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6

Ein kleiner Junge wanderte über die Landstraße.

Es war eine sehr große Straße für einen so kleinen Jungen. Sie war so unendlich groß wie die Milchstraße droben am Himmel, und sie schimmerte fast ebenso schön zwischen dunklen, blütenträchtigen Lindenbäumen, die im Nachtwind atmeten. Ein verwundertes Flüstern hauchte von Baum zu Baum, und alle schienen sacht die Köpfe zu schütteln über den kleinen Jungen, der auf der großen Landstraße wanderte.

Der kleine Junge aber ging seines Wegs so getrost, wie nur ein Mensch geht, der sich auf den Polarstern in seinem Herzen ebenso ruhig verläßt, wie sich ein Schiffer auf hoher See bei Nacht an dem funkelnden Schwanzspitzchen des Kleinen Bären festhält.

Der Mond, fast voll, stand rötlich über den Feldern, die blühend künftiges braunes Brot verhießen, und er zeigte mit seinem wundermilden Licht, daß der Himmel rund über der Erde nicht reicher mit Sternen besät war als das kleine Jungengesicht mit Sommersprossen.

Tapp – tapp – tapp – tapp, klangen die tapferen Schritte auf der großen Landstraße. Die Grillen übten für die Johannisnacht. Leuchtkäfer flogen und suchten verzückt nach den Frauenlaternchen im Grase. Hinter dem kleinen Jungen lag die gewaltige Stadt und vor ihm, sechzig Kilometer entfernt, der See und die Versuchsstation III; die war das Ziel des kleinen wandernden Jungen. Und wenn es etwas gab, das in sein getrostes Herz einen Schatten zu werfen vermochte, dann war's die Befürchtung, daß irgend jemand aus der gewaltigen Stadt hinter ihm dreinkommen und ihn einfangen würde, bevor er sein Ziel erreichen, sich in ihm verbergen konnte.

Eine Mutter freilich hatte er nicht mehr; auch der Vater machte ihm nicht bange. Der merkte frühestens nach achtundvierzig Stunden, daß ihm sein Junge abhanden gekommen war. Aber Lehrer sind von Beruf fragewütige Leute und geradezu versessen darauf, zu erfahren, warum gewisse kleine Jungen nicht zur Schule kommen, und manchmal wundern sich auch die Nachbarn darüber, daß niemand mehr ihre Fensterscheiben einwirft oder Töpfe mit eingeweichten Erbsen auf den Schränken ihrer Schlafzimmer versteckt oder die Kohlköpfe im Keller mit Phosphor einreibt. Dann glauben sie natürlich, der kleine Junge sei krank, und erkundigen sich, was ihm fehle, um, je nach dem Ernst der Krankheit, zu berechnen, wie viele Tage Schonzeit ihnen der allbarmherzige Gott gewährt. Und dann, natürlich, kommt es ans Tageslicht, daß der kleine Junge nichts weiter als durchgebrannt ist.

Sooft der kleine Junge mit seinen Gedanken zu diesem Punkte kam, fiel er in kurzen Trab. Er hatte kein Zutrauen in Lehrer und Nachbarsleute, was ihr Verständnis für Durchbrennerei betraf; es war schon zu lange her, daß sie selber kleine Jungen waren mit furchtlosem Herzen und einem Abgott darin. Traute er doch nicht einmal seinem eigenen Abgott mehr, seit er zu ihm gegangen war und gesagt hatte: »Herr Helius, daß Sie's wissen: Ich fahre mit!« Ja freilich, der hatte ihn bei den Haaren gepackt und gesagt: »Abgemacht, Gustav – am 24. Juni!« Aber es war kein rechter Ernst in den großen Leuten, wenn sie mit kleinen Jungen verhandelten. Nicht einmal auf Grotjan, schien es, war mehr Verlaß. Der lief, seit die Mondfahrt beschlossen worden war, herum wie ein schwerkranker Mensch, der sich selber aufgegeben hat, und wenn man ihn etwas fragte, sah er einen an, als stünde das sagenhafte Mondkalb leibhaftig vor ihm.

Da war es wirklich ratsamer, eigene Sache in eigene Hände zu nehmen, dachte der kleine Junge.

Seit Wochen schon war die gewaltige Stadt verrückt – und das Land und alle Länder, die ganze Erde – toll waren sie, ja, mit dem 24. Juni! Auf allen Litfaßsäulen, auf allen Plakatwänden, auf den Brandmauern der Häuser, den Gerüsten und Dächern – auf Autobussen, Untergrundbahnstationen – auf Luftballonen, Fahnen und Wurfzetteln spukte das Datum:

24. Juni!

Wer Augen und Ohren besaß und ein denkendes Hirn, dem war's zum Axiom geworden: Am 24. Juni werden fünf Menschen – vier Männer, ein Mädchen – das ungeheure Wagnis der Mondfahrt auf sich nehmen.

