Unschenierte Gedichtcher von eme alde Frankforder
Verlag: Georg Müller | Jahr: 1916
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Das Lied des Telefonbesitzers
Ins Telefonbuch bin ich eigetrage;
Im Aafang war ich forchtbar stolz dadruff,
Doch nemmt der Spaß e End nach verzeh Tage
Unn des Vergniege hört sehr plötzlich uff.
Am meiste dhut's mei Köchin noch gebraache,
Die hat ihr'm Schatz bestännig was ze sage,
Allawendlich verschwind't jetz die Person
– Des dank ich Dir, mei liewes Telefon!
Äänst war'n sehr pinktlich allweil mei Bekannte,
War'n merr verabred' Awens erjendwo.
Jetz, in der letzt Minut, schellt derr die Bande:
»Es geht heut net! Mei Kopp, der brummt merr so!«
Oft im Büro schellt's plötzlich, Gottverdeppel,
Es is mei Frää, se secht mit sießem Ton:
»Bring merr zeh Pund Kardoffel mit unn Eppel!«
– Des dank ich Dir, mei liewes Telefon!
Unn Nachts im Schlaf, grad wenn ich schnarch wie selte,
Reißt aus'm Bett des Rassle mich gewiß.
Ich hipp eraus, dhu merr die Fieß verkälte,
Nor um zu heer'n, daß »Falsch verbunden« is!
Ich kriech zurick, doch dhut der Sandmann fliehe,
Ich schlaf net mehr, es is der reinste Hohn,
Da dhu ich iwwer's Ohr die Bettdeck ziehe
Unn bet: »Der Deiwel hol mei Telefon!«