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Im Garten des Senators Eiskuhl
Still und trübselig flossen die schönen Tage in der Villa Eiskuhl dahin. Der Schlag, den Spickmann mit der Landgutgeschichte auf die Senatorin führte, knickte sie zusammen wie den alten Hut des Neuwerker Schulmeisters, als ihm dieser den Faustpuff wegen unterbrochener Vorlesung seines Manuskriptes gab. Die Arme ging umher wie die Ahnfrau von Grillparzer. Ihr Kopf hing schwermütig zur Seite, was ihr ganz das Aussehen eines reifen Mohnstengels gab, dessen dünner Hals das Haupt nicht mehr tragen kann. Die Nase war ein ausgebrannter Krater, dessen Glut nur noch manchmal angefacht wurde, wenn die Quellen des Portweins in den unterirdischen Feuerherd des Magens flossen und die Dämpfe nach oben trieben. Ihr Glaube an die Menschheit war nie stark gewesen, aber jetzt war er fast ganz vernichtet. Noch weit schlimmer als von der Spickmannschen Hinterlist wurde jedoch die Gute von der Undankbarkeit des Künstlers niedergeschmettert; dieses Elenden, der des Umganges der hohen Familie gewürdigt worden, – der ein ganzes Jahr in der Villa gewohnt und so und so viel Mahlzeiten genossen, so und so viel Flaschen Wein getrunken hatte!
Die arme, geknickte Dame besaß nur noch für zwei Dinge Interesse. Das eine war ihre Haarfärbetinktur, mit der sie eben den roten Nachwuchs geschwärzt, und das andere Herr Henri, dessen Zartgefühl das rübenverzehrende Ungeheuer mehr als jemals mit dem Namen »Hinrich« zerstampfte, wofür ihm dieser wiederum des Nachts in die Rübenbeete sprang und diese zertrat. Die Senatorin wußte dies und nahm es als eine Art ihr dargebrachte Serenade auf, wofür sie Henri am Morgen einige zärtliche Blicke und Seufzer schenkte, die den Jüngling vollends um den Verstand brachten.
Auch heute war er wieder durch die Koketterie der Senatorin zur Verzweiflung gebracht und ging tiefsinnig im Garten umher. Er betrachtete jede Baum- und Blumengruppe und die Villa von allen Seiten, als wollte er Abschied von den Gegenständen nehmen. Dann setzte er sich auf eine Bank und überlegte.
»Er grämt sich in hoffnungsloser Liebe, der himmlische dumme Junge«, flüsterte die Senatorin, die ihn durch das Gebüsch beobachtete. »Er hat nicht den Mut, sich mir zu Füßen zu werfen. Ach!« Hier klappte die alte Kokette die Schaufeln ihrer Hände gegen das Brett ihres Busens und bildete dadurch mit den Ellbogen ein paar Ecken, die jedem Bildhauer ein Greuel sein mußten. In dieser Stellung ging sie nach ihrem Pavillon, wo sie sich in ein Fauteuil warf und den himmlischen dummen Jungen träumend vor sich kniend sah, wie er ihr seine heiße Liebe gestand.
Sie mochte etwa eine halbe Stunde so gesessen haben, als sich die Tür leise öffnete und Henri, sie schnell wieder schließend, hereinhuschte. Er legte den Finger auf den Mund, beugte sich vor und flüsterte: »Angebetete Gebieterin! Ich habe Ihnen ein Geheimnis mitzuteilen. Ich kann es nicht länger mehr verbergen.«
»Endlich!« hauchte die Dame und sank zurück, als vergingen ihr die Sinne.
»Es betrifft Ihre Töchter«, sprach Henri.
Die Senatorin schnellte bei diesen Worten so plötzlich aus ihrer süßen Bewußtlosigkeit empor, daß sie beinahe den arglosen Henri mit der Spitze ihrer Nase wie einen Schmetterling angespießt hätte.
»Was haben Sie mit denen zu schaffen?« fragte sie scharf.
»Oh, ich nichts!« entgegnete Henri gleichgültig. »Aber andere machen sich mit ihnen zu schaffen – Leute, die man unvorsichtigerweise hier aufgenommen hat und die die Frechheit besitzen, ihre Augen zu den Töchtern eines solchen Hauses zu erheben, nachdem sie mit Undank geschieden sind.«
»Henri! Meinen Sie etwa den Maler und –«
»Ja, ich meine den Maler und den – Barbier, den Ihr Herr Gemahl als Doktor hier einführte«, sagte Henri bewegt.
»Henri!« trillerte die erschrockene Senatorin in der viergestrichenen Oktave, »Henri! Ein Bar– –«
»bier!« ergänzte Henri mit einem Jammerton, drei Oktaven tiefer.
»Entsetzlich! Wenn das Spickmanns erfahren – es wäre mein Tod!« wimmerte Madame Eiskuhl.