Nur Gustav wußte, es würde auch noch ein kleiner Junge dabeisein.

Man hatte rund um den See, an dem die Versuchsstation III lag, Tribünen für mehr als eine halbe Million Menschen gebaut. Sie alle und zehnmal mehr wollten das Schauspiel der Nacht des 24. Juni miterleben. Wolf Helius hatte den gesamten Erlös der Freien Gesellschaft für Erforschung und Erschließung des Weltraums zubestimmt, und die wilden Kartenaufkäufer hofften, voll Dank gegen Helius, vom 25. Juni ab bis an ihr Lebensende das Dasein in süßem Nichtsmehrtun zu verbringen. Durch alle Kontinente rasten keuchende Züge mit Menschen, Menschen, Menschen den Meeren zu. Von allen Häfen des Erdballs schleppten überladene Schiffe fiebernde Menschenfrachten zu den Hafenstädten Europas. Flugzeuge, Luftschiffe, nicht endende Ketten von Autos dienten dem menschlichen Hunger nach Miterleben –

Ein kleiner Junge wanderte über die Landstraße.

Es war eine sehr große Straße für einen so kleinen Jungen, und sechzig Kilometer sind eine sehr weite Strecke, wenn man sie Schritt um Schritt mit zwei Füßen nachmessen muß.

Als er das erste Drittel hinter sich hatte, setzte sich der kleine Junge an den Rand des Grabens, in dem ein besinnliches Wasser neben der Straße herlief, zog seine Stiefel, die leider ganz neu waren, aus, und überließ es dem Bach, die Lehre, daß Wasser trotz allem das Beste sei, an seinen brennenden Füßen wahr zu machen.

Eine nahe Grille unterbrach für eine winzige Weile ihr zirpendes Mandolinenfolo. Ein Frosch enthüpfte, mehr gewohnheitsmäßig als überzeugt von der Notwendigkeit. Das Spiegelbild des Mondes nahm gleichfalls ein Bad im Wasser.

Der kleine Junge dachte, es sei ein wahres Glück, daß er die dreihundertvierundachtzigtausend Kilometer zum Monde, von denen jetzt immerzu die Rede war, nicht auch mit seinen zwei Beinen bewältigen mußte.

Ein Zug lief nahe vorbei, hatte hundert leuchtende Fenster.

Und ein kleiner Junge schlüpfte wieder in seine Stiefel und wanderte weiter über die große Landstraße …

Es war die letzte Nacht vor dem 24. Juni.

Herr Turner verbrachte sie ausschließlich am Telephon.

Er führte in einer Art von spanisch-englischem Rotwelsch ununterbrochene Transozeangespräche, für die er im voraus die runde Summe von 25 000 Mark hinterlegt hatte. Die Einladung von Wolf Helius, diesen letzten Abend, der für die Teilnehmer an der Mondexpedition – so oder so – einen Lebensabschnitt beschloß, mit ihm und den anderen gemeinsam zu verbringen, hatte er abgelehnt – mit einem Lächeln, das wußte, wie dankbar man für diese Ablehnung war.

Auch Manfeldt war nicht aus seinem Winkel zu locken, den er im Observatorium der Versuchsanstalt III bezogen hatte und selbst zum Schlafen benutzte.

»So, nehmt nur Abschied von der Erde!« sagte er zu den dreien, die zu ihm gekommen waren, um ihn abzuholen. »Und grüßt sie von mir, wenn ihr wollt, mit dem herzlichen Gruß des Götz von Berlichingen – entschuldigen Sie, Fräulein Velten! Wovon, zum Teufel, sollte ich Abschied nehmen? Von der menschlichen Dummheit? – oder Verlogenheit? Von der All-Gemeinheit der Allgemeinheit? – von der Niedertracht und der Heuchelei? Keine Angst, meine Kinder! Von all dem ein hochprozentiges Etwas wird uns gottlob in Gestalt von Herrn Turner auch aus dem Monde erhalten bleiben! Geht, geht! Ihr könnt noch Abschied nehmen von Dingen, die für mich schon seit vierzig Jahren verwest sind … Ihr sollt euch nicht mit Gespenstern zu Tische setzen … Pfui! – Galle der Bitterkeit im Abschiedswein … Laßt euch die letzte Nacht auf Erden süß sein – geht!«

Da hatten die drei sich fortgestohlen, heimlich, um von der zermalmenden Walze des öffentlichen Interesses nicht auch in dieser Stunde erfaßt zu werden. Der breite Wagen von Helius, Grotjan am Steuer, führte sie weg aus dem Lärm zu ersehnter Stille – irgendwohin, wo man sie nicht gleich erkannte, wo es gedämpftes Licht gab und gedämpfte Musik.

