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Otto Erich Hartleben: Gedichte

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von Otto Erich Hartleben

Verlag: S. Fischer Verlag | Jahr: 1911

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Kapitel 167

Der Dichter

Ists nicht im Grunde wesenloser Tand,
was ich in Reimen aneinander füge?
Ists nicht im Grunde eine bunte Lüge,
was ich in müßig heitrem Spiel erfand?

Scheint dir mein Reimgebäude imposant?
Merkst du denn nicht, wie keck ich dich betrüge,
dieweil ich mich mit jedem Reim begnüge,
den mir der Zufall grade legt zur Hand? –

Mit Gott und Weltall spiel ich kühne Spiele!
Der Dichter wird Jongleur – er wirft im Nu
der allerzartsten Gegenstände viele

hoch durch die Luft – es glückt ihm Coup auf Coup,
denn alles kehrt zurück zu ihm – dem Ziele . . .
Gott ist die Welt – und Gott und ich sind du!