Anzeige. Gutenberg Edition 16. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. Alle Werke aus dem Projekt Gutenberg-DE. Mit zusätzlichen E-Books. Eine einmalige Bibliothek. +++ Information und Bestellung in unserem Shop +++
Pater Wilfrid, der »Hofpfarrer« von Hall, hatte einen schlimmen Tag hinter sich, als er nach Admont zurückkehrte in nichts weniger denn rosiger Laune. Was für einen Krach hatte es beim Spielbüchlerbauern wegen der Verlegung des Requiem gegeben! Für den 30. August hatte dieser Bauer einen Trauergottesdienst zum Gedächtnisse eines Verwandten bestellt, und der Pfarrer hatte diesen Jahrtag notiert. Somit wäre diese Angelegenheit in Ordnung gewesen, wenn nicht auch die Fürstin von Schwarzenstein auf den gleichen Tag ein Requiem zum Gedächtnisse des seligen Gemahls bestellt hätte. Dieser Frau mußte doch, obwohl die Anmeldung verspätet einlief, der Vortritt eingeräumt werden. Von dem Grundsatze: »Wer zuerst kommt, mahlt zuerst« wollte der Spielbüchler aber nicht abgehen, mit erschrecklicher Deutlichkeit hatte er sich dahin geäußert, daß er auf die Fürstin von Schwarzenstein – huste, soweit die deutsche Zunge klinge. Eine niedliche Bescherung für den Haller Pfarrer! Aber als Diplomat wußte sich Pater Wilfrid doch zu helfen, indem er die heikle Angelegenheit auf ein Gebiet hinüberschob, wo der Spielbüchler empfindlich und zu treffen war: Wildschadenvergütung! Auf die Anspielung, daß der Mangel an Rücksicht die Fürstin veranlassen werde, künftig dem Spielbüchlerbauern gegenüber die Wildschadenvergütung nicht mehr mit Noblesse in gewünschter Höhe zu bewilligen, reagierte der Bauer doch und er erklärte, einen Tag warten zu wollen, wenn der Pfarrer garantiere, daß die Verschiebung des Requiems dem Verstorbenen nicht wehe tun werde. Diese Garantie konnte der Pfarrer geben mit gutem Gewissen. Nach dem Krach war also der Zweck doch erreicht worden.
Hingegen blitzte der gewandte, erfahrene und weltkundige Pater Wilfrid bei Amanda Gnugesser jämmerlich ab. Die Försterin gab ihm zwar die Zeitung zurück, aber sie weigerte sich mit erstaunlicher Entschiedenheit, die Agitation für die Vergütung der Arbeit der Ehefrau im Haushalte aufzugeben. Auf Grund des neuen Gesetzes müsse das hohe Ziel in jeder Familie erreicht werden. Und die Agitation sei auch bereits im besten Zuge, werde alsbald zu vollem Erfolge führen.
Vergebens hatte Pater Wilfrid aufmerksam gemacht, daß der Gesetzentwurf in der – Schweiz, nicht hier im Lande geplant sei, also von einer gültigen Gesetzesbestimmung gar nicht gesprochen werden könne. Hartnäckig hielt Frau Amanda am segensreichen Prinzip dieser Frauenfrage fest, die Verbesserung der Rechtslage müsse errungen werden, und es sei ganz gleichgültig, von wem die Anregung zur Entlohnung der Frau im Ehestande ausgegangen sei. Tue der Staat nicht mit, wolle man diese hochwichtige Frauenfrage nicht im Wege eines Staatsgesetzes erledigen, so werde eben der Privatweg beschritten, der Kampf mit den Ehemännern in Hall von den Weibern ausgefochten werden. Die Männer müssen zahlen, egal, ob ihnen die Augen tropfen.
Pater Wilfrid verbot dann jedwede Agitation in seinem Pfarrsprengel.
Frau Amanda aber lachte ihn aus, verwies auf die Tatsache, daß die Haller Weiber bereits revolutioniert seien, und daß die Fürstin von Schwarzenstein auf Seite der Frauen stehe, mit der Entlohnungsbestrebung wärmstens sympathisiere.
Unter solchen Umständen konnte ein weiterer Disput mit dieser hitzigen Frau keinen Zweck mehr haben. Einstweilen mußte der Pfarrer den Rückzug antreten. Demnächst aber wird der Kampf aufgenommen werden, und zwar von der Kanzel aus.
Im Stifte suchte Wilfrid den Archivar Pater Leo auf, der gleich ihm Pfarrer des Nachbardorfes Weng ist, also ein spezielles Interesse für die Haller Frauenrevolution haben mußte. Pater Leo sprach denn auch offen die Befürchtung aus, daß die Funken und Flammen dieser Weiberrevolution nach Weng überspringen und überschlagen werden, und daß es kaum möglich sein werde, mit einer Predigt die rabiat gewordenen Frauen zu besänftigen.
