Ihr Mädchen, laßt euch doch nur raten Und lernet einmal klüger sein! Ein Hund ist dumm und riecht den Braten, Ihr aber tappt so blind hinein. Und wenn euch reiche Buhler schmeicheln, So werdet ihr vor Wollust dumm Und haltet einen Schwur von Heucheln Gleich für ein Evangelium. Das merke dir voraus, Charlotte, Du, die du dich nach allen schmiegst Und nach der Einfalt einer Motte Mit Schaden um das Feuer fliegst, Ich meine hier das wilde Feuer, Das in den Schönheitsstoppeln brennt, Die M..., du schönes Ungeheuer, Den klaren Kern der Geilheit nennt. Wenn Stolz und Hochmut Taler wären, So hättest du gewiß viel Geld. So aber bist du wie die Ähren, In welche Brand und Mehltau fällt : Je höher sich ihr Gipfel zeiget, Je weniger enthält er Frucht; Wer sich vor deinem Baal neiget, Der hat für Trost nur Wind gesucht. Das ist wohl wahr, dein frecher B(usen) Ist in der Tat handgreiflich voll; Du labst damit das Volk der Musen, Allein die Lockung ist zu toll, Denn was dein eingebildtes Lieben Auf deiner Brust für kostbar hält, Das sind nur zwei verwelkte R(üben), In die ein grober Schinken fällt. Pack ein mit deinen Siebensachen, Sie sind ein allgemeines Gut Und werden keinen lüstern machen, Als wem die Krätze bange tut. Denn diese Krankheit zu kurieren, Gebraucht man oft ein Schwefellicht; Das kann man aus den Augen spüren, Daraus ein blauer Schimmer bricht. Die Schönheit muß dir wahrlich mangeln, Sonst dürfte dein durchwirktes Kleid Nicht erst mit Gold nach Herzen angeln, Die deine Prahlerei beschreit. Dies schreibst und lügst du in die Fremde An manchen dir bekannten M(ann), Der doch wohl dein zerrißnes Hemde Auch ohne Fernglas sehen kann. Du übst die längst vergriffnen Finger Des Abends, wenn die Flöte klingt; Bedenke, was ein Phöbusjünger Dabei für Prophezeiung singt. Du willst vielleicht den Hexen pfeifen? Glück zu auf dieses Jubelfest! Dieweil dein Ruhm bei solchem Greifen Schon auf dem letzten Loche bläst. Die Runzeln kommen angestiegen Und ackern schon auf deiner Haut, An der das flüchtige Vergnügen Ein trauriges Exempel schaut; Die Zobel gelten nach den Haaren, Du aber läßt dein R... gehn, Drum magst du bei verlegnen Waren Den Flederwisch verkaufen stehn. Da magst du denn am Fenster sitzen Und nach dem treuen Deutschen sehn; Er wird dein Blut nicht mehr erhitzen, Wie etwa vor der Zeit geschehn. Da magst du mit verliebten Büchern Der Sehnsucht ein Genügen tun Und endlich auf den kahlen Tüchern Der Unruh' in den Armen ruhn. Vor diesem war dein freches Küssen Verliebter Hasen Proviant, Die manchen Zahn daran zerbissen Und sonst, ich weiß nicht was, verbrannt; Jetzt sieht es alle Welt mit Rechte Für harten Pumpernickel an, Den bloß das Musketiergeschlechte Im Finkeljochen riechen kann. Du magst dich noch so höhnisch stellen Und mit der alten Kupplerin Durch manchen Brief die Unschuld fällen, Der Schaden bringt doch den Gewinn; Du magst es noch so lange treiben, Das Fuhrwerk der gewünschten Eh' Wird doch im Dr(ecke) stecken bleiben. Dies wünscht ein frommer Christ. Adieu! |