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Gedichte

von Friedrich Halm

Verlag: Max Hesse's Verlag

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Kapitel 52

Kapitel 52

Dein Herz ist ein See.

Dein Herz ist ein See, und wie Forellen
In den blanken, hellen,
Klar kristallnen Wellen
Fluten deines Wesens Triebe,
Wogt dein Haß, wogt deine Liebe
Wechselnd auf und nieder,
Unstet hin und wieder.

Ach, ich möchte sie wohl gewinnen,
Deine Gedanken, die stillsten, eigensten,
Deine Gefühle, die zartesten, schweigendsten;
Was nur erdichten, was nur ersinnen,
Was nur versuchen, was nur beginnen?

Dein Herz ist ein See, und ich am Rand
Mit schüchternem Blick, mit zitternder Hand
Habe die Angel hineingehangen,
Hab' ein Liedchen dran gebunden!
Wird ihnen wohl der Köder munden?
Werd' ich sie haschen, werd' ich sie fangen?
Werd' ich, See, aus deinen Wellchen
Fischen, fischen meine Forellchen?