Alexander Xaver Gwerder: Gedichte
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Monsun
| Eine Uhr schlägt glühglockig und schwer – die Ebene um London – Westminster flammt, und brennend flüssiges Erz seiner Schläge versengt mir die Herznaht. Von Aufbrüchen rings erzittern mohntrunkene Gedanken, gebogene Gräser, Medusenhaar unter der Sturmflut, und im Schilf erwachen die nistenden Kirgisen – Platzt da der Mond, und im Innern malmen langsame Spiegel ihr Rund – Fackelzüge und Trommeln: Der Blutkreis entgleist! Der Tiefe scherbende Bilder: Hier eilt ein Mann und dort, hinterm Hag, lauert der Schlaf des Weibes . . . es schneit . . . es duftet nach Mokka . . . sanfte algerische Flocken . . . die Brücke nach Tanger hüpft von Insel zu Insel – Hei! eine Lust! Hat jemand gerufen? Zu kracht das Gewölk, und des Geiers Schrei rieselt weiß durch die Finsternis . . . Erloschen die grauen Horizonte des Hirns. Und von oben: Zerfressen die Leber – Prometheus lacht. |