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Das war das erste Gespräch von vielen, bei denen Harvey erfuhr, warum Dan den Namen seiner Jolle auf das erträumte Schellfischboot übertragen wollte. Er hörte manches über die wirkliche Hattie in Gloucester, bekam eine Haarlocke zu sehn, die er ihr »geklaut« hatte – obwohl er heftig versuchte, das zu beschönigen –, als sie im vorigen Winter vor ihm auf der Schulbank saß. Zum Schluß kam noch eine Photographie zum Vorschein. Hattie war etwa vierzehn Jahre alt, verachtete Buben fürchterlich und hatte den ganzen Winter Dans Herz mit Füßen getreten. All das wurde Harvey unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt, auf mondbeleuchtetem Deck, in schwarzer Finsternis oder im dichten Nebel. Als einzige Horcher das klagende Steuer hinter ihnen, das schweigende Deck vor ihnen, und um sie die ruhelose See.
Als die Buben immer vertrauter wurden, kam es natürlich auch einmal zu einer regelrechten Schlacht, die zwischen Bug und Heck raste, bis Penn die Kämpfer trennte und versprach, Disko nichts zu sagen, der Streit auf Wache strenger bestrafte als Schlafen. Harvey war körperlich Dan nicht gewachsen, aber es zeugte von seiner neuerworbenen Disziplin, daß er sich ehrlich verteidigte und keine feigen, unerlaubten Kniffe anwandte.
Das geschah, als er noch kaum von einer Reihe Furunkeln geheilt war, die sich zwischen Ellbogen und Handgelenk ausgebreitet hatten, wo die nasse Wolle und das Ölzeug die Haut wundrieben. Auch das Salzwasser schmerzte ihn furchtbar, und schließlich behandelte Dan die reifen Geschwüre sachkundig mit Diskos Rasiermesser. Er tröstete Harvey in seinem Schmerz, daß er nun ein »Vollblut-Sandbank-Fischer« sei und seine Narben die Marke des Standes seien, dem er nun angehörte.
Da er ein Junge war und ein beschäftigter dazu, quälte er sich nicht mit viel Gedanken ab. Seine Mutter tat ihm furchtbar leid, und oft war ihm bange nach ihr, vor allem aber hätte er ihr gerne von seinem neuen, wunderbaren Leben erzählt, und wie glänzend er sich darin bewährte. Im übrigen aber zog er es vor, sich nicht allzusehr darüber zu beunruhigen, wie sie den Schicksalsschlag seines vermeintlichen Todes getragen habe. Aber als er eines Tags auf der Treppe zum Logis stand und den Koch zu besänftigen trachtete, der ihn und Dan angeschuldigt hatte, Pasteten gemopst zu haben, dämmerte ihm, daß dieses Leben ein großer Fortschritt sei gegenüber dem, das er als zahlender Passagier eines Liniendampfers, zwischen rauchenden Fremden, die ihn maßregelten, geführt hatte.
Er war jetzt anerkanntes Mitglied auf der Bark; er hatte seinen bestimmten Platz am Tisch und in der Koje. Er konnte sich an den Gesprächen beteiligen, die bei ungünstigem Fischwetter geführt wurden, und man hörte gerne seinen Erzählungen zu von seinem Leben daheim, die bei der Mannschaft als »Märchen« galten. Schon nach kürzester Zeit hatte er herausgefühlt, daß keiner den Schilderungen seines bisherigen Lebens – und wie weit schien es ihm selbst zurückzuliegen – wirklichen Glauben schenkte, Dan ausgenommen, und auch dessen Gutgläubigkeit wurde manchmal auf eine harte Probe gestellt. Daher erfand er einen Knaben, mit dem er vorgab befreundet gewesen zu sein, der ein Miniatur-Vierpony-Gespann in Toledo, Ohio, kutschiert, fünf Anzüge auf einmal bestellt und Feste veranstaltet hatte, bei denen das älteste Mädchen noch keine fünfzehn Jahre zählte, aber alle Geschenke aus schwerem Silber waren. Solche Erzählungen waren nun Onkel Salters zu viel, er nannte sie erstunken und erlogen, ja geradezu lästerlich. Aber er hörte genau so gespannt zu wie die andern. Und die scharfe Kritik am Schluß seiner Erzählungen, die jene Feste, Kleider, Zigaretten mit Goldmundstücken, Ringe, Uhren, Parfüms, Kinderdiners mit Champagner, Kartenspiel und den Luxus großer Hotels zum Inhalt hatten, lehrte allmählich auch Harvey, all diese Dinge von einem durchaus andern Gesichtspunkt aus zu betrachten als bisher. Nach und nach wechselte er den Ton, wenn er von seinem »Freund« sprach, den der lange Jack das »verrückte Balg«, das »vergoldete Baby«, den »Vanderpoop mit der Saugflasche« und andres mehr getauft hatte und, die Seestiefel nach Fischerart auf den Tisch gestützt, erfand er noch die kühnsten Geschichten von Seidenpyjamas, eigens importierten Krawatten und dergleichen hinzu, nur um seinen »Freund« recht lächerlich zu machen. Harvey war ein sehr anpassungsfähiger Bursch und besaß ein offenes Aug' und Ohr für jede Miene und jeden Tonfall seiner Umgebung.
