Gesammelte Gedichte
MeistgelesenVerlag: Charonverlag | Jahr: 1925
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Neben der Eisenbahn
Nun fahrt ihr schon den zweiten Tag,
Der dritte bringt euch in die Schlacht.
Ihr fuhrt an meinem Haus vorbei
Mit Singen und Hurrageschrei.
Es bohrt in mir ein Schmerz, der frißt
Was noch an Tat lebendig ist.
Ich seh in euch und eurem Los
Die deutsche Tat so froh und groß.
Ich seh für euch, in eurem Sinn:
Ihr geht mit Lust und Lied dahin.
Ich bin ein Mann, kein Kind, kein Weib,
So machts mich matt in Seel und Leib.
Im Feld ist Tat, zuhaus ist Not
Unnützen Mannes. Wen der Tod
Von euch dahinnimmt, nahm ein reich
Erblühtes. So ists gut. Und gleich,
Ob junge Knospe, reife Frucht –
Mann ist jetzt, wen der Tod sich sucht.
Jetzt sollen jubeln Weib und Kind,
Und weinen, wann sie Waisen sind
Und Witwen. Aber jeder Mann
Schweige, der nicht mitfahren kann.
Nun fahrt ihr schon den zweiten Tag,
Der dritte führt euch in die Schlacht.