»Ein anderes Mittel zur Bekämpfung der Revolution steht uns aber nicht zu Gebote!« meinte Pater Wilfrid.
»Zunächst freilich nicht, uns wenigstens nicht! Du wirst gut tun, deine Fürstin zum Abrücken von der Haller Frauenrevolution zu veranlassen! Tut die Fürstin nimmer mit, so schwindet der Nimbus, die damischen Weiber werden stutzig, wahrscheinlich durch den Rückzug der Fürstin doch etwas eingeschüchtert werden! Wenn die Flammen nach Weng überschlagen, werde ich als Wenger Pfarrer alles aufbieten, um den Männern das Rückgrat zu steifen! Und das wird gelingen, denn wo die Bauern zahlen sollen, werden sie sehr rasch bockbeinig und schwerhörig. Gehe hin und tue desgleichen, viellieber Bruder im Herrn!«
»Ganz gut! Und wie soll ich meine Fürstin zum Abrücken veranlassen?«
»Ja, das weiß ich nicht, ich bin ja kein Hofmann! Bring ihr bei, daß die Beteiligung an der Frauenrevolution Kosten verursacht, daß die Fürstin blechen, die Löhne ihrer verheirateten Diener und Beamten aufbessern muß, wenn die von ihren Frauen geschröpften Diener und Beamten die Weiberarbeit im Haushalt entlohnen sollen! Vom Gehalt können die Ehemänner das ja nicht leisten! Hört die Fürstin, daß die Liebäugelei mit der Frauenbewegung sie schwer Geld kostet, dann, meine ich unmaßgeblich, wird die Frau mit aller Beschleunigung krebsen!«
»Der Rat ist gut und beachtenswert! Ein gerissenes Herrchen, der vielliebe Amtsbruder!«
»Ach wo! Minimale Lebensweisheit, daß Geld überall eine gewichtige Rolle spielt! Von Gerissenheit keine Spur! Und tausend Meilen entfernt vom klugen und gewandten – Eisenbaron!«
Wilfrid lachte zu dieser harmlos gemeinten Stichelei auf seine adelige Abstammung. Und dann fragte er, ob Gäste im Stift angekommen seien, und was es sonst Neues intra muros monasterii gebe.
»Nicht viel, das Wenige aber schön und erquickend!« Und nun berichtete Pater Leo über den Stand der Jagdangelegenheit des Novizen Nonnosus, der dem Abte Vergehen, Beteiligung an einer Treibjagd, der dem Kleriker verbotenen venatio clamorosa, rückhaltlos eingestanden und demütig um Bestrafung gebeten habe.
»Na, was hat der Summus Abbas verfügt?« fragte in offensichtlicher Spannung Pater Wilfrid.
»Wie mir der Abt mitteilte, will er den Nonnosus der Heilsamkeit wegen einige Tage zappeln lassen, dann aber verzeihen und von jeder Bestrafung absehen. Wie der Abbas den ›Fall Nonnosus‹ auffaßt, liege ein direkt straffälliges Vergehen gegen die kanonische Vorschrift nicht vor; verboten sei die venatio clamorosa, den Ausdruck ›Riegeljagd‹ wende der betreffende Paragraph nicht an, also habe der Grundsatz zu gelten: ›Strafgesetze sind streng zu interpretieren, Analogien sind nicht zulässig, in dubio pro reo!‹ Der Abbas erklärt, daß demnach die Erledigung der Sache in eigener Kompetenz zulässig, die Meldung an den Bischof nicht nötig sei! Die milde tolerante Behandlung werde eine viel bessere Wirkung bei Nonnosus erzielen denn eine harte Bestrafung! Und so glaubt der Abbas, daß der Novize im Laufe der Zeit seine Jagdleidenschaft überwinden werde! Wohlwollen und Liebe seien gute Heilmittel, sagte der Abbas, und mit feinem Lächeln fügte er bei: › studeat plus amari quam timeri‹!«
Freudig berührt, begeistert sprach Pater Wilfrid: »Ja, unser Abbas! Eine Perle! Gott erhalte ihn uns ungezählte Jahre!«
»Ganz meine Meinung! Und noch eine Neuigkeit haben wir im Hause! Die erquickende Milde des Abbas hat dem anderen Novizen, Modestus, den Mut gegeben, sich dem Abte anzuvertrauen. Geständnis: Kein Beruf zum Priester und erst recht nicht für das Klosterleben! Will Medizin studieren!«
»Alle Wetter, so'ne Bescherung! Auf Stiftskosten studiert und jetzt ausspringen! Was hat denn der Abt gesagt?«
»Wunderschönes Diktum! Summus Abbas sprach: ›Wir können auch tüchtige, christlich denkende Ärzte brauchen, die das Ordenswesen aus eigener Erfahrung kennen!‹ Und der Abbas will auch uns, id est conventus, angehen, nach Maßgabe der Stiftsverhältnisse eine Unterstützung zu bewilligen! Erquickende Toleranz, was?«
»Wahrhaftig erquickend! – Nun aber Schluß! Ich bin rechtschaffen müde! Muß aber noch die Kampfpredigt endgültig zu Papier bringen!«
»Wünsche viel Vergnügen und gute Verrichtung ad hoc! Salve!«
Die Patres-Pfarrer trennten sich, und Wilfrid suchte seine Zelle auf und schrieb fleißig in die Nacht hinein mit gutem Erfolge …
*
Mit dichtem, langsam ziehendem Allerheiligen-Nebel begann der Morgen des Augustsonntages. Kühl war es im einsamen Halltale, frostig in den Gemächern der Villa. Die Bewohner fröstelten wohl alle, bis auf die Köchin in der Küche, wo es wohlig warm war. Und auch Fürstin Sophie empfand die Morgenkühle in dem Moment nicht, da die Kammerfrau Hildegard auf silberner Platte einen soeben eingelaufenen Brief überreichte. Vor der Vertrauten gab sich die Fürstin nicht die Mühe, ihre Erregung zu verbergen; sie griff hastig nach dem Briefe und sprach: »Ich werde klingeln!«
Hildegard verschwand.