»Der Schurke – hat Ihrem Gemahl weisgemacht, er verstände Latein, und ich verstände nichts davon. Hat mich in den Augen des Senators heruntergesetzt –«, grollte Henri.
»Es kann Ihnen egal sein, was mein Mann von Ihnen denkt, Henri! Ich denke anders von Ihnen. Ach, Henri! Ein Bar– –«
»bier!« bestätigte Henri.
»Schrecklich! Dann ist dieser Maler am Ende auch gar kein Professor?« jammerte die Senatorin weiter.
»Keine Idee. Die beiden Kerle wohnen jetzt in einer Bodenkammer zu St. Pauli und sind elende Hungerleider, die man gar nicht in einer Stadt wie Hamburg dulden sollte. Der Barbier rasiert den Herrn Senator jeden Morgen bei Sonnenaufgang. Dies habe ich herausbekommen«, berichtete Henri.
»Schändlich! Entsetzlich! Und ein Mann wie Sie mußte solches Gesindel bedienen und hinter ihnen stehen? Schreckliche Laune des Schicksals – Henri! Sie, der an einen ganz anderen Platz gehört!«
Henri sah das ein und tat einen zwei Ellen langen Seufzer. Er stürzte aber noch nicht auf die Knie.
»Doch Geduld! Ich will das Gesindel aus der Stadt jagen lassen. Ich fahre morgen zum Senator Meier, er muß sie ausweisen. Meinen Töchtern will ich sogleich sagen, wer unsere Gastfreundschaft mißbraucht hat«, fuhr die Senatorin zornig fort.
»Darf ich mir eine Bitte erlauben, angebetete Gebieterin meines He – –?« bat Henri, der Gebieterin die Hand küssend.
»Bitten Sie, Henri!« flötete diese mit einem herzbrecherischen Blick.
»Dann überlassen Sie mir, Ihre Töchter über die Landstreicher aufzuklären, wobei ich mich zugleich an dem Bartkratzer räche. Oder helfen Sie mir vielmehr zur Rache.«
»Gut! Wie?« fragte die Gebieterin.
»Übermorgen ist der Geburtstag des Herrn Senator, den dieser jedesmal vormittags in der Stadt verbringt. Schicken Sie beide Töchter morgen abend hinein und tragen Sie ihnen auf, dem Vater gerade bei Sonnenaufgang zu gratulieren, wenn sie ihm eine große Freude machen wollten. Ich werde einen Brief von Ihnen bringen und dafür sorgen, daß sie Doktor Schnepfe in der schönsten Arbeit treffen«, flüsterte Henri leise.
»Ausgezeichnet!« stimmte Madame Eiskuhl bei, indem sie Henri beim Ohr zupfte. »Ich werde dies genau so einrichten.«
»Vor der Hand wäre es indes vielleicht gut, wenn Sie einmal am Pavillon drüben erschienen, wo man sich besser unterhält, als nötig ist«, drängte Henri, um hinauszukommen.
»Wa – Was? Ich glaube doch nicht – –«, fragte die Senatorin zornig.
»Pst! Glauben Sie nur und sehen Sie zugleich. Kommen Sie im Gebüsch herum. Aber versprechen Sie mir zu schweigen und durch Ihr ruhiges Erscheinen die Landstreicher in die Flucht zu schlagen. Die bartkratzerische Überraschung wird zu guten Effekt machen.« Mit diesen Worten führte Herr Henri die Senatorin in das dichte Gebüsch und nach dem andern Pavillon hinüber, wo er hinter einem dicken Fliederbusch Posto faßte und nach den Weiden hinab zeigte, in denen seine Gebieterin Schnepfe und Bernhart erblickte, die sich auf das angelegentlichste mit Selma und Emma unterhielten, die aus dem Fenster ihres Pavillons sahen. Die Senatorin hörte, wie eine Partie für nächsten Sonntag besprochen wurde, auf der man zusammentreffen wollte. Als man im besten Beraten war, trat Madame Eiskuhl, treu ihrer Rolle als Ahnfrau, wie eine Erscheinung aus dem Gebüsch und wandelte zwischen den Liebenden hin und her. Ihr Anblick war so unvorhergesehen und niederschlagend, daß die jungen Männer in den Weiden untertauchten und verschwanden, während die Mädchen wortlos und verdrießlich in die Ferne schauten, denn Mama, die keinen von beiden Teilen sah, schien sich den Platz für diesen Abend zur Promenade ausersehen zu haben, um hier ein Gedicht auswendig zu lernen, in dessen Zeilen sie von Zeit zu Zeit blickte.
