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Gedichte

von Johann Christian Günther

Verlag: F. A. Brockhaus | Jahr: 1874

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Kapitel 22

20.

Die letzte Strophe ist unvollständig, deshalb hier ausgelassen.

(An die Zeit.)

Göttin, deren Macht und Stärke
Alles in der Welt regiert
Und die größten Wunderwerke
Bald zerstöret, bald gebiert,
Und von der wir alle Gaben,
Selbst auch Grab und Windel haben.

Deiner Gnade, die ich brauche,
Opfert jetzt, du edle Zeit,
Mein Verlangen nicht mit Rauche,
Noch mit Blut und Grausamkeit,
Sondern mit ergebnen Zähren,
Die ein reines Herz erklären.

Frage nicht, warum ich weine,
Denn mein Abschied rückt heran,
Und du kennst vorlängst die Meine,
Die ich kaum vermissen kann,
Seit ihr Umgang und ihr Küssen
Mir den Schulstaub noch versüßen.