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Das Teutsche Dichterroß

von Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg

Verlag: Verlag Georg D. W. Callwey | Jahr: 1918

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Kapitel 47

Im kalten Hain

Aus »Zwei Menschen«

Zwei Menschen gehn durch einen kalten Hain,
Der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Das Weib geht schwer, wie zum Hochgericht –
Die Stimme eines Weibes spricht:

»Ich trag' ein Kind, doch 's ist nit dein..
Ich sag's erst jetzt im kalten Hain!
Bin auch mit Anderen gegangen –
Ich hatte eben schon Verlangen
Nach einem Inhalt, ehe du
Mir gabst die ganze Seelenruh'!«

Die Stimme eines Mannes spricht
(Nun geht auch er, als hätt' er die Gicht):

»Sei du getrost! Das macht doch nichts,
Wenn du nur selbst ein Kind des Lichts!
Es ist um dich ein großes Glänzen,
Und das verwischt mir alle Grenzen!
Kam auch dies Kind vom Andern dir:
Gebären kannst du's doch noch mir!
Daß, wenn ein Weib nach meinem Sinn,
Ich leider nie der erste bin,
Das war ich ja von je gewohnt!«

Zwei Menschen schauen in den Mond.

Nach Richard Dehmel