Gierig begann Sophie die zweite Epistel des Sohnes, aufgegeben in Dessau, zu lesen. Mit Überfliegen der Schilderung, die Emil von der hübschen, prächtig entwickelten Muldestadt gab.
»Denk Dir nur, liebste Mama: der Herzog führt Allerhöchst persönlich in seinem Theater die Regie, er ist der erste und letzte auf den Theaterproben, kümmert sich um Kostüme, Szenerie, Dekorationen, macht Dienst als Beleuchtungskontrolleur, prüft die Leistungen des Orchesters und Kapellmeisters, kontrolliert die Tempi, kurz er leitet alles selbst. Glaube aber ja nicht, liebste Mama, daß der Herzog bei dieser verblüffenden Tätigkeit etwa ein G'schaftlhuber ist. Er ist Fachmann durch und durch, seit vielen Jahren. Übrigens weiß ja die heutzutage sich für Kunst interessierende Welt, daß dieser Sproß des Hauses Askanien ein genialer Regisseur für Richard Wagner und die musikdramatische Kunst ist, ein Bahnbrecher, der die Edeltraditionen eines gesunden Originalstiles der deutschen Bühne mit produktivem Geiste lebendig in seiner Person verkörpert! Alle Welt weiß das seit vielen Jahren, nur ich habe es nicht gewußt! Zu Dessau an der Mulde, wo die Leute halb sächsisch und halb berlinisch sprechen, habe ich erkannt, daß ich von Wagnerscher Musik und Kunst jetzt halb soviel verstehe wie der Leibjäger Seiner Hoheit. Nu nadierlich, es muß doch der dienende Mensch in allernächster Umgebung des hohen Fachmannes von Kunst mehr verstehen als unsereiner, der doch nur wegen des Balletts ins Theater zu gehen pflegt!
Von wo der Herzog den vielen Spiritus bezogen hat, weiß ich nun auch, nämlich von München, wo er fleißig mit Verstand und ohne Bier Kunstgeschichte studiert und dem dortigen Theater das Beste der Wagner-Inszenierungen abgeguckt hat. Muß der Mann gute und geschulte Augen haben! Und ein enormes Gedächtnis, das ihm ermöglichte, alles auf sein Dessauer Theater zu übertragen! Münchens Errungenschaften im verkleinerten Maße in Dessau! Und hier ein sehr dankbares, vom Herzog gut für Kunst erzogenes Publikum!«
Fürstin Sophie hielt in der Lektüre inne und stöhnte: »Gott! Was er für Nichtigkeiten schreibt!«
Dann las sie weiter: »Bevorzugt wird hier die Oper, das Schauspiel, gut gepflegt, läuft nebenher! Für modernes Liebesleben in neuen Stücken interessiert sich der Herzog anscheinend nicht, ick ooch nich! Wenn es wahr ist, was ich hier gehört habe, übertrumpft Dessau das Münchner Theater insofern, als es an der Mulde kein Defizit gibt! Mit so an vierhundert braunen Lappen subventioniert der Herzog seine Bühne und tut dabei noch Dienst als Oberregisseur und Hofkapellmeister! Allen Respekt! – In Gesprächen über Kunst habe ich mich aus triftigen Gründen auf das andächtige Zuhören beschränkt und vorsichtshalber keinen Ton von mir gegeben! Somit steht zu hoffen, daß der fürstliche Oberspiritual nicht gemerkt hat, was für ein – Flußpferd in puncto theatralische Kunst Prinz Emil von Schwarzenstein ist! Diese Ignoranz, auf deutsch: Dummheit, kann ich der lieben Mama schon eingestehen, weil Du meine Geistesbeschränktheit ja nicht auf den Stephansturm hängen wirst!«
Die Kammerfrau trat ein und meldete, daß der Wagen zur Kirchfahrt bereitstehe.
