Johann Gabriel Seidl: Bifolien
Verlag: Max Hesses Verlag
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XII.
Vogelweide.Walter von der Vogelweide (geb. um 1160, † um 1227) hatte seinen Namen angeblich von seiner Geburtsstätte, der »Vogelweide« im Eisacktal. Die in dem vorliegenden Gedichte verwertete Sage gründet sich auf eine alte Chronik, doch heißt es dort, daß das Domkapital zu Würzburg (wo Walter begraben wurde) das Vermächtnis zugunsten der Vögel in Semmeln verwandeln ließ, die am Jahrestag von Walters Tode den Chorherren zukommen sollten.
Walter von der Vogelweide Walter von der Vogelweide Tat sich Zwang in keinem Dinge, Und so wie der Vogel eben Sechzig Lenze schon hat Walter Dort zu Würzburg legt' er nieder Bat, daß sie das Grab bedecken In die hohlen Ecken gieße Oben in die Mulde streue Was er wünscht', es ward vollzogen, Wenn noch kaum der Morgen graute, Recht so eine Vogelweide |
Dichter-Alter.
Quique pii vates et Phoebo digna locuti,
Omnibus his (merita privantur) tempora (lauro).
Nach Virgil (Aen. VI. 662.)