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Arien und Bänkel aus Altwien

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von Oskar Wiener

Verlag: Insel-Verlag zu Leipzig | Jahr: 1914

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Kapitel 111

Geh du nur hin!

Was hilft mich dann das Lieben,
So ich hab angewendt,
Thu mich so sehr betrüben
Als hätt ich dich nicht kennt,
Ich hab ja Tag und Nacht
In deinen Dienst gewacht,
Ja manche schöne Stunden in Lieben zugebracht.

Ich thät mich dir verschreiben,
Mein einzigs in der Welt,
Vermeint sollst treu verbleiben,
Wie du dich vorher gestellt,
Aber dein falsches Herz,
Hat nur den stolzen Scherz
Mit mir allzeit getrieben, o hart verfluchtes Herz.

Meinst du dann ich werd mich henken,
Ach nein daß thu ich nicht,
Ich müßte mich ja schämen
Ins Herz und Angesicht,
Ja ich schwöre dir die Treu
Vor dein Betrügerey,
Glaub daß ich deinetwegen nicht so verwegen sey.

Adjeu grausame Schöne,
Wünsch dir eine gute Nacht,
Glaub, daß dein stolze Seele
Mein Herz nicht traurig macht,
Dann du bist nicht allein,
So angenehm und fein,
An Schönheit und Gebärden, dir gleich viel tausend seynd.

Vergesse meinen Namen,
Verbanne meinen Geist,
Und die verfluchte Flammen
Und alles was lieben heißt,
Drum geh nur immer hin,
Du hart und stolzer Sinn,
Ich will jetzt nicht mehr heißen, der ich gewesen bin.

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