Bald hatte er herausgefunden, wo Disko den alten, grünspanbedeckten Quadranten, den sie den »Zinken« nannten, aufbewahrt hatte, nämlich im Schlafsack in seiner Koje. Wenn Disko das »Mittagsbesteck« nahm und mit Hilfe des »Farmeralmanachs« die geographische Breite ausgerechnet hatte, sprang Harvey jedesmal ins Logis und kratzte mit einem Nagel Resultat und Datum in das rostige Ofenrohr ein. Kein Oberingenieur auf dem größten Passagierdampfer hätte diese Arbeit sorgfältiger verrichten können, und kein Ingenieur nach dreißigjähriger Dienstzeit hätte das selbstbewußte Wesen eines alten Marineurs besser zur Schau tragen können als Harvey. Er vergaß nie, umständlich über die Reling zu spucken, laut das Tagesbesteck auszurufen, und erst dann, und nicht einen Augenblick früher, nahm er Disko den alten Quadranten aus der Hand. Jeglich Ding hat seine Etikette.
Besagter Quadrant, eine Seekarte, der Farmeralmanach, Blunts »Küstenpilot« und ein Buch, der »Navigator« benannt, stellten alle Waffen und Wehr dar, deren Disko bedurfte; das Tiefseelot nicht zu vergessen, sein Hilfsauge. Als Tom Platt seinen Schüler Harvey zum erstenmal die »blaue Taube« handhaben ließ, hätte Harvey um ein Haar Penn damit erschlagen. Wenn auch seine Kraft noch nicht ausreichte, um das schwere Lot bei Seegang zu bedienen, so konnte Disko ihn doch bei ruhiger See und flachem Wasser mit einem Sieben-Pfund-Lot selbständig hantieren lassen; denn, wie Dan erklärte: Papp will gar nicht die Lotung, er will Grundproben. »Schmier viel Talg 'rein, Harvey.« Harvey schmierte also die Höhlung gut aus und brachte den Sand, die Muscheln, den Schlamm, oder was immer dran hängen blieb, zu Disko, der es befühlte, beroch und sich danach sein Urteil bildete. Wie schon gesagt, konnte sich Disko vollkommen in einen Stockfisch hineinversetzen, wenn er an Stockfische dachte, und dank einer langerprobten Mischung von Instinkt und Erfahrung verlegte er sein Boot von Ankerplatz zu Ankerplatz, immer in der Richtung der guten Fischzüge, ähnlich wie ein Schachmeister beim Blindspielen seine Züge macht, ohne das Brett zu sehen.
Aber Diskos Schachbrett waren die großen Bänke – ein gleichseitiges Dreieck von 250 Meilen; eine stets bewegte Wasserwüste, von feuchten Nebeln heimgesucht, von heftigen Stürmen bedrängt, durch Treibeis gefährdet, bedroht vom Zwangskurs der Ozeandampfer und gesprenkelt mit den Segeln der Flottille.
Vier Tage lang arbeiteten sie im Nebel – Harvey an der Nebelglocke –, bis er am fünften Tage, schon vertraut mit dem dicken Grau, zum erstenmal mit Tom Platt ausfuhr. Es war ihm recht bänglich zumute. Aber der Nebel wollte nun einmal nicht weichen, und die Fische bissen an, und niemand kann sich sechs Stunden nacheinander zu Tode ängstigen. Harvey arbeitete abwechselnd an den Leinen, oder mit Bootshaken und Schlegel, je nachdem Tom Platt sie verlangte. Dann ruderten sie zum Schoner zurück, von der Nebelglocke und Toms Instinkt geleitet, Manuels Nebelhorn schwach und fern neben ihnen. Es war ein überirdischer Zustand, und zum erstenmal seit einem Monat träumte Harvey nachts von den rastlos schäumenden Wasserfluten, die die Jollen umbrandeten, von den Fischleinen, die sich ins Endlose zu verlieren schienen, und der Luft über ihm, die fast greifbar mit dem Wasser in eins verschmolz. Einige Tage später war er mit Manuel auf Fang aus. Der Fischgrund sollte vierzig Faden haben, aber das ganze Ankertau lief aus, und sie fanden keinen Grund. Harvey erschrak aus tiefstem Herzen, denn das letzte Band mit der Mutter Erde schien ihm verloren.