Grotjan fuhr langsam. Er schien diese nächtliche Fahrt – eine von nur noch wenigen Letzten – nicht enden zu wollen.

Die drei im Wagen schwiegen. Durch die offenen Fenster schmeichelte sich die Lust und war zärtlich mit Friedes Haar, mit diesem morgenblonden, rückwärtsströmenden Haar, das dem Mädchengesicht soviel Vorwärtsstürmendes gab.

Windegger hielt ihre Hand, die, ein Geschenk mit Vorbehalten, nur in sich selber ruhend, drucklos in seinem werbenden Griffe lag. Wolf Helius sah ihr Gesicht im schwarzen Spiegel der Scheibe; seine verhohlenen Blicke saugten sich daran fest.

Sie hatte die Augen geschlossen und schien an der Grenze zwischen Schlaf und Wachsein sich entlangzutasten. Denn die tyrannische Brandung erregter Öffentlichkeit hatte sie wochenlang von einer hochgehenden Woge des Enthusiasmus zur anderen geworfen, daß selbst sie, diese kühnste Schwimmerin, diese junge, kampffreudige Gottheit sich völlig atemlos an das Ufer des letzten Abends gerettet hatte. Ausruhen löste die immer wehrhaften Glieder. Wie Tau lag die Erschöpfung über ihr und gab ihr eine neue, herzauflösende Schönheit.

Wolf Helius krampfte die Hände ineinander. Er wandte sich ab. Er dachte: ›Ich Tier mit der Harpune im Leibe … Ich zerre und zerre das Wurfboot hinter mir drein und tauche bis auf den Meergrund und schnelle mich hoch und komme nicht los und komme niemals mehr los … und das ist die letzte Nacht auf Erden für sie und für ihn … Laßt euch die letzte Nacht auf Erden süß sein!‹

»Was hast du, Helius?« fragte Hans Windegger.

Die Frage blieb ohne Antwort.

Sie kamen ans Ziel.

Es war ein altes Haus, unfern des Sees gelegen. Auf einer Wiese zwischen Haus und See tanzten junge und stille Paare nach einer unsichtbaren, sehr zarten Musik, die klang, als käme sie unmittelbar aus der schönen Nacht, als sei sie ein Teil von ihr selbst, ihr melodischer Atem.

Fast gab der Mond den Tänzern das einzige Licht. Nur hier und da hingen in den Bäumen und Büschen buntfarbige Laternen, ohne zu leuchten.

Sie suchten sich einen Platz weitab von allen. Der Mond goß sein Silber in das Gold ihres Weines. Sie schwiegen und horchten auf die Musik und auf die Sommernacht.

»Warum seid ihr so traurig?« fragte das Mädchen.

»Wir sind nicht traurig, Friede«, sagte Wolf Helius mit einer sonderbaren, unfreien Stimme.

»Wenn dies nicht Traurigkeit ist – was ist es dann?« fragte das Mädchen und blickte von einem zum andern.

»Sehnsucht, Friede –« sagte Wolf Helius stumm. Sein Blick, der dem ihren begegnete, wich zur Seite. Er atmete lautlos und lehnte sich weit zurück, schob die Hände, sich einfangend, tief in die Taschen.

»Es ist vielleicht,« meinte Hans Windegger nach einer Weile, und auch seine Stimme hatte keinen Klang, »weil diese Nacht die schönste – die schönste ist, seit Gott-Schöpfer ansah alles, was er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut!«

Aber plötzlich fühlend, wie matt er log, verstummte er und sprang auf, streckte die Hand aus nach dem Mädchen.

»Tanze mit mir, meine Liebste«, sagte er bittend.

Sie tanzten. Wolf Helius sah ihnen zu. Das zarte Kleid des Mädchens wehte im Tanze. Sie schien so ganz ohne Schwere zu sein wie ein Kirschblütenblatt. Die Arme des Mannes hielten sie viel zu fest, mit einer Gebärde, die Flucht verhüten wollte. Er trug sie. Er bat. Er deckte die Tanzende zu. Er schleppte sie zu sich im Tanz. Das war kein Tanz mehr. Das war ein zitternder Taumel, ein unbeglücktes Sichdrehen um einen Punkt, zu dem der gekettete Mann das Mädchen lockte.

Wolf Helius sah ihnen zu, die Fäuste tief in den Taschen.

Der Mond schien ihm ins Gesicht.

