Ludwig Preller: Römische Mythologie
MeistgelesenVerlag: Weidmannsche Buchhandlung | Jahr: 1858
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4. Die ludi Taurii.
Außer diesen Spielen werden noch ludi Taurii als solche genannt, welche gleichfalls dem Dienste der Unterirdischen gegolten hätten. Sie sollen schon unter Tarquinius Superbus und zwar auf Veranlassung einer Seuche gestiftet sein, und der Name soll mit dem herkömmlichen Opfer der unfruchtbaren Thiere zusammenhängenServ. V. A. II, 140, nach welchem die hostia taurea d. i. sterilis der forda d. i. gravida entgegengesetzt wurde. Andre Erklärungen b. Paul. p. 350, Fest. p. 351.. Da diese Spiele im Circus Flaminius begangen wurden, die Secularspiele im Marsfelde beim Terentum, so müssen sie von diesen verschieden gewesen sein, wie beide denn 479 auch der Zeit nach keineswegs zusammenfielenVgl. Varro l. l. V, 154 und Liv. XXXIX, 22, nach welchem im J. 567 d. St. zwei Tage lang ludi Taurii gefeiert wurden.. Also vermuthlich eine ähnliche Art von Spielen, nur daß sie nicht wie die Secularspiele regelmäßig, sondern unregelmäßig und in Folge außerordentlicher Veranlassungen, wie sie innerhalb der langen Fristen der Secularspiele von Zeit zu Zeit vorkommen mochten, den unterirdischen Göttern gelobt und gehalten wurden.