Gottlieb Conrad Pfeffel: Poetische Versuche
MeistgelesenVerlag: Wilhelm Haas | Jahr: 1789
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Die Turteltaube und der Papagey.
| Ein Turteltäubchen, dessen Gatte Durch eines Jägers Tyranney Den frühen Tod gefunden hatte, Zog durch sein banges Klaggeschrey Vom nahgelegnen Rittersitze Den Papagey des Junkers Fritze Aus seinem weichen Nest herbey. Mein Kind, hör auf dich so zu grämen, Sprach er in gnadenreichem Ton, Ich will in meinen Schutz dich nehmen Und, hier gesagt, beym Herrn Baron Gelt ich weit mehr, als Frau und Sohn: Mein Rang ist gleich nach der Maitresse; Ein Zöfchen dient mir, wenn ich esse, Und mein Gebauer ist ein Thron. Komm, Freundin, ihn mit mir zu theilen, Verlaß das düstre Land der Eulen, Sey gutes Muths und schäme dich, Mein Kind; so deutsch, so bürgerlich, Um nichts, – um einen Mann zu heulen. Das Täubchen sprach: ich danke dir, Der Schmerz ist nun mein Loos auf Erden, Und du – du bist, vergieb es mir, Zu glücklich, um mein Freund zu werden. |