Unschenierte Gedichtcher von eme alde Frankforder
Verlag: Georg Müller | Jahr: 1916
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Uff Urlaub
Mei Fraa is schdolz uffs Karlche worn!
Mei Rock, mei Gertelschnalle,
Se guckt se aa von hint' unn vorn:
Ich schein' err zu gefalle!
Ihr Aage rufe's fermlich 'raus:
Welt, guck derr mein Gemahl an!
»Braun bist de worn, gut guckst de aus,
– Wann werst de General dann?«
Mei Dackel schnubbert um mich her:
»Jetz bist de erst was Rechtes!«
Er presentiert wie e Gewehr
Sei' Schwänzi, sei' unechtes.
Die Köchin aach guckt nach merr her
Mit ganz verdrehte Aage,
Ich glaab: wann ich noch leddig wär',
– No ja, ich will nix sage!
Unn ääch ich selbst ruf' selig aus:
»Ich mecht' die Welt umarme!«
Merr is doch widder mal zuhaus,
Im liewe Nest, im warme!
Merr werd verweehnt, o Hochgenuß,
Als Hausherr, als geschätzter;
Um Zehn ehrscht weckt mich mit em Kuß
Mei »strengster Vorgesetzter«.
»Uff Urlaub« – ja, des Wörtche werkt
Grad Wunner, net zem sage.
Merr zieht von danne neugestärkt,
Gestärkt als wie e Krage;
Unn leichter kimmt die Pflicht ääm vor,
Weil's Köppche widder frei is –
Aan Fehler hat der Urlaub nor:
Daß er zu schnell vorbei is!