Der Poet im Dorfschulhause
MeistgelesenVerlag: Verlag von Baumert und Ronge | Jahr: 1894
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Heiter selbst in Sturm und Braus
Zieht der Herbst mit seinen Stürmen
In die lebensmüde Welt,
Lässt er Wolken auf sich türmen
An des Himmels Wunderzelt –
Nimmer kann darob ich trauern,
Scheue nicht den Wettergraus,
Bleib' bei all dem Rieseln, Schauern,
Heiter selbst in Sturm und Braus.
Ist verstummt der Vöglein Kehle,
Liegt die Welt im tiefen Schnee –
Nimmermehr fühlt meine Seele
Langer Weile Ach und Weh.
Bei des heiligen Herdes Glute
Trink ich froh den Becher aus,
Bleibe bei des Weines Fluten
Heiter selbst in Sturm und Braus! –
Immer heiter, ob die Tage
Kummer bringen oder Glück! …
Heiterkeit schwächt ab die Plage,
Gibt die Jugend uns zurück;
Lässt mit frohem Mut uns tragen
Schwerer Leiden Wettergraus –
Fort drum mit dem Trauern, Klagen:
Heiter selbst in Sturm und Braus! …