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Der Kenner
Zur selben Zeit, als Schwarz durch das ungastliche Watt wanderte, war der herrliche Mai wieder vom Süden herübergekommen und an der Elbe eingezogen. Mit dem Grün der Bäume erschienen gleichfalls die alten Sommergäste aus der Stadt in dem schönen Neumühlen.
Auch Herr Henri stand wieder wie der Apoll von Belvedere, d. h. im schwarzen Frack auf dem Rasenplatz der Eiskuhlschen Villa und freute sich des erwachenden Sommers. Er war in ganz besonders heiterer Laune und zeigte sich zu kleinen Bocksprüngen und Kapriolen aufgelegt, sobald er ein sicheres Plätzchen dazu zwischen den Gebüschen des Gartens fand. Der Umstand, daß der Senator heute nicht mit herausgekommen, war es nicht allein, was ihn so mit Vergnügen erfüllte, darauf wirkte mehr die Ursache dieses Umstandes hin, denn der Herr Senator war in äußerst grimmiger Laune, weil ihm in diesem Jahre schon das zweite Schiff verlorengegangen. Er hatte in seiner vollständigen Glückssicherheit und Unfehlbarkeit eine neue Einrichtung getroffen, indem er für seine Schiffe eine Selbstversicherung einführte, d. h. er versicherte gar keins mehr, weil die Summe, welche er für alle Schiffe jährlich zahlen mußte, so viel betrug, daß er ein verlorenes damit fast ersetzen konnte. Herr Eiskuhl kalkulierte nun, wenn in drei Jahren kein Schiff verlorengeht, so sind eigentlich drei gewonnen.
Daß aber gleich nach dem großen, neuen Auswandererschiff, das bei Neuwerk in der Sturmflut scheiterte, schon wieder eins mit Baumwolle an der englischen Küste verlorenging, lag durchaus nicht in seiner Berechnung und brachte ihn in so großen Zorn, daß er sich in sein altes Haus zurückzog und auf den Befehl der Senatorin, sich zum Auszug nach der Villa einzufinden, antwortete: sie möge sich samt dem Pomadenbengel hinscheren, wo der Pfeffer wächst. Er bleibe vor der Hand in der Stadt. Herr Henri übernahm die Antwort ohne Groll und warf nur einen Blick des tiefsten Bedauerns auf das Ungeheuer, das ihm die Tür donnernd vor der Nase zuschlug. Er ging still lächelnd und ohne eine Ahnung von seiner Gegenwart zu haben an Jost vorbei, obgleich diese gemeine Bedientenseele die offenbarste Lust zeigte, ihn die Treppe hinunterzuwerfen, welches lobenswerte Unternehmen nur dadurch verhindert wurde, weil im selben Augenblick Doktor Schnepfe heraufstieg, dem Henri einen aufmerksamen Blick nachschickte, als er beim Senator eintrat.
Dann ging er zu seiner Gebieterin und brachte die Antwort, zwar wie er sie gehört, aber mit jener zarten, mitleidigen Schonung, welche die Senatorin vollends gegen das eheliche Ungeheuer empörte und ihr die Kette doppelt schwer machte, die sie an den Steinblock Eiskuhl fesselte und von dem idealen Marmorgebild Henri fernhielt, das soeben einen wenigstens vier Fuß langen Seufzer über die arme Dame gen Himmel sandte und dann offenbar zu ihren Füßen stürzen wollte. – Aber nein, er hielt sich noch zurück. Gewaltsam riß er sich los und stürzte fort, um den Kopf in sein Bett zu stecken und ein schallendes Gelächter darin zu begraben.
Dann fuhr er mit der Gebieterin hinaus und ging in der Villa fast wie träumend umher. Er besah alles mit solchem Interesse, als habe er den Platz noch niemals gesehen. Er guckte verstohlen durch alle Türen. Er stieg unter das Dach und in den Keller, besah das Gewächshaus, warf einen Blick der Schadenfreude auf die Rübenbeete und ging dann, bald tief spekulierend, bald einen Freudensprung ausführend, im Garten umher. Endlich blieb er vor der Flaggenstange stehen und blickte hinauf. Sie war natürlich ohne Flagge, da sich der Senator nicht in der Villa befand. Die Flaggenleine interessierte Henri aber ungemein. Er band sie los, machte sie klar und zog hinauf und hinab. Dann nickte er befriedigt mit dem Kopfe und legte die Leine fest, worauf er abermals in tiefem Sinnen umherging, bis er zum Frühstück gerufen wurde.