»Ein Walfischloch«, sagte Manuel, indem er einholte. »Das gibt einen Spaß mit Disko, komm!« und er ruderte zum Schoner zurück, wo Tom Platt und die andern schon dabei waren, ihren Bootsherrn aufzuziehen, weil es ihm also doch endlich auch einmal passiert war, daß er sie an ein Walfischloch – wie sie die großen, tiefen, fischleeren Löcher in den Bänken nannten – geführt hatte.
Sie wechselten den Ankerplatz trotz Nebels, und als Harvey wieder mit Manuel in der Jolle ausfuhr, hatte er abermals ein Erlebnis, bei dem ihm die Haare zu Berge stiegen. Etwas unheimlich Weißes bewegte sich im fahlen Weiß des Nebels, und wie Grabeshauch wehte es zu ihnen herüber unter Gurgeln, Brausen, Dröhnen. Es war Harveys erste Bekanntschaft mit einem der so gefürchteten Sommereisberge in den Bänken, und er duckte sich verzagt in die Jolle, während Manuel lachte.
Aber es kamen auch Tage, die so mild, klar und warm waren, daß es sündhaft schien, etwas andres zu tun, als die Fischleinen spielend über Wasser tanzen zu lassen und mit den Rudern in die Sonnenkringel zu schlagen. Es kamen Tage mit leichter Brise, an denen Harvey lernte, den Schoner von einem Ankerplatz zum andern zu steuern.
Es ging ihm durch und durch, als er zum erstenmal spürte, wie der Kiel dem Druck seiner Hand am Steuerrade gehorchte und die langen Wellen durchschnitt, während das Weiß des Focksegels sich wie eine Sichel gegen den blauen Himmel blähte. Das war herrlich, obwohl Disko sagte, es könne einer Schlange das Rückgrat brechen, seinem Kielwasser zu folgen. Aber Hochmut kommt vor dem Fall! Sie segelten vor dem Wind mit dem Stagsegel – einem alten zum Glück –, und Harvey wollte eben so richtig ins Zeug gehen, um Dan zu zeigen, wie meisterlich er seine Kunst erlernt habe, als die Vorsegel mit einem Krach übergingen, wobei das morsche Stagsegel entzweiriß. Sie holten schwerbedrückt das zerfetzte Segel herunter, und Harvey brachte in den nächsten Tagen seine ganze freie Zeit damit zu, sich unter Tom Platts Anleitung mit Nadel und Segelhandschuhen zu üben. Dan glänzte vor gutmütiger Schadenfreude, denn auch er hatte, wie er sagte, seinerzeit den gleichen Unfug angerichtet.
Nach Knabenart ahmte Harvey der Reihe nach die Eigentümlichkeiten jedes einzelnen nach, bis er von jedem etwas angenommen hatte: von Disko seine besondre Art, sich über das Steuer zu bücken, vom langen Jack das Auf- und Abschwingen beim Leineneinholen, von Manuel die hochschultrige Haltung beim Rudern, und von Tom Platt den schwerfälligen »Ohio-Gang« über Deck.
»Prächtig, wie er sich macht«, sagte der lange Jack eines Tages, als Harvey bei dickem Wetter auf Auslug stand. »Ich möcht' wetten, das is zur größten Hälfte alles bloß Theaterspielerei bei ihm, und er macht sich selber vor, er wär' schon 'n ganz verwegner Seemann. Schaut euch den Spatz bloß an, was er für 'n Buckel macht!«
»So fangen wir alle an«, sagte Tom Platt. »Die Jungs spielen sich so lange als Männer auf, bis sie wirklich welche sind; und so geht's immer weiter, immerzu macht man sich selber was vor, bis man im Grabe liegt. Ich hab's genau so gemacht auf der alten ›Ohio‹, das weiß ich noch gut. Zum erstenmal auf Wache – Hafenwache – da kam ich mir vor wie 'n Admiral. Dan, der macht's genau so. Schau dir bloß an, wie sie sich haben, wie richtige olle Seebären.« Dann rief er ins Logis hinunter: »Mir scheint, diesmal hast du dich doch verhaun, Disko. Wie konntst du uns bloß allen erzählen, der Junge wär' verrückt?«
»Er war's auch«, antwortete Disko, »total verrückt, wie er an Bord kam. Aber ich muß sagen, jetzt ist er 'n gut Teil klarer im Kopf. Ich hab' ihn kuriert.«
»Spinnt 'n gutes Garn«, sagte Tom Platt. »Neulich abend, da hat er uns von 'nem Buben erzählt, so in seinem Alter, der hat 'ne pikfeine kleine Equipage mit vier Ponys davor immer so auf und ab kutschiert, in Toledo, Ohio, glaub' ich, war's, und hat 'n ganzen Haufen so Bälger, Mädeln und Buben durcheinander, mit Champagner traktiert. So 'ne Art Märchengeschichten, aber verdammt interessant! Die weiß er dutzendweise.«
»Das holt er sich alles bloß so aus seinem Kopf«, rief Disko von seinem Tisch zurück, wo er bei seinem Logbuch saß. »Lauter erfundnes Zeug, das sieht ja 'n jeder. Bloß Dan, der geht ihm auf den Leim, und der lacht ihn auch noch aus. Hab' ich selber gehört, hintern Rücken von mir.«
»Schon mal gehört, was Simon Peter Ca'houn gesagt hat, wie sie's aufgebracht haben, seine Schwester Hitty hätt' den Lorin Jerauld geheiratet, und wie die Jungs zu ihm gekommen sind mit dem Spaß?« klönte Onkel Salters, friedlich in Lee der Steuerbordjollen gelagert.