Der Mann sah dem Mond ins Gesicht. Seine Züge verzerrten sich leise zu einem Grinsen. Er holte mühsam die rechte Hand aus der Tasche und hob das Glas mit dem Goldwein gegen den silbernen Mond: »Dein Wohl, alter Freund …«

›Laßt euch die letzte Nacht auf Erden süß fein!‹

Er trank das Glas aus und setzte es hart auf den Tisch. Pfui! Galle der Bitterkeit im Abschiedswein …

Gewaltsam erhob er sich, als stemme er Lasten, stand schwankend und starrte dem Mond ins Gesicht und hörte ein jähes Gelächter – und dennoch lachte kein Mensch – und dachte: ›Ich bin betrunken – wovon? … von der Leere in mir.‹

Im Augenblick, da er sich erhob, war Friede stehengeblieben, so jäh den Tanz beendend, daß ihr nachwehendes weißes Kleid wie eine Wolke die Knie des Mannes umspielte. Die Arme des Mannes wollten sie nicht lassen. Sie löste sich nicht von ihm; sie blieb in seinen Armen; doch sie zwang ihn, da er sie hielt, zurück an den Tisch.

»Nun will ich mit Ihnen tanzen, Helius«, sagte das Mädchen. Sie stand, die Schultern an Windeggers Brust gedrückt; sein Gesicht war über dem ihren, eine dunkel schwelende Flamme, die sich an weißen Blüten entzündet hat. Seine Hände legten sich um die nackten Schultern des Mädchens.

»Ich kann nicht tanzen, Friede«, sagte Wolf Helius.

»Sie brauchen nicht tanzen zu können, Helius. In solchen Nächten zu tanzen, heißt nichts, als der Erde ganz zart mit den Füßen zu sagen, wie schön man sie findet, und wie sehr lieb man sie hat …«

»Ich will nicht tanzen, Friede«, sagte Wolf Helius.

»Warum nicht? …«

Wolf Helius öffnete den Mund und bog den Kopf zurück, als wollte er lachen; aber er lachte nicht. »Die Frage werde ich Ihnen vielleicht auf dem Monde beantworten, Friede.« Er winkte dem Kellner und griff nach seinem Hute. »Grotjan bleibt mit dem Wagen zu eurer Verfügung.«

»Nein, nein!« wehrte Windegger rasch.

Mit einer fast rohen Bewegung riß Helius den Kopf hoch und sah Hans Windegger an. Eine Ewigkeit von Sekunden sahen sie sich in die Augen. In den Augen von Helius spiegelte sich der Mond.

»Wollen Sie denn schon gehen – und allein?« fragte die überschattete Stimme des Mädchens.

»Ja, Friede … Ich will versuchen, die letzte Nacht zu verschlafen … falls der Mond es erlaubt … Ich glaube, das dürfte für mich das Vernünftigste sein. Laßt euch nicht stören! … Laßt – wie hat Manfeldt gesagt? – ›laßt euch die letzte Nacht auf Erden süß sein‹!«

Er lächelte und nickte ihnen zu, ging, ohne ihnen die Hand gereicht zu haben.

»Was hat er?« fragte das Mädchen, und es klang, als frage sie nur sich selbst.

»Ich weiß nicht, Friede … Gott im Himmel, Mädchen, bist du schön … Sieh nicht so blaß aus! … Liebst du mich?!«

»Ja, Hans …«

»Komm, tanze mit mir!«

»Warum hast du es so schroff abgelehnt, in seinem Wagen nach Hause zu fahren, Hans?«

»Ich weiß nicht, Friede … ich weiß es, aber ich kann es dir nicht sagen! – Willst du nicht mit mir tanzen?«

Sie gab keine Antwort. Sie hob mechanisch die lichten, nackten Arme, und er nahm sie. Als Helius, an der Straße stehenbleibend, dem eigenen Willen ungehorsam, sich noch einmal umsah, fingen seine Augen das Bild des Mädchens wieder ein, das, von den Armen des Mannes viel zu fest gehalten, im Mondlicht tanzte; ihr zartes Kleid machte, daß sie auf einer weißen wehenden Wolke zu tanzen schien.

Wolf Helius wandte sich ab. Da stand Grotjan vor ihm. Er sah ihn lange an, als müßte er sich darauf besinnen, wer dieser Mann mit dem rauhen Gesicht wortkarger Treue sei. Dann schien es ihm einzufallen, und er nickte.

»Es tut mir verdammt leid, Grotjan,« sagte er, »daß ich Sie morgen nicht mit mir hinaufnehmen kann.«

»Mir auch, Herr Helius«, antwortete Grotjan, nachdem er sich geräuspert hatte. »Und vielleicht wär's besser ich als irgendein anderer …«

Darauf ging Helius nicht ein.