So weit war er bereits aufwärts gestiegen, daß er nicht mehr als verwünschter Prinz Henri mit dem Teller hinter dem Tisch zu stehen brauchte – er war als Sekretär Henri berechtigt, wenigstens allein zu speisen, wenn ihn das Ungeheuer von der Tafel ausschloß. Heute feierte er aber einen besondern Triumph, denn er frühstückte mit seiner angebeteten Gebieterin im untern Salon, während den Töchtern nebst Bernhart im Salon des Gewächshauses serviert wurde.
Nachdem der Senator endlich genug wegen des Verlustes seiner Schiffe gebrummt und sich und anderen das Leben sauer gemacht hatte, dachte er an seine Rübenbeete und erschien eines Tages mit Jost in der Villa. Die Frau Senatorin wurde dadurch aus allen ihren Himmeln gestürzt und knickte zusammen wie eine Lilie, die der Sturm bricht. Sie zog sich sofort in ihren Pavillon zurück, als der Böller abgebrannt und die Flagge aufgezogen war, nach welcher Feierlichkeit das Ungeheuer wieder zu seinen Rübenbeeten ging.
Der arme Henri mußte aber nun allein speisen, denn das Ungeheuer geriet beim ersten Versuch der Senatorin, den »Sekretär« an den Tisch zu bringen, in eine solche Wut, daß Madame Eiskuhl keinen zweiten riskierte. Er fühlte eine unbezwingliche Antipathie gegen Henri, die dieser mit milder Ergebung trug und im stillen Herrn Eiskuhls Konto dafür mit verschiedenen Posten seiner Rache belastete.
Die Bekannten des Hauses fanden sich mit dem schönen Wetter mehr denn je ein. Da man an der Börse die Verluste des Senators auf eine halbe Million taxierte, worüber sich die Assekuranzmakler besonders ins Fäustchen lachten, so wollte jeder sehen, wie der Verlust getragen würde und ob er sich bemerklich mache. Vor allem aber erschien Madame Spickmann mit kaum verhehlter Schadenfreude und ließ ihre Augen ringsumlaufen, um irgendwo eine Spur oder Folge des großen Schlages zu erblicken. Als ihr dies nicht gelang, war sie sehr nahe daran, vor Ärger wie eine Lokomotive zu platzen, bis sie zum Glück in Bernhart ein Ventil fand, den sie nun der Senatorin gewiß zu entführen gedachte. Diese war zu gut im Schachspiel des gesellschaftlichen Lebens geübt, um nicht sofort zu merken, wohin Madame Spickmann ihren Springer dirigieren wollte. Sie deckte ihren Professor sogleich mit verschiedenen Aufträgen und bot der Gegnerin sogar Schach, indem sie auf nächsten Sonntag ein großes Diner ansagte, bei welchem nicht nur Konzert, sondern auch noch ein außerordentlicher Kunstgenuß durch die Ausstellung des großen Bildes bevorstand, das der Maler den Winter über vollendet hatte.
Der arme Bernhart war jedoch infolge vieler Aufträge der kunstsinnigen Frau Senatorin sehr übel daran, denn da ihn diese Dame fast vollständig beschäftigte, aber nie bezahlte, weil sie dies durch ihre Gastfreundschaft über die Maßen zu tun glaubte, so stand es um seine Finanzen herzlich schlecht, und alle seine Hoffnung war auf das große Bild gerichtet, durch dessen Verkauf er von der Gastfreundschaft der Senatorin erlöst zu werden hoffte.
