Gut trinken und gut essen, Des Unrechts ganz vergessen, Sich selbsten nimmer schonen, Nie denken ans Belohnen: Dies sind die eignen Gaben, Die Herrenfreunde haben.
Ein Fluß verräth durch Rauschen sich, daß er sehr tief nicht lauft; Ein Bote, daß er müde sey, wenn er sehr schwitzt und schnauft: Wer allzusehr mit Worten pocht, giebt deutlich an den Tag, Daß seine Lunge ziemlich viel, das Herze nichts vermag.
Jhrer viel sind zwar beflissen, Sich am Helikon zu wissen; Ob sie nun gleich ziehn und ziehn, Kommen sie doch langsam hin: Denn ihr bestes Pferd ist heuer Viel zu seltsam und zu theuer.
Jhr Klugen, deren Faust die Feder ämsig führet Zu klagen dessen Tod, der an die Wolken rühret Durch Thaten ohne Gleich, durch Thaten, die der Welt Des Himmels kurze Gunst hat einzig vorgestellt, Zum Eigenthum zwar nicht, zum Wunder aber allen, So weit der Titan leucht; der Muth mag euch entfallen, Daß dieß, wo Götterlob genug zu schaffen hat, Die Feder enden soll und ein papiernes Blatt. Laßt ab! Hier wird dem Fleiß gar wenig Frucht gegönnet; Klagt nichts so sehr, als dieß, daß ihr nicht klagen könnet.
Man sagt, man lieset viel, wie daß, vor langen Jahren, Zu Zeiten ein ganz Volk aus seinem Sitz gefahren Und neues Land gesucht. Hinfüro wird man sagen Was anders: wie man sah gar oft in unsern Tagen, Vom Land' Holz, Stein, Zinn, Bley, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Fleisch, Brod, Trank, und was nicht? — hin in die Städte reisen.
Seyd lustig, ihr Krieger, ihr werdet nun siegen! Die Kriegesverfassung wird dießmal nicht trügen. Die Waffen, um euere Lenden gebunden, Sind neulich aus Häuten der Bauern geschunden; Die Mittel zu Stiefeln, Zeug, Sattel, Pistolen, Sind ritterlich neben der Straße gestohlen; Die Gelder, zur Pflegung vom Lande gezwungen, Sind rüstig durch Gurgel und Magen gedrungen; Die Pferde, vom nützlichen Pfluge gerissen, Des Brodtes die letzten und blutigen Bissen, Die führen und füllen viel Tausend der Wagen, Die Huren und Buben zu Felde mit tragen. Daß Reiter nun wieder ein wenig beritten, Sind Adern und Sehnen dem Lande verschnitten; Ein Fürstenthum ist in die Schanze gegeben, Die Handvoll von Reitern in Sattel zu heben.
Fürsten werfen oft auf Einen alle Sach und alle Gunst; Fehlt nun der, so sind verloren alle Mittel, alle Kunst. Alles kann verrathen Einer, Einer kann nicht allem rathen; Gut ist, was viel Augen lobten, leicht ist, was viel Hände thaten.
Gott, wo nehm ich Dank, der ich so viel genommen Von Wohlthat, die mir ist zu Hause häufig kommen Durch deine Gütigkeit? Thust du nicht noch mehr Wohl, So weiß ich keinen Rath, wie ich recht danken soll.
Anders seyn, und anders scheinen; Anders reden, anders meynen; Alles loben, alles tragen; Allen heucheln, stets behagen; Allem Winde Segel geben; Bösen, Guten dienstbar leben; Alles Thun und alles Dichten Bloß auf eignen Nutzen richten: Wer sich dessen will befleißen, Kann politisch heuer heißen.
Das Beste, was ein Mensch in dieser Welt erstrebet, Jst, daß er endlich stirbt, und daß man ihn begräbet. Die Welt sey, wie sie will; sie hab auch, was sie will: Wär Sterben nicht dabey, so gälte sie nicht viel.
Ein Kind weiß nichts von sich; ein Knabe denket nicht; Ein Jüngling wünschet stets; ein Mann hat immer Pflicht; Ein Alter hat Verdruß; ein Greiß wird wieder Kind: Schau, lieber Mensch, was dieß für Herrlichkeiten sind!
Da dieses Land war reich vor Jahren, Da glaubten wir, daß Bettler waren. Nun dieses Land, durch langes Kriegen, Bleibt menschenleer und wüste liegen, Jst Steuer gar nicht zu bereden, Man sey nun arm von so viel Schäden.