»Gleich, Hildegard! Nur noch fünf Minuten!«
Hastig las Fürstin Sophie den Bericht des Sohnes zu Ende: »Tags darauf fuhren wir, der Herzog und ich, in die Dessauer Gehege, begleitet vom Leibjäger, der nicht bloß Kammerdiener, sondern gelernter Jäger ist und die Pirschfahrt zu dirigieren hatte. Ein interessanter Mummelgreis als sachkundiger Jagdkutscher auf dem Bock neben dem Leibjäger. Um die Wahrheit zu sagen: die genaue Kenntnis der Fahrwege und ihrer Beschaffenheit, der Bodenverhältnisse (zuweilen sumpfig), der Standorte des Rot- und Damwildes, der Sauen, das fast wortlose Zusammenarbeiten des Leibjägers und des Jagdkutschers, das brillante Umfahren und Einkreisen des Wildes hat mir imponiert! Für Jagd und Wild habe ich bekanntlich und bis jetzt kein besonderes Interesse!«
Seufzend unterbrach die Fürstin für einen Moment die Lektüre. Um Emils Interesse für Jagd und Wild zu wecken, hat die Fürstin das Jagdgut Hall gekauft. Und nun bestätigt der Sohn schwarz auf weiß den Mangel an Jagdinteresse … Zwecklos ausgegeben das viele Geld! – Dann las die Fürstin den Schluß: »Was hat denn Dein neues Hoffräulein dem Wolffsegg im Höchsten Auftrage geschrieben? Wolffsegg macht einen Kopf wie ein Schaf beim Donnerwetter! Ist die neue Brettelhupferin wenigstens jung? Hübsch kann sie nicht sein, weil Hofdamen nie schön sind! Mir ist's natürlich egal, ich frage nur, weil die Brettelhupferin ja doch Deine Hofdame, also ständig bei Dir ist! Für die allernächste Umgebung wählt man doch lieber nette, sozusagen patschierliche, wenn möglich jüngere Leute aus!
Kuß und Gruß der lieben Mama!
Ew. Durchlaucht ehrerbietigst
Emil von Schwarzenstein.
P. S. Auch hier sind die adeligen Töchter des Landes nicht nach meinem Geschmack.«
Sophie verschloß den Brief. Und fuhr mit Fräulein von Gussitsch zur Kirche im Dörflein Hall.
Unterwegs fragte die Fürstin: »Was haben Sie denn, liebe Martina, dem Baron Wolffsegg geschrieben? Mein Sohn meldet, daß Wolffsegg gekränkt sei!«
Die Hofdame versicherte, taktvoll und zart im Sinne der erteilten Weisung geschrieben zu haben. Anlaß zu einem Gekränktsein sei ganz gewiß nicht gegeben.
Die Fürstin schwieg und hing ihren Gedanken nach, die sich mit dem Sohne beschäftigten. Unverkennbar ein gewisses Aufwachen als wohltätige Folge dieser Reise.
Die Nebel wichen, die Sonne lachte. Köstlich war die Fahrt zur Kirche. In guter Stimmung kam Sophie in Hall an, ehrerbietig von den Männern, mit auffallender Wärme, fast mit Begeisterung von den Weibern begrüßt.
