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Das Teutsche Dichterroß

von Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg

Verlag: Verlag Georg D. W. Callwey | Jahr: 1918

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Kapitel 72

Vortrag

Ich singe ihnen meine Lieder vor,
Den Herzen aus Speckstein und Nagelfluh.

Der Blüthnerflügel
Vergießt Tränenströme,
Mein Herz schluchzt mit,
Das ganze Parkett wird naß.

Meine Stirn' bohrt sich in die Tasten,
Ich schau' nicht um:
Denn da hinten hocken
Lackierte Ölgötzen:
Rauchtopasaugen,
Iltiszähne,
Igelohren,
Aber doppelknöpfige Handschuhe

Ich spiele forte.
Crescendo,
Fortissimo –
Sie müssen!

Zuletzt schrei' ich, spring' auf,
Würge, übergebe mich ..

Da liegt's,
Blutrotzuckend,
Ein laatschiger, quatschiger Matsch –
Mein Herz!!

– Ich lächle betreten.

Die Ölgötzen klatschen ein bißchen.

Sie warten noch immer.

Ich würge weiter –
würge, würge ...
' raus!!

Aber es kommt nichts mehr.

Nach Arno Holz