Gedichte
Verlag: F. A. Brockhaus | Jahr: 1874
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3.
(Daß man die frohen Stunden noch mitnehmen sollte.)
Das Haupt bekränzt, das Glas gefüllt!
So leb' ich, weil es Lebens gilt,
Und pflege mich bei Ros' und Myrten.
Fort, Amor, wirf den Bogen hin
Und komm, mich eiligst zu bewirthen!
Wer weiß, wie lang ich hier noch bin?
Komm, bring ein niedliches Coffee,
Komm, geuß der Sorgen Panacée,
Den güldnen Nektar, in Krystallen!
Seht, wie die kleinen Perlen stehn!
Mir kann kein beßrer Schmuck gefallen,
Als die aus dieser Muschel gehn.
Mein Alter ist der Zeiten Raub,
In kurzem bin ich Asch' und Staub:
Was wird mich wol hernach ergetzen?
Es ist als flöhen wir davon.
Ein Weiser muß das Leben schätzen,
Drum folg' ich dir, Anacreon.
Werft Blumen, bringt Cachou Cachou ( cajous), brasilische Bisamkugel, eine Art von Bonbons. und Wein,
Und schenkt das Glas gestrichen ein
Und führt mich halb berauscht ins Bette.
Wer weiß, wer morgen lebt und trinkt?
Was fehlt mir mehr? Wo bleibt Brunette?
Geht, holt sie, weil der Tag schon sinkt!