Pater Wilfrid hatte schon mit der Predigt begonnen, als die Fürstin mit dem Hoffräulein sich im kleinen Oratorium niederließ. Die Ankunft der Fürstin gewahrend, zauderte der Pfarrer einen Moment. Fatal war seine Lage, da er sich blitzschnell erinnerte, daß die Fürstin in der Haller »Frauenfrage« auf Seite der Frau Forstwart Gnugesser stehe. Der Pfarrer aber soll und muß heute von der Kanzel aus den Kampf gegen die Weiberrevolution aufnehmen. Sein Thema kann er nicht fallen lassen, es ist unmöglich, auf die Fürstin Rücksicht zu nehmen. Das Interesse und Wohl der Pfarrgemeinde geht vor und steht höher. Entschlossen und mutig sprach Pater Wilfrid auf der kleinen Kanzel von der Einheit der Kirche und des Glaubens. »Christus wollte auch jene Gemeinschaft, welche die Wurzel des gesellschaftlichen Lebens bildet, die Ehe, auf den Boden der unzertrennlichen Einheit stellen. Und hier wollte er nicht nur eine äußere Einheit, er wollte die vollkommene Einheit der Familie, besonders der Ehegatten wiederherstellen. Diese von Christus gewollte Einheit verlangt aber die Gemeinsamkeit der beiderseitigen Interessen der Ehegatten. Nach der Lehre Christi soll der Mann das Haupt der Familie sein, die Frau aber soll in allen rechtlichen und billigen Dingen dem Manne untergeordnet bleiben, wie es die Kirche den Brautleuten ausdrücklich und entschieden an das Herz legt. Trennung und Spaltung der Interessen beider Eheleute kann darum unmöglich der Wille des göttlichen Stifters des Ehesakramentes sein.«
Pater Wilfrid hielt einen Moment inne, dann sprach er mit scharfer Betonung: »Wenn in der gegenwärtigen Zeit Strömungen kommen, die das Ideal der gottgewollten Einheit der Ehe zerstören wollen, so ist das nichts anderes als ein Angriff auf die Grundfesten der Ehe selbst! Es ist traurig und betrübend, daß in unsere Pfarrgemeinde solche Ideen durch Zeitungsnachrichten den Weg gefunden haben. Diese irrigen Nachrichten sind unverständigerweise mündlich weitergetragen worden von Personen, die keine Ahnung davon haben, daß durch derlei Ideen die Einheit der Ehe schwer geschädigt, erschüttert, ja vernichtet wird. Darum ist es notwendig, daß bei der menschlichen Schwäche beide Eheleute diesen Gedanken der von Christus grundgelegten und in seiner irdischen Familie vorbildlich durchgeführten Einheit der Ehe nie aus den Augen lassen und sich weder durch schriftliche, dem unchristlichen Weltsinne entsprungene Neuerungsideen, noch durch mündlich fortgepflanzte einseitige Interessenpropaganda in ihrer gegenseitigen heiligen Aufgabe irremachen lassen! Es ist notwendig, daß in erster Linie der Mann, der Ernährer und Brotverdiener, die Früchte seiner Arbeit zum Wohle seiner Familie verwendet und nicht in einseitigem Interesse nur für sein Wohlbehagen sorgt! Ihm muß als treue Lebensgefährtin die Frau zur Seite stehen, die Gattin, die nicht durch einen rein weltlichen Arbeitsvertrag, sondern durch ein Sakrament mit ihm verbunden ist.
Eine schwere Gefahr für den Familienfrieden und für die Erziehung der Kinder ist es, wenn Mann und Frau ihre eigenen Wege gehen wollen und sogar eine Trennung der zeitlichen Güter und irdischen Interessen vornehmen wollen. Wenn Ehegatten dem Zuge der Zeit folgen, der darauf hinausgeht, daß jeder nur sich selbst der Nächste sein soll und sich nur um sein eigenes Wohl zu kümmern habe, so zerreißen solche Ehegatten dadurch das Band des ehelichen Glückes, sie vernichten die göttliche Gnade im verantwortungsvollen Ehestande. Gütertrennung vernichtet das Ideal der Ehe, die innigste Verbindung von Mann und Weib. Die Ehe hat zum Grunde die Opferliebe; jeder Gatte muß für den Ehepartner Opfer bringen können, muß sie auch bringen im gemeinsamen Interesse. Ohne gegenseitiges Vertrauen gibt es keine Liebe.
In unserer Gemeinde streben einige Ehefrauen die Entlohnung ihrer Arbeit im Haushalte an. Diese Frauen sollen bedenken, daß das Eheweib, das für die Hausarbeit Bezahlung fordert, sich selbst erniedrigt! Ein solches Weib ist nicht mehr die dem Manne ebenbürtige Ehegattin, sondern eine Dienstmagd gegen Lohn!«
Wieder machte der Pfarrer eine kleine Pause. Und dabei gewahrte er, wie die Fürstin Sophie sich weit vorgebeugt hatte und den Prediger mißbilligend anblickte. Aber weder Zustimmung noch Tadel durfte ihn abhalten, seine Pflicht zu erfüllen. So sprach er scharf im Tone weiter: »Die Frauen, die in unserer Gemeinde den Frieden in den Familien stören, von den Ehemännern gleich gar ein Drittel des Jahresverdienstes als Arbeitsvergütung fordern, diese Frauen berufen sich auf ein neues Gesetz, das eine solche Bestimmung enthalte. Laßt euch, Ehemänner, nicht irremachen, nicht einschüchtern! Bei uns gibt es ein solches Gesetz nicht, weder ein altes noch ein neues! In der Schweiz ist geplant, eine ähnliche Bestimmung in den Entwurf zum neuen Zivilgesetzbuche aufzunehmen! Was die Schweizer tun, geht uns nichts an! Die Agitation der Frauen entbehrt also jeglicher Berechtigung! Und strafbar ist die Aufreizung! Wahret den Frieden im Hause! Amen!«
Bevor Pater Wilfrid die Kanzel verließ, warf er einen Blick auf die Menge der Andächtigen. Unverkennbar war die Überraschung der Frauen, ein gewisses Frohlocken in den Mienen der Männer, ein Aufatmen der drangsalierten, nun durch den Pfarrer befreiten Ehemänner.
