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Gedichte

von Friedrich Halm

Verlag: Max Hesse's Verlag

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Kapitel 59

Kapitel 59

In trüben Stunden.

O komm in trüben Stunden,
Komm an mein treues Herz,
Und zeig mir deine Wunden
Und klag mir deinen Schmerz!

Wer kann dich am Busen hegen
So weich, du krankes Kind;
Wer kann so treu dich pflegen
Als meine Hände lind?

Wer blickt so mild dir nieder
Als meiner Augen Schein;
Wer weiß so schöne Lieder
Und singt in Schlaf dich ein?

Die Freuden, die dir sprießen,
Teil' froh mit aller Welt;
Dein Glück mag mitgenießen,
Wen Glück dir nahgestellt!

Mich laß die Träne teilen,
Die deine Wange netzt;
Mitbluten von den Pfeilen,
Die deine Brust verletzt.