Kaum war der nächste Morgen angebrochen, als sich Herr Henri schon am Strande einfand und spekulierend auf und ab ging, bis die Flut kam. Dann nahm er ein Boot, in dem er nach der Stadt fuhr, wo er vor allen Dingen nach Martens Keller ging und dort sehr würdevoll frühstückte. Diese wichtige Sache wurde früher von ihm stets in einem Keller in der Nähe des Rathauses abgemacht, wo sich die Herren Diener der Senatoren einfanden, ihre Geheimnisse austauschten, die öffentliche Chronica scandalosa besprachen, ausgesuchte Späßchen machten und als vorzügliche Kenner der feinsten Weine und Delikatessen den Wirt hetzten, daß ihm der Angstschweiß ausbrach.
Es mußten starke Beweggründe sein, die Herrn Henri veranlaßten, diese Gesellschaft zu verlassen, in der er keine geringe Rolle spielte, und eine Sphäre aufzusuchen, in der er noch gar keinen Platz besaß. Er studierte aber offenbar das Terrain, indem er hier in einsamer Würde frühstückte.
Nachdem er die Hände vom lecker bereiteten Mahl erhoben, streckte er die Beine auf einem nachbarlichen Stuhle aus, zündete eine Zigarre an und studierte die Zeitung ruhig und ohne Übereilung, wobei er sich einige Stellen notierte. Dann zahlte er die ziemlich hohe Zeche mit der Ruhe eines Millionärs, zog die Glacés über die Hände und stieg auf die Oberwelt, die er etwas geringschätzig betrachtete.
Herr Henri schlenderte durch die Stadt und besah die Läden. Ein großes Interesse zeigte er für die Barbierstuben, in die er neugierig blickte, bis er endlich eine fand, die ihn ganz besonders anzog, denn er sah mehrere Male verstohlen hinein und war offenbar unschlüssig, ob er sich hier rasieren lassen sollte oder nicht. Er griff wiederholt an das glatte Kinn, überlegte dann und ging endlich weiter, indem er still vor sich hin lachte. Nach einiger Zeit blieb er stehen, sah in seinem Notizbuch nach und suchte einen darin verzeichneten Wagenhändler auf, bei dem er einige aus England gekommene Equipagen in Augenschein nahm, von denen ihn besonders ein zweirädriges Gig entzückte, dessen Malerei, Polster und Federn er genau prüfte, sich hineinsetzte, auf und ab stieg und dann nach dem Preise fragte. Leider war das Ding schon verkauft, und der Händler tröstete Herrn Henri auf einige amerikanische Gigs, die nach seiner Versicherung wahre Ausbunde von Eleganz und Leichtigkeit seien und bereits »schwimmen« sollen.
In Betracht der Umstände beruhigte sich der junge Mann und beschloß, auf die Amerikaner zu warten, was ihn jedoch nicht abhielt, sich einige Pferde anzusehen, die etwa für ein Gig passen könnten. Als auch dies Geschäft beendigt war, hielt er eine Konferenz mit seinem Schneider ab, nach der die Zeit zur Table d'hote in Streits Hotel herankam, wohin er sich nun begab.
Herr Henri übte sich offenbar auf die Rolle eines Millionärs ein und studierte die schwere Aufgabe, die Zeit in nobler Weise totzuschlagen, eine Kunst, die nicht so leicht ist wie man glaubt und wozu ein angeborenes Talent oder große Übung gehört.
Nach Beendigung der Table d'hote begab sich Herr Henri in die Alsterhalle, um seinen Kaffee zu trinken und Notizen für ein künftiges dolce far niente zu machen, worauf er sich zur Verdauung zwei Stunden auf der Alster spazieren fahren ließ. Jetzt begann aber das Geschäft, das darin bestand, daß sich Herr Henri gegen Abend beim alten Eiskuhlschen Hause auf die Lauer legte, bis er die Töchter des Senators aus Neumühlen ankommen und ihr Zimmer in Besitz nehmen sah. Dann ging er nach dem Barbierladen, der ihn so sehr interessierte und gab die Bestellung ab, daß der Herr Senator Eiskuhl morgen früh Punkt fünf Uhr barbiert sein wolle, was von dem anwesenden Besitzer feierlichst versprochen wurde. Herr Henri rieb sich die Hände und konnte nun beruhigt an sein Souper denken. Es war alles in der besten Ordnung, gut berechnet und mußte gelingen, weshalb er in sehr guter Laune gegen Mitternacht nach dem neuen Quartier ging, wo er noch ein Weilchen durch die Salons wanderte, ehe er sich schlafen legte.
Am nächsten Morgen stand er mit Tagesanbruch auf und lief etwas erregt bis halb fünf Uhr an der Alster umher. Dann klopfte er am alten Haus und ward von dem verwunderten Jost eingelassen, dem er mitteilte, daß er ein Schreiben von der Senatorin bringe und dieses den Töchtern übergeben solle, ehe sie dem Papa gratulierten.