Überrascht, unangenehm berührt schien auch Fürstin Sophie zu sein, die den Prediger starr vor Staunen angeguckt hatte und sich nun in das Dunkel des Oratoriums zurückzog. Und während des anschließenden Gottesdienstes beschäftigten sich die Gedanken der Frau mit der Frage, wie es die Gattin des Forstwarts wagen konnte, das Protektorat zu erbitten, wenn die ganze soziale Angelegenheit keine gesetzliche Basis hat. Eine Unverfrorenheit war es von der Forstwartsfrau, die Unterstützung zu erschleichen, die Fürstin in eine unberechtigte Agitation hineinzuzerren. Unschön und rücksichtslos fand es Sophie aber vom Pfarrer, daß er ihr nicht beizeiten die nötigen Informationen gegeben, einen Rückzug in aller Stille ermöglicht hatte. In dieser üblen Stimmung flüsterte die Fürstin dem Hoffräulein gegen Ende des Gottesdienstes die Bitte zu, dafür zu sorgen, daß der Wagen zur sofortigen Rückfahrt bereitgehalten werde. Gehorsam entfernte sich Martina aus dem Oratorium.
Im Pfarrhause hatte die Dienerin Witwe Erna alles schön für den zu erwartenden Besuch der Fürstin, für das Teefrühstück vorbereitet.
Als Pater Wilfrid hungrig von der Kirche kam und den festlich geschmückten Frühstückstisch sah, lobte er die Wirtschafterin, die darob zwar geschmeichelt lächelte, dennoch aber dem Pfarrer die Bemerkung nicht schenken konnte, daß der hochwürdige Herr sich mit der heutigen Predigt bei den Frauen eine böse Suppe eingebrockt habe.
»Ach was! Bringen Sie den Tee! Die Fürstin wird gleich kommen!«
Wagengerassel auf dem Sträßlein veranlaßte Erna zum Fenster zu springen. Und erregt rief sie: »Da haben S' den Salat, Herr Pfarrer! Den Tee können S' alleinig trinken, die Fürstin fahrt heim! Mit dem Besuch ist also nichts, und ich hab mich umensunst geplagt! Wahrscheinlich wird sich auch die Duhrlauch wegen der Predigt geärgert haben! Wie man sich nur eine solche Supp'n einbrocken kann …!«
»Bringen Sie mir das Frühstück! Auf Ihre Bemerkungen verzichte ich!«
Alsbald servierte Erna mit allen Anzeichen der Enttäuschung und Verdrossenheit.
Und Pater Wilfrid löffelte noch, als die Hausglocke Besuch anmeldete. Der übliche Sonntagsaudienzdienst für den vielgeplagten Pfarrer begann. Als erster Besucher kam der Forstwart Gnugesser mit seinem strahlendsten Lächeln höchster Befriedigung, beweglich und vergnügt, so daß das Bäuchlein hüpfte. Mit beiden Händen liebkoste der Forstwart den fuchsigen Patriarchenbart und zog die Schnauzerenden in die Länge, wodurch das Männlein ein geradezu kriegerisches Aussehen bekam. »Danken möcht ich, Herr Pfarrer, für die prachtvolle Predigt! Gut, sehr gut haben Sie den Weibern, die wo Geld möchten für die Arbeit im Haushalt, die Meinung gesagt! Uns Ehemännern haben Sie die heißersehnte Erlösung gebracht! Ich dank von ganzem Herzen! Und meine Amanda werd ich mir heut noch fürifangen und die Krämerin auch, die, wo das Haupt der Weiberrevolution ist!«
Scharf gellte die Hausglocke. Seine Rede unterbrechend, guckte Gnugesser zum Fenster hinaus, zog aber sofort den krebsrot gewordenen Kopf zurück und stotterte: »Au weh! Herr Pfarrer bekommen gefährlichen Besuch: die Krämerin will herein! Kann ich derweil nicht in Ihrem Schlafzimmer oder Salon warten, bis die Krämerin das Haus verlaßt?«
Lächelnd meinte Pater Wilfrid: »Eben sagten Sie doch, daß Sie Ihre Frau und die Krämerin fürifangen wollten! Die Gelegenheit dazu ist geboten, Sie können der Krämerin hier die Meinung sagen!«
»Nein, nein! Nicht hier, das Pfarrhaus soll doch ein Haus des Friedens sein! Empfehl mich gehorsamst, Herr Pfarrer!« Und der tapfere Held mit dem Bäuchlein und Patriarchenbart drückte sich zur Türe hinaus. Und prasselte die Treppe hinab so schnell, daß sich die hagere Krämerin erschreckt in eine Ecke flüchtete.
