Der Poet im Dorfschulhause
MeistgelesenVerlag: Verlag von Baumert und Ronge | Jahr: 1894
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Die Arbeit
Die Arbeit ist das Leben,
Und weil ich dieses lieb',
So lieb' ich auch die Arbeit
Und hass' den Tagedieb.
Gleichwie der Rost das Eisen,
Verzehrt der Müßiggang
Des Menschen edle Seele –
Sagt Max, der Theuerdank.
Und wieder sprach der Kaiser
Die Worte wahr und schlicht:
Der Arbeit sollst du leben,
Denn Arbeit schändet nicht! –
Drum muss ich preisend singen
Mein Lied dem braven Mann,
Der treu im Lodenkittel
Der Arbeit dienen kann.
Und zürnend soll es strafen
Den ahnenstolzen Wicht,
Der nicht gelernt, dass Arbeit
Des Menschen höchste Pflicht. –
Die Arbeit ist der Bronnen,
Aus dem das Glück entspringt,
Aus dem ein ew'ger Segen
Ins Meer des Lebens dringt.
Sie schmückt und ehrt den König
Auf golddurchwirktem Thron
Und bringt ihm menschlich näher
Des Volkes letzten Sohn.
Sie ist das Tor zum Leben,
Sie ist der Weg zum Licht!
Und wer sich ihrer schämet,
Der ist der ärmste Wicht! –