Jost meldete dies den Mädchen durch die Türspalte, weil sie eben beim Ankleiden begriffen waren. Henri stand indessen mit fieberhafter Spannung auf der Lauer und horchte nach der Haustür und der Turmglocke. Endlich schlug es fünf. Im selben Augenblick erschien auch Schnepfe und stieg, zwei und zwei Stufen nehmend, die Treppen hinauf, um in des Senators Zimmer zu verschwinden.
Henri ging an die Tür zum Zimmer der Mädchen und klopfte ärgerlich, denn er fürchtete, der geeignete Moment möchte verlorengehen.
»Wir sind eben fertig«, sprach Emma öffnend, wollte aber wieder schließen, als sie Henri erblickte.
»Ich erlaube mir, Ihnen nur die Mitteilung zu machen, daß Sie sehr eilen müssen, wenn Sie Ihrem lieben Herrn Papa noch gratulieren wollen; denn er wird eben in notwendigen Geschäftsangelegenheiten ausgehen. Außerdem sendet Frau Senatorin dies, damit Sie es dem Herrn Senator geben möchten.« Nach diesen dringend gesprochenen Worten verbeugte sich Herr Henri sehr tief, um sein höhnisches Lächeln zu verbergen, und stieg die Treppe hinab, doch nur halb, denn er schlich sogleich den Mädchen nach, die, mit großen Blumensträußen bewaffnet, sofort die Treppe hinaufeilten, um in Papas Zimmer einzubrechen.
Ein Schrei der Überraschung ertönte aus dem Munde der vorangeeilten Emma. Sie ließ ihren Blumenstrauß fallen und war nebst ihrer Schwester in eine Statue verwandelt, denn ihr Ideal, ihr Doktor Schnepfe, stand ganz unerwartet dort und barbierte eben den Senator, oder schnitt ihm diesmal vielmehr wirklich, zwar nicht die Kehle, aber beinahe die Nase weg, denn als er beim Eintritt der Mädchen gleichfalls versteinert war und sein Messer still hielt, drehte sich Herr Eiskuhl beim Schrei Emmas schnell herum und fuhr mit der Nase in das Messer, worauf er einen Schreckenslaut ausstieß, und als er sein Blut fließen sah, dem unglücklichen Schnepfe eine fürchterliche Ohrfeige gab.
»O du verdammter Bartkratzer! Daß dich doch gleich der Teufel holte!« brüllte er dann, indem er untersuchte, wie viel oder wie wenig noch von der hochweisen Nase übriggeblieben war, während Jost und die Mädchen nach Wasser und Leinwand riefen und Herr Henri seine ungemeine Befriedigung unter dem mitleidigen Bedauern über den Vorfall und einer großen Entrüstung über ungeschickte Barbiere versteckte, wobei er gegen die weinende Emma bemerkte, daß ein solcher Leichtsinn von diesem Barbier um so fluchwürdiger sei, da ihn der gutherzige Senator protegiert und sogar unter dem Titel eines Doktors in seinen Gesellschaften zugelassen habe. Es sei aber kein Dank von solchem Volk zu erwarten. Für die arme Emma war jedes Wort Henris ein Schlag. Es wurde ihr dunkel vor den Augen.
Das unglückliche Opfer der schändlichen Intrige Henris, der arme, als Barbier, Doktor und Liebhaber vernichtete Schnepfe, wankte unter dem Anathema des Senators hinaus. Er war physisch und moralisch niedergeschmettert und nahm mit tränenumflortem Blick Abschied von dem Haus und seiner Liebe, denn er fühlte, daß er sich hier nie mehr sehen lassen könne. Der alte Jost drückte ihm verstohlen die Hand mitleidig an der Treppe und fühlte die größte Lust, Henri niederzuschlagen, der plötzlich neben ihm erschien und dem Hinabwankenden mit grimmigem Lächeln die Worte » Ne sutor ultra crepidam« Ne sutor ultra crepidam , zu deutsch: Schuster bleib bei deinem Leisten. nachrief, worauf er verschwand, sobald der arme Schnepfe zur Tür hinaus war, während Jost über den Sinn des geheimnisvollen Lateins nachgrübelte und aus dem letzten Worte schloß, daß der Bösewicht Henri den Wunsch ausgesprochen habe, Schnepfe möge krepieren, was ihn mit großer Wut erfüllte.
