Unschenierte Gedichtcher von eme alde Frankforder
Verlag: Georg Müller | Jahr: 1916
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Zwei Mütter
Zwää Mütter haww ich beisamme geguckt,
Die ää hat geseufzt unn hat Träne verschluckt,
Die zweit' hat e freudig Gesichtche gemacht,
Die Aägelcher hawwe gestrahlt unn gelacht.
Ich frag: »Ei, Madammche, was is dann bassiert?
Was flenne Se dann, daß e Stei' werd geriehrt?
Unn Sie, was lache Se dann druff los?
Weshalb dann is Ihr Vergniege so groß?«
Da hat merr die ää unner Seufze gesecht:
»Ach Gott, mei'm Sohn, dem geht's sicher schlecht,
Vielleicht hat'n Krankheit gar uffgeriwwe,
Dann er hat merr seit verrzeh Däg net geschriwwe!«
Die anner, die babbelt gar frohgemut:
»Mei'm Sohn, ei, dem geht's ganz sicher gut!
Gewiß is er froh unn gesund gebliwwe,
Dann er hat merr seit verrzeh Däg net geschriwwe!«