Tom Platt paffte höhnisch schweigend an seiner Pip; er war von Kap Cod und kannte die Geschichte seit mehr denn zwanzig Jahren. Onkel Salters fuhr, heiser in sich hineinlachend, fort:
»Simon Peter Ca'houn, der sagte bloß, und recht hat er gehabt, ›die eine Hälfte 'n Geck‹, sagt er, den Lorin meint er, ›und die andre Hälfte 'n verdammter Narr; und mir haben sie 'esa't, sie hätt' 'nen 'eichen Mann 'ehei'atet.‹ Simon Peter, der hatt' nämlich keinen Gaumen im Mund und hat so geredet.«
»Wie 'n pennsylvanischer Holländer hat er nu mal sicher nich geredet«, warf Tom Platt ein. »Die Geschichte sollst du man lieber 'n Kapmann erzählen lassen. Die Ca'houns, die sind in frühern Zeiten mal Zigeuner gewesen.«
»Na, ich behaupt' ja auch nich, daß ich 'n großer Sprachkünstler bin«, sagte Salters. »Ich wollt' bloß sagen, die Moral von der Geschichte, die ist die, daß es mit unserm Harvey genau dasselbe is. Die eine Hälfte 'n Geck, die andre 'n verdammter Narr; und da wollen manche noch glauben, daß er 'n reicher Mann is. Jawoll!«
»Hat einer von euch sich schon mal vorgestellt, was für 'ne Lust das wär', mit 'ner ganzen Mannschaft von lauter Saltersens zu segeln?« höhnte der lange Jack. »Die eine Hälfte im Heuboden, die andre im Misthaufen, wie Ca'houn nich gesagt hat, und dabei behauptet er, daß er 'n Fischersmann is!«
Kurzes Gelächter erscholl in der Runde auf Onkel Salters Kosten.
Disko schwieg dazu und blätterte in seinem Logbuch, auf dessen befleckten Seiten die Eintragungen in seiner klotzigen Keilschrift prangten. So ungefähr ging es Seite auf Seite:
»17. Juli. Heute dicker Nebel und wenig Fische. Ankerplatz nach Norden verlegt. So schließt der Tag.«
»18. Juli. Heute beginnt der Tag mit dickem Nebel. Wenig Fische gefangen.«
»19. Juli. Heute setzt leichte Brise von NO ein. Schön Wetter. Östlich verlegt. Guter Fang.«
»20. Juli. Heute, Sabbat, wieder Nebel und leichte Winde. So schließt dieser Tag. Gesamter Fischfang dieser Woche: 3478.«
Sonntags arbeiteten sie nie. Bei gutem Wetter rasierten und wuschen sie sich, und der Pennsylvanier sang Choräle. Manchmal erbot er sich auch, eine kleine Predigt zu halten, wenn sie es nicht als Anmaßung auffassen wollten. Wenn Penn damit kam, fuhr ihm Onkel Salters jedesmal fast an die Gurgel und erklärte, er sei kein Prediger und an Predigen sei nicht zu denken. »Und wenn er sich dabei wieder an Johnstown erinnert«, rechtfertigte Onkel Salters sein Dazwischenfahren, »was dann?« Also kam man überein, daß Penn laut aus einem Buch »Josephus« vorlesen solle. Das war ein alter wetterfester Lederband, der nach hundert Reisen roch, einer Bibel nicht unähnlich, belebt durch eingestreute Erzählungen von Schlachten und Belagerungen. Und sie lasen ihn jedesmal fast von Anfang bis zu Ende. An den übrigen Tagen war Penn ein stiller Geselle. Manchmal sprach er drei Tage kein Wort. Trotzdem spielte er gern Schach, hörte den Liedern zu und lachte bei den Geschichten. Wenn man ihn aufmuntern wollte, pflegte er zu sagen: »Ich will nicht unfreundlich erscheinen, aber ich habe nichts zu sagen. Ich habe immer so ein leeres Gefühl im Kopf. Ich weiß kaum noch meinen eigenen Namen.« Dabei wendete er sich immer mit einem erwartungsvollen Lächeln zu Onkel Salters.
»Herrgott, Pennsylvania Pratt, nächstens wirst du mich auch noch vergessen«, dröhnte dann jedesmal Onkel Salters.
