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Gottlieb Conrad Pfeffel: Poetische Versuche

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von Gottlieb Konrad Pfeffel

Verlag: Wilhelm Haas | Jahr: 1789

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Kapitel 26

Die Turteltaube und der Papagey.

Ein Turteltäubchen, dessen Gatte
Durch eines Jägers Tyranney
Den frühen Tod gefunden hatte,
Zog durch sein banges Klaggeschrey
Vom nahgelegnen Rittersitze
Den Papagey des Junkers Fritze
Aus seinem weichen Nest herbey.
Mein Kind, hör auf dich so zu grämen,
Sprach er in gnadenreichem Ton,
Ich will in meinen Schutz dich nehmen
Und, hier gesagt, beym Herrn Baron
Gelt ich weit mehr, als Frau und Sohn:
Mein Rang ist gleich nach der Maitresse;
Ein Zöfchen dient mir, wenn ich esse,
Und mein Gebauer ist ein Thron.
Komm, Freundin, ihn mit mir zu theilen,
Verlaß das düstre Land der Eulen,
Sey gutes Muths und schäme dich,
Mein Kind; so deutsch, so bürgerlich,
Um nichts, – um einen Mann zu heulen.
Das Täubchen sprach: ich danke dir,
Der Schmerz ist nun mein Loos auf Erden,
Und du – du bist, vergieb es mir,
Zu glücklich, um mein Freund zu werden.