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Gedichte

von Friedrich Halm

Verlag: Max Hesse's Verlag

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Kapitel 75

Ungedruckte Gedichte

aus Friedrich Halms Nachlaß.

Vergeblicher Wunsch.

Könnt' ich dir Freiheit geben
Von jedem Seelenzwang,
Dich jeder Last entheben
Und jeder Sorge Drang!

Könnt' ich dir Stille schaffen
Wie sie dein Herz begehrt,
Dem Wirrsal dich entraffen,
Das deine Kraft verzehrt!

Könnt' ich ins Zukunftsdunkel
Dir weben Stern an Stern,
Daß rings nur Lichtgefunkel
Dir strahlte nah und fern'.

Könnt' ew'gen Lenz ich schlingen,
Um deine Pfade her,
Daß alles Duft und Klingen
Um dich und in dir war'!«

Könnt' ich dein Leben schmücken
Wie einen Weihnachtsbaum,
Mit Gaben zum Erdrücken,
Mit Kränzen, zahlbar kaum!

Könnt' ich's – doch kann ich eben –
An Macht und Ernst gebricht's –
Nur Worte kann ich geben
Und eitles buntes Nichts!

Doch wenn der Wert geringe,
Du kennst des Wunsches Glut,
Das Tröpflein, das ich bringe,
Wie gern wär's Meeresflut!