Portia schont ihrer Augen; einen kleinen schlechten Mann Siehet sie nur über Achsel, sieht sie mit Verachtung an. Kleine Schrift vexirt die Augen, daß man übler sehen kann.
Weiß die Haut des Mohren waschen, Trinken aus geleerten Flaschen Jn dem Siebe Wasser bringen, Einem Tauben Lieder singen, Auf den Sand Palläste bauen, Weibern auf die Tücken schauen, Wind, Luft, Lieb' und Rauch verhalten, Jünger machen einen Alten, Einen dürren Wetzstein mästen, Osten setzen zu dem Westen, Allen Leuten wohl behagen, Allen, was gefällig, sagen; Wer sich das will unterstehen, Muß mit Schimpf zurücke gehen.
Sein' Eigenschaft und Art bekam ein jedes Thier, Und wie sie einmal war, so bleibt sie für und für. Der Löwe bleibt beherzt; der Hase bleibet scheu; Der Fuchs bleibt immer schlau; der Hund bleibt immer treu: Der Mensch nur wandelt sich, vermummt sich immerdar, Jst diese Stunde nicht der, der er jene war. Was dient ihm denn Vernunft? Sie hilft ihm fast allein, Daß er kann mit Vernunft recht unvernünftig seyn.
Ein Arzt ist gar ein glücklich Mann: Was er bewehrtes wo gethan, Zeigt der Geneste jedem an: Sein Jrrthum wird nicht viel erzählet; Denn hat er irgendwo gefehlet, So wirds in Erde tief verhehlet.
Wer sich einläßt in Processe, wer sich einläßt in ein Spiel, Jeder muß hier etwas setzen, wenn er was gewinnen will; Doch geschieht es auch, daß mancher nichts gewinnt, und setzt doch viel.
Da man, schon zur Zeit der Alten, Reine Treu für grau gehalten: Wunderts euch in unsern Tagen, Daß sie schon ins Grab getragen ? Daß nicht Erben nach ihr blieben, Drüber ist sich zu betrüben.
Lychnobius zählet viel Jahre, viel Wochen, Noch lebt er die Woche nicht einigen Tag; Er säufet bey Nachte, so viel er vermag, Und stecket des Tages im Bette verkrochen.
Jch weiß nicht, ob ein Hund viel gilt, Der allen schmeichelt, keinem billt? Ein Diener, der die Aufsicht führet, Und Augen nur, nicht Zunge rühret, Thut nicht, was seiner Pflicht gebühret.
Wer sagt mir, ob wir selbst so grundverböste Zeiten Verbösern, oder ob die Zeiten uns verleiten? Der Tag, daran ein Dieb dem Henker wird befohlen, Hätt ihn wohl nicht gehenkt, hätt er nur nicht gestohlen.
Ein rinderner Verstand, und kälberne Geberden, Dabey ein wölfisch Sinn, sind bräuchlich itzt auf Erden. Das Rind versteht sich nicht, als nur auf Stroh und Gras: Ein Mensch läuft, rennt und schwitzt bloß um den vollen Fraß. Ein Kalb scherzt, gaukelt, springt, eh es das Messer fühlet: Ein Mensch denkt nie an den, der stündlich auf ihn zielet. Der Wolf nimmt, was ihm kömmt, ist feind dem Wild und Vieh: Was Mensch und menschlich ist; ist frey vor Menschen nie.
Einen Trostspruch aus der Bibel hatte Rasa ihr erwischet, Daß man ewig dort mit Abram, Jsaak und Jakob tischet; Freuet sich auf beßre Speisen, als man hier erjagt und fischet.
Mars braucht keinen Advocaten, Der ihm ausführt seine Thaten. Keinem hat er was genommen, Wo er nichts bey ihm bekommen; Keinem hat er was gestohlen, Denn er nahm es unverhohlen; Keinen hat er je geschlagen, Der sich ließ bey Zeiten jagen; Was er von der Straße klaubet, Jst gefunden, nicht geraubet; Haus, Hof, Scheun und Schopf geleeret, Heißt ein Stücke Brodt begehret; Stadt, Land, Mensch und Vieh vernichten; Heißt des Herren Dienst verrichten; Huren, saufen, spielen, fluchen, Heißt dem Muth Erfrischung suchen; Endlich dann zum Teufel fahren, Heißt — den Engeln Müh ersparen.