Der Sonntag des großen Diners erschien und mit ihm die Gäste des Eiskuhlschen Hauses, die wir bereits kennen. Es kamen auch viele mit, die wir nicht kennen. Der Virtuose, der das Haus Schröpfer & Komp. durch seine entsetzlichen Honorarforderungen einst so alterierte, war auch mit eingeladen, weniger um zu speisen, als um seine Dankbarkeit dafür auf dem Flügel abzutragen. Er verursachte der Senatorin viel Kopfzerbrechen, weil sie ihn gern während der Tafel am Flügel gesehen hätte, um die verschiedenen Gerichte mit Musik zu begleiten, was aber doch nicht gut möglich war, da er eigentlich zum Essen eingeladen worden. Sie hoffte indes, der Mann werde nicht so unbescheiden sein, bis zum Dessert sitzen zu bleiben, sondern die Gesellschaft früher durch sein Spiel zu erfreuen, weshalb Henri den Auftrag erhielt, ihn am Flügel mit Champagner nach Belieben zu versorgen. Die Künstler sind aber ein undankbares Volk, denn der Virtuose blieb nicht nur bis zum Dessert mit aller Seelenruhe sitzen, sondern machte auch dann noch keine Miene zum Spielen, bis ihn Herr Henri im Auftrag der Senatorin leise und mild an seine Pflicht erinnerte, was ihn in solch unwilliges Erstaunen versetzte, als habe er in seinem Leben noch keine Taste berührt und man verlange nun plötzlich von ihm ein Konzert auf dem Piano. Er sagte Henri ziemlich laut und kurz, er habe heute keine Lust zum Spielen und sei nur zum Essen eingeladen worden, was Herr Henri seiner Dame getreu rapportierte. Da Madame Spickmann diese Antwort mit wahrem Entzücken zugleich anhörte, so begann die Nasenspitze der Senatorin sich dem Stadium der Rotglühhitze zu nähern, sie trug daher Henri etwas kategorisch auf, dem Virtuosen zu sagen, sie ließe ihn nochmals sehr bitten, etwas zu spielen, ehe die Gesellschaft auseinanderginge. Das hatte gewirkt, denn sie sah auf die Botschaft den Musiker in die Höhe springen, Henri beim Arm fassen und aus dem Salon ziehen, jedenfalls, um mit ihm zu beraten, was gespielt werden sollte.
Herr Henri kam jedoch kurz darauf mit etwas verblüfftem Gesicht allein zurück und legte der Senatorin einen Dukaten hin, wobei er sie mit offenem Munde anblickte, weil der Faden seiner Begriffe durch irgendein Ereignis zu einem Knäuel verfitzt war. Die Senatorin sah ihn ob des Goldstückes ebenfalls verwundert an. Ihre Nase ging langsam in Weißglühhitze über.
»Was soll das?« fragte sie endlich.
»Der Herr gab es mir. Er schickt es der Frau Senatorin für sein Kuvert, da ihm das Spielen dafür zu teuer käme«, berichtete Henri, noch immer verblüfft.
Hätte jemand die Nase der Frau Senatorin jetzt in ein Glas kaltes Wasser getaucht, sie wäre zu demanthartem Stahl geworden, denn sie stand über Weißglühhitze. Sie würde dann Madame Spickmann damit in zwei Teile geschnitten haben, wie mit einem Rasiermesser; das wäre das wenigste gewesen, was sie ihr für den unendlichen Lohn tun konnte, der aus ihrem Gesicht leuchtete. Die Senatorin ergriff den Dukaten und warf ihn, ohne ein Wort zu sagen, unter den Tisch, worauf sie sich erhob und damit das Ende des Diners anzeigte.
Der Kaffee war im oberen Salon serviert, wo das Bild Bernharts, im schönsten Lichte ausgestellt, der Bewunderung der kunstsinnigen Gäste harrte, die jetzt sämtlich hinaufzogen.
Der Speisesaal unten wurde leer. Nur Herr Henri blieb darin zurück und stürzte sich unter den Tisch, sobald der letzte Gast den Rücken gewandt. Er griff blitzschnell den Dukaten auf, steckte ihn ein und ging dann in ruhiger Würde an Jost vorbei, der eben eintrat und ihn auf eine fürchterlich höhnische Weise angrinste. Er hatte am Türspalt gelauscht.