»Sie können nach Hause fahren«, sagte er. »Fräulein Velten und Herr Windegger wollen noch lange bleiben und möchten nicht, daß Sie warten … Ich werde noch einen Spaziergang machen … Morgen früh 7 Uhr 30 … Gute Nacht, Grotjan!«

»... Gute Nacht, Herr Helius …«

Nun ging er die Straße entlang. Fern gleißte die Stadt. Der Mond war hochgestiegen. Die milde Luft war wie aus Silber und Saphir gemischt, ein Atemstrom von Duft und Süßigkeit. Die Blätter glänzten, denn es taute stark …

»Ich möchte nicht mehr tanzen«, sagte Friede mit einer Stimme, die zu leiden schien. »Mein Kleid und meine Schuhe sind ganz durchtränkt von Tau, und ich bin müde …«

»Willst du nach Hause, Friede?«

»Ja.«

»Darf ich dich – – – darf ich dich begleiten …«

»Ja.«

Aber dieses zweite Ja, schwer und durchsichtig wie ein Bergkristall, ritzte in die seidenglatte Stirn des Mädchens zwischen den kriegerischen Brauen eine kaum sichtbare senkrechte Rune, die Zorn bedeutete.

Ein Wagen fand sich rasch. Und rasch überholte der Wagen Wolf Helius, der im Schatten der Bäume ging. Sie sahen ihn nicht, die zwei, die im Wagen saßen, aber er erkannte sogleich das schimmernde Haar des Mädchens und hob mit einem Lachen die Hand, als wollte er winken.

»Ihr habt's ja eilig, ihr zwei –! Ich denke, ihr tanzt noch –? Aber freilich, die Juninächte sind so kurz …«

Und plötzlich fing er an zu laufen und schrie: »Hallo –!! Hallo –!!« und rannte wie einer, der sich aus dem sich schon schließenden Tor der Hölle noch retten will – und warf sich plötzlich selbst aus der Bahn der Straße und weg von der Fährte des Wagens und quer hinein in ein junges Feld, auf dem der Weizen saftgrün und kniehoch stand, auf dem der Tau lag wie eine schwere Decke aus Silbersamt – und wieder heraus aus dem Feld … Da war eine Wiese, da atmete Heuduft aus breiter Mahd, da warf er sich hin und fühlte: Erde … Erde … Niemals gekannte – niemals besessene Erde …

Seine knirschenden Zähne bissen hinein in die Erde …

»Gilt das uns?« hatte Friede gefragt, als sein Ruf verschwimmend hinter dem Gleiten des Wagens dreinlief. Er hatte sie hochgeschreckt aus einem Grübeln, in dem Hans Windegger sie nicht zu stören wagte.

»Nein, Friede …«

Sie richtete sich auf und war plötzlich ganz da.

»Ich bitte dich, laß den Wagen halten.«

Hans Windegger klopfte dem Führer. Der zog die Bremsen an und sah sich um. Das Mädchen war aufgestanden und beugte sich weit in die blausilberne Mitternacht der Straße. Aber es war kein Mensch zu sehen, kein Ruf zu hören. Nur das Orchester der Grillen spielte im Grase.

»Du hast dich getäuscht, meine Liebste«, sagte der Mann.

Sie horchte noch immer mit leicht geöffneten Lippen und unüberzeugten Augen, die in der Nacht nicht an Kraft verloren. Doch endlich, mit einem Seufzer, setzte sie sich und sagte:

»Fahren wir weiter!«

Der Wagen nahm seinen Weg wieder auf. Hans Windegger fuhr sich mit beiden Händen über die feuchte Stirn.

»Darf ich mit dir reden, Friede?«

»Natürlich, Hans.«

»Bist du sehr müde?«

»Nein. Jetzt nicht mehr.«

»Ist dir kalt?«

»Warum?«

»Du bist so unsäglich blaß …«

»Mir ist nicht kalt, Hans.«

»Was ist es denn, Friede?« Und da sie keine Antwort gab, fuhr er leiser fort: »Hast du Angst?«

»... Wovor?«

»Das fragst du?«

»Vor morgen?«

»Ja.«

»Ich habe bei Gott keine Angst vor morgen, Hans«, sagte das Mädchen mit unterdrückter Stimme, in der eine sonderbare Mischung von Leidenschaft und Spott zu schwingen schien.

Hans Windegger beugte den Kopf in seine Hände.

»Ich wünschte manchmal,« sagte er kaum hörbar, »du hättest Angst, meine Liebste, und nähmest deinen Entschluß, die ungeheuerliche Fahrt zum Monde mitzuwagen – und sei's auch in allerletzter Minute – zurück …«

»So … sagte das Mädchen. Es legte seine Finger schmal ineinander und senkte den Kopf und die Schultern. »Und wenn ich das täte, Hans – du mußt nicht glauben, daß es in Wahrheit möglich wäre; die Frage ist eine rein theoretische – wenn ich das täte, Hans, was würdest du tun?«

»... Ich liebe dich, Friede …«

»Das weiß ich. Was würdest du tun?«

Er schwieg. Und sagte, den Kopf aus den Händen hebend: »Gott helfe mit, Friede – daß du das, was ich sage, auch rein theoretisch nimmst – ich glaube, ich brächte es nicht Über mich, dich zu verlassen und die Ewigkeit von dreihundertvierundachtzigtausend Kilometer mit neunzig Prozent Gewißheit ›Auf Nimmermehr!‹ zwischen dich und mich zu legen!«

Stille.

