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Gedichte

von Friedrich Halm

Verlag: Max Hesse's Verlag

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Kapitel 39

Kapitel 39

Du leidest.

Du leidest sanft und still und stumm
Und trägst dein Kreuz, wie Er's getragen,
Du blickst nur auf und scheinst zu fragen,
Warum das Leid mir, Herr, warum?

Du klagst nicht; nur dein Blick verrät,
Der müde Gang, die blassen Wangen,
Des Schmerzes Qual, das tiefe Bangen,
Das schneidend dir durchs Leben geht!

Ja, forscht des Freundes Blick einmal
Mit scheuer Furcht in deinen Zügen,
So willst du seine Angst betrügen
Und birgst in Lächeln deine Qual!

O lächle nicht – zu heimkehrfroh,
Zu erdenmüd', zu weltverdrossen
Hält dieses Lächeln dich umschlossen –
O lächle, lächle uns nicht so!