Herr Henri saß indes im Alsterpavillon und trank seinen Kaffee in höchst heiterer Laune. Er war entzückt über das gute Gelingen seiner Intrige und mußte manchmal laut auflachen, wenn er an des Senators Nase dachte und wie dieser die Senatorin damit erfreuen würde. Er bedauerte, daß es Schnepfe nicht gelang, das ganze senatorische Riechwerkzeug abzusäbeln, was für Henris Plan von unberechenbarem Wert gewesen wäre. Indem er so kalkulierend über die Alster blickte, bemerkte er ein Boot, in dem der junge Spickmann von der Villa nach der Stadt kam. Er trat an das Geländer der Veranda, grüßte das Kalb sehr vertraulich, worüber dieses verwundert den Mund aufriß und sprach, Spickmanns Weise übermütig karikierend: »Ergebenster, verehrter Herr Spickmann! Wissen schon famose Geschichte, wie Doktor Senator Nase abgesäbelt hat? Katze soll gefressen haben – Doktor nichts als verkappter Barbier. Ungeheure Blamage. Kolossal lächerlich!«
Spickmann stieg aus und sah Henri mit einer höchst komischen, verblüfften Miene an, worauf er fragte: »Doktor Nase abgesäbelt? Was für Doktor? Was für Nase?«
»Doktor Schnepfe, verehrter Herr Spickmann«, rief Henri lachend. »Doktor Schnepfe, den Senator Eiskuhl zum Schiffsdoktor gemacht hat – Doktor war aber nichts weiter als verkappter Barbier von Senator – hat heute früh um Tochter angehalten und weil Ohrfeige dafür bekommen, Senator Nase heruntergeschnitten. Sage Ihnen, Hauptspaß! Bitte aber, nicht zu verraten, daß von mir erfahren.«
Spickmann jun. nickte einigemal mit dem Kopfe, strich seinen Backenbart und fragte Henri leise: »Wissen Sie nicht, ob Senator unter Freimaurer ist?«
»Ich glaube, er gehört zu dieser Bande, sehe aber nicht ein, wie ihm die seine Nase wieder ganz machen sollen«, sprach Henri.
»Um Gottes willen, sprechen Sie nicht so laut von Bande«, flüsterte Spickmann. »Kann froh sein, daß nur Nase weg ist. Schweigen Sie! Können sonst Nase und Kopf dazu einbüßen und eines Tages spurlos verschwinden!«
Henri sah das Kalb erstaunt an.
»Ja, ja«, fuhr dies fort. »Gott weiß, was Senator gegen Gesellschaft getan hat. Ich sage Ihnen, Doktor ist höchst gefährlicher Kerl. Will Barbier scheinen. Gut. Sage Ihnen aber, ist so wenig Barbier wie wir beide.«
»Dummes Zeug!« sagte Henri ärgerlich, »Schnepfe ist und bleibt weiter nichts als ein Bartkratzer, der sich bei uns eingeschlichen hat.«
Spickmann schüttelte pfiffig mit dem Kopfe.
»Ich will Ihnen den Beweis dafür liefern«, fuhr Henri fort. »Kommen Sie mit mir. Ich will Ihnen den Laden zeigen, in dem Schnepfe seit langer Zeit jeden Nachmittag rasiert. Gehen Sie heute nach Tisch hin und lassen Sie sich dort von ihm barbieren. Geben Sie ihm zwei Schillinge für den Prinzipal und zwei für sich, und glauben Sie mir dann?«
»Hm, habe Doktor lange nicht gesehen. Muß die Sache selbst untersuchen«, brummte Spickmann zweifelnd. »Zeigen Sie mir Laden. Gehe nachmittag hin. Muß sehen.«
»Kommen Sie gefälligst«, sprach Henri, nahm seinen Hut und führte Spickmann nach dem Barbierladen, den er ihm von weitem zeigte, worauf er sich verabschiedete, um noch mit der letzten Ebbe nach Neumühlen zu kommen und seiner Gebieterin Bericht über den glänzenden Erfolg seines Unternehmens abzustatten.
Schnepfe mußte, wie Henri ganz richtig herausspioniert hatte, im laufenden Monat jeden Tag nach Tisch den Dienst im Laden versehen und stand nach dem verhängnisvollen Morgen in dumpfer Verzweiflung an das Fenster der Barbierstube gelehnt, durch das er die vorbeieilenden Menschen betrachtete und darüber nachsann, ob wohl einer unter ihnen wäre, der so unglücklich sei wie er.
Die Menschen draußen liefen und drängten vorüber, ihren hundertfachen Zielen und Interessen nach. Ebenso drängten sich die Gedanken im Kopfe Schnepfes, einer hinter dem andern, aber alle nach einem Punkt, in dem sie untergingen: nach dem Bild der verlorenen Emma.
Während Schnepfe dies Bild im vorbeitreibenden Menschenstrom, wie in weiter Ferne, auf und unter tauchen sah, schob sich plötzlich hart an der Fensterscheibe ein anderes bekanntes Gesicht vor sein Auge und starrte ihn mit geöffnetem Munde an. Es war Spickmann jun.
»Wieder einer, der kommt, um den Esel ohne Löwenhaut zu sehen«, murmelte Schnepfe, indem er dem Hereinschauenden ein finsteres Gesicht zeigte und fast gleichgültig bei dem Umstand blieb, daß ihn Spickmann zum ersten Male hier entdeckte und aufsuchte. Er nahm sich gar nicht einmal die Mühe, darüber nachzudenken, wie dies komme und blieb regungslos stehen, als Spickmann in den Laden trat.
