Titus Livius: Römische Geschichte
MeistgelesenVerlag: Friedrich Vieweg Verlag | Jahr: 1821 | Übersetzer: Konrad Heusinger
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XII Urtheile
XII Urtheile
des
Hrn. Geheimeraths Wolf
und des
Hrn. Bibliothekars Dr. Buttmann
in Berlin.
Ew. erhalten hiebei endlich die mir mitgetheilten Hefte der neuen Übersetzung des Livius, die ich mit großem Vergnügen durchgesehen habe. Ich zweifele durchaus nicht, daß diese Arbeit alle bisherige Versuche in Vergessenheit bringen wird, da die Beweise von Genauigkeit und Einsicht überall unverkennbar sind; wozu noch XIII kommt, daß durch so viele gelehrte Anmerkungen das Studium des Originals für Schulmänner und junge Leute, die für sich lesen, gefördert wird; – aber allein schon ist der Name Heusinger in der philologischen Welt viel zu gut accreditirt, als daß er durch die früheren Übersetzer, die keinen solchen Namen hatten, verdunkelt werden könnte.
Wolf.
Ich habe das Manuscript als Probe der Übersetzung des Livius mit kritischen und erklärenden Anmerkungen mit Vergnügen durchgegangen, und überall die Frucht eines langjährigen, mit Urtheil und Kenntniß verbundenen Fleißes bewundert. Ich weiß als Bibliothekar aus Erfahrung, welch ein XIV Treiben heut zu Tage nach den Übersetzungen der alten Historiker, besonders von den vielen Militairpersonen ist, welche die Originale nicht lesen können. Die schlechten Übersetzungen sind fortdauernd im Gange. Wird es bekannt, daß eine mit solcher Kenntniß der alten Sprache und Sachen unternommene vorhanden ist, die zugleich einen so ungezwungenen und faßlichen, und dabei doch nicht ermüdenden Styl darbietet, so zweifele ich nicht, daß sie bald die einzige sein wird, die man liest. Die Noten sind von der Art, daß auch der Gelehrte sie kennen muß, und so wird diese Übersetzung auch in wohlversehenen Bibliotheken nicht fehlen dürfen.
Buttmann.