Damen, die sich gerne schminken, Lassen sich wohl selbst bedünken, Daß Natur an ihren Gaben Müsse was versehen haben. Drum wer wählen will, der schaue, Daß er nicht der Farbe traue!
Mir ist ein Gast bekannt, der bringt durch freches Plagen, Daß ihn sein sein frommer Wirth soll aus dem Hause jagen: Wenn dieser es nicht thut, wird der nicht eh gestillt, Als bis man Gast und Wirth in Eine Grube füllt.
Ruhmreich ist ein Tausendkünstler; was er will muß ihm gelingen; Kann er eines, glaub ich alles: über seinen Schatten springen? Oder, ist ihm dieses lieber; pfeifen und zugleich auch singen?
Wozu soll doch sein Kind ein Vater auferziehen Bey so bewandter Zeit? Er darf sich nur bemühen, Daß keine Scheu sein Sohn und kein Gewissen hat, So ist schon alles gut, so wird zu allem Rath.
Jeder hat zu Hausgenossen, zwey sich gar nicht gleiche Gäste: Einen Doctor, einen Narren; Diese speiset er aufs beste. Braucht er nun nicht gute Vorsicht, hält er nicht den Narren ein, Wird er öfter als der Doctor einst an der Thür und Fenster seyn.
Bey Hofe ist ein guter Koch der allerbeste Rath, Er weiß, was seinem Herren schmeckt, und was er gerne hat. Er trägt verdecktes Essen auf, und Essen nur zur Schau; Geußt Söder auf und Senf daran, die dienlich für den Grau; Aufs Bittre streut er Zucker her, das Magre würzt er wohl; Dem Herren werden Ohren satt, und ihm der Beutel voll; Die Kammer geht zur Küche zu, die Wirthschaft in das Faß; Die Kanzeley hält Fastenzeit; der lechzend' Untersaß Mag laufen, kann er sitzen nicht: die ganze Policey Wird Heucheley, Betriegerey und Küchenmeisterey.
Seh ich recht, so scheint es mir, Bloscus sey ein Wunderthier. Augen hat er, keine Stirne, Einen Kopf, und kein Gehirne, Einen Mund, und keine Zunge, Wenig Herzens, viel von Lunge. Kannst du besser sehn, so schau, Ob er Ochs ist oder Sau.
Gut trinken und gut essen, Des Unrechts ganz vergessen, Sich selbsten nimmer schonen, Nie denken ans Belohnen: Dies sind die eignen Gaben, Die Herrenfreunde haben.
Ein Fluß verräth durch Rauschen sich, daß er sehr tief nicht lauft; Ein Bote, daß er müde sey, wenn er sehr schwitzt und schnauft: Wer allzusehr mit Worten pocht, giebt deutlich an den Tag, Daß seine Lunge ziemlich viel, das Herze nichts vermag.
Jhrer viel sind zwar beflissen, Sich am Helikon zu wissen; Ob sie nun gleich ziehn und ziehn, Kommen sie doch langsam hin: Denn ihr bestes Pferd ist heuer Viel zu seltsam und zu theuer.
Jhr Klugen, deren Faust die Feder ämsig führet Zu klagen dessen Tod, der an die Wolken rühret Durch Thaten ohne Gleich, durch Thaten, die der Welt Des Himmels kurze Gunst hat einzig vorgestellt, Zum Eigenthum zwar nicht, zum Wunder aber allen, So weit der Titan leucht; der Muth mag euch entfallen, Daß dieß, wo Götterlob genug zu schaffen hat, Die Feder enden soll und ein papiernes Blatt. Laßt ab! Hier wird dem Fleiß gar wenig Frucht gegönnet; Klagt nichts so sehr, als dieß, daß ihr nicht klagen könnet.
Man sagt, man lieset viel, wie daß, vor langen Jahren, Zu Zeiten ein ganz Volk aus seinem Sitz gefahren Und neues Land gesucht. Hinfüro wird man sagen Was anders: wie man sah gar oft in unsern Tagen, Vom Land' Holz, Stein, Zinn, Bley, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Fleisch, Brod, Trank, und was nicht? — hin in die Städte reisen.