»Äh, Doktor! Famose Geschichten. Nase weg! Und Sie warten hier ruhig ab?«
Schnepfe zuckte mit den Achseln.
»Weiß alles. Habe von Henri erfahren, der mir Laden zeigte und behauptete, wären nur Barbier. Wir wissen das besser! He?«
»Henri? Dieser Schuft! Er soll sich in acht nehmen!« sprach Schnepfe zornig.
»Wissen schon, daß Maurer Bande geschimpft hat?« fragte das Kalb erstaunt. »Merkwürdig, wie schnell das erfahren. Habe diesen Henri übrigens gewarnt. Aber sagen Sie, wo kriegen Mut her, so gegen Senator hier in Hamburg aufzutreten? Müssen ganz verfluchte Macht hinter sich haben. Weshalb spielen nun noch Barbier?«
»Ich spiele gar nichts und bin nichts als ein armer Barbier. Meine Rolle ist aus«, sprach Schnepfe, traurig den Kopf senkend. Dann lachte er verzweifelt auf, ergriff den Stuhl, setzte ihn hart vor Spickmann hin und fragte bitter: »Wollen Sie vielleicht barbiert sein? Ich stehe zu Diensten!«
Spickmann machte einen kleinen Sprung rückwärts und hielt den Hut vor seine Nase, wobei er stotterte: »Äh! äh! Danke ganz verflucht! Möchte doch Nase behalten. Schwöre Ihnen zu, daß nicht eine Silbe verraten. Habe nicht einmal davon gesprochen, daß einer mit Eiskuhlschem Schiff hinüber ist, der Buch von Freimaurergeheimnis geschrieben hat und daß Eiskuhl wahrscheinlich deshalb Denkzettel bekommen. Äh! Sehen Sie, Freund Doktor! Wir wissen, was hinter Barbier steckt und wollen Henri dabei lassen.«
Herr Henri saß indes mit seiner Gebieterin in der Villa beim Frühstück und erzählte die Erkennungsszene aus der Stadt mit allen Einzelheiten. Die Nasengeschichte malte er ganz besonders aus und entwarf ein Bild von dem bepflasterten Senator, bei dem die Senatorin in jammervolle Klagen ausbrach und es fürchterlich fand, an ein solches Scheusal gekettet zu sein.
Henri tat einen tiefen Seufzer und sprang auf. »Oh, meine arme, teure Gebieterin!« rief er dann mit Pathos, »weshalb müssen Sie denn Ihr schönes Leben, an dieses Ungeheuer gefesselt, vertrauern? Sprengen Sie diese Fessel und beglücken Sie ein Herz, welches zum ersten Male liebt und bis jetzt hoffnungslos zu einer hohen Dame emporblickte. Hier liegt das Herz zu Ihren Füßen.« Mit diesen Worten wollte Henri eben vor die entzückte Senatorin niederfallen, als man Stimmen im Garten hörte, die sich dem Salon näherten.
»Um Gottes willen, Henri! Mein geliebter Henri! Bei Sonnenuntergang im Pavillon!« Mit diesen Worten eilte die Senatorin in den Garten, um beim Anblick des bepflasterten Senators, der sich, von seinen Töchtern begleitet, nach der Villa zurückgezogen, einen Schrei des Abscheus und Schreckens auszustoßen.
Herr Henri war ärgerlich stehengeblieben, stürzte dann schnell ein paar Gläser Champagner hinunter und verschwand, ehe die Ankommenden den Salon erreichten, gleichfalls im Garten.
Kaum war er aus der Gartentür, so streckte sich eine Nase zur leise geöffneten anderen Tür herein, der der Kopf des alten Jost folgte, der ungemein vergnügt schmunzelte und Herrn Henri nachnickte.
»Oh? Also bei Sonnenuntergang im Pavillon, mein Pomadenbuttje. Mein geliebter Henri! O warte, mein süßer Junge, wir wollen dir eine Suppe einbrocken, die dir bekommen soll – zum Krepieren!«
Bei diesen Worten verschwand der Kopf und die Tür wurde leise geschlossen, dann aber trat die glückliche Familie Eiskuhl vom Garten ein.
Der Senator setzte sich in sehr schlechter Laune an den Tisch und sah mürrisch auf das Geschirr.
»Wer hat hier gefrühstückt?« brummte er.
»Ich habe mir dies erlaubt«, antwortete die Senatorin sehr spitz.
»Wer noch?« fragte der Senator kurz, auf das zweite Kuvert zeigend.
