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Alexander Schöppner: Bayrische Sagen

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von Alexander Schöppner

Verlag: Verlag Lothar Borowsky | Jahr: 1979

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Kapitel 474

Die Jungfrau von Hohenfels

An der Burg von Hohenfels ragt ein steiler Felsen empor, an dessen Abhang vorzeiten ein hölzernes Kreuz aufgerichtet worden ist. Zur Zeit des Schwedenkrieges war ein Fräulein von Hohenfels auf der Burg, durch Schönheit und Tugend ausgezeichnet. Da kam ein schwedischer Offizier in die Gegend, der sah die Jungfrau und entbrannte von Begierde nach ihr. Überall stellte er ihr nach, doch vergebens; sie widerstand mit männlichem Mut seinen gottlosen Anträgen.

Eines Tages verfolgte er sie im Freien mit der Absicht, ihr Gewalt anzutun. So trieb er die Arme bis auf den Vorsprung des jähen Felsens, der zum Schloß emporragt. Hinter sich den Verführer, vor sich den Abgrund: Was sollte die Verfolgte beginnen?

Die Wahl währte nicht lange. Mit einem Sprung lag sie zerschmettert im Abgrund. Zum Gedächtnis der heldenmütigen Tat ist hierauf ein hölzernes Kreuzbild errichtet worden.