Der Wagen bog in die Stadt ein.

Das Mädchen fragte:

»Du würdest Helius im Stiche lassen können?«

Hans Windegger lächelte traurig.

»›Führe uns nicht in Versuchung!‹ heißt eine der tiefsten Bitten im Vaterunser …«

»Aber ich muß es wissen …«

»Ja, Friede. Ja. Ich würde den Freund und das Werk um deinetwillen im Stiche lassen.«

»Und du wünschtest, ich täte es auch …«

»Zuweilen, Friede. Wenn ich verrückt bin vor Sehnsucht nach dir und dem Leben …«

»So hast du nicht immer gedacht …«

»Jetzt denke ich so.«

Der Wagen hielt an dem Eckhaus der jungen Straße, in der das Mädchen wohnte. Sie stiegen aus. Windegger warf dem Mann einen Schein in die Hand und war mit einem Sprunge dem Mädchen nach, das die Haustür aufschloß. Sie sah, daß der Wagen weiterfuhr. Ihre Hand, schon zum Abschied ausgestreckt, hielt plötzlich inne und zog sich leise zusammen wie ein Mimosenblatt. Ihre Augen, dunkel und übergroß in der Nacht aus Saphir, sahen mit einem Ausdruck von unerbittlichem Wissen dem Manne ins Gesicht. Er hielt ihren Augen stand.

»Erlaube mir, Friede, mit dir nach oben zu gehen«, sagte er ohne einen Laut in der Kehle.

Noch immer lagen ihre Blicke auf seinem Gesicht. Die senkrechte Falte zwischen den Brauen vertiefte sich ein wenig, aber sie war nicht mehr Zorn. Sie war ein bis auf den Grund der Dinge wollendes Grübeln.

»Komm«, sagte sie und stieß die Tür auf …

Die Wohnung Friedes lag wie ein Schwalbennest unter dem First des Daches. Zwei winzige Stuben, jetzt ganz vom Mond erfüllt, eine blanke, elektrische Küche, ein Badezimmer und ein kleiner Balkon, von dem aus sie schauen konnte, soweit ihre Augen reichten. Es gab auf der Welt keinen Fleck, den Hans Windegger inniger liebte als dieses Heim eines Mädchens von zwanzig Jahren, das sachlich-ordentlich war, um Zeit zu sparen, das wenig Dinge sein nannte, aber die waren schön, das – wenn ein Mensch nach Musik zu bezeichnen wäre – wie ein C-dur-Akkord erklang und das – wenn Menschen Farben sind – aus Weiß geschaffen schien mit blauen Schatten.

Friede Velten zog die Tür hinter sich ins Schloß. Es war so mondhell im Zimmer, daß alles, was sich drinnen befand, durchsichtig erschien. Aber das Durchsichtigste von allem war ihr Mädchengesicht.

»War das der Grund, Hans,« fragte sie mit der sonderbar hohen Stimme, die ihr eigen war, wenn etwas sie sehr erregte, »warum du nicht wolltest, daß wir im Wagen von Helius nach Hause fuhren?«

»Ja, Friede«, sagte der Mann.

Sie trat auf ihn zu. Ihr klares Antlitz und ihre wahrhaftigen Augen hoben sich zu ihm und waren von Licht erfüllt.

»Ich liebe dich sehr, Hans, weil du so ehrlich bist«, sagte sie ernsthaft.

Seine Hände, sein Kopf, seine Arme stürzten sich über sie. Die Küsse auf ihren Haaren bettelten um die Augen. Die Küsse auf ihren Augen bettelten um den Mund. Jede Liebkosung war Anbetung und Hilflosigkeit, Gewaltsamkeit und Unterwerfung in einem. Ihre biegsame Leichtheit entzog sich ihm mühelos, und stärker als je empfand er sie schwebend unfaßbar, als wäre sie wirklich Musik und die Farbe von Schnee.

»Setze dich«, sagte sie. »Willst du irgend etwas trinken? Du weißt, wo du alles findest …«

Er hörte nicht, was sie sagte, und es war auch nicht wie von ihr gesagt. Er setzte sich nicht; er lehnte sich gegen die Wand. Er sah den weißen Mond auf den Dielen liegen. Eine Kirchenuhr schlug dröhnend eins.