»Nein, niemals«, antwortete Penn regelmäßig, indem er seine Lippen fest aufeinander preßte. Und dann wiederholte er mehrmals hintereinander: »Natürlich, Pennsylvania Pratt!« Manchmal tat Onkel Salters zerstreut und nannte ihn Haskins oder Rick oder M'Vitty. Und Penn war es gleicherweise zufrieden – bis zum nächstenmal.
Er war immer sehr liebevoll zu Harvey, den er als verlorengegangenes Kind und als Verrückten bemitleidete. Und als Salters sah, daß Penn den Knaben mochte, war auch er nicht mehr ganz so rauhbeinig gegen ihn. Salters war nicht gerade eine liebenswürdige Persönlichkeit. Er hielt es für seine besondere Pflicht, die Jungs in Zucht zu halten; und als Harvey zum erstenmal mit Zagen und Beben bei ruhigem Wetter zum Flaggenstock emporklomm (Dan hinter ihm drein, um im Notfall zu helfen), hielt er es für seine Pflicht, Onkel Salters große Wasserstiefel dort oben aufzuhängen, zum Schaden und Spott des Gefoppten. Disko gegenüber nahm sich aber Harvey keinerlei Freiheiten heraus. Auch dann nicht, wenn der Alte bei guter Laune ihn wie die andern Matrosen behandelte und statt direkter Befehle nur zu ihm sagte: »möchtest du nicht vielleicht …« oder: »wär's nicht besser, wenn …« usw. Es lag etwas um den glattrasierten Mund und in den Fältchen um die Augenwinkel, das jungem Blut unweigerlich Respekt einflößte.
Disko erklärte ihm die Bedeutung der abgegriffenen und durchlöcherten Seekarte, die, wie er sagte, jede Regierungsveröffentlichung bei weitem an Wichtigkeit überträfe, führte ihn mit dem Bleistift in der Hand von Ankerplatz zu Ankerplatz über das ganze Netz von Bänken – Le Have, Western, Banquereau, St. Pierre, Green, Grand – und erzählte ihm dabei von der Lebensweise der Stockfische. Er lehrte ihn auch, auf welchen Gesetzen das Bestecknehmen beruhe.
Darin überflügelte Harvey bald Dan. Denn er hatte eine rechnerische Begabung ererbt, und es entsprach seinem scharfen Verstand, daß man sich durch einen einzigen Blick auf die trübe Sonne der Bänke Orientierung holen konnte. In andern seemännischen Dingen war ihm sein Alter hinderlich. Wie Disko sagte: damit hätte er mit zehn Jahren anfangen sollen. Dan konnte im Dunkeln Köderleinen bestecken und jedes Tauende finden. Er konnte, wenn Onkel Salters sich einen Splitter in die Hand gejagt hatte, ihn mit einem sicheren Druck herausbringen. Er konnte die »Da sind wir« auch bei rauher See nach dem bloßen Gefühl des Windes auf seinem Gesicht steuern. Und all das tat er so selbstverständlich, wie er in der Takellage herumturnte oder in seiner Jolle saß, als sei sie ein Teil von ihm selbst. Aber diese Kenntnisse konnte er Harvey nicht übermitteln.
Immerhin gab es auf dem Schoner bei stürmischem Wetter vielerlei Wissenswertes zu lernen, wenn die Mannschaft im Logis lag oder auf ihren Seemannskisten saß, während sich in ihre Gespräche das Klirren und Rasseln der Ersatzbolzen und Lote mischte. Disko erzählte da von dem Walfischfang, von großen Walfischmüttern, die man von der Seite ihrer Jungen weggeschossen hatte, von Todeskämpfen auf schwarzer brausender See, und Blut, das vierzig Fuß hochspritzte, von Barken, die durch einen Anprall in tausend Splitter zerschellten, von Raketen, die am falschen Ende losgegangen waren und die entsetzte Mannschaft getroffen hatten, vom Schneiden und Auskochen des Walfischtrans, von jener schrecklichen Katastrophe im Jahr 71, wo durch einen Eisbruch 1200 Menschen in drei Tagen obdachlos geworden waren – wunderbare Geschichten, und alle wahr. Aber nichts übertraf Diskos Schilderungen der Stockfische, wie sie dachten und überlegten und ihre eigensten Angelegenheiten besprachen, tief da drunten unterm Kiel.
Jacks Geschmacksrichtung ging mehr auf das Übernatürliche. Er hielt seine Zuhörerschaft durch Geistergeschichten in Atem, wie die Geschichte von den Yohoes in der Monomoy-Bucht, die einsame Muschelsucher narren und erschrecken; Strandläufern und Dünenräubern, die kein ehrliches Grab bekommen haben; von verborgenen Schätzen auf Feuerland, die von Geistern bewacht werden; von Schiffen, die im Nebel über Truro hinwegsegeln; von dem Hafen in Maine, wo niemand je ankert, es sei denn ein Fremder, weil eine ertrunkene Schiffsbesatzung um Mitternacht dort längsseit gerudert kommt, den Anker im Bug ihres altertümlichen Bootes, und nach den Seelen der Menschen pfeift – nicht ruft, sondern pfeift –, die ihre Ruhe aufgestört haben.
