Gedichte
Verlag: F. A. Brockhaus | Jahr: 1874
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12.
(Sonett. An seine Magdalis.)
Nicht anders leget sich die Blumengöttin an,
Wenn ihr der nahe Lenz die Wiederkunft erlaubet,
Als meine Magdalis, von der man heute glaubet,
Sie habe der Natur es weit zuvor gethan.
Der Neid, so nichts an ihr als dieses tadeln kann,
Daß sie die Schönheit auch mit ihrer Schönheit schraubet schrauben, zum Wettkampf herausfordern.,
Wird von der Majestät selbst des Gesichts beraubet
Und findet nichts um sie vor seinen Lästerzahn.
Ach, wohlgestaltes Kind, dein Halstuch tröstet mich,
Weil es die Liberei der grünen Hoffnung träget,
Mein Wünschen sei erfüllt, mein Bitten habe dich,
Mein Seufzen deine Brust zur Gegengunst beweget;
Da nun dein zarter Flor mir dieses wissend macht,
So ist mein Kuß bereits aufs Botenlohn bedacht.