Als dann diese Frau vor dem Pfarrer stand, mußte Wilfrid unwillkürlich an jene Hundespezies denken, die sich durch besondere Magerkeit und minimale Menge an Gehirn auszeichnet. Dürr und mager wie ein Windhund war die Krämerin, aus den Augen leuchtete keineswegs Intelligenz, dafür Streitlust und Eigensinn. Unter dem schwarzen Kopftüchel quirlten etliche dünne Haarsträhne heraus wie Schlänglein. Das scharfgeschnittene Gesicht gemahnte an einen Raubvogel und kündete alles, nur nicht Sanftmut und Frieden. Und Krieg die eckigen Ellenbogen, Kampf die knochigen, auf die schmalen Hüften gestemmten Hände. Ein böser Blick züngelte am Pfarrer hinauf, der aber diese Musterung ruhig aushielt und mit leichter Ironie im Tone fragte, womit er dienen könne.
Fester stemmte die Krämerin die Hände auf die Hüften, scharf klang die Stimme: »Die Predigt, Herr Pfarrer, die unglaubliche Predigt! Es ist wirklich nicht zu glauben, was Sie heut von der Kanzel verkündet haben!« Die rechte Hand löste sich von der Hüfte, gebieterisch streckte sich der Zeigefinger. »Diese Verkündigung wird der Herr Pfarrer zurücknehmen!«
»Warum denn, liebe Frau?«
»Weil das neue G'setz schwarz auf weiß zu lesen ist! Die ganze Welt weiß davon, nur der Pfarrer von Hall weiß nichts! Ich sag Ihnen: wir führen die gesetzliche Bestimmung durch, ob es Ihnen recht ist oder nicht! Wo ich die Fürsteherin vom Haller Frauenbund bin und zu befehlen hab!«
»Die Absicht, ein gar nicht existierendes Gesetz zur Geltung zu bringen, müssen Sie nicht dem Pfarramt, sondern der Behörde und der Gendarmerie anzeigen, die Ihnen das Nötige und Weitere dann schon mitteilen wird!«
»Mit den verdruckten Herren von der Bezirkshauptmannschaft will ich nichts zu tun haben, die Herren sind zu politisch! Von der Kanzel hat der Pfarrer gesprochen, durchaus Behauptungen, die dem Frauenbund nicht passen, also halt ich mich an den Pfarrer, der die heutige Predigt z'rücknehmen muß am nächsten Sonntag!«
»Zurücknehmen kann ich nichts, aber ich werde in der nächsten Predigt schildern, was für eine grundgescheite Fürsteherin der Haller Frauenbund hat …«
»Das ist grad nicht nötig! Ich weiß schon selbst, daß ich eine gescheite Frau bin!«
»Schön! Da Sie soviel Intelligenz besitzen, werden Sie gewiß auch wissen, wie man die Tür von – außen zumacht!«
»Was? Ausschaffen! Mich, die Fürsteherin, wo im kleinen Finger mehr Gesetzeskenntnis hat als der ganze Herr Pfarrer! Das Ausschaffen werden S' büßen, wahrlich nicht wenig!« Wie beschwörend streckte das hagere Weib die dünnen Arme in die Höhe. »Sie wollen den Kampf, gut, wir werden um unser heiliges Recht kämpfen! Empfehl mich, Hochwürden!« Schrill lachend, entrüstet verließ die Krämerin mit zappeligen Schritten das Zimmer.
Pater Wilfrid konnte der Komik dieses Auftrittes nicht widerstehen und schmunzelte. In das Treppenhaus tretend, wollte er eben hinunter zu Erna rufen, daß der nächste Besuch vorgelassen werden solle; das Gekeife der Krämerin veranlaßte ihn jedoch, mit dem Rufe zu warten.
Wütend zeterte die Krämerin zur Dienerin: »Außi g'schmissen hat er mich! Wo ich die Fürsteherin bin! Ich aber steh gut dafür: die längste Zeit ist er in Hall Pfarrer g'wesen! Außi muß er! Und dem Abt in Admont werd ich meine Meinung sagen, bis ihm die Augen tropfen und die Ohren stauben!«
Wilfrid lachte hellauf.
In höchster Wut warf die Krämerin die Haustüre so wuchtig ins Schloß, daß das Pfarrhaus erzitterte.