»Der Herr Sekretär war so freundlich –«
»Ah? Der Herr Sekretär war wirklich so freundlich?« höhnte der Senator. Dann schlug er plötzlich mit der Faust auf den Tisch und schrie: »Wie kommt denn dieser Kerl zum Frühstück hier heraus? Er war doch eben drinnen bei dem Skandal und hat, wie Jost behauptet, sogar den Skandal angerichtet.«
»Jost ist eine gemeine Seele«, sprach die Senatorin, verächtlich nach diesem blickend, der eben eingetreten war und sich für dies Kompliment durch eine Verbeugung bedankte – dazu murmelte: »Bei Sonnenuntergang.«
»Der Herr Sekretär war so gütig, mich auf den Anblick vorzubereiten, damit ich nicht zu sehr erschrecken sollte«, fuhr die Senatorin fort. »Er hat mir berichtet, was für Folgen es hat, wenn man, wie der Herr Senator beliebten, Gesindel in das Haus einführt.«
Die Mädchen standen weinend auf und wollten gehen.
»Halt!« schrie der Senator. »Das Haus ist mein und wenn ich Gesindel einführe, so ist es nur zum Besuch. Ich nehme aber kein Gesindel ins Haus und lasse es um mich herumfaulenzen und -schleichen, und ein Barbier, der mir aus Versehen die Nase halb herunterschneidet, ist mir immer noch lieber als ein pomadenbeschmierter Faulenzer, der einem alten verdrehten Weibe Karessen schneidet und den ich aus dem Hause jagen werde!«
»Ah! Es war die höchste Zeit, daß ich meine Mine springen ließ!« dachte Henri, der im Garten horchte.
»Oh, gräßliche Gemeinheit!« jammerte die Senatorin und machte alle Anstalten, um in Ohnmacht zu fallen, besann sich jedoch anders und fuhr in die Höhe, indem sie mit rotglühender Nase und, in Betracht ihres dünnen Halses, sehr gefährlichem Kopfnicken sagte: »Darüber werden wir sprechen!« worauf sie wie ein feuriger Drache abfuhr.
Jost öffnete ihr die Tür und sah ihr lächelnd nach, wobei er wieder murmelte: »Bei Sonnenuntergang!«
»Na, nehmt's nur nicht so ernsthaft. Das bißchen Schnitt ist nicht arg. Ich war eigentlich selbst schuld daran«, tröstete der Senator die Töchter und besonders Emma, die bitterlich weinte. Herr Eiskuhl glaubte wegen seiner Nase, während die Wunde im Herzen des armen Kindes saß.
Jost mußte nun neu decken und Wein heraufholen. Da die Mädchen nicht essen wollten und sich zurückzogen, so frühstückte der Senator allein, und zwar für einen verwundeten, ärgerlichen Mann mit ganz vorzüglich gutem Appetit.
Eine Stunde vor Sonnenuntergang flüsterte Jost dem Senator ins Ohr, er möge tun, als ginge er fort, sich aber zu Haus halten, bis er ihn abhole. Er werde ihn in ein besonderes Geheimnis des Pomadenbengels einweihen. Der Senator sah erstaunt auf. Jost nickte ihm aber schmunzelnd zu und bat nur um Geduld.
Herr Eiskuhl saß denn auch ruhig in seinem Schlafzimmer, bis Jost ihn abholte. Dieser war während des Diners nicht müßig gewesen. Er schlich nach dem Pavillon der Senatorin, brach auf der Rückseite ein Brett los und stellte eine Öffnung zum Horchen her, die man von innen nicht bemerkte. Dann lud er den Böller bei der Flaggenstange und deckte eine Matte darüber, worauf er sich auf die Lauer legte und Herrn Henri sowie die Senatorin aus dem dichten Gebüsch beobachtete.
Als die Sonne sich dem Horizont näherte, kam die Senatorin langsam im Garten daher und sah sich forschend um, dann ging sie nach ihrem Pavillon, blickte ein Weilchen auf die Elbe hinab und trat in die Tür, die sie offen ließ.
Jost bemerkte schon seit einiger Zeit, daß sich Henri unten am Zaun befand und den Pavillon beobachtete. Er schlich deshalb nach der Villa und führte den Senator durch das Gebüschdickicht an die Öffnung, die zum Horchen dienen sollte.
Herr Henri war eben in den Pavillon geschlichen, als der Senator das Ohr an die Tapete legte und das Wort »gemeines Ungeheuer« hörte.
