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Arien und Bänkel aus Altwien

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von Oskar Wiener

Verlag: Insel-Verlag zu Leipzig | Jahr: 1914

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Kapitel 127

Der Wiener Aschenmann neuer Theul.

Verfast von dem Volkssänger August Betz.
Arie nach Raimunds Aschenlied.

Wien bei Anton Leitner Kupferstecher Schottenfeld.

Book illustration

Die Welt, die wahr ja jetz
A reine Menschenhetz,
Wie wüthend, 's is a Schand,
Gingen d' Leut schon aufanand.
Und graubt wurd auch sogar,
Obs gleich verboten war,
Es warn zu uns'rer Qual,
Die Häuser überall –:| an Aschen |:

Den deutlichsten Beweis,
Wie man nichts Zweites weiß,
Zeigt uns – o ewig schad! –
Die große Wienerstadt.
Gieng man am neuen Grund,
Das Herz wurd Ein fast wund,
Warn trotz der Armuthei,
Die Häuser nach der Reih –:| an Aschen |:

Des Baron Ditrich Haus
Sah gar erbärmlich aus,
G'rad' so bei meiner Ehr,
Wanns blattersteppich wär,
Das Wirthshaus ob'n am Eck,
Links von der Linie weg,
Da war – i steh dafür,
Durchaus a jeds Quartier –:| an Aschen |:

Betracht man dazumahl,
Vom Lerchenfelder Wall
Die Gegend ringsherum,
Das Staunen macht Ein'n stumm.
Zerschossen manches Haus,
Das sah so furchtbar aus,
Doch ist das größte Glück,
A einzig's Häuserl liegt –:| in Aschen |:

Und unsern Militär,
War g'wieß dabei a schwer,
Es is a alte G'schicht,
Von Eisen is ihr Pflicht.
Denn rechnet man dazu,
Daß s a hab'n g'litten gnu,
Daß viele, groß und klein,
Wie uns're Häuser sein –:| in Aschen |:

Drum reichen wir dem Stand
Die treue Bruderhand,
Es sei zu uns'rem Glück,
Vergessen das Geschick.
Denn drunt im engen Haus,
Is jeder Groll dann aus,
Da hat dann von Natur,
Sunst Kaner was bevur – als –:| an Aschen |:

Dieses Lied ist entstanden nach der Beschießung Wiens durch die kaiserlichen Truppen 1848.

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