Der Reihe nach kamen Bauern mit ihren Anliegen; diesmal aber auch etliche Weiber, die aber wider Erwarten Wilfrids nicht auf die Predigt reagierten, dafür erstaunliche Bitten vorbrachten. Eine Bäuerin wünschte eine Bevorzugung durch Anweisung eines Kirchenstuhles in der vordersten Bank. Die Bauersfrau Troger bat um Benediktion des Stalles, und zwar heute noch, weil der Pfarrer an Wochentagen selten oder nie in Hall sei, und eine Kuh Schlingbeschwerden habe. Eine andere Bäuerin klagte über den Lehrer, der ihren Kindern zuwenig beibringe und zuviel mit dem Stock arbeite. Mit einer kostbaren Beschwerde kam eine alte Jungfer namens Hupfauf: »Herr Hochwürden!« lispelte sie anfangs, »ich bin es bekanntlich, die seit Jahren den Marienaltar mit Blumen schmückt; Sie aber sind es, der diesen Schmuck immer wegnehmen ließ!«
Pater Wilfrid erwiderte trocken: »Ganz richtig! Jede Zierde muß Maß und Geschmack haben! Auch ziert man den Marienaltar nur an Marientagen und im Monat Mai!«
Bedeutend schärfer im Ton rief die Jungfer Hupfauf: »Was? Sie wollen mir vorschreiben, wann ich die Gottesmutter verehren und schmücken darf? Und zuwenig G'schmack soll ich haben! So eine Beleidigung! Danken sollen Sie, daß man sich überhaupts um die Kirch'n kümmert! Wo die Welt eh schier nichts mehr von Kirch'n und Pfarrer wissen will in dieser schrecklichen Zeit!«
Wilfrid suchte die aufgeregte alte Maid zu beruhigen.
Aber die Jungfer wurde völlig rabiat und zeterte: »Sein tun die Mannsbilder alle gleich, lauter Spitzbuben, die z'sammenhelfen, wo es gegen die Jungfern geht! Schämen sollen Sie Ihnen, daß Sie zu den Mannsbildern halten und gegen die Weiber predigen! Mich geht die Sach mit dem Frauenbund nichts an, weil ich Gott sei Dank eine Jungfer bin und in Ewigkeit von Mann und Heirat nichts wissen will! Aber weil der Herr Pfarrer so – herb auf die armen Frauen ist und mir das Schmücken des Altars nicht erlauben will, werd ich von nun an zum Frauenbund halten! Jawohl! Und Sie werden dann schon sehen, daß Sie den kürzeren ziehen! Denn siegen tut immer und überall das edle weibliche Geschlecht und die Tugend! Empfehl mich, Hochwürden!«
Während die alte Maid hinausrauschte, krümmte sich Wilfrid vor Lachen.
*
Dem Requiem zum Gedächtnisse des hochseligen Fürsten wohnten die Witwe, der zurückgekehrte Hausmarschall Graf Thurn, Fräulein von Gussitsch, die Beamten, etliche Jäger und das gesamte Personal bei. Hernach stattete die Fürstin mit Martina dem Pfarrer einen Dankbesuch ab. In milder Stimmung, die der Trauerfeier entsprach, dankerfüllt ob der rührendschönen Gedächtnisrede Wilfrids.
Die Dienerin konnte diesmal Triumphe feiern und Anerkennung einheimsen, denn Fürstin Sophie nahm den Tee ein und lobte die weißhaarige Wirtschafterin nach allen Seiten hin.
Im Verlaufe des Frühstücks kam die Fürstin auf Wilfrids »soziale« Predigt insofern zu sprechen, daß die hohe Frau fragte, ob es wirklich kein Gesetz ähnlich dem Schweizer Entwurf gebe.
Schlicht erwiderte Wilfrid: »Nein, Durchlaucht!«
»Was wird denn nun die Folge Ihrer Kontrastellung sein?«
Die Schultern hochziehend, meinte Pater Wilfrid: »Abwarten und Tee trinken! Wenn die Männer mit dem Geld nicht herausrücken, wird die Frauenrevolution im Sande verlaufen müssen! Je eher, desto besser! Auch im Interesse Euer Durchlaucht!«
Überrascht fragte die Fürstin: »Wieso? Meine Privatinteressen haben doch mit der Haller Frauenbewegung nichts zu tun!«
»Doch! Nämlich im Falle, daß ein Gesetz à la Schweiz den Ehefrauen das Gehaltsdrittel des Brotverdieners bewilligen würde!«
»Ich verstehe Sie wirklich nicht!«
»Müßten die im Dienste Euer Durchlaucht stehenden verheirateten Beamten und Diener das Gehaltsdrittel den tugendsamen Ehefrauen zahlen, so würden die Beamten und Diener genötigt sein, die gnädigste Gebieterin um – Gehalts- und Lohnaufbesserung zu bitten!«
»Ach so! Danke für diese wichtige Aufklärung! Sehen Sie zu, Herr Pfarrer, daß die Frauenbewegung bald ein wohltätig Ende findet!«
Nach der Abfahrt der Frau rieb sich Pater Wilfrid die Hände, denn das schnell erfolgte »Umsatteln« der Fürstin bereitete ihm Spaß. Und dann beschloß er, das energische Abrücken der Fürstin zu verwerten im Kampfe gegen die Haller Weiberrevolution.