»Ja, ich habe sehen müssen, wie dies Scheusal Ihre zartesten Gefühle mit Füßen trat. Dieser Elende, der Ihnen von seiner Familie vorgelogen, bis dieser lächerliche Bruder erschien und Ihnen den Schleier von den Augen zog. Dieser Klotz, an den Sie geschmiedet sind. Aber zersprengen Sie die Ketten. Hier liegt ein liebendes Herz zu Ihren Füßen.« Man hörte einen Plumps vom Niederfallen Henris auf die Knie. »Kommen Sie an dieses Herz, o teures Weib meiner ersten Liebe! Laß dich von diesem gemeinen Ungeheuer scheiden, und mein ganzes Leben soll dir geweiht sein.«
»Ach, mein Henri!« Weiter hörte der Senator nichts von der Erwiderung seiner Frau, denn die Wut ließ ihm das Blut in den Ohren brausen. Er fühlte in diesem Augenblick, daß ihm etwas in die Hand gedrückt wurde und sah Jost, der ihm seinen Bambus mit kannibalischem Grinsen darbot. Er erfaßte ihn sofort, stürzte sich wie ein wütender Elefant gegen die schwache Tür, daß sie einbrach und fiel buchstäblich über den knienden Henri her, den er mit einem solchen Hagel von Prügel überschüttete, daß er davon ganz betäubt wurde. Nach dem ersten halben Hundert kam Herr Henri endlich auf die Beine und zur Besinnung, worauf er sich kopfüber aus dem Fenster stürzte, um diesem Hagelwetter zu entkommen. Kaum war jedoch sein Kopf draußen, als ihn Jost, der dort lauerte, beim Kragen packte und festhielt, wodurch der Senator eine äußerst günstige Angriffsbasis gewann und die Rückseite des zärtlichen Liebhabers mit der Kraft und Schnelligkeit einer Dampfmaschine bearbeitete, während Jost von vorn das seinige mit einem alten Gartenrechen tat, indem er Herrn Henri wie mit einem großen Kamm etwas rücksichtslos auf dem Kopfe herumkratzte und dazu schrie: »Wart', Pomadenbuttje! Ich will dich frisieren!«
Herr Henri strampelte ganz entsetzlich mit den Beinen und versuchte von Jost loszukommen. Dieser alte, zähe Bursche hielt aber fest wie ein Schraubstock und zog den »Pomadenbengel« endlich hinaus, worauf der Senator aus der Tür sprang und die Prügel mit ungeschwächten Kräften fortsetzte, wobei Jost treulich half, indem er in einem fort schrie: »So, Pomadenbuttje, jetzt is das Krepieren an dir!«
Dabei ward Herr Henri allgemach die Wiese hinab und nach dem Zaune zu geprügelt, bis er an das Loch gelangte, durch welches der Millionärverächter früher gekrochen war und durch welches jetzt Herr Henri mit einigen Finalhieben und Fußtritten entlassen wurde, wonach er ein Weilchen bewußtlos in den Weiden liegenblieb.
Der Senator lief aber mit ganz erstaunlicher Beweglichkeit wieder nach dem Pavillon hinauf, um die Senatorin mit einer zweiten Portion der Prügelsuppe zu traktieren, die soeben ihr Ideal erhielt.
Der Pavillon war jedoch leer, Madame Eiskuhl verschwunden.
Der Senator rannte hinaus. Ein Böllerknall donnerte über die Elbe, dem das Hurra Josts folgte, der diesen Freudenschuß losbrannte. Herr Eiskuhl hatte große Lust, mit in das Hurra einzustimmen. Erst wollte er aber die Sache mit der Senatorin abmachen, da er einmal warm war. Er suchte deshalb den Garten und die ganze Villa ab, ohne den über den Lärm erschrockenen Töchtern Rede zu stehen. Die Senatorin war und blieb verschwunden.
Jost machte den Vorschlag, dafür Herrn Henri noch einmal anzuschmieren. Man suchte in den Weiden nach ihm, aber auch er war weg.
Er fuhr beim Knall des Böllers erschrocken in die Höhe und kroch, ganz krumm gezogen, nach dem Strande, wo er in ein Boot kletterte und sich nach Altona fahren ließ. Er war jämmerlich gedroschen und murmelte nach unendlichen Verfluchungen: »Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.«
Bei Rainville kam die Senatorin an den Strand herab und winkte das Boot heran, um einzusteigen. Sie gab ihr Mitleid für den zerprügelten Liebhaber durch herzbrechende Seufzer und Blicke kund, da sie sich vor dem Bootsführer genierte. Man fuhr stillschweigend bis an den Fischmarkt in Altona, wo die liebende Senatorin eine Droschke holte, um ihren Henri darin nach Streits Hotel zu fahren und dort, wie einen sauren Aal, mit Essig behandeln zu lassen. Am nächsten Morgen ging sie zu ihrem Bankier, dann zu dem Advokaten und endlich zu Senator Meier, mit dem sie eine lange Besprechung hielt, worauf sie mit ihrem teuren Henri bei Dunkelwerden das Dampfschiff nach London bestieg und dorthin reiste, während Herr Eiskuhl die Mitteilung erhielt, daß Madame Eiskuhl auf Scheidung von ihm angetragen habe.
»Jost!« sprach er, nachdem er das Schreiben des Advokaten gelesen, »Jost, wir wollen nochmal die Kanone losbrennen, und dann, hip, hip, hip, hurra! De Pomadenbengel is fort, un de Höllendrache dito. Goh mol gliek in de Kök un bestell' mi en Gericht geele Reuben!«