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Die Facezien des Poggio Fiorentino

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von Gian Francesco Poggio Bracciolini

Verlag: Georg Müller | Jahr: 1906 | Übersetzer: Hanns Floerke

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Kapitel 238

236. In einem Streite zwischen Weibern kommt es zu einem höchst spaßhaften Ausspruche.

Eine Frau aus Rom, die ich gekannt habe und die ihren Lebensunterhalt vermittelst ihres Unterleibs gewann, hatte eine schon erwachsene sehr schöne Tochter, die sie ebenfalls der Venus geweiht hatte. Einmal entstand zwischen dieser Frau und einer Nachbarin, die dasselbe Gewerbe trieb, ein Streit, und es kam zu Grobheiten und Beschimpfungen. Als die Nachbarin, die auf die Hilfe irgend welcher hochgestellter Personen pochte, gegen Mutter und Tochter heftige Drohungen ausstieß, berührte diese den Unterleib ihrer Tochter und sagte: »Möge Gott mir dies da schützen und bewahren, dann kann ich alle deine Worte und Drohungen ruhig verachten!« Eine sehr gute Antwort; denn es war ein vorzüglicher Fürsprecher, auf den sie vertraute, und an dem viele ihre Freude hatten.