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Das Teutsche Dichterroß

von Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg

Verlag: Verlag Georg D. W. Callwey | Jahr: 1918

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Kapitel 61

Am Brunnen

Fahl erhöhe zu gesprenkeltem Hochschuß
Morgenrötet das Steigrohr,
Krummausröhrend in bleigrauer Demut.
Schläfrig schleimig ranzt der Trog,
Moosbesaugt, schwärzlich brummend.
Fischblau strudelt das Erdblut,
Braun verqualmend
Zwischen grünen Giftküssen
Lila bröckelnder Moderkrumen.
Weiches Sonnengelb glimmt flüsternd
Auf dürr verzweifeltem Schmachten
Und silberner Tränennässe.
Goldblaurot röchelnde Perlen
Singen und lachen im Tropftod.
Ahnungslos heiße Schneesterne
Geigen Honig entgegen.
Weinrot schluchzt eine Gänseblume
Stahlkühl schweigt der Sickergrund.

Nach Maximilian Dauthendey

(Erste Periode)