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Der Poet im Dorfschulhause

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von Johann Peter

Verlag: Verlag von Baumert und Ronge | Jahr: 1894

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Kapitel 80

Klage

Kaum hat in seiner Herrlichkeit
Der Sommer sich entfaltet,
So hat ihn auch die flücht'ge Zeit
Schon wieder umgestaltet.
Die Sense klang, der Mäher sang,
Und bei dem Schall der Geigen
Bewegte sich und regte sich
Das Volk im Erntereigen. –

Mich aber traf ein großes Leid,
Und heimlich musst' ich klagen:
Die liebe, gold'ne Sommerszeit
Wird heut zu Grab getragen!
Das grüne Tal ist wieder kahl,
Und in den öden Fluren
Nach Morgenrot schon wieder Tod!
Das sind des Herbstes Spuren!

O, alles ist Vergänglichkeit
Im Wechsel dieses Lebens!
Was heute prunkt im Glanzgeschmeid,
Suchst morgen du vergebens!
Nur droben blaut der Himmel traut,
Wo tausend Sonnen schweben;
Er spricht zu dir: »Herauf zu mir,
Hier grünt ein ewiges Leben!«