Harvey hatte mit der Ostküste seiner Heimat bis jetzt nur den Begriff verbunden, daß sie von Leuten besiedelt sei, die sich Pferde halten konnten, Sommerhäuser mit Parkettböden und kostbaren Portieren bewohnten, in denen sie Gesellschaften gaben. Er lachte über die Geistergeschichten – nicht mehr so laut, wie er es einen Monat zuvor getan hätte –, saß aber am Schluß wie die andern still und schaudernd da.
Tom Platt erzählte immer wieder von seiner nie endenwollenden Reise ums Kap Horn auf seiner alten »Ohio«, in den guten alten Tagen, da es noch Prügelstrafe gab; von einer Flotte, nun ausgestorben wie der Vogel Dodo – der Flotte, die im großen Krieg unterging. Er beschrieb, wie man rotglühende Geschosse in die Kanonen ladet, einen Lehmpfropfen zwischen Geschoß und Kartusche. Und wie diese Geschosse zischen und stinken, wenn sie auf Holz schlagen … und wie die kleinen Schiffsjungen auf der »Miß Jim Buck« Wasser darüber ausgegossen und nach dem Fort hinübergerufen hatten: probiert's nur noch mal! Und von Blockaden erzählte er, wo sie wochenlang vor Anker hatten liegen müssen, als einzige Abwechslung das Kommen und Gehen von Dampfern, die Kohlen luden; von Stürmen und Kälte – Kälte, die so groß gewesen war, daß zweihundert Mann Tag und Nacht zu schaffen hatten, um das Eis vom Tauwerk, von den Blöcken und dem Ankertau herunterzuschlagen, und wo der Kochherd in der Kombüse so glühend rot gewesen war wie die Geschosse aus dem Fort, und die Mannschaft eimerweise Kakao soff. Vom Dampf hatte Tom Platt keine große Meinung. Seine Dienstzeit war just abgelaufen, als diese Erfindung noch ziemlich neu war. Er gab zu, es sei eine ganz nette Erfindung für Friedenszeiten, aber er sah hoffnungsvoll dem Tage entgegen, wo die alten Segel sich wieder blähen würden auf Zehntausend-Ton-Fregatten mit Großbäumen von hundertneunzig Fuß.
Manuels Erzählweise war bedächtig und liebenswürdig. Es handelte meist von hübschen Mädchen in Madeira, wie sie in den ausgetrockneten Flußbetten bei Mondschein unter wiegenden Palmen Wäsche wuschen. Dann folgten Geschichten von wunderbaren Heiligenlegenden, von seltsamen Tänzen und Raufereien oben in den kalten Häfen von Neufundland. Salters hielt es mit der Agrikultur, denn obwohl er manchesmal im »Josephus« las und Rat suchte, blieb doch seine eigentliche Lebensaufgabe, den Wert des grünen Düngers, besonders des Kleedüngers, gegenüber jeder Art von Phosphaten zu verfechten. Er wurde rabiat, wenn er über Phosphate zu sprechen anfing. Er schleppte beschmierte landwirtschaftliche Bücher herbei und trug gestikulierend Harvey daraus vor, dem das alles spanische Dörfer waren. Dem kleinen Penn tat es so sichtlich weh, wenn Harvey sich über Onkel Salters' Vorträge lustig machte, daß der Knabe bald davon abließ und in höflichem Schweigen den Vortrag über sich ergehn ließ. Das war eine gute Lektion für Harvey.
Der Koch mischte sich nie in diese Gespräche. Er tat gewöhnlich überhaupt den Mund nur auf, wenn es unbedingt notwendig war. Aber manches Mal kam eine sonderbare Redegabe über ihn, und dann sprach er oft eine ganze Stunde ohne aufzuhören, halb in Gälisch, halb in gebrochenem Englisch. Den Knaben gegenüber war er am mitteilsamsten. Und er blieb bei seiner Prophezeiung, daß Harvey einmal Dans Herr und Meister sein und er selbst es noch erleben werde. Er erzählte ihnen, wie man die Post im Winter vom Kap Breton weiterbefördert, und von den Hundeschlitten, die nach Coudray laufen, und von dem Eisbrecher »Arctic«, der den Wasserweg zwischen dem Festland und den Prinz-Edward-Inseln freilegt. Dann kam er auf Geschichten, die er von seiner Mutter her wußte, vom Leben weit im Süden, wo das Wasser niemals zufriert, und wenn er gestorben sei, sagte er, würde seine Seele zu einer warmen, weißen, sandigen Küste fliegen und sich dort zur Ruhe betten, mit rauschenden Palmen über sich. Das kam den Knaben verwunderlich genug vor, denn sie wußten, daß der Neger noch nie eine Palme gesehn hatte. Bei jeder Mahlzeit fragte er Harvey und nur Harvey, ob ihm das Essen geschmeckt habe. Darüber mußten die andern jedesmal lachen. Aber trotzdem hatten sie großen Respekt vor dem Ahnungsvermögen des Kochs, und in ihren Herzen wurde Harvey infolgedessen mit der Zeit so etwas wie ein Talisman.
