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Alexander Xaver Gwerder: Gedichte

von Alexander Xaver Gwerder

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Kapitel 15

Monsun

Eine Uhr schlägt
glühglockig und schwer – die Ebene um London –
Westminster flammt, und brennend
flüssiges Erz seiner Schläge
versengt mir die Herznaht.
Von Aufbrüchen rings
erzittern mohntrunkene Gedanken, gebogene Gräser,
Medusenhaar unter der Sturmflut, und im
Schilf erwachen die nistenden
Kirgisen –
Platzt da der Mond,
und im Innern malmen langsame Spiegel ihr Rund –
Fackelzüge und Trommeln: Der Blutkreis
entgleist! Der Tiefe scherbende Bilder:
Hier
eilt ein Mann und dort, hinterm Hag, lauert
der Schlaf des Weibes . . . es schneit . . . es
duftet nach Mokka . . . sanfte algerische
Flocken . . . die Brücke nach Tanger
hüpft
von Insel zu Insel –
Hei! eine Lust!
Hat jemand gerufen?
Zu
kracht das Gewölk, und des Geiers
Schrei rieselt weiß durch die Finsternis . . .
Erloschen
die grauen Horizonte des Hirns.
Und von oben: Zerfressen
die Leber – Prometheus
lacht.