, eine Pistole in der Hand, mit seinem Hintermann abwärtsstieg.
Die Treppe führte tief hinab in ein Kellergewölbe, wo eine warme, modrige Luft herrschte und verfaulte Fässer und Körbe lagen. Aus dem Keller führte ein schmaler, niedriger Gang von verfallenem Mauerwerk, mit Holzstücken gestützt, nach der Tiefe. Auf einer Stelle war er nur durch eine große Weintonne ohne Boden vor dem Einsturz gesichert. Die beiden Männer mußten hindurchkriechen und taten dies wie ein paar Jäger in einer Bärenhöhle, vorsichtig, aber entschlossen. So rückten sie weiter, bis einige Stufen aufwärts führten und sie ein kalter Luftzug anwehte. Sie stiegen hinauf und traten plötzlich ins Freie. Sie standen vor einem kleinen, speicherartigen Verschlag an der Ecke des Ganges und sahen den Trupp der Gefangenen etwa hundert Schritt vor sich. Der Bankhalter war entwischt.
Herr Stork war etwas ärgerlich und führte seine Beute zur Polizei, wo er sie in einzelne Zellen sperren ließ und bis zum Nachmittag vergaß.
Indes nun Trick am Vormittag im Gefängnis umherwütete und seine Freilassung gegen Bürgschaft verlangte, wovon jedoch niemand Notiz nahm, wurde Herr Stork gegen acht Uhr eiligst in die Deichstraße gerufen, wo ein großer Einbruch stattgefunden hatte. Der Beamte war über die Maßen erstaunt, als er in dem Bestohlenen seinen Führer nach der Spielhölle erkannte – Herrn Stubborn, der ihm in höchster Verzweiflung mitteilte, daß man während seiner Abwesenheit diese Nacht seine Zimmer erbrochen und ihm sämtliche Barschaften und Wertpapiere gestohlen, daß diese einen Wert von wenigstens einer Million gehabt und er ein ruinierter Mann sei. Er habe den Einbruch erst jetzt beim Erwachen bemerkt. Stubborn warf sich verzweifelt auf ein Sofa und lag dort bewußtlos wie eine Leiche; er war in Ohnmacht gefallen.
Herr Stork stand etwas verblüfft. Der Diebstahl war ganz ungeheuer, er überlegte einen Augenblick, welche Firma vom Diebsgeschäft wohl hierbei beteiligt sein könnte. Vor allen Dingen ging er aber daran, den Tatbestand aufzunehmen und den Kaufmann seinen Töchtern und den Kommis zu überlassen.
Es fand sich, daß der Dieb oder die Diebe, denn es zeigten sich mehrere Spuren, vom Flet eingedrungen waren und nicht bloß Stubborns, sondern auch Tricks Zimmer erbrochen und die Kassen aufgesprengt und ausgeräumt hatten. Der Beamte besann sich auf Trick und sorgte dafür, daß dieser sogleich herbeigeholt wurde.
Als man dem Buchhalter sagte, daß während seiner Abwesenheit bei ihm eingebrochen worden sei, wurde er leichenblaß und stürzte dann fort. Er rannte wie wahnsinnig nach Hause und sprang wie ein Tiger nach seinen Zimmern. Er ließ den erbrochenen Sekretär unbeachtet und stürzte auf ein altes Ölbild zu, das er von der Wand riß und umkehrte. Sobald er einen Blick zwischen Rahmen und Leinwand geworfen und dort nicht fand was er suchte – seine Wechsel –, stieß er einen furchtbaren Wutschrei aus und stürzte zu Stubborn hinüber, dem er nach der Kehle sprang und sie mit seinen Fingern umkrallte. Man riß den Wütenden von Stubborn los, da man glaubte, er sei wahnsinnig geworden. Er rollte die Augen in grenzenloser Wut und brach dann besinnungslos zusammen, indem er keuchte: »Doch – ge – macht!«
Aber ein Unglück kommt nie allein, wie das Sprichwort sagt. Kaum war Trick wieder zu sich gekommen und im Begriff, seine Gedanken zu sammeln, als ihm von einem Agenten Wolfs Wechsel präsentiert wurde. Er erklärte, im Augenblick und unter den Umständen nicht zahlen zu können und verwies den Agenten an Stubborn, der den Wechsel für ihn einlösen werde. Stubborn sagte aber entschieden: »Nein!«
Trick stieß einen neuen Schrei aus und blickte Stubborn an, als wolle er ihm wieder an die Kehle springen.
»Sie werden einlösen«, sagte er heiser.
Stubborn stand auf und verbarg nur mühsam ein grimmiges Lächeln. Er wandte sich gegen die Anwesenden und sprach: »Ich habe keine Ursache, diesem Mann zu helfen. Wenn er nicht zahlen kann, so mag er die Folgen tragen.«
»Ho, ho! Stehen wir so?« rief Trick. »Nun, man kann mich nicht gleich in Wechselarrest schleppen, da muß erst ein Freizettel –«
»Hab' ihn schon«, sprach der Agent, das verhängnisvolle Papier vorzeigend. »Habe schon besorgt, als ich hörte, daß hier ausgeräumt sei. Die Wechselklage war übrigens schon vorgestern mit periculum in mora eingereicht. Machen Sie keine Umstände. Ich reklamiere einen Herrn von der Polizei.«
»Führt mich nach den Kajen,« schrie Trick, »ich schaffe dort das Geld.« Damit ging er, einen wütenden Blick auf Stubborn werfend, neben dem kopfschüttelnden Stork fort, der Stubborn nochmals betrachtete und dann Kombinationen machte.
Die eiserne Macht eines Wechsels kennt keine Umstände oder Verhältnisse. Trick wurde fortgeführt und stieg in Wolfs Keller, wo er den Besitzer im dunkeln Hintergrund zwischen altem Eisen und Tauen fand. Die Beamten blieben an der Treppe.
»Du wirst augenblicklich den Wechsel einlösen«, sprach Trick wild.
»Habe kein Geld«, erwiderte Wolf trocken.
»Du wirst augenblicklich zahlen oder –«
»Nun, was denn, Herzchen?« fragte Wolf verwundert.
»Ich werde dem dort sagen, wer der verschwundene Bankhalter von gestern abend war«, flüsterte ihm Trick zu.
»Wirst du?« höhnte dieser ebenso leise. »Ah – dann werde ich ihm sagen, wie man die Glasscherben am besten los wird!«
Trick fuhr zurück, als würde er von einem Schuß getroffen. Er brauchte seine Haare nicht gegen den Strich zu kehren, sie standen von selbst auf. Er ging, ohne ein Wort zu sagen, nach der Treppe und nach dem Winserbaum in Wechselhaft, wo er mit dem Wort »Gemacht« zusammenbrach.