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Gottlieb Conrad Pfeffel: Poetische Versuche

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von Gottlieb Konrad Pfeffel

Verlag: Wilhelm Haas | Jahr: 1789

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Kapitel 25

Die Wahl.

Graf Hunerich, ein deutscher Mann,
Hielt sich und seinem Weib,
Frau Hedwich, einen Schloßcaplan
Zum frommen Zeitvertreib.

Der Mönch vergaß, beym leckern Tisch
Des Grafen, sein Brevier;
Aß auch am Freytag selten Fisch,
Trank lieber Wein als Bier.

Einst weckt ihn was um Mitternacht;
Da stand mit stillem Grimm,
Gehörnt, in schwefelgelber Tracht,
Fürst Lucifer vor ihm.

Wähl, sprach er, unter dreyen Eins:
Ermorde Hunerich,
Entehr ein Weib, sauf dich voll Weins,
Sonst hohl ich morgen dich.

Er wählt die Flasche, treibt berauscht
Mit Hedwich frevle Lust,
Und stößt dem Mann, der sie belauscht,
Ein Messer in die Brust.