Und während Harvey mit jedem Blutschlag neue Kenntnisse erwarb und mit jedem Atemzug der würzigen Luft seine Gesundheit stählte, ging die Bark ruhig ihres Wegs und tat ihre Arbeit in den Bänken. Die silbergrauen Lagen der wohlgestapelten Fische stiegen täglich höher und höher. Kein einziger Tagesertrag war außergewöhnlich, aber ihr Durchschnittsfang war gut und regelmäßig.
Begreiflicherweise wurde ein Fischer von Diskos Ruf von den Nachbarschonern scharf beobachtet – »ausgequetscht«, wie Dan es nannte. Aber Disko hatte eine eigene Technik, ihnen durch die klammen, schleichenden Nebelbänke zu entwischen. Er vermied Begleitung aus zwei Gründen. Erstens wollte er seine Erfahrungen für sich allein behalten, und zweitens war er gegen eine Ansammlung aller Nationalitäten durcheinander. In der Hauptsache waren es Gloucester Barken, dazwischengestreut solche aus Provincetown, Harwich, Chatham, etliche aus dem Staate Maine, aber die Mannschaft kam von weiß Gott wo her. Wagemut zeitigt Draufgängertum; kommt dann noch Habgier dazu, so sind alle Möglichkeiten für jede Art von Unheil in einer Flotte gegeben, die sich wie eine gepferchte Hammelherde um einen Leitbock drängt.
»Mögen die beiden Jeraulds sie führen. Für 'ne kurze Zeit werden wir bei den ›Eastern Shoals‹ mit ihnen zusammenbleiben müssen, aber bei günstigem Wind wird das nicht lang' dauern. Wo wir jetzt sind, Harve, das is alles andre als guter Fischgrund.«
»Das nennt ihr schlechten Fischgrund?« fragte Harvey, der Wasser aufzog (er hatte grade gelernt, wie man dem Eimer den rechten Schwung gibt), nachdem man wieder einmal ungewöhnlich lange beim Ausweiden eines reichen Fangs gehockt hatte. »Dann wünscht' ich bloß, wir kämen bald mal auf einen noch schlechtern.«
»Sag mal, Papp«, sagte Dan, »zwei Wochen mindestens wird's wohl dauern, eh' wir wegkommen werden von den ›Shoals‹? Dort wirst du alle Sorten Menschen beisammen finden, die du dir denken kannst, Harve! Da geht erst die Arbeit los! Da gibt's für niemanden regelmäßige Mahlzeiten mehr. Da heißt's: Stopf was 'rein, wenn du hungrig bist, und: Schlaf! wenn du nicht mehr aufrechtstehen kannst. Gut, daß wir dich nicht einen Monat später aufgefangen haben, sonst hätten wir dich nicht mehr rechtzeitig in Form bringen können für die ›Old Virgin‹.«
Harvey hatte schon aus der Karte entnommen, daß die »Old Virgin«, und um sie her ein Kranz von merkwürdig benannten Shoals oder Sandbänken, der letzte große Ankerplatz der Flottille war und daß bei einigem Fischglück ihr ganzer Salzvorrat dort »naß werden«, d. h. verbraucht werden würde; aber angesichts des winzigen Pünktchens, als das die »Virgin« auf der Karte eingezeichnet war, fragte er sich staunend, wie Disko selbst mit Hilfe des Lots und des Quadranten sie finden könnte. Später begriff er, daß Disko dem und noch schwierigern Dingen gewachsen war, und obendrein auch noch andern helfen konnte. In der Kajüte hing eine schwarze Tafel oder »Bord«, vier zu fünf im Ausmaß, deren Zweck Harvey nie eingeleuchtet hatte – bis er eines Tages nach einer Woche dicken Nebels das unmelodische Getute eines mit Pedalen getriebenen Nebelhorns hörte, eines Instruments, dessen Töne dem Röhren eines sterbenden Elefanten gleichkommen. Sie machten vorübergehend halt und verankerten sich kurz, um nicht zu sehr abzutreiben.
»Ein Rahentakler, der den Breitengrad wissen möchte«, rief der lange Jack. Die tropfnassen, roten Segel einer Bark kamen aus dem Nebel in Sicht, und die »Da sind wir« läutete dreimal die Glocke, gemäß ihrer Seestenographie.
