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Das Teutsche Dichterroß

von Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg

Verlag: Verlag Georg D. W. Callwey | Jahr: 1918

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Kapitel 27

Rosen, Disteln und Hänschen

Röschen aus der Hecke blickt.
»Ei, das muß ich brechen!«
Hänschen doch ist ungeschickt,
Und die Dörnlein stechen.

Aus der Hand des jungen Mann's
Kommt das Blut geronnen:
Seinen Finger taucht der Hans
Seufzend in den Bronnen.

Saß ein Seherweib am Born,
Sprach mit weiser Zunge:
» Keine Rose ohne Dorn –
Merk' dir das, mein Junge!«

Hänschen glättet sein Gesicht,
Dreht dem Strauch den Rücken,
Weil die dumme Rose sticht,
Disteln sich zu pflücken!

Disteln haben gleichen Stolz –
Unbescheid'ne Dinger!
Ach! schon sitzt der Stichebolz
Tief in Hänschens Finger.

Häuschen, sei doch nicht so dumm!
Willst du dich erbosen?
Dreh' dich lieber noch mal um,
Pflücke wieder Rosen!

Nach Rudolf Baumbach