Die erste Stunde des 24. Juni …

»Friede«, sagte der Mann und wischte sich über die Stirn, »warum hast du dich geweigert … warum hast du nein gesagt, als ich dich – damals – bat, mein zu werden? Warum entziehst du dich mir? … Ich liebe dich – Gott im Himmel, ich würde mir für dich die Augen ausreißen lassen! Ich bin dir ausgeliefert – ich sage es dir und pfeife darauf, ob es unmännlich ist oder nicht! Sieh her: meine Hände zittern so toll, daß ich damit keinen Bleistift festhalten könnte! Warum? Weil ich immer ins Leere fasse, wenn ich nach dir greife … Ist dir das ein schönes Schauspiel, wenn ein Mann auf den Knien liegt? Ich habe es immer ziemlich albern gefunden. Aber wenn du willst, falle ich auf die Knie vor dir und – – Friede, ich bitte dich, sag irgendein Wort! Steh nicht da wie Lots Weib … gib mir wenigstens deine Hände oder schmeiß mich hinaus oder nimm mich in deine Arme – in deine kühlen, angebeteten Arme, die eine unausdenkbare Wohltat für einen zerplatzenden Schädel sein müssen …«

»Wenn du mich lieb hast, Hans,« sagte Friede Velten leise, »dann setze dich da, wo du bist, und komm mir nicht nahe und wirf auch nicht deine Worte – deine guten, liebenden Worte so über mich wie ein Fangnetz … Ich will mit dir sprechen … Das kann ich nicht, wenn ich betäubt bin …«

Seine Hand ertastete sich einen Stuhl, darauf ließ er sich nieder. Er stemmte die Ellbogen auf die Knie und legte den gefolterten Kopf in die nichts vermögenden Hände.

»Du hast mich gefragt, Hans – und ich habe diese Frage erwartet, obwohl ich manchmal hoffte, du könntest sie mir ersparen – warum ich mich in all diesen Wochen geweigert habe, deine Frau zu werden … dein zu werden, Hans … Denn glaubst du wirklich, ich fragte viel danach, ob irgendein Beamter seinen Namen unter ein Schriftstück setzt, auf dem wir beide uns gegenseitig die Ehe bescheinigt haben? Ich bin keinem Menschen auf der Welt verantwortlich als mir allein, und ich kann tun und lassen, was mir beliebt, solange ich keinem andern damit ein Recht verletze … Ist das so richtig, Hans?«

»Ich bin der letzte, der dir das bestreitet«, sagte der Mann in seine Hände hinein.

»Entsinnst du dich noch genau an den Morgen des Tages, an dem wir uns wie zwei brave Bürger verlobten?«

»Ich bete dich an, Friede,« sagte Hans Windegger, »aber wenn du dämliche Fragen stellst, muß ich es sagen dürfen.«

»Ich bin nicht ganz sicher, Hans, ob unsere beiden Erinnerungen die gleichen Bilder produzieren. Ich weiß noch, wie kühl und schön der frühe Morgen war; ich kam vom Astrophysikalischen Observatorium und suchte Helius in der Werkstatt, um ihm eine photographische Platte zu bringen, die mir geglückt erschien. Ich konnte ihn nicht finden, aber du warst da. Du hattest mit deinen Leuten die ganze Nacht hindurch gearbeitet und den Tag vorher und Nacht und Tag vorher. Sie hatten sich abgelöst, aber du warst immer auf deinem Posten geblieben, manchmal minutenweise im Stehen schlafend, und hattest ein Gesicht zwischen Malachit und Mörtel und warst betrunken von deiner Arbeit, nahmst mich bei der Hand und schlepptest mich von Quadratzentimeter zu Quadratzentimeter durch das Geschöpf, das du für Helius bautest … Das Weltraumschiff … Weißt du das noch?«

»Ja, Friede … Und auf einmal sah ich, wie wir zusammengeduckt in der Beobachterkammer kauerten, daß dein Gesicht, dein ganz erblühtes, aufgetanes Gesicht mir nahe war wie nie zuvor, daß deine Augen mich streichelten, daß dein Lächeln mich liebkoste – und küßte dich wie ein Verrückter, der ich war, und leider Gottes jetzt zum Quadrat erhoben bin … O Friede, es ist schwer –! Muß ich hier sitzenbleiben, während du, drei Schritte von mir entfernt, wie eine Gnadenquelle schimmerst? Der Mond darf deine Knie küssen, und er liebt sie nicht so, wie ich sie liebe!«

»Du solltest mich nicht so verlocken, Hans … Du hast die Macht dazu, ja, und du hast mich in den letzten Wochen so oft verlockt mit deinen heißen Worten und Händen … Und ich war so oft nahe daran, deiner Verlockung zu erliegen … aber dann habe ich dich nie so recht geliebt … Begreifst du, Hans? Ich habe dich immer am meisten geliebt, wenn du gleichsam mit deinem Werke, mit deiner Arbeit für Helius auflodertest wie eine große Flamme – so wie damals, als wir in der Beobachterkammer des Weltraumschiffs beisammenkauerten und du ganz Glut warst –«

Hans Windegger stand auf, er machte eine kleine abwehrende Bewegung mit der Hand gegen das Mädchen hin, das sich in seinem Stuhle zurückbog.