Das große Boot holte unter Schreien und Rufen sein Marssegel back.
»Franzose«, sagte Onkel Salters verächtlich, »Michelonschiff von St. Malo.« Der Landmann hatte ein wettersichres Seeauge. »Mein Tobak ist übrigens zu Ende, Disko.«
»Meiner auch«, rief Tom Platt. »He, dort! Backez-vous! Backez-vous! Dickschädeliger Mucho bono! Aus St. Malo, he?«
» Ah, ha! Mucho bono! Oui, oui! Clos Poulet – St. Malo! St. Pierre et Michelon!« riefen die andern durcheinander und schwenkten lachend ihre Wollmützen. Dann alle zugleich: » Bord! Bord!«
»Bring die Tafel 'rauf, Danny! Wundert mich allemal, wie diese Franzmänner überhaupt wohin finden, wenn's nich grade Amerika is, das is ja breit genug. Sechsundvierzig bis neunundvierzig genügt für die; stimmt auch so ziemlich, taxier' ich.«
Dan schrieb die Zahlen groß auf die Tafel, und sie hingen sie in die Großmastwanten. Ein Chor von » Mercis« antwortete ihnen.
»Unfreundlich von uns, sie so abziehen zu lassen«, gab Onkel Salters zu verstehn und befühlte seine leeren Taschen.
»Hast du seit unserer letzten Reise Französisch gelernt?« fragte Disko. »Ich will nicht wieder Steine geschmissen bekommen, wie damals bei Le Have, wo ihr ihnen ›miserable Cochinchinesen‹ nachgeschrien habt.«
»Das wär' grade das Richtige, um sie in Schwung zu bringen, hat Harmon Rush gesagt. Wir sind alle schauderhaft knapp mit Tobak. Junge, sprichst du nicht französisch?«
»O ja«, sagte Harvey mutig. Und er schrie hinüber: »He, ihr! Arrêtez-vous! Attendez! Nous sommes venant pour tabac!«
» Aha, tabac, tabac!« schrien jene unter Lachen.
»Das hat gezogen. Hinüber mit einer Jolle!« rief Tom Platt. »Ich hab' zwar kein Zeugnis in Französisch, aber ich weiß eine andre › lingo‹, die immer wirkt. Los, Harvey, mach den Dolmetsch!«
Der Lärm und die Verwirrung, als sie drüben über die schwarze Bordwand gehoben wurden, war unbeschreiblich. Die Kajüte war bis unter die Decke mit grellen Öldrucken der heiligen Jungfrau, der Jungfrau von Neufundland, wie sie sie nannten, behängt. Harvey fand keine verständnisvolle Seele für sein Französisch, und seine Konversation beschränkte sich daher auf Nicken und Grinsen. Aber Tom Platt fuchtelte nur mit den Armen, und siehe da, die Verständigung gelang glänzend. Der Kapitän gab ihm einen Schnaps unbeschreiblicher Qualität, und die Mannschaft, die aussah wie aus einer komischen Oper, mit haariger Brust, roten Kappen und langen Messern, begrüßte ihn als Bruder. Dann begann der Handel. Sie hatten Tabak in schweren Mengen, »zollfreien« amerikanischen. Sie verlangten dagegen Schokolade und Zwieback. Harvey ruderte zum Schoner zurück, um es mit dem Koch und Disko auszumachen, die darüber zu verfügen hatten. Zu den Franzosen zurückgekehrt, zählten sie ihnen die Kakaobüchsen und die Zwiebacksäcke vor. Es sah aus, als ob sich Seeräuber in ihre Beute teilten. Tom Platt ging aus der Teilung mit einer großen Schnur Kautabak um seinen Leib hervor, die Taschen vollgestopft mit andern Sorten Kau- und Rauchtabak. Dann verschwand das muntre Seevölkchen im Nebel, und Harvey hörte nur noch einen lustigen Chorgesang:
»
Par derrière chez ma tante,
Il y a un bois joli,
Et le rossignol y chante
Et le jour et la nuit …
Que donneriez-vous, belle,
Qui l'amenerait ici?
Je donnerai Quebec,
Sorel et Saint Denis.«
»Wie kam denn das, daß mein Französisch gar nicht gewirkt hat und deine Zeichensprache gleich?« fragte Harvey, als der Tausch unter der Mannschaft verteilt wurde.
»Zeichensprache!« muffelte Tom Platt mit vollen Backen. »Tja, jawoll, Zeichensprache, aber verdammt älter wie dein Französisch, Harve. Diese Franzosenboote sind stoppevoll von Freimaurern. Darum.«
»Bist du denn ein Freimaurer?«
»Hat den Anschein«, sagte der Kriegsmann, seine Pfeife stopfend. Ein neues Mysterium auf hoher See für Harvey.