Bernharts Bild stand in der besten Beleuchtung auf der Staffelei und brachte große Wirkung hervor. Vom Goldrahmen abgeschlossen, trat die Eichengruppe, unter der der Beschauer selbst stand, kräftig hervor, während Luft, Ferne und Wasser meilenweit hinter den kräftigen Stämmen zu liegen schienen. Ein allgemeines »Ah!« entfuhr der Gesellschaft, sobald sie das Bild erblickte.
»Ah, der schöne Goldrahmen!« ertönte es nochmals und »Ah, der schöne Goldrahmen!« rief jeder neu hinzukommende Gast, indem er bewundernd die glänzenden Stäbe und Blätter der Verzierungen betrachtete. Der Maler mußte sich ungeheuer geschmeichelt fühlen und war für alle seine Mühe gewiß aufs äußerste befriedigt, wie er alle diese Ausrufe der Bewunderung hörte: »Ah, der schöne Goldrahmen!« Er bekam große Lust, der gesamten Gesellschaft das Bild in pleno über den Kopf zu schlagen und Pinsel und Farben in die Elbe zu werfen.
Da zeigte sich ein Kenner, der das Bild betrachtete und noch dazu einer, von dem es Bernhart am allerwenigsten vermutete. Wahrhaftig, er blickte nicht auf den Rahmen. Er sah durch die hohle Hand und neigte sogar den Kopf etwas zur Seite, obgleich ihm dies nicht leicht wurde, denn es war Spickmann sen., der jetzt ganz entzückt »Famos!« schrie und behauptete, das Bild sei gar nicht mit Geld zu bezahlen. Er müsse es haben. Es möge kosten was es wolle. Dann brach er wieder in Lobeserhebungen aus, die manchmal einen komischen Charakter annahmen, und fragte Bernhart endlich mit einem verzweifelten Anlauf und auf einen Wink seiner Frau, was er für das Bild verlange.
Eine Totenstille entstand. Man hätte eine Feder fallen hören. Alles war gespannt und blickte auf den verwegenen Spickmann. Am gespanntesten und auf dem Sprung wie eine wilde Katze stand jedoch die Senatorin. Sie zitterte und hing am Munde des Malers, um die Summe zu hören, die er verlangen würde. War es eine Summe, die man des Renommees wegen zum Fenster hinaus werfen konnte, so war sie bereit, den Sprung zu wagen und Spickmann das Bild vor der Nase wegzuschnappen.
Der Maler stand eine Minute unentschlossen. Er kämpfte mit sich. Hier war ein kunstsinniger Millionär. Der Preis für das erste bedeutende Werk mußte maßgebend für die nächsten Werke und die nächsten Käufer sein. Sollte er achthundert, sollte er zwölfhundert Mark verlangen? Er wollte erst sondieren und öffnete deshalb den Mund.
»Halt!« schrie Spickmann, als er sprechen wollte. »Sie können für das Bild gar nicht verlangen, was es wert ist. Ich will Ihnen etwas bieten. Einen Tausch. Oh, die Engländer können so was nicht allein! Es gibt bei uns in Hamburg auch noch Leute, die das können!« Hierbei schlug er sich einigemal auf den Bauch, um anzuzeigen, daß er dazu gehöre, dann fuhr er fort: »Sie haben doch wohl die Geschichte gehört, wo mal 'n holländischer Maler auch so 'ne Schilderei von einem Landgut gemacht hat, um die sich die Liebhabers stritten. Einer bot mehr als der andere, gerade wie hier. Wie nun einige Lords schon 'n paar tausend Mark geboten und der Maler eben zuschlagen wollte, schreit so 'n Lord: ›Halt! Ich gebe das Original für die Kopie!‹ und gibt richtig dem Maler das Landgut, das ihm zufällig gehört, für das Bild. Warraftig gift em dat!« sprach Spickmann, seinem Bauch einen Schlag versetzend und sich herausfordernd im Kreise umblickend.
