Ludwig Preller: Römische Mythologie
MeistgelesenVerlag: Weidmannsche Buchhandlung | Jahr: 1858
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8. Vitula oder Vitellia.
Auch diese Göttin scheint eine Nebenform der Fauna zu sein, eine Göttin des Siegs und des Jubels über den gewonnenen Sieg, wie wir bereits der von Evander auf dem Palatin gestifteten Victoria gedacht haben und in der sabinischen Vacuna gleich eine ähnliche Göttin kennen lernen werden. Das alte Wort vitulari und vitulatio, welches Siegesjubel bedeutete und bei den älteren römischen Dichtern Ennius, Naevius und Plautus noch im Gebrauche warMacrob. S. III, 2, 11, Varro l. l. VII, 107, Ennius bei Paul. p. 369 Is habet coronam vitulans victoria, Naevius bei Non. Marc. p. 14, Plaut. Pers. II, 3, 2., wurde von ihrem Namen abgeleitetMacrob. 13 Hyllus libro quem de dis composuit ait Vitulam vocari deam quae laetitiae praeest. Piso ait Vitulam Victoriam nominari etc. So ist auch bei Varro l. c. zu schreiben: vitulantes a Vitula. Einige leiten das Wort ab a bonae vitae commodo (Non. Marc), Andre von vitulus, Paul. p. 369 vitulans laetans gaudio ut pastu vitulus. Die 1. Silbe wird gewöhnlich lang gebraucht. und hängt jedenfalls mit ihm zusammen. In den Geschlechtsüberlieferungen der Vitellier, welche sabinischer Abstammung waren, hieß dieselbe Göttin Vitellia und die Frau des Aboriginerkönigs Faunus. Es wird dabei ausdrücklich hinzugesetzt, daß diese Göttin in verschiednen Gegenden Italiens verehrt worden seiSueton Vitell. 1. Exstat Qu. Eulogii ad Q. Vitellium Divi Augusti Quaestorem libellus, quo continetur Vitellios Fauno Aboriginum rege et Vitellia, quae multis locis pro numine coleretur, ortos toto Latio imperasse. Horum residuam stirpem ex Sabinis transisse Romam etc..