Seyd lustig, ihr Krieger, ihr werdet nun siegen! Die Kriegesverfassung wird dießmal nicht trügen. Die Waffen, um euere Lenden gebunden, Sind neulich aus Häuten der Bauern geschunden; Die Mittel zu Stiefeln, Zeug, Sattel, Pistolen, Sind ritterlich neben der Straße gestohlen; Die Gelder, zur Pflegung vom Lande gezwungen, Sind rüstig durch Gurgel und Magen gedrungen; Die Pferde, vom nützlichen Pfluge gerissen, Des Brodtes die letzten und blutigen Bissen, Die führen und füllen viel Tausend der Wagen, Die Huren und Buben zu Felde mit tragen. Daß Reiter nun wieder ein wenig beritten, Sind Adern und Sehnen dem Lande verschnitten; Ein Fürstenthum ist in die Schanze gegeben, Die Handvoll von Reitern in Sattel zu heben.
Fürsten werfen oft auf Einen alle Sach und alle Gunst; Fehlt nun der, so sind verloren alle Mittel, alle Kunst. Alles kann verrathen Einer, Einer kann nicht allem rathen; Gut ist, was viel Augen lobten, leicht ist, was viel Hände thaten.
Gott, wo nehm ich Dank, der ich so viel genommen Von Wohlthat, die mir ist zu Hause häufig kommen Durch deine Gütigkeit? Thust du nicht noch mehr Wohl, So weiß ich keinen Rath, wie ich recht danken soll.
Anders seyn, und anders scheinen; Anders reden, anders meynen; Alles loben, alles tragen; Allen heucheln, stets behagen; Allem Winde Segel geben; Bösen, Guten dienstbar leben; Alles Thun und alles Dichten Bloß auf eignen Nutzen richten: Wer sich dessen will befleißen, Kann politisch heuer heißen.
Das Beste, was ein Mensch in dieser Welt erstrebet, Jst, daß er endlich stirbt, und daß man ihn begräbet. Die Welt sey, wie sie will; sie hab auch, was sie will: Wär Sterben nicht dabey, so gälte sie nicht viel.
Ein Kind weiß nichts von sich; ein Knabe denket nicht; Ein Jüngling wünschet stets; ein Mann hat immer Pflicht; Ein Alter hat Verdruß; ein Greiß wird wieder Kind: Schau, lieber Mensch, was dieß für Herrlichkeiten sind!
Da dieses Land war reich vor Jahren, Da glaubten wir, daß Bettler waren. Nun dieses Land, durch langes Kriegen, Bleibt menschenleer und wüste liegen, Jst Steuer gar nicht zu bereden, Man sey nun arm von so viel Schäden.
Portia schont ihrer Augen; einen kleinen schlechten Mann Siehet sie nur über Achsel, sieht sie mit Verachtung an. Kleine Schrift vexirt die Augen, daß man übler sehen kann.
Weiß die Haut des Mohren waschen, Trinken aus geleerten Flaschen Jn dem Siebe Wasser bringen, Einem Tauben Lieder singen, Auf den Sand Palläste bauen, Weibern auf die Tücken schauen, Wind, Luft, Lieb' und Rauch verhalten, Jünger machen einen Alten, Einen dürren Wetzstein mästen, Osten setzen zu dem Westen, Allen Leuten wohl behagen, Allen, was gefällig, sagen; Wer sich das will unterstehen, Muß mit Schimpf zurücke gehen.
Sein' Eigenschaft und Art bekam ein jedes Thier, Und wie sie einmal war, so bleibt sie für und für. Der Löwe bleibt beherzt; der Hase bleibet scheu; Der Fuchs bleibt immer schlau; der Hund bleibt immer treu: Der Mensch nur wandelt sich, vermummt sich immerdar, Jst diese Stunde nicht der, der er jene war. Was dient ihm denn Vernunft? Sie hilft ihm fast allein, Daß er kann mit Vernunft recht unvernünftig seyn.
Ein Arzt ist gar ein glücklich Mann: Was er bewehrtes wo gethan, Zeigt der Geneste jedem an: Sein Jrrthum wird nicht viel erzählet; Denn hat er irgendwo gefehlet, So wirds in Erde tief verhehlet.
Wer sich einläßt in Processe, wer sich einläßt in ein Spiel, Jeder muß hier etwas setzen, wenn er was gewinnen will; Doch geschieht es auch, daß mancher nichts gewinnt, und setzt doch viel.
Da man, schon zur Zeit der Alten, Reine Treu für grau gehalten: Wunderts euch in unsern Tagen, Daß sie schon ins Grab getragen ? Daß nicht Erben nach ihr blieben, Drüber ist sich zu betrüben.
Lychnobius zählet viel Jahre, viel Wochen, Noch lebt er die Woche nicht einigen Tag; Er säufet bey Nachte, so viel er vermag, Und stecket des Tages im Bette verkrochen.