»Nun kann ich Ihnen«, fuhr er fort, »nich gerade das alles geben, was Sie hier abgemalt haben. Nee, das wäre mehr als ich verantworten könnte. Aber ich will Ihnen 'n Vorschlag machen. Ich habe oben bei den Vierlanden 'n kleines Landgut – etwa noch zweimal so groß, wie Senator Eiskuhls Grundstück hier. Es steht zwar keine Villa darauf wie diese hier, sondern nur 'n kleines unbedeutendes Gebäude. Allerdings gegen das Schloß Eiskuhls nur 'ne Hütte. Der Platz ist aber prächtig am Wasser gelegen – ließe sich was daraus machen. Wie wäre es, Freundchen, wenn wir mal hier in Hamburg die englische Geschichte aufführten, – he? Ich gebe Ihnen die Besitzung für das Bild. Warraftig, ick doo dat! Schlagen Sie ein!«
Ein Gemurmel der Bewunderung ging durch den Salon. Der Senatorin dunkelte es vor den Augen. Bernhart war verwirrt von dem Anerbieten – sein Glaube an die Millionäre hatte ihn nicht betrogen. Er blickte Schnepfe triumphierend an. Selma glänzte vor Vergnügen.
»Na, wie steht's?« schrie Spickmann. »Meine Frau guckt mich zwar bedenklich an und denkt wahrscheinlich, ich habe 'n Knall. Aber reine Kunstliebe. Nichts als Kunstliebe!«
»Du bist voreilig, lieber Spickmann«, sprach Madame Spickmann. »Du weißt ja nicht, ob vielleicht die Frau Senatorin das Bild haben möchte. Wenn sie dem Professor etwa ihre Villa hier dafür böte, dann würde ich ihm doch raten, zuzugreifen. Genieren Sie sich nicht, liebe Frau Senatorin, Sie haben die Vorhand«, wandte sie sich, im ganzen Gesicht lachend, an diese.
Der Schlag traf Madame Eiskuhl vollständig, denn sie konnte ihn nicht parieren. Die Nasenspitze der Senatorin war fast Asche und sie selbst sank in solche zusammen, als sie erklärte, der Preis sei ihr zu teuer und sie überlasse das Bild Herrn Spickmann, worauf dieser in ein Hurra ausbrach und von einem anwesenden Notar sofort einen Kaufkontrakt aufsetzen ließ, wonach er sein Grundstück an der Elbe oberhalb Hamburgs mit allen darauf befindlichen Gebäuden, Bäumen und Wiesen für das Bild an Bernhart abtrat. Die anwesenden Gäste unterschrieben alle als Zeugen und beglückwünschten dann den Künstler, worauf sie bald nach der Stadt zurückkehrten, denn die unerhörte Tat Spickmanns mußte noch heute weitergetragen werden.
Bernhart wurde von Schnepfe und den Töchtern des Senators herzlich beglückwünscht. Der Senator gratulierte ihm ebenfalls, obgleich er dabei die Meinung aussprach, daß Freund Spickmann übergeschnappt sei. Jost freute sich ehrlich, und Herr Henri ging in der festen Überzeugung umher, daß die Feder in der Weltuhr geplatzt sein müsse. Nach seiner Meinung mußte eigentlich Spickmann vom Platz weg sofort unter sicherer Bedeckung in ein Irrenhaus geschafft werden.
Auch die Senatorin gratulierte sehr frostig. Die Asche ihres ausgebrannten Zornes ließ dies nicht anders zu. Sie fürchtete, daß der Herr Professor nun Spickmanns Villa an der Alster malen und das Original für die Kopie erhalten würde, womit sie Bernhart sehr deutlich andeutete, daß er seinen Stab weitersetzen möge.
Er tat es am nächsten Morgen, indem er vor der Hand wieder nach Schnepfes Dachstübchen zurückkehrte, von wo aus beide Freunde in den nächsten Tagen nach dem neuen Besitztum Bernharts mit dem Mann fahren wollten, den ihnen Spickmann zur Anweisung und Übergabe des Grundstückes zu schicken versprach.