»Nein, nein,« sagte er heiser, »hab' keine Angst, ich komme dir nicht nahe … Ich kann nur nicht mehr ruhig sitzenbleiben!«

Er tat zwei Schritte quer ins Zimmer hinein und wandte sich plötzlich und trat auf den kleinen Balkon hinaus, auf den das Mondlicht in einer berückenden Fülle niederströmte. Sehr lange stand er, die Hände in den Taschen, und starrte in den Himmel hinauf, der schon im ersten Ahnen künftiger Dämmerung sich grün zu färben begann. Die bittende Stimme des Mädchens kam aus dem Zimmer zu ihm:

»Hans!«

»Ja!«

»Komm zu mir!«

»Ach, Friede … lieber nicht.«

Er hatte ihre Schritte kaum gehört, aber plötzlich empfand er ihren Duft, und da stand sie neben ihm und legte die Hände um seinen linken Arm.

»Jesus Maria, Mädchen –!« sagte er halblaut und unterbrach sich sofort. Er wandte den Kopf von ihr weg und sah mit verschobenen Kiefern zum Monde hinauf.

»Du hast ein seltsames Herz, meine Liebste«, sagte er dann. »Du liebst mich wohl nur um meiner Arbeit willen – Arbeit für die Idee, zu der du dich so leidenschaftlich bekannt hast … Ist es nicht so?«

»Ich weiß es nicht, Hans! Glaubst du, mein Herz sei sich klar? Aber wenn es so wäre – müßtest du deine Arbeit und die Idee nicht um so inbrünstiger lieben … wenn du mich liebst?«

Er hob die Schultern und ließ sie wieder sinken.

»Vielleicht, meine Liebste. Vielleicht auch nicht … Ich habe heute nacht einen zu verdummten Schädel, um einen Gedanken logisch zu Ende denken zu können. Ich bin wahrscheinlich auch ein viel primitiverer Mensch, als du für möglich hältst, Mädchen. Ich hab' dich irrsinnig lieb. Und ich könnte mir denken, wenn du mich ebenso liebtest, daß alle Theorien und alle Ideen, und seien sie noch so groß und weltumstürzend, dir nicht mehr bedeuten würden als eine Sternschnuppe … Ja, nun stehst du neben mir mit deinem schönen Gesicht, das ganz versteint ist in Unzugänglichkeit … Ich weiß, meine Liebste, ich muß dich auf dem Umweg über das Weltall erobern, nicht wahr? Und wenn mir das nicht gelingt? – Dann wird der einzige Mann, dem du dich hingibst, der Mann im Monde sein … Ist das wahr oder nicht?«

Sie lächelte, aber plötzlich wandte sie sich hastig um und ging ins Zimmer zurück. Die Tränen stürzten ihr aus den geschlossenen Lidern. Erschrocken lief er ihr nach und holte sie ein. Er nahm sie in seine Arme wie ein Bruder.

»Das wollte ich nicht, meine Liebste«, sagte er innig. »Das wollte ich nicht! Ach, ihr Geschöpfe aus Adams und Evas Samen! Ihr rennt einem Manne das Messer in den Hals und dreht es dreimal in der Wunde um. Und wenn man euch dann sagt: Das tut weh, meine Liebste – dann weint ihr, und dann ist der Mann ein Schurke … Meine angebetete Liebe, wenn du nicht willst, daß ich vom fünften Stock auf die Straße hinunterspringe, dann weine nicht! Ich bitte dich, weine nicht!«

Sie sah ihn aus den beperlten Augen an, strich ihm mit beiden Händen über die Schläfen, hob das Gesicht und bot ihm den Mund zum Kuß.

Er schloß die Augen und stand eine Weile ganz still. Dann beugte sein dunkler Kopf sich dürstend hinab und nahm ihren Kuß von den sanften, erschrockenen Lippen.

»Gute Nacht!« sagte er und wandte sich ab und ging, ohne sich noch einmal umzusehen.

Aber als er auf die Straße gelangt war, blieb er stehen und sah mit unverwandten Augen hinauf zu den kleinen Fenstern, die offen standen, und zu dem kleinen Balkon, auf dem die Geranien mit einem unwahrscheinlichen Rot im Mondlicht brannten.

›Laßt euch die letzte Nacht auf Erden süß sein …‹ dachte er grinsend.

›Na ja …

Helius hat ganz recht gehabt. Wir wollen diese letzte Nacht auf Erden, soviel davon noch übrig ist, verschlafen …‹


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