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Ludwig Preller: Römische Mythologie

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von Ludwig Preller

Verlag: Weidmannsche Buchhandlung | Jahr: 1858

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Kapitel 30

Kapitel 30

h. Iupiter Anxur.

Iup. Anxur war der Gott der alten Volskerstadt Anxur, welche ihren andern Namen Tarracina vermuthlich den einst auch in dieser Gegend herrschenden Etruskern verdankte, dahingegen jener gewiß italischen Ursprungs ist, vgl. die Stadt Anxanum mit dem Gentile Anxas im Gebiete der Marser, eine andre Stadt Anxa in dem der Sallentiner, ferner die bei den Marsern verehrte Göttin Ancitia oder Angitia. Iupiter Anxur oder Anxurus, und die Frühlings- Quellen- und Haingöttin Feronia waren nach Virgil Aen. VII, 799 die herrschenden Götter der Gegend von Tarracina. Jener wurde nach Servius in der Gestalt eines unbärtigen Jünglings dargestellt, also wie der Albanische und Römische Vejovis, diese als Juno Virgo, also als seine Gattin und von gleicher Jugend und Schönheit. Auf den Münzen der Gens Vibia sieht man das Cultusbild des Iovis Axur, wie er hier genannt wird, ein thronendes jugendliches Götterbild mit Scepter und Schale, das Haupt mit einer großen Strahlenkrone geschmückt, so daß also auch er zugleich dem Jupiter und dem Apollo verwandt gewesen sein muß. 239