Jch weiß nicht, ob ein Hund viel gilt, Der allen schmeichelt, keinem billt? Ein Diener, der die Aufsicht führet, Und Augen nur, nicht Zunge rühret, Thut nicht, was seiner Pflicht gebühret.
Wer sagt mir, ob wir selbst so grundverböste Zeiten Verbösern, oder ob die Zeiten uns verleiten? Der Tag, daran ein Dieb dem Henker wird befohlen, Hätt ihn wohl nicht gehenkt, hätt er nur nicht gestohlen.
Ein rinderner Verstand, und kälberne Geberden, Dabey ein wölfisch Sinn, sind bräuchlich itzt auf Erden. Das Rind versteht sich nicht, als nur auf Stroh und Gras: Ein Mensch läuft, rennt und schwitzt bloß um den vollen Fraß. Ein Kalb scherzt, gaukelt, springt, eh es das Messer fühlet: Ein Mensch denkt nie an den, der stündlich auf ihn zielet. Der Wolf nimmt, was ihm kömmt, ist feind dem Wild und Vieh: Was Mensch und menschlich ist; ist frey vor Menschen nie.
Einen Trostspruch aus der Bibel hatte Rasa ihr erwischet, Daß man ewig dort mit Abram, Jsaak und Jakob tischet; Freuet sich auf beßre Speisen, als man hier erjagt und fischet.
Mars braucht keinen Advocaten, Der ihm ausführt seine Thaten. Keinem hat er was genommen, Wo er nichts bey ihm bekommen; Keinem hat er was gestohlen, Denn er nahm es unverhohlen; Keinen hat er je geschlagen, Der sich ließ bey Zeiten jagen; Was er von der Straße klaubet, Jst gefunden, nicht geraubet; Haus, Hof, Scheun und Schopf geleeret, Heißt ein Stücke Brodt begehret; Stadt, Land, Mensch und Vieh vernichten; Heißt des Herren Dienst verrichten; Huren, saufen, spielen, fluchen, Heißt dem Muth Erfrischung suchen; Endlich dann zum Teufel fahren, Heißt — den Engeln Müh ersparen.
Damen, die sich gerne schminken, Lassen sich wohl selbst bedünken, Daß Natur an ihren Gaben Müsse was versehen haben. Drum wer wählen will, der schaue, Daß er nicht der Farbe traue!
Mir ist ein Gast bekannt, der bringt durch freches Plagen, Daß ihn sein sein frommer Wirth soll aus dem Hause jagen: Wenn dieser es nicht thut, wird der nicht eh gestillt, Als bis man Gast und Wirth in Eine Grube füllt.
Ruhmreich ist ein Tausendkünstler; was er will muß ihm gelingen; Kann er eines, glaub ich alles: über seinen Schatten springen? Oder, ist ihm dieses lieber; pfeifen und zugleich auch singen?
Wozu soll doch sein Kind ein Vater auferziehen Bey so bewandter Zeit? Er darf sich nur bemühen, Daß keine Scheu sein Sohn und kein Gewissen hat, So ist schon alles gut, so wird zu allem Rath.
Jeder hat zu Hausgenossen, zwey sich gar nicht gleiche Gäste: Einen Doctor, einen Narren; Diese speiset er aufs beste. Braucht er nun nicht gute Vorsicht, hält er nicht den Narren ein, Wird er öfter als der Doctor einst an der Thür und Fenster seyn.
Bey Hofe ist ein guter Koch der allerbeste Rath, Er weiß, was seinem Herren schmeckt, und was er gerne hat. Er trägt verdecktes Essen auf, und Essen nur zur Schau; Geußt Söder auf und Senf daran, die dienlich für den Grau; Aufs Bittre streut er Zucker her, das Magre würzt er wohl; Dem Herren werden Ohren satt, und ihm der Beutel voll; Die Kammer geht zur Küche zu, die Wirthschaft in das Faß; Die Kanzeley hält Fastenzeit; der lechzend' Untersaß Mag laufen, kann er sitzen nicht: die ganze Policey Wird Heucheley, Betriegerey und Küchenmeisterey.
Seh ich recht, so scheint es mir, Bloscus sey ein Wunderthier. Augen hat er, keine Stirne, Einen Kopf, und kein Gehirne, Einen Mund, und keine Zunge, Wenig Herzens, viel von Lunge. Kannst du besser sehn, so schau, Ob er Ochs ist oder Sau.